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Amy
"Zwischen Breaks und Party pur mit Schirmchen im Drink". Amy Woyth alias ttyfal glüht für geile Partys, spannende Künstler*innen und gute Musik. Und schreibt auch gerne drüber.

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New, new: R.A.N.D. Muzik Recordings

17. Juli 2020 / Kommentare (0)

Die neuen R.A.N.D.-Platten erscheinen wie am laufenden Band. Literally. Wir stellen die zwei aktuellsten Releases vor.

Mittlerweile ist es wirklich kein Geheimnis mehr, dass der R.A.N.D. Muzik Output über alle Stränge schlägt. Und es ist mittlerweile auch davon auszugehen, dass es in diesem Jahr mindestens eine neue Platte pro Monat geben wird. Mein Herz lacht, mein Geldbeutel weint. Ob das Label durch die einfarbigen EP-Cover bald das gesamte menschlich wahrnehmbare Farbspektrum abbilden wird? 

So gerne ich meine journalistische Distanz wahren möchte, so sehr muss ich wohl ehrlich bleiben: R.A.N.D. ist langsam aber sicher zu meinem Leipziger Lieblingslabel geworden. Jede Platte ist high quality durch und durch, Chef-Kurator Carmel bringt immer wieder in Leipzig unbekannte oder in Leipzigs Untergrund versteckte Produzent*innen zum Vorschein und optisch ist das Ganze natürlich auch ein Traum.

Im Juni und Juli haben sich nun zwei neue Platten der Diskografie hinzugesellt, einerseits von Carmel selbst in Kooperation mit Kumpel Salomo, andererseits von DJ Detox. Und bevor wir mit den bevorstehenden Releases im Herbst nicht mehr hinterherkommen, hören wir mal lieber in die jetzigen rein.

Happy Hour (RM12008) von Carmel & Salomo

Ob der Plattenname insinuieren soll, dass die Musik zum Trinken anregt? Das müsst ihr für euch selbst herausfinden. Dass die Musik gute Laune macht, steht für mich zumindest schon mal fest. 

Mit der Happy Hour EP überschreiten Carmel und Salomo innerhalb von fünf Tracks Genregrenzen – von Electro und House bis hin zu schnellen Breaks und Listening-Sachen. Die letzten zwei Lieder auf der B-Seite stechen dabei besonders heraus, sie laden zum runterfahren ein, sind super gediegen und chillig. Das ist mittlerweile für R.A.N.D. Platten, die seit dem letzten Jahr sehr auf Clubsounds fokussiert sind, eher ungewöhnlich.

Durch die genretechnischen Grenzüberschreitungen ist die EP ein richtiger all-rounder. Kriegt man die Möglichkeit, diesen Sommer noch Open Air oder im Biergarten aufzulegen, eignet die EP sich genauso, wie wenn man wieder im Club spielen kann. Super contemporary.

RM12009 von DJ Detox

DJ Detox hat sich als Produzent bisher noch am Rande des Untergrunds von Leipzig bewegt (zuletzt war er zum Beispiel auf der mjut Compilation zu hören), unter seinem Alias Gnista hat er jedoch schon auf Labels wie Uncanny Valley aus Dresden Tracks veröffentlichen können. Für den mjut-Resident ist es aber so oder so die erste, vollständige Solo-EP.

Ein ganz schönes Brett, das Ding. Hat man sich volle Dancefloors mit pulsierendem Bass in den letzten Monaten schon herbeigesehnt, so tut man es nach dem Anhören dieser Platte umso mehr.

Wer hier listening-typische Sachen sucht, wird definitiv nicht fündig.

Alle vier Tracks auf der EP sind mit Energie geladen und für die Tanzflächen dieser Stadt gemacht – laut Vinyl-Distributor Shite Music kann man das Ganze neben der Festlegung „Breakbeat“ wohl auch als „future hardcore“ bezeichnen. Ebenfalls Auslegungssache. Wie auf der zuletzt erschienen, mintfarbenen Platte von Tom Jarmey und Ed Hodge alias Mother of Pearls, finden hier einige, wenige Samples oft Wiederverwendung; gebrochene Bässe und Beats werden von rabiaten Melodien und Sounds unterstützt. 

Die A1 ist eine wahre A1 – Ounces to Pounds heißt sie. Die Synthies in Kombination mit den trommelnden Bässen holen alles raus und machen den Track super brachial und episch. Move Ahead, der Track im Anschluss, bewegt sich zwischen Electro und Drum n Bass und fährt die Energie ein klein wenig runter. Die B-Seite ist genauso episch und bedient sich ein wenig liberaler an „Vocals“, die auch namensgebend wirken. 

Mit allen vier Tracks trifft DJ Detox den Puls der Zeit und macht noch einmal klar, wie glücklich wir uns in Leipzig schätzen können, so viele talentierte Produzent*innen zu haben. Big ups!

Die EP erscheint am 31.07.

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