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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Praezisa Rapid 3000 „Doebeln / Detroit“ (Doumen)

14. Dezember 2010 / Kommentare (0)

Ende Oktober sollte sie schon kommen, gilt der Januar als offizieller Veröffentlichungsmonat für die offiziell erste Doumen-Platte. Im Freezone ist sie aber schon seit letzter Woche zu finden.

„01“ heißt die Katalognummer dieser Platte. Damit ist der erste Schritt des Trios Praezisa Rapid 3000 mit einigen Freunden ein Label zu gründen geglückt. Hieß es im Frühjahr auf der Katalognummer „00“ noch zaghaft, Doumen könnte ein Label werden, ist es nun amtlich, Doumen ist ein Label – im Oktober gab es die erste Label-Nacht und Diamond & Pearls aus Berlin kümmert sich um den Vertrieb. Bei Kann Records ging es übrigens auch mit einer Null-Nummer los.

Doch was soll die Freude über „Doebeln / Detroit“ länger verborgen bleiben. Auch grafisch kommt sie an. Unser Grafiker ist von der wunderbaren Schlichtheit des Doumen-Logos begeistert. Und die Plattenhüllen sind collagierte und überdruckte Coverhüllen von scheinbar willkürlich aussortierten alten Platten – Unikate sind da entstanden.

Das gilt auch für die Tracks. Selbstbewusster als auf dem Debüt klingen sie, noch stärker nach Band-Gefüge, nach gemeinsamer Tüftelei und einem breiten musikalischen Verständnis, das die Grenze zwischen Electronica und House für obsolet erklärt. Wahrscheinlich stehen Praezisa Rapid 3000 an einem ähnlichen Punkt wie Four Tet. Organisches und Repetitives widersprechen sie sich bei beiden nicht. Das sind eindeutig Tracks, keine Songs. Rhythmisch sehr dicht ausgefeilt, einerseits immer wieder sehr loopig und andererseits doch auch wieder sehr Indie-verbunden mit Gitarren und gepitchtem Gesang.

Auf der B-Seite dann der befreit los tänzelnde Hit – „So Close“, heißt es da. Im Original singt es quasi ein Mann. Bei Map.aches Remix wird eine Frau daraus. Das Spiel zwischen Echtem und Manipuliertem, zwischen Elektronischen und Instrumentalen zieht sich eigentlich durch die ganze Platte durch. Auf der B-Seite ist es aber am deutlichsten. Auch beim Original: Das beginnt mit Detroit-Electro-Appeal, wandelt sich zur Mitte hin dann zu einem Pop-Song und mutiert schließlich zu einem verschmitzten House-Track.

Map.ache blendet „So Close“ dann sich behutsam steigernd zum Dancefloor rüber. Deep, mit massig Soul im Vocal, angeteaster Hi-Hat und der hintergründig stolpernden Leichtigkeit, die schon die letzten Map.ache-Tracks so unwiderstehlich machte. Es ließe sich auch kurz fassen: „Doebeln / Detroit“ ist eine Freude, voller Geschichten. Bitte sehr.

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