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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Kid Kozmoe „Talking To Ghosts“ (Istotne Nagr.)

24. November 2021 / Kommentare (0)

Wie lässt sich Musik mit möglichst wenig BPM-Klarheit produzieren? Diese Frage stellt sich unser Ex-Autor Christoph mit seinem Musikprojekt Kid Kozmoe. Seine Antworten sind umwerfend gut.

Für frohfroh war es ein sad moment, als Christoph uns im letzten Jahr als Autor verließ. Über 250 Beiträge hatte er zwischen 2015 und 2020 geschrieben. Reviews, Interviews, News, das ganze Programm. Nebenbei produzierte er schon lange im Stillen eigene Musik und legte ab und zu auch auf – alles unter seinem Alias Kid Kozmoe.

Genau auf dieses Projekt wollte er sich 2020 mehr konzentrieren. Und rückblickend war das eine gute Entscheidung. Denn heute ist Kid Kozmoes erste offizielle EP erschienen – beim polnischen Special Sounds-Label Istotne Nagr.

„Talking To Ghosts“ versammelt nicht nur sechs Tracks, die in den letzten Jahren entstanden sind. Sie vereint all die musikalische Inspiration, Leidenschaft und Offenheit, die Kid Kozmoe schon immer ausgemacht haben. Da ist zum einen ein Faible für alte Computerspielsounds und analoge Synths, zum anderen eine Liebe für oftmals unter dem großen Radar laufende Genres wie IDM, Skwee und Electric Boogie.

Die EP startet entsprechend wild, augenzwinkernd und quirlig mit „Quirky Boogie“, „Meltdown Funk“ und „The Oceans Are Dying“. Drei Tracks, die immer wieder neue Richtungen einschlagen, mit naiver Kindlichkeit umherstolpern und alles außer eines wollen – sich festlegen.

Das nimmt teilweise fast avantgarde Züge an, könnte aber auch gut Classic-Games vertonen.

Dass es Kid Kozmoe nicht nur um wilde Ritte abseits der Geradlinigkeit geht, zeigen die anderen drei Tracks der EP. „A Sad Tune“, „Talking To Ghosts“ und „Don’t Panic“ nehmen die Wildheit etwas raus und öffnen kontemplative Weiten – mit lang gedehnten und wärmeren Klängen sowie klug kombinierten Schichten. Dennoch finden sich auch in diesen drei Tracks immer wieder Brüche und Spurwechsel. Aber eben abgeschwächter und harmonischer.

Besonders dieser zweite Teil der EP macht auch deutlich, welch dramaturgische und soundästhetische Qualität sich Kid Kozmoe in all den Jahren angeeignet hat. Ein unglaublich gutes und sehr eigenes Debüt. Please share!

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