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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Aufbruch mit Freunden

01. Februar 2011 / Kommentare (1)

Die Tour des Nachtdigital-De:Bug-Border Community-Konglomerats ist fast vorbei. Was bleibt ist das Engagement von Buki Good, der aus dem Nachtdigital entwachsenen Booking-Agentur für DJs und Live-Acts aus Leipzig. Im kreuzer gab es in der Januar-Ausgabe einen größeren Artikel dazu. Hier ist er noch einmal nachzulesen.

Acht Stunden hat es gedauert am 1. Dezember vergangenen Jahres. Dann waren alle 3.000 Karten für das 14. Nachtdigital Festival in Olganitz, circa 70 Kilometer von Leipzig entfernt, ausverkauft. Rechnet man das Aufkommen auf der Website des Ticket-Anbieters hoch, hätten wahrscheinlich viermal so viele Karten abgesetzt werden können. Das Nachtdigital ist damit eines der wenigen Festivals, die lange bevor der erste auftretende Künstler bekannt wird, ausverkauft sind. Nur die Fusion konnte das mit rund 50.000 verkauften Karten innerhalb von drei Tagen noch toppen.

Für ein Festival, das über viele Jahre organisch gewachsen ist und noch immer vom idealistischen Engagement einer Gruppe von Freunden aus verschiedenen Ecken der Region getragen wird, ist der derzeitige Hype durchaus eine Herausforderung. „Da baut sich eine Erwartungshaltung auf, die eigentlich kein Mensch erfüllen kann“, meint Steffen Bennemann, einer der Mit-Organisatoren des Nachtdigital.

Und dennoch bleiben sie bei 3.000 Tickets und einem Line-up, das dem Ansturm per se nicht mit den großen Namen der elektronischen Musik gerecht werden möchte. Der musikalische Anspruch und die überschaubare, beinahe familiäre Atmosphäre sollen erhalten bleiben. Mittlerweile treibt das Nachtdigital neue Blüten über das lange Wochenende im Mittsommer hinaus.

Buki Good heißt ein Kind, das dem Festival entwachsen ist, dabei aber völlig unabhängig als Booking-Agentur die Auftritte von ausgewählten Leipziger und Dresdner Technound House-DJs vermittelt. „Ohne Nachtdigital gäbe es Buki Good nicht“, so Bennemann, der als DJ auch über die Agentur verbucht wird. Die Idee existierte schon länger und wurde ansatzweise unter dem Namen Convulse bereits verwirklicht.

Als sich im Sommer 2008 mit Kann Records und Oh!Yeah! zwei Leipziger Labels auf den Weg machten, Leipzig als ernst zu nehmenden Ort für eine vitale Elektronik-Szene weiter auszubauen, stellte sich die Frage, wer all die sich darum gruppierenden DJs und Live-Acts verbuchen sollte. Johannes Leonardi vom Nachtdigital gründete daraufhin mit Lydia Stefanik Buki Good – in enger Abstimmung mit den beteiligten Labels und Künstlern. Dieser freundschaftliche Prozess ist allen Beteiligten mit das Wichtigste.

Keiner der Künstler hat einen Vertrag mit Buki Good, es sind gut ein Dutzend Freunde, die sich regelmäßig treffen und meist neben der Buchhaltung, dem Aushandeln der Gagen, der Koordination von Terminen und Locations oder eben den Club-Auftritten noch studieren oder woanders arbeiten. Dennoch hat sich die Booking-Arbeit mit dem Buki Good-Neustart nach und nach professionalisiert.

Heute gehören Daniel Stefanik, Mod.Civil, Sven Tasnadi, Manamana und Juno6 zum Leipziger Stamm, vor Kurzem kam auch die Dresdner Crew um das derzeit aufstrebende Label Uncanny Valley dazu. „Es ist gerade ein großer Aufbruch spürbar“, findet Constantin Menze. Er ist seit Juni letzten Jahres bei Buki Good mit an Bord, um einen Großteil des Booking-Tagesgeschäfts zu erledigen.

Er kümmerte sich auch um das bislang aufwendigste Projekt von Buki Good: eine gemeinsame Tour von Nachtdigital und dem Londoner Label Border Community durch sieben renommierte Clubs, darunter das Berliner Berghain, das Robert Johnson in Offenbach und auch das Leipziger Conne Island. Auch hier war wieder das Nachtdigital der Impuls, bei dem Border Community im letzten Jahr eine eigene Bühne bespielte.

Es ist ein Label, das ähnlich auf Freundschaften basiert wie das Festival in Olganitz. Und es geht musikalisch konsequent seinen Weg – einen sehr melodiösen, der teilweise fast zum ambitionierten Trance tendiert. Doch mit genau dieser Abseitslage vom Minimal- und House-Hype der letzten fünf Jahre gelang es der Truppe um James Holden, Nathan Fake, Jake Fairley und Wesley Matsell, eine eigene Nische für sich zu besetzen.

Die „Nachtdigital Loves Border Community“-Tour wurde zusätzlich unterstützt durch das Berliner Magazin De:Bug – und koordiniert durch Buki Good. So schließt sich der Kreis. Für die junge Booking-Agentur ergab die Tour eine Menge Synergien: Neue Kontakte zu Clubs und lokalen Promotern konnten aufgebaut werden, ganz zu schweigen von den Erfahrungen, die sich sammeln ließen. Davon können künftig auch die Leipziger DJs und Live-Acts profitieren.

Für Steffen Bennemann als DJ waren die bisherigen Auftritte in Wien, Berlin und Dresden ebenso ein wichtiger Schritt: „Wir brauchen uns wirklich nicht zu verstecken mit dem, was wir machen. Das ist mir bewusst geworden.“ Obwohl die Tour als Erfolg verbucht werden kann, wird sie ein einmaliges Projekt bleiben. Was aber nicht heißt, dass solche Projekte in anderen Konstellationen nicht noch einmal möglich wären. Hinter den Club-Kultur-Kulissen dürfte Buki Good immer mehr mitmischen.

Buki Good Website
De:Bug Website
Border Community Website

CommentComment

  • Amin Hassoun / 24. Juli 2011 / um 12:33
    Hallo !

    Ich bin der Amino aus Dresden und produziere seit einigen Jahren künstlerische elektronische Musik. Als Dj bin ich schon seit meinem 13. Lebensjahr aktiv, mein Interesse gilt der elektronischen Musik seit Mitte der Achtziger Jahre.

    Seit 2009 schöpfe ich mein gesamtes creatives Spektrum aus und produziere mit dem Ziel auch live zu spielen. Dies tue ich nun seit Mitte 2010. In dieser Zeit habe ich auf diversen Festivals und in verschiednen Clubs in und um Dresden gespielt.
    Ich produziere in etwa 2-5 Tracks pro Monat und würde gern jedes Wochenende live spielen, dafür suche ich z.Zt. eine profesionelle Agentur die mich vermittelt und mich bei meinen Aktivitäten unterstützt.
    Meine Musik ist eine Sympiosys aus synthetische erzeugten, klassischen Instrumenten und elektronischen Elementen. Mein Live-Set kann ich für ein tanzwilliges Publikum aber auch eher chillig einrichten. Musik von mir könnt Ihr bei Soundcloud unter folgendem Link finden : http://soundcloud.com/aminosound

    Über Euer Interesse und ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

    Mit besten Grüßen,

    Amino*

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