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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Freund, DJ, Täter

21. März 2022 / Kommentare (3)

Vor exakt einem Jahr erschien unsere große „Täter an den Decks“-Reihe, die sich mit sexualisierter Gewalt durch Leipziger DJs beschäftigt. Im Dezember ging eine Website online, die einen weiteren Fall an die Öffentlichkeit brachte. Am 22.3. wird eine Sendung bei Radio Blau zu dem Fall gesendet.

Triggerwarnung: Dieser Artikel verweist auf eine Story und Website, die sich mit non-consensual porn in der Leipziger Clubszene auseinandersetzt.

** Mrs. Pepsteins Welt 22.3.2022 // von 20-22 Uhr via Radio Blau ** 

„Ende letzten Jahres erschütterte mich diese Geschichte von an die 50 Frauen/Flintas, deren Fotos (privat aufgenommen oder von Social Media geklaut) auf einer Pornoplattform auftauchten. Was hinter dieser Geschichte steckt, warum das leider kein Einzelfall ist und wie das ganze juristisch einzuordnen ist, erfahrt ihr in meiner nächsten Sendung“, schreibt die Host Mrs. Pepstein zu ihrer Sendung.

Sie hat sich mit  Nina* und Sonja* getroffen, die ihr erzählt haben, wie sie davon erfahren haben, dass ihre Bilder missbraucht wurden und was das mit ihnen gemacht hat.  Gemeinsam mit anderen Betroffenen sind sie vor ein paar Monaten an die Öffentlichkeit gegangen. 

Außerdem hat sie mit Dr. Anja Schmidt gesprochen, die ihr bei der juristischen Einordnung geholfen hat. Sie ist Rechtswissenschaftlerin und ist Leiterin des DGF-Forschungsprojekts „Pornographie und sexuelle Selbstbestimmung“. Gegen Ende der Sendung hört ihr noch einen Beitrag aus dem Seminar „Feministische Medien“ (Frages Leipzig), der sich mit sexualisierter Gewalt in der Clubszene befasst. 

Nach Ausstrahlung ist die Sendung noch 7 Tage lang in der Radio blau Mediathek verfügbar.


„Not Your F***ing Porn!“ – hinter diesem wütenden Ausruf steckt eine Website von mehr als 50 Frauen, die vor rund einem Jahr feststellen mussten, das unzählige private, teilweise intime Bilder von ihnen auf einer bekannten Porno-Website hochgeladen wurden. Mit non-consensual porn gibt es auch einen eigenen Begriff für dieses Phänomen, das aber scheinbar bei der Leipziger Polizei und den Justizbehörden noch Neuland ist.

Denn die Website zeigt nicht nur auf erschreckende Weise auf, wie ein in der Leipziger Drum & Bass-Szene bestens vernetzter DJ und Veranstalter über einen langen Zeitraum illegal Bilder von Ex-Freundinnen, Kolleginnen und Bekannten mit misogynen und respektlosen Kommentaren veröffentlicht. Sie macht auch deutlich, wie schwer es ist, sich als betroffene Person bei der Polizei und Justiz Gehör zu verschaffen und ernst genommen zu werden.

Darauf möchte die Initiative aufmerksam machen. Zugleich liefert sie ausführliche Hintergrund-Informationen und Links zu Institutionen, die bei digitaler Gewalt helfen – darunter HateAid, Weißer Ring e. V. und Hassmelden.

Dieser Fall beweist einmal mehr: Sexuelle Gewalt gegen FLINTA* Personen – egal in welcher Form – bleibt ein strukturelles Problem.

Nicht irgendwo im Fernen, sondern auch in unserer lokalen und regionalen Club-Bubble.

Grafik: Not Your F***ing Porn!

CommentComment

  • ourbodiesnotyours / 19. Mai 2022 / um 19:08
    Danke für euren Beitrag!
  • Sophia Wagner / 19. Mai 2022 / um 18:48
    Danke fürs veröffentlichen!
    Wir haben das leider gar nicht mitbekommen.
    Für fragen sind wir gern offen,

    liebe Grüße
    Sophia von ourbodiesnotyours
  • Jens / 24. März 2022 / um 09:20
    Hinweis: Hier wurde offensichtlich für kurze Zeit der Artist-Name des beschuldigten DJs genannt. Wir haben ihn wieder runtergenommen und verweisen auf den Hinweis der Not Your F***ing Porn!-Initiative:

    "Wir bitten euch, hier keine Nachfragen oder Vermutungen anzustellen. Da es sich um eine laufende Ermittlung handelt, gilt, so schwierig das auch erscheinen mag, die Unschuldsvermutung. Das fällt nicht unter Täterschutz sondern ermöglicht den Betroffenen die Chance auf einen sauberen Prozess. Zudem darf aus ermittlungstaktischen Gründen kein Täterwissen nach außen gelangen. Das Nennen von Namen oder eindeutigen Hinweisen zu einer Person kann justiziabel sein."

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