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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Daniel Stefanik „Nocturnal EP“ (Cocoon Recordings)

16. Februar 2011 / Kommentare (5)

Ja, richtig gelesen – die neue Stefanik-EP kommt bei Cocoon heraus. Dies dürfte die Leipzig-Überraschung des noch jungen Jahres sein – wenn auch eine durchwachsene.

Es war wirklich eine Überraschung. Die Nummer 83 im Katalog von Sven Väths Label gehört seit wenigen Tagen Daniel Stefanik. Er ist damit nicht der erste Leipziger. Sven Tasnadi konnte seinen Track „Nordsee“ bereits im letzten Jahr bei Cocoon auf einer Split-EP veröffentlichen.

Ganz gleich, wie man zu Sven Väth und seinem Cocoon-Imperium stehen mag – hier wird ein sehr flächiger, voluminöser und satter Sound zelebriert, der auch die „Nocturnal EP“ ganz entscheidend prägt. Das ist nicht unbedingt der Stefanik-Sound, wie man ihn sonst kennt. Auch wenn es nicht den hermetisch abgeschirmten Stefanik-Sound gibt.

Aber es ist dennoch spannend zu hören, wie ein Label mit welchen Mitteln auch immer einen Einfluss darauf haben kann – allein durch eine bestimmte Ästhetik oder einen bestimmten Anspruch an seine Releases. Ob die das noch einmal extra fett abmischen? Schon bei Sven Tasnadis „Nordsee“ fegte eine mächtige und eingedunkelte Techno-Wolke über alles hinweg.

So ist es bei „The Silicon Garden“ und „Dirty Rhodes“, den beiden Vinyl-Tracks auch. Sehr rastlos, sehr hektisch, flächig und mächtig aufgeladen rasen sie los. Einen solchen Drive gab es ebenfalls bei der Be Chosen-EP – nur dass die beiden Tracks dort noch eine gewisse Rauheit hatten.

Die gibt es bei Cocoon nicht, die darf es da scheinbar auch nicht geben. Und doch hat solch eine Formvollendung auch ihren Reiz. Sie reißt einen unmissverständlich mit, ohne Ecken und Kanten. So ambivalent funktioniert Cocoon auch als Label: eine stilsicher dosierte Straightness zwischen Rave und nimmermüdem Pioniergeist.

Der digitale Bonus-Track „The Harlequin In Me“ nimmt diese Hast etwas heraus und spielt mit cineastisch aufschäumenden Synthie-Harmonien. „Dirty Rhodes“ dockt mit seinen Chords und Claps sehr deutlich an Detroit an und hat irgendwie den meisten Charme.

Parallel lässt sich übrigens gerade sehen, wie Daniel Stefanik neben diesem Cocoon-Ausflug eigentlich wo ganz anders unterwegs ist. Auf Soundcloud wächst derzeit eine kleine Serie heran, die eher im Dubstep und in experimentellen Sound-Gefilden agiert. Auf drei wunderbare Tracks kommt die „Dambala Experience“ bislang. Und der Kontrast zur „Nocturnal EP“ könnte kaum größer sein. In diesem Zusammenspiel zeigt sich erst die richtige Größe.

Daniel Stefanik Facebook
Cocoon Recordings Website
Mehr zu Daniel Stefanik bei frohfroh

CommentComment

  • Daniel Stefanik »In Days Of Old Pt. II« (Kann Records) « frohfroh – we like dance music from leipzig / 06. September 2011 / um 10:22
    [...] Jahr beispielsweise geplant. Erste Cocoon-Luft konnte er bereits im letzten Jahr mit seiner »Nocturnal EP« schnuppern. Mal sehen, wie sich die unmittelbare »Nachbarschaft« zu Ricardo Villalolobos auf den [...]
  • Dinner / 23. Februar 2011 / um 13:09
    Tolle Cocoon Platte + ansprechende Dambala Tracks!
  • Daniel / 17. Februar 2011 / um 16:39
    "...Ob die das noch einmal extra fett abmischen?..."
    Nee, nee, Junge!!! Wir mischen schon selber!!! :))
    Danke für das Review!!!
  • Silas / 17. Februar 2011 / um 13:20
    daumen hoch! toll!
  • Hoffi / 16. Februar 2011 / um 15:45
    Sehr schöner Artikel!

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