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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Nachhaltig tanzen

12. Mai 2011 / Kommentare (3)

Mit den ersten Sonnenstrahlen kam die Freude am Tanzen im Freien – und sie entfachte zugleich eine rege Diskussion über die Zahl, Qualität und die Folgen von Open Air-Partys. Teilweise ging es da sehr emotional zu. Mit „Nachhaltige Tanzkultur“ hat sich vor wenigen Tagen eine Plattform zu diesem Thema gegründet.

Auch bei frohfroh kam es Anfang April zu handfesten Wortwechseln. Im Zwielicht der Anonymität ging es da leider nicht immer ganz fair zu. Und es kamen ganz unterschiedliche Befindlichkeiten zum Vorschein. Bedrohen kostenlose Open Airs die herkömmlichen Clubs? Wer macht die Wiesen wieder sauber? Verwässert der Anspruch bei zu vielen Veranstaltungen?

„Nachhaltige Tanzkultur“ möchte der Diskussion einen sachlicheren Boden bieten. Hier das offizielle Statement zum Start:

„Viele Diskussionen werden in letzter Zeit losgetreten, mehr oder minder aufgegriffen und im schlimmsten Fall nicht zu Ende geführt. Man bedenke die heillose Openair-Diskussion, mit den Pro und Contras einer solchen Veranstaltung.

Viele haben ihre Gedanken dazu geäußert und versucht Schuldige zu markieren. So wurden u.a. Konsumenten, Veranstalter oder „unfähige“ Club-Betreiber als Verursacher gesehen. Diese Generalbeschuldigungen wollen wir nicht hinnehmen!

Es geht um ein Miteinander und nicht um ein gegenseitiges Zuschieben des schwarzen Peters. Wir sind für eine offene, konstruktive Diskussionsform, in der auch Platz für belebende Kritik an allen benannten Gruppen und Personen gegeben sein soll. Eine Subkultur darf sich nicht gegenseitig seiner Grundlagen berauben! Deswegen: Für eine nachhaltige Tanzkultur!“

Zwei Diskussionen laufen bei Facebook schon. Wer hinter der Aktion steht und ob sie über Facebook hinaus laufen soll, ist momentan noch nicht herauszubekommen.

CommentComment

  • Frank M / 18. Mai 2011 / um 11:39
    Ohne Euren eheren Ziele in Abrede zu stellen, finde ich Euren Ansatz als zu positivistisch, der zu keinem Ergebnis führen wird. Die Hälfte von Besuchern auf Veranstaltungen fühlen sich von solchen Themen nicht angesprochen und möchten eben meistens auch nicht mehr als nur weggehen. Deshalb ist es auch primär eine interne Diskssion von Veranstaltern, die hier geführt werden kann und selbst dann werden einige den Anreiz nicht erliegen, sich über eine wie geartete "Liste von Best Practises" hinwegzusetzen, weil letztendlich immer der Erfolg einer VA auch eine natürliche Triebfeder ist.

    Nachhaltig als Begriff finde ich fehlbesetzt und zielt alleine auf die positive Konnotation des Wortes. Ginge es nur um die Umweltthemen wäre er sicherlich korrekter verwendet. Frank T. reduziert diesen Inhalt ja auch zugleich auf diesen Aspekt, weil er natürlich nichts anderes damit verbindet.

    Für den Umweltaspekt gibt es in letzter Konsequenz auch nur ein Ja oder Nein. Denn letztendlich zieht es die OpenAir Veranstalter immer in die Nähe von LSGs und NSGs mit allen offenen Fragen der Umweltproblematik, die sich dazu stellen lassen. Niemand käme auf die Idee ein OpenAir auf einem Industriegelände zu veranstalten, höchstens dann wieder in den Gemäuern. Im Endeffekt ist es doch eine urbane Kultur ist, deren Idee auf einen eigenen abgegrenzten Freiraum beruht. Ich frage mich, warum diese dann nolens volens der Mitte der Gesellschaft im vollends öffentlichen Raum aufgezwungen werden soll?
  • Frank T / 13. Mai 2011 / um 12:49
    Dass so eine Diskussion geführt wird, ist überfällig. Danke den Initiatoren!
    Parties draußen sind nicht ohne Grund so beliebt. Aber Veranstalter, die sich einen Dreck um den Müll kümmern, den sie hinterlassen, gefährden die letzten halblegalen Spielräume, die es noch gibt. Deshalb Nachhaltig tanzen!
  • nachhaltige tanzkultur / 12. Mai 2011 / um 11:06
    Danke Jens für das teilen unserer Gedanken auf deinem Blog.
    Wie bereits gesagt, wollen wir alles, nur kein Politikum werden. Wir wollen einen anregenden Ansatz schaffen, um weiter miteinander tanzen zu können. Wer wir dabei als Personen sind, ist für die Sache völlig unbedeutend, da wir uns in Gedanken zu allen verantwortungsvollen Tänzern verbunden sehen. Ob es über Facebook hinaus gehen kann/geht? Dies hängt auch entscheidend von allen Gruppen und Personen ab, die sich auch offline der Subkultur zuwenden. Versteht uns als Idee, die das Handeln mit (und auf keinen Fall allein) anregen soll.

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