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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Welcome, DUQO

06. Mai 2024 / Kommentare (5)

Good News für Leipzig: Am 10. Mai öffnet DUQO – ein Ort, an dem Bar, Easy Food und Clubbing nahtlos ineinander übergehen. Hier gibt es erste Einblicke, Stimmen und Infos aus der neuen Location.

Die Lagerhofstraße 2 – etwas versteckt östlich vom Hauptbahnhof – ist eine Adresse, die in der Geschichte der Leipziger Clubkultur immer wieder eine Rolle gespielt hat. Mitte der 2000er Jahre veranstaltete hier der Chrome Club Hard Tek- und Schranz-Partys, später wurde es im Club Lagerhof stilistisch breiter. Im Frühling 2018 öffnete dann das Mjut seine Türen und durchlebte bis Ende 2023 einige Höhen und Herausforderungen. Nach vier Monaten startet nun ein neues Kapitel in der Lagerhofstraße 2: DUQO. Mit einigen Umbauten, komplett neuer Crew und frischem Konzept. Und es ist ein äußerst viel versprechendes Kapitel. Denn das DUQO ist mehr als ein reiner Club. Was genau, das wollte ich im Interview klären.

Bei unserem ersten virtuellen Treffen ist etwa die Hälfte des neuen DUQO-Kernteams im Zoom-Call – Paula von der Öffentlichkeitsarbeit, Soey vom Booking, Gregor von der Gestaltung und Robert von der Team-Planung sowie der Konzeption des Rahmenprogramms. Sie sind Teil eines Freund:innenkreises, der schon länger mit dem Gedanken spielte, irgendwann einen Club zu eröffnen:

„Für uns war das ein langjähriger Traum. Wir waren lange auf der Suche nach anderen Locations in Leipzig. Aber das Mjut, wie es damals hieß, war von der Infrastruktur her sehr gut geeignet, für das, was wir machen wollen. Denn wir wollen nicht nur einen Club machen. Wir legen sehr viel Wert darauf, einen interdisziplinären Space zu gestalten. Einen Ort, wo du nachmittags hinkommen kannst und bis sechs Uhr morgens bleiben kannst, wo du Konzerte hören und Listening-Abende wahrnehmen kannst. Und ich glaube, durch die Basis, die schon da war, ist das einfach ein unfassbar toller Ort gewesen, um das zu realisieren, was wir uns überlegt haben.”
– Soey –

Interdisziplinär bedeutet: Unter der Woche gibt es in den potenziell warmen Monaten (von Mai bis Oktober) einen Freisitz mit Drinks und frischem Essen, am Wochenden wird dazu indoor auch ein “Club Service” geboten.

Was gerade läuft, ist auch an drei verschiedenen Flaggen von Weitem erkennbar: Weht die Blau-weiße, ist der Bier- und Weingarten mit Listening-Sessions bzw. die Indoor-Bar auf dem ehemaligen unteren Mjut-Floor geöffnet. Ist die Sternchen-Flagge gehisst, darf zusätzlich gern getanzt werden. Und ist auch die weiß-grüne Fahne zu sehen, gibt es Essen im DUQO – mit Smashed Burgern, Tapas, Antipasti und Fingerfood. „Easy Food“, nennt Robert das. Am Sonntag soll zusätzlich ein besonderer Kitchen-Day etabliert werden. Dann schlägt eine externe Küchencrew auf und bringt noch mehr kulinarische Entdeckungen in das DUQO.

Mit dem Konzept soll eine „unabhängige Veranstaltungsstätte entstehen, die Leipzig eine gewisse Lockerheit und Unbeschwertheit zurückgeben soll“, heißt es in einer der ersten Beschreibungen. Das bedeutet aber nicht, dass das DUQO kein politischer Ort sein soll. Nicht vordergründig mit politischen Statements zumindest, aber:

„Wir sehen uns definitiv als linken, progressiven und diversen Ort, an dem wir verschiedene Konzepte vereinen und den wir möglichst sicher für alle gestalten möchten. Wir sind aber nicht aus einer politischen Gruppe heraus gegründet, haben aber alle einen politischen Background und wollen den auch nutzen. Zum Beispiel würden wir gern öffentliche Feedbacktreffen organisieren, zu denen wir verschiedene, teils marginalisierte Gruppen einladen. So möchten wir hinterfragen, was schon gut läuft und wo wir noch etwas besser machen können.”
– Gregor –

Und Paula ergänzt, dass das DUQO „einen Ort zum Austauschen und für politische Diskussionen bieten soll, an dem am gemeinsamen Tisch debattiert werden kann. Zugleich sind heute Dinge wie ein Awareness-Konzept oder das Feedbackeinholen einfach eine Grundvoraussetzung für so einen Ort, damit Menschen locker und entspannt zusammenkommen können.”

Musikalisch ist diese Offenheit auch gewünscht. Eingerahmt in einem sehr weiten House-Fokus:

„Wir lieben einfach House-Musik, es ist derzeit in Leipzig auch etwas unter dem Radar. Aber wir haben hier einen breiten, genre-fluiden Zugang. Wir werden pro Monat zwei Inhouse- und zwei Invites-Veranstaltungen machen. Da sind auch Kollektive, Labels und andere Clubs eingeladen. Und darüber hinaus wollen wir einmal im Monat auch einen Konzertabend und zwei Listening-Abende ermöglichen.„
– Soey –

Wirklich feste Vorgaben soll es aber gar nicht geben. Am Ende geht es um stimmig kuratierte Veranstaltungen, bei denen auch neue Dinge ausprobiert werden sollen. So kann sich über die Zeit eine Linie entwickeln, wo auch Bass und Techno in das musikalische Gesicht des Clubs passen sollen.

Bei der Aufteilung der Floors gibt es übrigens ein paar Änderungen im Vergleich zum Mjut. Wie oben erwähnt, ist der bisherige untere Floor nun eine gemütliche Bar mit neuem Lichtkonzept, die in den Wintermonaten unter der Woche und bei den Clubabenden geöffnet sein wird. Getanzt werden kann oben und unten in separaten Bereichen. Auf diese Weise schafft das DUQO einen Raum, der sowohl für einen einfachen Barabend als auch zum Tanzen oder zu einem Barabend Plus besucht werden kann. Definitiv ein Novum in Leipzig, das eine flexible und ungezwungene Abend- und Nachtplanung ermöglicht.

Inspiriationen für dieses multifunktionale Konzept hat die Crew in ganz Europa gefunden:

„Uns allen war zwar von Anfang klar, dass wir diesen Ort mehr als nur für nächtliche Raves beleben möchten – insofern kam der konzeptionelle Gedanke schon stark von uns selbst heraus. Aber natürlich gibt es eine Handvoll Läden, die das schon gut hinbekommen. In Amsterdam gibt zum Beispiel das Bret, ein sehr nicer Ort, an dem man auch unter der Woche Essen und Trinken kann und an dem am Wochenende Partys stattfinden. Ansonsten gibt oder gab es auch Orte in Paris und Prag, die Biergarten-Atmosphäre und Party-Vibes verbinden.“
– Robert –

Klingt alles sehr sehr spannend und dürfte nicht nur den Leipziger Osten bereichern, sondern auch darüber hinaus für einige Anziehung sorgen. Ob der Name DUQO – gesprochen Duko – eine hintergründige Bedeutung hat, wollte ich aber noch wissen? Gregor meint dazu: „Uns war es sehr wichtig, einen unvorbelasteten Namen zu finden. Ein Wort, das es noch nicht gibt, was viel Interpretationsfreiheit lässt. Kurz und knackig und optisch ansprechend.“ Mission accomplished!

Wir wünschen einen guten Starten und sagen: Welcome, DUQO!


Das Programm zum DUQO-Opening – 10. – 12. Mai 2024

Mit einem dreitägigen Programm öffnet das DUQO am kommenden Wochenende. Das ist geplant:

Freitag, 16:00 – 04:00 Uhr
Garden: Gladee, Nugget
Downstairs: Shejust_Left, Dolphins, Floss, Miss Take

Samstag, 14:00 – 08:00 Uhr
Garden: Nell, Gili, Hannie Phi
Downstairs: Jennifer Loveless, Fafi Abdel Nour, Oliv b2b Jewelry
Upstairs: D.Tiffany, DJ Carroum

Sonntag, 12:00 – 22:00 Uhr
Garden Hang Around

Alle Fotos von Tim Karolczak.

CommentComment

  • Jens / 22. Mai 2024 / um 14:29
    Hallo Robert,

    das hier ist ein Blog und keine Seite vom DUQO oder von "Robert" ;) Und kein privates Postfach, sondern ein öffentlicher Kommentarbereich.

    Eine Rückfrage aber: Was ist denn nicht aktuell hier?

    Beste Grüße nach Berlin
  • Robert / 22. Mai 2024 / um 14:21
    Hallo Robert,
    chice Website und coole Idee von Euch!
    Kennen Deinen Papa Joachim aus RE-Zeiten (vor 50 Jahren).
    Die Seite hier sollte allerdings AKTUELL sein und gepflegt werden, sonst kommt Ihr nicht richtig gut rüber.
    Beste Grüße aus Berlin
    Robert
  • Kunst trifft Clubbing: Mit der Burg Giebichenstein in den Leipziger Osten - Hastuzeit / 18. Mai 2024 / um 15:35
    […] Welcome, DUQO DUQO in Leipzig: “Es ist ein Ort, nicht nur ein Club„ […]
  • Jens / 12. Mai 2024 / um 21:27
    Ah, interessant. Danke für die ergänzende Info, Micha.
  • micha / 11. Mai 2024 / um 18:32
    Ergänzung: Auch vor dem "ChromeClub" war dort ein Ort für Veranstaltungen: die "Rockfabrik". Die hatte zwar ein anderes Programm, stand aber auch offen für Einmietungen/Fremdveranstaltungen von Techno- und Housepartys.

    Btw: Danke fürs Interview

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