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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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K Moss – Kopie und Taperauschen

07. Juni 2011 / Kommentare (0)

Es gibt Neues von Kassem Mosse. Zwei Kleinigkeiten sozusagen – aber nur was das Format angeht. Bei Mikrodisko ist es eine 7“, bei seinem eigenen Label Ominira ein Tape.

Kassem Mosse „Musical Generics“ (Mikrodisko Recordings)

Ich verschreibe mich bei Mikrodisko immer wieder – Mirkodisko kommt dann heraus. Hier geht es aber nicht um Mirko, sondern um Kassem und um die siebte Platte des Labels, das Mikrodisko heißt. Zur siebten Nummer im Katalog passt eine kleine 7“ natürlich bestens. Das Kleinformat wird aber noch weiterführend inszeniert – als handliches, musikalische Zeichen aussendendes Artefakt für das Ausloten zwischen Original und Kunst.

Die EP „Musical Generics“ beschreibt nämlich auf wunderbar markt- und wissenschaftsorientierte Weise ein Konzept von günstigeren Nachbauten. „musical generics sind wirkstoffgleiche kopien von bereits unter einem markennamen auf dem markt befindlichen, häufig durch patente geschützten, musikalischen präparaten“, heißt es gleich zu Beginn des Info-Textes von Mikrodisko.

Im Prinzip wird hier die Praxis der Pharmaindustrie die Wirkstoff-Lizenzierung zur Herstellung von günstigeren Kopien zu behindern auf die Musikindustrie übertragen. Mit einem Augenzwinkern zwar, aber wenn man es abstrahiert, dann ist die Frage nach Original und Kopie im MP3-Zeitalter durchaus spannend.

Gerade bei diesem Format kann es diese Trennung nicht mehr wirklich geben. Die „Musical Generics“-EP wird es in beiden Formaten geben. Ist dann das im Download-Shop gekaufte File weniger ein Original als die 7“?

Unabhängig davon brilliert Kassem Mosse wieder einmal auf beiden Seiten. „7am“ ist mit rasantem Tempo, schnarrender Bassline und hell-schwingenden Chords unterwegs. „7pm“ ist dagegen eine brüchig-stolpernde Synthesizer-Wolke, dicht und atmosphärisch. Ein guter Track um einen Abend zu beenden – und zwar wirklich.

Übrigens hat der britische Online-Shop junoplus gerade ein Interview mit Kassem Mosse und Even Tuell. Im Fokus steht hauptsächlich das Label Workshop, doch es geht auch kurz um Leipzig und Kassems Einfluss auf die britische Dubstep-Szene.

Wireframe Ascent „Frames 4&7“ (Ominira)

Auf seinem eigenen Label Ominira kam schon im April das zweite Tape heraus. Dieses Mal von einem Artist namens Wireframe Ascent. Zwei bedrückend harsch und dunkel klingende Synthesizer-Sessions sind darauf – jeweils über 30 Minuten lang.

Der Begriff „rough“ bekommt mit dem „Frames 4&7“-Tape noch einmal eine neue Bedeutungstiefe. Da ist das schimmernde Diamant-Leuchten sehr tief versteckt. Aber es gibt es. Man muss sich darauf einlassen, mit all dem Rauschen aus dem Kassettendeck.

Es soll noch mehr kommen in diesem Jahr – und wahrscheinlich wird Ominira das eigenwilligste Label der Stadt. Wetten?

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