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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Der Tick zuviel

20. September 2011 / Kommentare (1)

Achtung, hier werden zwei EPs in einen Topf geworfen, die in ihren Nuancen abseits der geraden Bassdrum sehr verschieden ausfallen. Was sie dennoch eint: beide überzeugen nicht so recht.

Das ist aber nicht der eigentliche Grund, sie gemeinsam zu besprechen. Spannend ist eher der Generationsunterschied, der in beiden EPs mitschwingt. Mittagskind als Jungspund, Frankman als Leipziger House-Urgestein. Musikalisch liegen auch durchaus Welten zwischen beiden.

Wobei dies natürlich wenig mit dem Altersunterschied zu tun hat. In den Zwischentönen liegen die Feinheiten. Dunkel eingefärbter Minimal hier, souliger Deep House da. Und beides ist irgendwie in seiner Zeit hängengeblieben.

Wie schon auf der Debüt-EP im Mai gräbt sich Mittagskind mit der neuen EP „Over Cities“ auf dem Eisenhüttenstädter Label Farbton Records sehr in sich geschlungen und düster in die Minimal-Welt hinein. So gemäßigt die drei Stücke im Tempo sind, so pathetisch und bedeutungsschwanger holen die hallüberladenen Chords aus.

Gerade auf der melodischen Ebene klingt der gedämpfte Rave-Appeal oft recht plastisch und vorgeformt. Wobei genau die gedämpfte Stimmung eben auch ihre Qualität hat, nimmt sie doch dem naheliegenden Progressive-Charakter den Wind aus den Segeln.

Frankman-At-NightBei Frankman bleibt die ultimative Deepness mit dem Downbeat-Fundament der späten Neunziger das prägende Element. Auf seinem eigenen Label erschien Anfang September die EP „At Night“. Mit drei neuen Stücken, die überraschend verspielt und leichtfüßig sind. Bei Frankman ist es immer wieder erstaunlich angenehm, wie tight die Bassdrums sind, und wie soft sich die Tracks später hin entwickeln.

„Red Moon“ trägt dick auf mit einem kurzen Soul-Vocal am Anfang und einem Funk-Gitarren-Jam am Ende. Sehr versiert, aber auch recht kitschbeladen. „Dreamcatcher“ hält sich da mehr zurück, wenn auch im Hintergrund immer mal wieder Chords rein fahren, die nach einer typischen Sternschnuppen-Vertonung klingen.

Mit „Darkness“ überrascht Frankman am meisten. Ein dunkel schiebender, später sehr sehr ravig werdender House-Track – Âme klingen hier in Ansätzen durch. Einen Tick zu weit geht der Abfahrtspegel aber doch. Auch wenn die Arrangements und Sounds deutlich nahtloser verschmolzen sind als bei Mittagskind. Ein wenig muss der Altersunterschied ja doch herauszuhören sein.

Mittagskind Soundcloud
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CommentComment

  • Lost and Found Sieben | itsours.de / 07. August 2012 / um 17:04
    [...] der Cut zu frankman, einem Leipziger Urgestein. Den Track habe ich beim stöbern drüben bei frofroh entdeckt. Hat auch schon wieder einiges auf dem Buckel, aber gefällt mir wegen seiner schönen [...]

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