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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Mud Mahaka „Yes My Friend But What Is“ (Analogsoul)

06. Dezember 2011 / Kommentare (1)

Wahrscheinlich ist dies die bislang rockigste EP, die bei frohfroh je Erwähnung fand. Dabei ist sie weit weg vom klassischen Rock- Bohei. Und genau damit wird sie eben auch wieder interessant.

Es geht um Mud Mahaka, jenem Leipziger Post-Irgendwas-Quintett, das sowohl im hiesigen Jazz- als auch Post-Rock-Geschehen eine durchaus prägende Rolle eingenommen hat. Wohl deshalb, weil die Band um Songwriter Arpen so unprätentiös Wände einreißt. Ohne überzogenen Avantgarde-Gestus werden die Grenzen zwischen Blues und elektronischer Entzerrung verwischt.

Die Arrangements von Mud Mahaka zerfließen und finden neue Nahtstellen in Echtzeit. Nun ist es nicht so, dass solch eine Aufspaltung der Pop- und Rock-Langeweile erst durch die elektronische Musik der vergangenen zwanzig Jahre losgetreten wurde. Die Krautrock- und Jimi Hendrix-Dynamik wirkt bis heute. Doch Mud Mahaka sind der zeitgenössischen Elektronik irgendwie näher als der von vor 40 Jahren. In erster Linie natürlich klanglich. Da sind die Brüche sehr fein eingewoben zwischen dem erdigen Gesang Arpens und den Klavier-Harmonien.

2009 brachte die Band in Eigenregie ein erstes Album heraus. Analogsoul hat sich der neuen EP angenommen. Und wieder schaffte es das Label-Kollektiv mit der Band und der Leipziger Crowdfunding-Plattform Visionbakery zusammen ein Teil der Produktion von den Fans vorfinanzieren zu lassen.
Es gibt bei den fünf Stücken auf „Yes My Friend But What Is“ die klassischen Song-Elemente, keine Frage. Aber sie sind nicht zusammenhängend.

Die Perlenschnur ist anders gefädelt – mit Noise-Elementen dazwischen, und entzerrten, repetitiven Phasen, mit versteckten Puzzleteilen einer Hymne. Stücke wie „Yes“ und „Beautiful“ stehen für genau dieses Umschiffen der Rock-Konventionen. Dass Mud Mahaka derart versiert dabei sind, war mir ehrlich gesagt vorher nicht so bewusst. Eine späte Einsicht, klar. Immerhin gibt es die Band bereits seit fünf Jahren. Doch mir scheint, dass diese EP noch mehr lostreten wird.

Mud Mahaka Website
Analogsoul Website
Mehr zu Analogsoul bei frohfroh

CommentComment

  • analogsoul blog » reviews // MUD MAHAKA / 09. Dezember 2011 / um 11:58
    [...] “Dass Mud Mahaka derart versiert dabei sind, war mir ehrlich gesagt vorher nicht so bewusst. Eine späte Einsicht, klar. Immerhin gibt es die Band bereits seit fünf Jahren. Doch mir scheint, dass diese EP noch mehr lostreten wird.” – jens, frohfroh [...]

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