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Autor/-in

Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Poll-Nachlese

23. Januar 2012 / Kommentare (5)

Eine Woche ist es her, dass die Poll-Ergebnisse verkündet wurden. Die Verlosungsgewinner sind bestimmt und haben eine Mail erhalten. Zeit noch einmal genauer bei jenen Kategorien zu stöbern, bei denen die Antworten erwartungsgemäß weit auseinander driften.

Konkret geht es um die Enttäuschungen des alten Jahres und die Wünsche für 2012. Da lassen sich die Antworten kaum bündeln, zu unterschiedlich fallen sie aus. Solch offene Fragen sind Risiko und Chance zugleich.

Enttäuschend wurde aber für nicht wenige die Schließung des Superkronik angesehen. Im Mai kam das Aus, das an sich von Anfang in der Luft lag, aber doch immer wieder abgewendet werden konnte. Es hinterlässt eine Lücke, wenn auch das Programm der zweiten Location durch die ständigen Querelen mit der Stadt nicht an die Anfänge in der Markranstädter Straße anknüpfen konnte.

Bei den Wünschen kommen ja indirekt auch aktuell wahrgenommene Enttäuschungen hervor. Insofern ist die Kategorie nicht minder interessant. Die Nachfrage an Open Airs bleibt ungebrochen. Aber das war nicht anders zu erwarten. Spannender sind Wünsche nach neuen Clubs.

Doch wie viele neue Clubs verträgt eine Stadt wie Leipzig? Klar, das Superkronik ist weg. Dafür hat sich das Westwerk etabliert. Es bleibt durchaus dynamisch, so lange immer wieder auch Off-Locations bespielt werden. Und dennoch kann es gut sein, dass sich innerhalb der nächsten fünf Jahre die Zahl der Freiräume merklich verringert. Leipzig wächst beharrlich, wird einerseits attraktiver, erschließt damit aber andererseits seine Flächen neu.

Angesprochen wird in einigen Kommentaren übrigens auch – und dass zu Recht – dass nach wie vor kaum Frauen hinter den Plattenspielern und Rechnern stehen. Das Poll-Ergebnis selbst zeugt von diesem Missverhältnis. Ein Wunsch für 2012 war auch, dass es keinen Poll mehr gibt – vergesst es!

Und sonst? Das neue Jahr geht gut los. Tolle neue Ortloff, Riotvan demnächst mit erster Platte und die nächste Rose Records steht auch an.

CommentComment

  • Richard / 25. Januar 2012 / um 00:30
    Sind wir jetzt soweit, dass wir von "Benachteiligung" reden können, weil sich weniger Frauen für ein Berufsfeld interessieren?

    Es ist eine Seite sich mehr weibliche DJ's in den Clubs zu wünschen. Das wäre sicher fein - Ohne Frage. Die andere Seite, nämlich zu behaupten die Frauen hätten es enorm schwer gebucht zu werden, sprich würden benachteiligt, wurde bisher angesprochen, aber nicht mal ansatzweise näher erläutert.
    Sorry wenn ich mich dem nicht anschließen kann, aber ohne "Beweise" und "Berichte" sind das für mich nur Behauptungen, die sich jeglicher Grundlage entbehren.

    Versteh mich nicht falsch, aber mir scheint das ohne brauchbare Informationen ein bisschen zu weit hergeholt. Was man ja heute immer dazu sagen muss: Ich lasse mich aber auch gerne eines besseren Belehren. Ich habe davon bisher nie gehört, weiß keine Beispiele und kenne auch keine DJanes, die ich kurzerhand über ihre Erfahrungen beim Booking ausquetschen könnte. Ich hatte nur bisher eher das Gefühl die "Szene" sei ein vergleichsweise aufgeschlossener Haufen, der sich gar nicht um solche Fragen kümmert. Zumindest für mich ist die Frage nicht, welches Geschlecht hinter dem Pult arbeitet sondern schlicht und ergreifend was dabei rumkommt. Eine gute DJane ist einem schlechten DJ auf jeden Fall vorzuziehen. Und jetzt die Frage: Gibt es Leute die das nicht so sehen? Ich glaube nicht.
  • Roswita V / 24. Januar 2012 / um 11:45
    Ich denke man kann von einer Benachteiligung weiblicher DJ's reden, ja! Wann genau hat denn 2011 einmal ein weiblicher Name auf dem Flyer des Conne Islands gestanden, der mehr als nur das Warm up machen sollte? Wie oft kam das im Westwerk vor? In der Distillery immerhin ein paar mal, aber wie war es im......usw. usf. man kann die Liste noch Stück für Stück verlängern. Also danke an den Poll dafür, dass er darauf noch einmal aufmerksam macht. Und Richard, nicht immer nur meckern wenn die Männerdomain Club mal dafür kritisiert wird das zu sein.
  • Richard / 23. Januar 2012 / um 18:55
    Gute Arbeit. Ich verstehe nur nicht wieso immer wieder so ein Hehl um das "Missverhältnis" zwischen Männlein und Weiblein gemacht wird. So lange das Problem nicht von den Clubs ausgeht (also das diese trotz entsprechendem Angebot männliche Akteure bevorzugen) sehe ich da gar kein Problem.

    Immer und überhaupt sollte das Augenmerk auf Qualität und nicht auf andere Kriterien gerichtet sein. Kann man hier aktuell von einer Benachteiligung weiblicher DJ's reden?
  • julez / 23. Januar 2012 / um 18:00
    kann mich da nur PBOBIN anschließen, frohfroh.de ist echt ne bereicherung. probz
  • pbobin / 23. Januar 2012 / um 14:34
    danke auch nochmal für deine tolle arbeit. resöpekt

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