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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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John Barera „Mile End“ (Ortloff)

26. März 2012 / Kommentare (0)

Ortloff legt nach der wunderbaren PorkFour-EP recht schnell nach. Und dann auch gleich noch mit einem US-Producer.

Bisher war der Fokus von Ortloff schon sehr konzentriert auf Leipziger Producer, auf ein freundschaftlich gepflegtes Netzwerk. Aber Ortloff als Läbel ist kein hermetisches Projekt. Mittlerweile dürfte einiges an Demos dort eintrudeln. Im April letzten Jahres kamen beispielsweise John Bareras Tracks in Leipzig an. Und die Ortloff-Ohren blieben hängen, die Chemie zwischen beiden stimmte.

In der Zwischenzeit gründete Barera in Boston sein eigenes Label Supply Records, auf dem bislang zwei EP seine anderen Projekts B-Tracks heraus kamen. In den Januar/Februar-Charts schaffte es „Specialize“ auf den fünften Platz. Im April 2011 war das sicher noch nicht abzusehen – besser könnte der Release von „Mile End“ also terminlich nicht passen. Wobei sie eigentlich schon Ende Dezember kommen sollte. PorkFour war aber vorher noch dran.

Dass Ortloff nun erstmals musikalisch direkt in den USA ansetzen, ist mehr als schlüssig. Die Referenzen von einem Großteil der Ortloff-Platten liegen über dem Teich. Und dennoch klingen John Bareras Stücke noch einmal anders. Sie strahlen in ihrer durchaus direkten, forschen und teilweise auch ungelenken Art eine ungewohnt naive Freude aus.

Vielleicht liegt es am Tempo, das für heutige House-Verhältnisse einen unheimlichen Zug hat. Vielleicht sind es aber auch die Synthie-Chords, die den Druck aus den Tracks herausnehmen mit ihren ausformulierten Harmonien. Barera arbeitet sehr musikalisch, opulent und dicht verwoben. Er bricht einen Strom aber auch schon mal ab und haut eine Acid-Hookline rein. Bei „Sound Love“ kommt denn noch eine Soul-Note hinzu.

Viel Oldschool-Vibe steckt in den vier Tracks. Unverfälscht und irgendwie auch sehr authentisch. Können Tracks in dieser Tonalität wirklich nur aus den USA kommen?! Ach übrigens: Ortloff-Love wieder für das Cover-Artwork. Siebdruck, neu geschnittene Schrift. Dafür muss Vinyl weiter am Leben bleiben.

Ortloff Website
John Barera Website
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