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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Frühjahrs-Rundumblick Pt. 2

04. April 2012 / Kommentare (1)

Teil 2 des Frühling-Rundumschlags kommt mit Lake People, der neuen O’RS und der dritten Esoulate-Compilation.

Lake People „On EP“ (URSL Records)

Ohne Lake People wäre die Stadt ärmer. Das dürfte unbestritten sein. Denn so viel flirrende Electronica packt sonst kaum jemand zwischen die Bassdrums. Bei dem Hamburger Label URSL kamen kürzlich vier neue Tracks heraus, die den Lake People-Sound nahtlos weiter führen. Super leichtfüßig mit „Candle“ und langsam-ausgeglichener bei „Kmmk“ und „Off“.

Einzig „Tide“ schwächelt etwas. Den Main-Chords fehlt der organische Abgang, die klingen vordergründig recht plastisch. Aber dennoch bleibt der Ansatz spannend – entschlackte Electronica-Arrangements plus House-Fundament. Heraus kommen Stücke mit sehr dichten Sounds, die viel Raum zum Entfalten erhalten. Das sind keine klassisch reduzierten Chords.

Various Artists „1700“ (O’RS)

Bei O’RS ist Lake People dieses Mal nicht dabei. Dafür das gemeinsame Debüt von Ron Deacon und Filburt als RDF. Eine längst überfällige Kollaboration. Ihr House-Ansatz hatte schon immer gewisse Ähnlichkeiten. „True!“ verbindet erstmal die mäandernde Weitläufigkeit von Ron Deacon mit Filburts Hang zur großen, disco-geprägten Geste. Runter gepitchte Vocals, Streicher-Opulenz – eine A-Seite, keine Frage.

M.ono & Luvless schmettern auf der anderen Seite „Never Gonna Leave U“ aus den Boxen. Ein relativ zurück haltendes und reduziertes Stück für die beiden. Aber mit ungebrochener Sehnsucht in den Vocals.

Wie zuvor gönnt O’RS zwei weiteren vorher nur digital veröffentlichen Tracks noch ein Vinyl-Issue. Einmal der Tricus & Vitez-Remix von Stereotyps Klassiker „Keepin Me“. Große Pop-Deepness. Und schließlich Good Mikesh & Filburts Mix von Savile & Olins „Horizon“. Das tief versunkene Original holen sie raus an die Sonne.

Various Artists „Zugpferd EP“ (Esoulate)

Künstleraufbau Teil 3 bei Esoulate. Die dritte Compilation des Netlabels ist draußen. Selbst Esoulate-Kopf Georg Bigalke ist dabei. Zusammen mit Simon Sunset haut er ein ungewohnt schroffes Stück Techno heraus. Das ist eine Ansage, eine sehr gelungene. Metallisch, unterkühlt, unterkellert. Auch Dsant ist recht straight unterwegs. Was ist hier los?

Aber auch bei Dsant geht es auf. „American“ ist sein bislang schlüssigstes Stück. Von Anfang bis Ende – und dazwischen liegen immerhin über 10 Minuten – hält er eine unheimlich erfrischende Dynamik wach.

Nicht leicht für Tonsystem Klangkunst – bei ihrem „Grace“ walzen sie ein eigentlich solides Fundament mit zu viel Rave weg. Auch wenn es wirklich einige gute Momente gibt. Etwa wenn die Rave-Walze immer wieder kurz gebrochen wird. Alex Bull & Private bleiben leider auch eher im Tech-House-Dschungel hängen.

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Mehr zu Lake People bei frohfroh
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CommentComment

  • Rocco / 04. April 2012 / um 20:47
    bin da anderer meinung. die "plastischen" chords bei tide find ich geradezu romantisch. ansonsten schöner rundblick. weiter so.

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