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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Rundumschlag

13. März 2013 / Kommentare (0)

Ein wilder Mix wieder einmal in diesem Rundumschlag. Zum Scheuklappen absetzen und Entdecken. Mit dabei: Kolortown, Bigalke & Sunset und Kassem Mosse.

Various Artists „Think And Change“ (Nonplus Records)

Los geht es mit Kassem Mosse. Vor einem Monat läutete er zusammen mit Label-Chef Boddika eine Sampler-Reihe namens „Think And Change“ beim britischen Nonplus Records ein. Damals stand auch schon ein 5-fach-Vinyl-Boxset im Pre-Order-Bereich. Nun ist sie draußen und Kassem Mosse findet sich wieder zwischen Joy Orbison, Four Tet, Martyn, Pearson Sound, Instra:mental & dBridge.

Ihr könnt diesen Satz jetzt gern noch einmal lesen. Große Compilation mit einem jener Kassem Mosse-Tracks, die sich vom Dancefloor davon geschlichen haben, um im lichtarmen, kargen Ambient- und Dub-Keller nach dem Rechten zu sehen. „IP Mirrors“ ist auf verstörende Art sakral, mit fiesem Quietschen und tiefem Hallraum. Zwischen all den sehr guten Dancetracks dieser Compilation der Ruhepol.

NACHTRAG: Es ist auf der Compilation übrigens auch ein Track von Ron Deacon dabei, im Remix von Lowtec. Da haben die Briten von Nonplus nicht richtig aufgepasst. Auf dem Backcover steht nämlich nur Lowtec drauf. Ohoh.

Kolortown „Sound Is Coming Part 3“ (Kyoto Inc.)

Eine Etage höher in der Dub-Lounge spielen Kolortown den dritten Teil ihrer „Sound Is Coming“-Reihe. Dem dänischen Trio um die Producer Jakob Ivarsson und Theodor Zox schenkte Statik Entertainment vor zwei Jahren quasi ein eigenes Sub-Label. Noch immer suchen sie nach neuen, poppigen Nuancen von Dub-Techno und Dub.

Neu ist aber auch ein stärkerer Reggae-Bezug bei „Inside The Machine“ und „Waiting“ zu hören. Dann klingen Kolortown sehr nach den frühen Massive Attack. Durchaus gewagt bei einer derart perfekt ausformulierten Vorlage. Auch wenn Kolortown mit allem versiert umgehen und die Anfänge dieses Sounds über zwanzig Jahre zurückliegen. Nur „Terrified“ überspannt die Gefälligkeit in den Vocals.

Bigalke & Sunset „The Fact EP“ (Basssport Music)

Georg Bigalke und Simon Sunset machen mit ihrem gemeinsamen Projekt einen Ausflug weg von Esoulate Music. In den Südwesten, zu Basssport Music geht es. Das Label um eine gleichnamige Radiosendung hatte im letzten Herbst auch schon eine EP des Leipzigers Stanley Hottek veröffentlicht. Submit Records hat er mitgegründet.

Bigalke & Sunset bleiben Techno, bei „The Fact“ aber sogar noch eine ganze Spur reduzierter. Um die mächtig durchrollende Bassdrum gruppieren sich nur ein paar dezent eingeschobene Sounds und ein Vocal-Sample. In seiner rauen Dunkelheit der bisher überzeugendste Track der beiden.

Klima, ein weiteres Leipziger Techno-Urgestein remixt „The Fact“. Er behält zwar das Tempo gleich, verdichtet das Stück aber stärker. Dem Original völlig ebenbürtig. Belanglos dagegen der Pablo Caballero. Ohne Reibung und mit schlimmen Rave-Breaks.

Mehr zu Kassem Mosse bei frohfroh
Mehr zu Kyoto Inc. bei frohfroh
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