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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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It’s over im Pferdehaus

03. April 2017 / Kommentare (0)

Bei Facebook hat es letzte Woche schon die Runde gemacht, wir wollen es hier aber nicht unerwähnt lassen: Das Pferdehaus im Westwerk wird Ende Juni schließen.

„Don’t dream – it’s over“, so beginnt der Post auf dem Facebook-Profil des Pferdehauses vom letzten Donnerstag. Was danach folgt, ist die traurige Ankündigung, dass der Club im Westwerk zum 30. Juni 2017 schließen wird.

Es ging doch schnell, nachdem Ende Januar durch die Initiative „Westwerk retten“ bekannt wurde, dass die Eigentümer des Westwerks einigen Mietern gekündigt und den restlichen Mietern die Mietkosten teilweise beträchtlich erhöht hatten – auch wir hatten davon berichtet.

Die Entrüstung darüber war erwartungsgemäß groß. Das Westwerk ist innerhalb weniger Stunden zu einem Symbol der Gentrifizierung geworden, bei dem die Emotionen schnell und teilweise auch pauschal hochschlagen. Im kreuzer gab es eine gute Geschichte, die zeigte, dass die Sache im Westwerk aber komplizierter ist.

Doch trotz der medialen Wellen, scheint nach innen die Kommunikation zu den Mietern nicht allzu transparent zu verlaufen. So schreibt das Pferdehaus: „Die Rede ist von einer Billardhalle, einem Supermarkt und/oder einer Markthalle. Doch nichts davon ist klar bzw. wird dies nach wie vor nicht mit der unserer Meinung nach nötigen Transparenz an die Mieter*innen im Westwerk weitergegeben. Dadurch entsteht bei uns der Eindruck, dass an einem gemeinsamen Zukunftskonzept seitens des Eigentümers kein echtes Interesse besteht.“

Es fehlte die Planungssicherheit und so hat der KulturKollektiv Plagwitz e.V., der das Pferdehaus betreibt, von sich aus den Mietvertrag zum 30. Juni 2017 gekündigt. Kein Happy-End also, vielmehr deutlich geäußerter Unmut wegen der letzten Kostensteigerung. Die sei nicht mehr hinzunehmen, „wenn doch alle baulichen Maßnahmen und Sanierungen allein durch uns selbst bzw. die ehrenamtliche Arbeit unserer Vereinsmitglieder und -freund*innen geschieht.“

Mit dem Pferdehaus verlieren wir einen Ort, der in den letzten sechs Jahren den Leipziger Westen clubkulturell sehr vielseitig belebte. Ein Ort, an dem Nicolas Jaar live spielte und der einigen Crews, die später das Institut fuer Zukunft mit aufbauten, eine nächtliche Heimat bot und wo es mit der „Midway“-Reihe eine sichere Konstante zum Ausgehen am Mittwoch gab. Auch wir hatten unsere bisher einzige Party dort. Große Wehmut also, auch wenn nun noch drei Monate bleiben, um das Pferdehaus noch einmal zu genießen.

Ob es an einem anderen Ort weitergeht? Dafür sei es noch zu früh, heißt es auf frohfroh-Anfrage. Klar ist aber, dass es eine große Closing-Party geben wird. Am zweiten Juni-Wochenende nach dem Motto „Kill the horses“.

 

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