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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Die Experimente von Modern Trips

27. Mai 2017 / Kommentare (0)

Modern Trips erlebt gerade eine zweite Blüte. Innerhalb der letzten beiden Monate kamen drei neue EPs heraus. Hier sind sie im Überblick.

Mitte März hatten wir bereits freudig davon berichtet, dass das Label Modern Trips aus einer Pause zurückgekehrt ist. Das Frühjahr bringt aber weit mehr neuen Input mit sich, als ursprünglich erwartet. Und es gibt da eine gute Tendenz zu einem experimentellen Electronica- und Ambient-Sound.

Experimentell sind teilweise auch die Ansätze bei der Entstehung und dem Labeln von Musik. Bei Global Ghettotech werden beispielsweise die hermetischen Werk-Künstler-Grenzen ausgehebelt, indem unter dem Namen in nächster Zeit verschiedene Künstler Tracks produzieren und veröffentlichen werden.

Robin Hase aus Bremen machte den Anfang mit den ersten beiden Tracks der „The Sound Of Global Ghettotech“-Reihe. Dabei perlen in „0“ kristalline, hell und spitz klingende Sounds zusammen, die in ihrer Reduktion fast schon eine kammermusikalische Intimität ausstrahlen. „1“ haut mit festen Tastenschlägen in ein faszinierend blutleeres Keyboard und bringt Glassplitter als Sounds hervor. Wie der Refresh einer alten Cembalo-Miniatur. Sehr speziell, auch für Modern Trips-Verhältnisse.

Ende April folgte eine weitere EP von Robin Hase, „FM8 Works1“. Während das erste Stück ästhetisch an die diffus sakralen Global Ghettotech-Beiträge anknüpft, zersetzen sich bei den zwei anderen Tracks nach und nach die ursprünglich unberührten Harmonien. Einmal in einem zerfasernden Glitch, dann wieder in einem ausladenden Loslassen und Zerleiern. Kleine Spektakel sind das, maximal drei Minuten, doch es ist alles gesagt für den Moment.

Noch einen Schritt dekonstruktiver und von bewährten Formen befreit arbeitet Chang Park aus Seoul. Modern Trips brachte soeben mit „All The Rest Is Silent And Interchangeable“ eine Mini-Album heraus, das auf mikroskopischer Ebene abstrakte Sounds herausschält.

Hier geht es straight in die Avantgarde. Hinein in eine Welt aus scheinbar losen Klängen, losgelöst von jeglichen weltlichen Assoziationen, direkt involviert in eine digitale Dystopie – oder ist es vielleicht sogar eine Utopie? Auf jeden Fall zeigt sich spätestens hier, das sich Modern Trips klanglich komplett neu erfunden hat. Und zwar so, dass hier endlich ein weiterer Raum für konsequente Experimente geschaffen wird – super passend das Artwork. Full Support!

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