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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Neu neu: Frische Musik von Salomo, Schmeichel und WaqWaq Kingdom

26. April 2018 / Kommentare (3)

Vary, Defrostatica und Jahtari begrüßen mit neuen 12″-Veröffentlichungen den Sommer.

Das haben wir im Januar total versäumt: „Reflecting Pools“ heißt das zweite Release, welches auf dem hauseigenen Label des Vary Recordstores erschienen ist. Diesmal handelt es sich aber nicht um eine Compilation verschiedener Artists. Stattdessen gibt es zwölf Tracks von Salomo zu hören.

Und die passen super zum schönen Sonnenschein. Denn Salomo präsentiert hier einen angenehmen, Jazz-beeinflussten Sound, der sich nicht aufdrängt, aber auch keine öde Fahrstuhluntermalung ist. Sehr organisch, wie man so schön sagt, ganz gleich, ob es sich um housige Stücke wie „Gradient“ und „Together“ handelt oder die Drums auf den meist kürzeren Stücken wie „Distant Love“ oder „Water Your Ferns“ keine Rolle spielen. Eigentlich der perfekte Soundtrack für einen Kaffee im Vary.

Bleiben wir beim Vary-Umfeld: Mit Schmeichel gibt es einen weiteren Producer, der mit dem Plattenladen verbunden ist. Fünf Tracks fasst er für die „Alteration EP“ zusammen, mit der Defrostatica dieses Wochenende den Sommer einläutet. Eine gute Adresse, denn das Label legt sich sehr ins Zeug, um auf seine Releases aufmerksam zu machen.

Der Rahmen ist klar: Musik um die 160 bzw. 80 bpm, also Drum & Bass, Footwork, Halfstep und so weiter. Ob durch die Sample-Auswahl oder die doch recht entspannte Grundstimmung begründet – irgendwie verweisen die Tracks von Schmeichel für mich sowohl auf Hip Hop wie auch auf House und umschiffen die doch manchmal anstrengenden Stakkato-Eskapaden, die für Juke typisch sind.

Überhaupt fällt zudem der lässige Umgang mit den Genre-Konventionen auf. Auf Stücken wie „IKillWantU“ rückt Schmeichel genau die Stellen der Vocal-Samples in den Mittelpunkt, die andere zugunsten erkennbarer Wörter eher wegschneiden würden. Schön auch der Effekt, wenn von der Bass-Drum in „Talkin“ und „Uhhhwheeee“ nur noch der Subbass übrig bleibt – als würde der Sound in der Luft schweben.

Ein Interview mit Schmeichel gibt es übrigens bei It’s Yours.

Zuguterletzt gibt es Neuigkeiten von Jahtari: Eine neue EP von WaqWaq Kingdom ist erhältlich. Wir erinnern uns – WaqWaq Kingdom ist ein Projekt von Kiki Hitomi und DJ Scotch Egg.

Auf fünf Tracks wird der Faden von „Shinsekai“ aufgegriffen und so fallen vor allem die Moondog-ähnlichen Percussions wieder auf. Vor allem die ersten drei Tracks wirken – trotz allerlei Synthesizer-Geplänkel und stellenweise fast schon Stammesgesangsähnlichen Vocals von Kiki Hitomi – leichtfüßiger als beim Vorgänger. Roger Robinson meldet sich bei „Ceremony of Vision“ auch kurz zu Wort und „Sugar Pills“ könnte auch fast als Pop-Song funktionieren.

Erst mit dem Ambient-Stück „Ozu“ wird die Energie zurückgenommen und mit „Ego Enzyme“ beendet ein psychedelisches Dubstep-Ungetüm die EP.

CommentComment

  • Steffen / 30. April 2018 / um 16:36
    Wie könnte ich über den Einfluss von Moondog streiten :) Das doch dit schön an Musik, man kann es durchaus aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Und wird dabei durchaus überrascht. Deshalb würde mich tatsächlich sehr interessieren wo die Einflüsse her rühren für die Stücke. Frag da gerne mal nach!
    Ansonsten, ähm. Totes Feld an Leipziger Produktionen oder Labels mit Hintegrund Tropenbass, große Ausnahmen bestätigen natürlich ab und an die Regel. Im übrigen finde ich es bewundernswert Musik in Text überführen zu können, da würde ich nach n paar Stunden durchdrehen. Insofern, Respekt dafür das immerwieder anzugehen. Das wirklich Schöne hier ist ja, im Austausch die Blickwinkel darzulegen. Fände das gut wenn das mehr Leute machen (statt auf Facebook nur die top 10 der Einflüsse mit nem Bild zu posten ;) obwohl das auch spannend ist.

    Beste Grüße aus Portugal!!!
  • Christoph / 29. April 2018 / um 14:44
    Stimmt, das ist bei WaqWaq Kingdom noch näher dran und ist auch besser getroffen. Ich glaube, über das Gebiet hast du ein deutlich breiteres Wissen als ich. Wahrscheinlich ist Moondogs Beschäftigung mit Rhythmik so allgemein, dass man da überall Parallelen ziehen kann und irgendwie war das auch meine erste spontane Assoziation. So läuft das manchmal...
    Wie wär's denn mal mit ner Tropical Bass Kolumne von dir bei frohfroh? ;-)
  • Steffen / 28. April 2018 / um 23:30
    Inwiefern Moondog hier ne Inspiraton war weiß ich nicht genau, aber die ersten 3 tracks gehen mehr in die Richtung was allgemein als global oder tropical bass bezeichnet wird inklusive seinen ganz verschiedenen Ausprägungen (Cumbia ...). Also hier ist viel afrolatiner Einfluss was die ersten 3 Stücke angeht (siehe auch Dengue Dengue Dengue als gutes Beispiel, aber auch der früherer Nicola Cruz oder aber El Buho ...).
    Fänds tatsächlich mal interessant wo sich das Projekt eher inspiriert fühlt.
    Grützlies :)

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