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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Unbeirrt und konsequent

25. Oktober 2011 / Kommentare (2)

Unbeirrte Konsequenz – dies fällt mir bei Headnoaks immer wieder ein. In Leipzig ist er mit der wichtigste Protagonist, der den ursprünglichen Electro-Sound um weitere Nuancen ausbaut. Eine kleine Werkschau.

Die durchaus vitale Leipziger Electro-Szene – und damit ist nicht die Wir-hauen-Techno-und-House-in-einen-Begriffsbrei-Verwässerung gemeint – kam bei frohfroh vor einiger Zeit schon einmal zu Wort. In der Zwischenzeit passierte zwar kein neuerlicher Schub, aber ein spezifischer Fokus auf Headnoaks stand noch aus. Denn aus dem Blackred-Umfeld ist er derjenige mit dem umfangreichsten Output.

Nach einigen Net- und Vinyl-Releases stellte Headnoaks Anfang Mai dieses Jahres neun Alben bei Bandcamp ein. Jene Plattform, über die Labels und Künstler ohne Vertrieb ihre Musik in Eigenregie in den digitalen Umlauf bringen können – zu selbst festgelegten Margen, mit dem Artwork als PDF und eigenen Layout-Anpassungen.

Die Tracks bei verschiedenen Labels unterzubringen, war für ihn nicht unbedingt reizvoll. Viele der interessanten Labels veröffentlichen auch nur noch digital. Zwar kommen über Bandcamp ohne großen Namen nun auch nicht die großen Erlöse, aber das Archiv schlummert nicht länger auf der Headnoaks-Festplatte.

Das Spannende zudem: Headnoaks hat die Stücke nicht willkürlich online gestellt, sondern im Vorfeld Alben angelegt. Er kuratiert quasi seine eigenen Stücke zu einen größeren Zusammenhang. „Different Galaxies“ beispielsweise geht sehr straight auf den Dancefloor, „Anti-Life“ und die beiden „Cell Biology“-Teile sind in sich verschlungener. Lediglich „Early Pieces“ ist chronologisch zu sehen – mit frühen Stücken aus Neunzigern. „H-78 Klinik“ ist das aktuellste Werk, wahrscheinlich mit den jüngsten Stücken.

Was alle Alben zusammenhält sind der düstere Futurismus und die interstellare Romantik, die aus den historisch klingenden Synthesizer-Arrangements hervor scheinen. Ein Sound, in dem die elegischen wie auch kratzigen Harmonien einen breiten Raum einnehmen, in dem durchaus immer auch eine sehr eingängige Note mitschwingt.

Einige Tracks wird es künftig dennoch bei anderen Vinyl-Labels zu hören geben, so Headnoaks. Als Deputy-78 produziert er übrigens auch für das Label-Kollektiv Antizer0. Und vielleicht wächst Blackred eines Tages auch zu einem Label heran.

Headnoaks Facebook
Headnoaks Soundcloud
Headnoaks Bandcamp
Mehr zu Headnoaks bei frohfroh

CommentComment

  • prmn / 25. Oktober 2011 / um 20:51
    CYA @ automatique clubbing CYNETART 2011.
    http://t-m-a.de/cynetart/f2011/clubbing

    Big ups frohfroh and Headnoaks.
  • headnoaks / 25. Oktober 2011 / um 18:31
    Danke!
    ...übrigens LIVE! in Dresden:
    am 26.11.11
    AUTOMATIQUE CLUBBING CYNETART
    http://t-m-a.de/cynetart/f2011/programm2011

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