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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Karocel „Plaited“ (Freude am Tanzen)

25. Juni 2013 / Kommentare (1)

Verflochten, so die Übersetzung von „Plaited“ – um eine besondere musikalische Verflechtung handelt es sich auch bei Karocel.

Das Record Release-Konzert fand bereits Ende Mai statt, knapp einen Monat danach kommt das Album von Karocel heraus, das erste. Dass es überhaupt eines gibt, ist überraschend genug. Immerhin war das Zusammenspiel von Marbert Rocel, Mathias Kaden und Michael Nagler bislang ein reines Live-Vergnügen.

Mehr oder weniger offene Sessions mit viel Spaß auf und vor der Bühne. Einfach laufen lassen. 2010 passierte das zum ersten Mal auf dem Nachtdigital. Hätten die Booker damals nicht nach solch einer Kollaboration gefragt, gäbe es Karocel vielleicht gar nicht. Auch wenn sich alle schon länger aus Thüringen kannten und im Hinterkopf eine Zusammenarbeit schlummerte.

Im letzten Herbst wollten Karocel noch mehr Band werden und trafen sich für die Aufnahme eines Albums. Aber wie? Zusammen vor dem Rechner sitzen und Spuren arrangieren? In dem Moment haben alle ihre bisherigen Herangehensweisen über Bord geworfen und sich auf das Rock-Band-Konzept eingelassen. Zumindest das alte, als sich eine Band einfach komplett ins Studio stellte und alles auf einmal aufnahm.

Drei Sessions entstanden aus denen sich zehn Stücke herausschälten, die nun auf „Plaited“ zu hören sind. Zwei Stücke gab es schon auf der Vorab-Single. Karocel sei quasi die House-Variante von Marbert Rocel und die Band-Variante von Mathias Kaden, hatte ich den Sound damals bereits grob heruntergebrochen. Das Organische von Marbert Rocel und Spunks etwas zurückgenommener Gesang prägen hier enorm.

Beim Interview Anfang März meint Mathias Kaden, dass er als bisheriger Solo-Künstler wahrscheinlich am stärksten mit der Kompromissbereitschaft konfrontiert gewesen sei, die solch ein Projekt mit sich bringt. Dass es dennoch alles passt, ist „Plaited“ schlichtweg anzuhören. Alles in Balance, alles in einem sanft wogendem Fluss, alles auf gute Weise gestreckt und reduziert.

Und doch ist das Album kein reines Club-Session-Album, das auf die Open Air-Peaktimes setzt. Es gibt ebenso die ruhigen Momente bzw. eine permanent mitschwingende Sommermelancholie. Nicht bedrückend, eher genießend und nachdenklich.

Das sind dann auch meine Höhepunkte, „Undo“, „Without“, „Parallels“ oder „It’s Me“. Auf den Festivals werden die anderen Stücke aber natürlich ihre große Zeit haben. Ein schönes Album – und schön passt als Wort hier perfekt.

Karocel Website
Freude am Tanzen Website
Mehr zu Karocel bei frohfroh

CommentComment

  • inspektor / 27. Juni 2013 / um 04:11
    oh man, irgendwann reichts auch mal mit diesem langweiligen house.

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