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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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„Wir sind kleine Fische“ – Jeahmon!

13. September 2013 / Kommentare (0)

DJ- und Producer-Duo inklusive Label – Jeahmon! packen alles zusammen. Fünf Platten sind dabei schon entstanden. Ein Kurz-Porträt mit gemischten Gefühlen.

Wie in jeder lokalen Musik-Szene gibt es feine, kleine Trennlinien – zwischen den Sounds, den Crews, den Clubs und den Leuten. Und manchmal gelangen Dinge wegen solcher Trennlinien eben nicht ins Blickfeld.

Auch Jeahmon! fielen hier zwei Jahre lang durch das Raster, weil frohfroh als Blog natürlich subjektiv geprägt ist. Es ist nun nicht so, dass mich der Sound von Jeahmon! mittlerweile mehr bewegen würde – das Engagement ist aber dennoch eine Erwähnung wert.

Neben den ehemaligen Lagerhof- und Soundgarden-Residents Mark Zwirner und Oliver Rives, die als DJs und Producer erstmals den Namen Jeahmon! ins Gespräch brachten und später daraus auch ein Label gestalteten, gehören zum erweiterten Kreis noch Marc DePulse sowie Mathias Ache und muLe.

„Wir sind die kleinen Fische im großen Haifischbecken der Musik“, meint Oliver Rives. Die Bescheidenheit soll mit dem Fisch-Logo transportiert werden. Die Grafikerin Noamir hat es gestaltet, ebenso all die handillustrierten Vinyl-Cover der bisher fünf veröffentlichten EPs.

Und da wären wir beim Label-Sound. Mit Minimal, House und ein wenig Techno, grenzt Oliver Rives ihn selbst näher ein. „Die Musik muss von Herzen kommen, ehrlich sein und Menschen berühren können“, konkretisiert er weiter. Auch deutliche Pop-Einflüsse gehören dazu – auf der 003 von den Ukrainern Outstrip etwa. Oder bei Marc DePulse‘ Zusammenarbeit mit dem Sänger Boe van Berg.

Ansonsten bleibt Minimal das bestimmende Gerüst, mal mit mehr Deepness, Spielerei und Pathos angereichert, mal mit weniger. Solide und DJ-freundlich, mir aber zu glatt und zu brav. Nichts, was musikalisch bei mir länger nachhallt.

Außer die „Nachtmensch“-EP von Marc DePulse feat. Boe van Berg. Allerdings nur, weil mich der verstrahlt-pathetische, deutschsprachige Gesang wirklich erschrocken hat. Das ist Befindlichkeits-Deutsch-Rock mit elektronischen Mitteln.

Die stilistische Breite sei immer „stimmungs-, wetter- und saisonabhängig“ – ein durchaus sympathischer Ansatz für ein Label. Das Booking läuft momentan ebenfalls unter dem Jeahmon!-Dach – die aktuelle Ganzheitlichkeit also, im kleinen Rahmen, aber mit gewachsenen Kontakten. Für Dezember ist ein Showcase im Elipamanoke geplant.

Jeahmon! Website

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