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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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2015er Nachlese Nachtrag – Digital Digital

18. Januar 2016 / Kommentare (0)

Eigentlich hat Jens die Nachlese zu 2015 schon für beendet erklärt. Trotzdem gibt es noch einige digitale Veröffentlichungen, die wir nicht unerwähnt lassen wollen.

Plastiks & [kju:bi] „Dark Mary EP“, Soundia & Plastiks „The Core EP“ und Plastiks „Time Runner EP“ (Blackhill Productions)

Beginnen wir düster: Plastiks dürfte für eingefleischte Drum & Bass-Fans ein Begriff sein. Seine DJ-Sets gab er nicht nur bei der Fat Bemme und der Dark Drum & Bass Convention zum Besten, auch für itsyours.info hat er bereits einen Mix beigesteuert.

Drei EPs erschienen 2015 auf Blackhill Productions und beide widmen sich der düsteren, aber dennoch auch atmosphärischen Seite im Drum & Bass. Gerade das Titel-Stück der „Dark Mary EP“ balanciert beide Komponenten sehr gut aus. [kju:bi] verleihen dem Stück in ihrem Remix nochmal einen Schub mehr Energie. „Integral“ zielt dann sehr deutlich auf alle Freunde des slammenden Neuro-Sounds. Eine ausführliche Besprechung dazu findet ihr ebenfalls auf itsyours.info.

Auf der „The Core EP“ ist Plastiks ebenfalls vertreten. Zusammen mit Soundia aus Frankreich hat Plastiks ein fieses Monster names „Oshi“ erschaffen. Beeindruckend, wie effektiv sich das Stück in Gehirnwindungen bohrt. Dagegen ist Soundias „The Core“ regelrecht zahm.

Sehr straight dagegen die älteste der drei EPs. Sowohl „Monument“ und „Time Runner“ entsprechen den gängigen Zutaten, die natürlich nie verkehrt sind, bei zu häufigem Verzehr aber auch nicht unbedingt überraschen.

Apollo Static „Glue EP“

Erst neulich berichteten wir darüber, dass das Ketzerpop Kollektiv zumindest als Label an uns vorbeigegangen ist. Doppelt peinlich, dass wir im selben Rahmen nicht die EP „Glue“ von Apollo Static erwähnten. Aber genau genommen erschien sie auch nicht physisch auf Ketzerpop, sondern wurde vom Künstler direkt auf Bandcamp hochgeladen.

Sehr bunt und fröhlich kommen das Stück „Glue“ daher, als wäre es ein Vorschlag für die akustische Untermalung von Jahrmärkten. Ehrlich – da kriege sogar ich fast Lust, mal wieder auf die Kleinmesse zu schauen. Die Grundstimmung im „Basementlied“ ist etwas dunkler und fordernder, im Vergleich zu Plastiks oben beschriebenen Szenarien reicht es hier aber gerade so für die Geisterbahn.

Enuit „It’s All Over (Forever)“, „Night Tide EP“ und Kanna „Into Dawn“

Auch 2015 völlig vergessen: Enuit und sein Seitenprojekt Kanna. Schon seit einigen Jahren taucht Enuit mit neuen Tracks in meiner Soundcloud-Liste auf. Die selbst veröffentlichten EPs geben allen Grund dazu, genauer hinzuhören.

Zwischen Dubstep-artigen Beats und Electronica-Anklängen bewegt sich Enuits im Mai veröffentlichte EP „It’s All Over (Forever)“. In in ihrer Fülle und Schwere erinnert sie durchaus an die Musik von The Empath. Auch Enuit baut innerhalb seiner Tracks Spannungsbögen, die gut als Soundtrack für nächtliche Videospiel-Sessions funktionieren. Die Fülle an Sounds und Ideen kann schnell überladen klingen, sind von Enuit aber ausgewogen struktueriert.

Drei Monate vorher, im Februar, veröffentlichte Enuit die „Night Tide EP“. Deutlich geradere Beats durchziehen die fünf Tracks, die im direkten Vergleich nicht so rund wirken wie auf „It’s All Over (Forever)“. Am deutlichsten sticht für mich „Nightshades“ heraus: Eine sehnsuchtsvolle, warme Nummer, die sich an Acid-House orientiert, gleichzeitig aber auch munter digital vor sich hin knarzt.

Zusammen mit seinem ’brother in sound‘ Nobee Seltsam beschleunigt klingt die Sonnenuntergangs-Euphorie bei „Into Dawn“ von Enuits Seitenprojekt Kanna. So, als ob ein Downbeat-Stück plötzlich zu schnell abgespielt wird. Eine eigenartige Stimmung, irgendwo zwischen Rave-Vorfreude und gleichzeitiger Erschöpfung, wird hier erzeugt. Im Enuit-Remix wird diese etwas zurückgenommen und der Sound schließt wieder direkter an die vorherigen EPs an. Auf Soundcloud könnt ihr auch noch einige Remixe von Kanna hören.

Enuit „Horizonte EP“ (The Red Skull)

Am ausgereiftesten klingt Enuit aber auf der „Horizonte EP“, welche auf dem ungarischen Label The Red Skull im September veröffentlicht wurde. Die vier Tracks klingen deutlich aufgeräumter und konzentrierter in ihrer Grundstimmung und im Sound, soweit es die Snippets auf Beatport erahnen lassen. Vielleicht gab es hier noch ein zusätzliches Mastering, vielleicht lässt sich ein Entwicklungsprozess bei Enuit über das Jahr hinweg ablesen – die „Horizonte EP“ macht jedenfalls Appetit auf weitere Musik von ihm.

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