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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Das Frühjahr bei Kann Records

05. März 2017 / Kommentare (0)

Nach seinen zwei Kann Records-EPs war es stiller um Falke. Das Warten hat sich aber gelohnt – denn in der Zwischenzeit ist das erste Falke-Album entstanden. Und eine neue cmd q-EP folgte kurz darauf.

Es sollte eigentlich schon im letzten Jahr erscheinen, erzählte Sevensol uns kürzlich im Interview. Nun läutet es eben das neue Kann Records-Jahr ein. „O.N.G.“ knüpft nahtlos am Patina-Detroit-House-Sound der ersten Kann-EPs an. Schnarrende Basslines und mehrfach gelayerte Synth-Harmonien prägen den ebenso wie eine unprätentiöse Unbefangenheit. Bei Falke habe ich immer das Gefühl, dass sich da jemand völlig abgekapselt von allen Trends eine Soundwelt aufgebaut hat und sie auf keinen Fall verlassen wird. Das birgt natürlich einen gewissen Konservatismus in sich. Doch es kann auch als das Konservieren einiger musikalischer Essenzen verstanden werden, die ganz grundsätzliche Gefühle vertonen.

Auch auf „O.N.G.“ schwingt diese Mischung aus süßer Melancholie und kindlicher Unbefangenheit mit. Die gleitenden Chords erzählen durchweg von der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren oder dem Vergangenen. Alles, nur keine Gegenwart.

Falke steht für ein Transzendieren in ferne Welten, intime Gedankenwelten ebenso wie interstellare Phantasien.

„O.N.G.“ verteilt diese introvertierte Emotionalität auf verschiedene Energielevel: da mündet „Just Heaven“ in eine Ambient-Elegie, während „Shades“ technoid davon rast und „Stream“ mit Electro-Funk liebäugelt.

In seiner stilistischen Unbefangenheit wirkt „O.N.G.“ komplett aus der Zeit gefallen – selbst im verbreiteten, scheinbar nicht enden wollenden Analog- und Retro-Lofi-Flash und obwohl Falke heute mit seinem Sound aktueller denn je sein könnte. Er bleibt eine Ausnahme. Eine Ausnahme im besten Sinne. Emotional bewegend und irgendwie auch zeitlos.

Ein Wiederhören gibt es in diesem Frühjahr auch mit cmd q, einem Leipziger Newcomer, der im letzten Jahr sein Debüt bei Kann Records veröffentlichte. Bei cmd q ist eine stärkere Techno-Erdung zu spüren. Die Arrangements sind eng geschnürt, sehr konzentriert auf wenige, höchst einnehmende Loops. Das führt zu trippigen Tracks, die im Fall von „161161“ und „B0t“ wenig Licht reinlassen, bei „Untitled“ dann aber doch mit hell leuchtenden, schwebenden Synth-Chords arbeiten.

Was ich sehr mag:

Obwohl die Stimmung eindeutig Techno ist, bleibt alles in einer kontemplativen Blase.

Sicherlich, weil die Bassdrums nie den dominanten Druck bekommen. Damit erzeugt cmd q eine subtile, super anziehende Spannung, die nicht wirklich aufgelöst wird.

Mit dem Titel-Track gibt es schließlich noch einen breakigen Ausreißer. Die Ingredienzen sind gleich, rhythmisch ist hier jedoch mehr Dynamik, was die grundlegende Atmosphäre aber nicht neu justiert. Im Zusammenspiel geht der Bruch aber voll auf. Vril von Giegling hat die Tracks übrigens gemastert. Da ist durchaus eine Referenz gesetzt.

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