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Anja
Anja alias Porpoise sollte hier eigentlich viel öfter mitschreiben. Leider fehlt die Zeit. Denn ihr Herz schlägt für Radio Blau. Hört unbedingt ihre "Sunday Groove"-Sendung.

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Everything Kann

15. Juli 2009 / Kommentare (1)

Aus dem Stand mit Bravur gestartet und viel Applaus geerntet – Kann Records ist ein Grund, warum plötzlich wieder auf Leipzig als House-City geschaut wird. Denn solche Liebe zum Detail und so viel unprätentiöses Engagement sieht man gern. Das junge Label im Porträt.

Jan „Map.ache“ Barich, Alexander „Sevensol“ Neuschulz und Dennis „Bender“ Knoof gehören seit etlichen Jahren als DJs, Party-Veranstalter und Plattenverkäufer zu den treibenden Motoren der Leipziger Clubkultur. Alle drei bastelten aber auch schon lange an eigenen Tracks und irgendwann entstand der Wunsch, diese Musik zu veröffentlichen. Die Entscheidung, dafür zusammen ein Label zu gründen, fiel ihnen nicht schwer. „House und Techno sind unser gemeinsamer musikalischer Nenner, dafür können wir uns immer wieder begeistern, und vor allem ziehen wir uns da auch gegenseitig mit“, erklärt Alexander Neuschulz die Basis für ihre Zusammenarbeit.

Obwohl die Idee für Kann Records schon sehr lange stand, betonen die Drei, wie spontan ihre erste Veröffentlichung schließlich realisiert wurde. Ursprünglich wollten sie zuerst einen Vertrieb finden, doch ihre Bewerbungen wurden immer wieder abgelehnt. „Aber wir waren schon so verschossen in die Idee und wollten nicht wieder aufgeben“, erzählt Alexander Neuschulz. Und Dennis Knoof fügt hinzu, dass auch ein reines MP3-Label für sie nie eine Alternative war: „Wir sind Vinyl-Fans.“ Also entschieden sie sich ohne Vertrieb eine erste Platte pressen zu lassen, und zwar eine Doppel-EP-Compilation mit verschiedenen Künstlern und einem breiten musikalischen Spektrum. Ein Wagnis, von dem ihnen viele Bekannte abgeraten hatten. Kurz vor dem Nachtdigital-Festival war „Kann 00“, so die Katalognummer, fertig. Die drei spielten sie bei ihren Auftritten im Bungalowdorf Olganitz und steckten die Platte befreundeten DJs zu. Ermuntert von den positive Reaktionen, fragten sie mit der fertigen Platte in der Hand schließlich erneut bei einem Vertrieb nach und erhielten prompt eine Zusage.

Dass die Labelmacher mit ihren instinktiven Entscheidungen richtig lagen, zeigt das überaus begeisterte Feedback auf ihre erste Veröffentlichung. „Gerade weil wir als DJs selbst wissen, wie viele Platten jede Woche rauskommen, ist es toll, dass unsere Platte jetzt in den Clubs gespielt wird. Das ist ein totaler Antrieb, aber es birgt auch ganz schönen Druck,“ beschreibt Jan Barich die momentane Stimmung. Diesen Herbst noch wird die nächste EP mit Tracks von Sevensol & Bender folgen. Dabei wollen die drei Enthusiasten gemäß dem Motto „Everything Kann“ weiterhin ästhetisch offen bleiben. Und so erklärt auch Jan Barich den Label-Anspruch: „Es ist schon Clubmusik, aber die Funktionalität soll nicht so eine große Rolle spielen, sondern eher die Individualität der einzelnen Künstler.“
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1008)

Kann Records Website
Mehr zu Kann Records bei frohfroh

CommentComment

  • pinguin / 13. Februar 2010 / um 00:15
    kann ich bei dir sein?

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