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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Bye Bye, Nachti

26. März 2019 / Kommentare (1)

Heute gibt es good und bad news in einem Artikel: Das Nachtdigital hat weitere Line-up-Details veröffentlicht – und zugleich den Abschied von der Festivalbühne verkündet. Jan von der Crew erklärt warum.

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Das Line-up der diesjährigen – MINT Edition genannten – Ausgabe des Nachtdigital-Festivals ist um einige Highlights reicher geworden. So kommen nicht nur Atom TM & Tobias, Gerd Janson, Helena Hauff, Job Jobse und Robag Wruhme nach Olganitz, sondern auch Akiram en, Credit 00, David Cornelissen, Janosch , Lux, Ossia, Paquita Gordon, Steffen Bennemann und YPY.

Auch dieses Jahr spielt Ambient mit einer eigenen Bühne eine große Rolle. Eingeladen sind dort Adel Akram, Brenz Hold, Grand River, Jing, Michelson, Nika Son, Nina, Oceanic, Onetake, Rachel Lyn und Sa Pa.

Um den langen Ausklang am Sonntag kümmert sich der Prager Club Ankali mit Residents und Freunden aus dem Clubumfeld. Bestätigt sind: Diane Barbé, em ju es aj si, Eva Porating, Exhausted Modern, Fabian, Favor & Protection, Fleika, Hoff, Møreti, OGJ / Torr, Psj, Raphael Kosmos, Sinnan und St. Jakob.

Nach der Freude um das Line-up folgte in der offiziellen Pressemitteilung aber ein trauriger Satz: „Es wird das letzte Mal sein, dass ihre treuen Fans und langjährigen BegleiterInnen im Bungalowdorf in Olganitz (bei Leipzig) zusammenkommen. Denn danach ist Schluss. Nach 22 wilden und erfüllenden Jahren haben die MacherInnen Lust auf Veränderung. Was genau das heißt bleibt vorerst ungewiss.“

Ein wenig mehr zu den Beweggründen wollten wir dann doch wissen. Deshalb haben wir Jan von der Nachtdigital-Crew ein paar Fragen gestellt:

Seit wann habt ihr mit dem Gedanken gespielt, das Nachtdigital nicht mehr weiterzuführen?

Seit mehreren Monaten beschäftigen wir uns bereits mit dem Thema „Zukunft“ und was aus uns noch werden soll bzw. wohin wir wollen. Seit dem gab es viele Diskussionen rund um den Gedanken, das Nachtdigital zu beenden. Das ist natürlich auch ein Prozess, den wir gemeinsam mit unserer Crew, in der viele verschiedene Meinungen vertreten sind, erst einmal durchlaufen mussten. Bis dann der Gedanke spruchreif da steht, sind viele Stunden vergangen.

Ihr habt Lust auf Veränderung, gab es noch andere Gründe für das Ende?

Wir haben hauptsächlich gemerkt, dass ganz viel der Energie, die wir früher in das Wochenende selbst stecken konnten, heute auf der Strecke bleibt, um im Getöse des Festival-Business an der Wahrnehmungsgrenze zu bleiben.

Unsere Geschichte zeigt jedoch, dass wir von wo ganz anders herkommen und darauf keinen Bock haben. Für uns steht allein die Musik im Mittelpunkt und die Aufgabe, einen Ort und eine Zeit für unsere Gäste zu schaffen, um diesem ganzen Irrsinn zu entfliehen – darum ist Olganitz ja auch der perfekte Ort dafür. Es wird da zum Beispiel niemals gescheites Internet geben und das ist auch gut so. Ein wenig haben wir Lust dahin zurück zu kehren. Was das aber genau bedeuten mag, lassen wir offen.

Ihr werdet in der einen oder anderen Form von uns hören. Jetzt soll das Hauptaugenmerk aber darauf liegen, was wir mit Nachtdigital aufgebaut haben und was uns alle für immer verbindet: Dass wir eine große Nachti-Family sind, die die Liebe zur Musik teilt, Freunde auf der ganzen Welt gefunden oder gar die Liebe des Lebens zusammen gebracht hat.

Wie fühlt sich die Entscheidung innerhalb der Crew nun an?

Für uns alle war die Entscheidung natürlich sehr schwer zu treffen. Es sagt sich immer so leicht, genau dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Aber diesen Punkt zu finden, fällt niemandem leicht – auch uns nicht. Dennoch hat diese Entscheidung nochmals sehr viel Energie frei gesetzt. Wir wollen mit einem lauten Knall die Bühne verlassen und alle sollen dabei sein. Das wird toll.

Gibt es noch Specials für die letzte Ausgabe?

Das weiß, nur wer kommt. Wir sehen uns also im Sommer.

Wer mehr zu den Anfängen und der Entwicklung des Nachtdigital erfahren möchte, dem empfehlen wir unser großes Interview zum 20. Geburtstag. Auch wenn Olganitz nicht Leipzig ist – für die lokale Szene war das Nachtdigital ein wichtiger Ort des Zusammenkommens, Ausprobierens und Weiterspinnens. Insofern wird es definitiv fehlen. Vielen Dank!

CommentComment

  • Christian / 02. April 2019 / um 14:31
    Das ist verdammt schade!

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