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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Various Artists „Don’t Turn Around“ (Kann Records / Mikrodisko Records)

31. August 2010 / Kommentare (2)

Seit gestern ist sie nun draußen, die gemeinsame Platte von Kann Records und Mikrodisko Records. Neben tollen HiHats hält sie einige Statements bereit.

Es hat sich ja schon länger rumgesprochen, dass die beiden Labels eine gemeinsame Platte herausbringen. Und doch überrascht es mich immer noch. Für Mikrodisko ist es das erste Lebenszeichen nach über zwei Jahren. Kann Records hat in der Zeit Laufen gelernt. Musikalisch gehen beide eigentlich recht deutlich auseinander.

Dennoch eint beide Labels etwas: sie sind eigenwillig und ihre Platten sind kleine Statements. Statements für ein Verständnis von elektronischer Clubmusik bei dem die Zwischentöne wichtiger sind als die Bassdrum. In den Zwischentönen unterscheiden sich beide dann aber wieder. Bei Kann sind es die Deepness und die Lässigkeit, bei Mikrodisko wiederum das Roughe und das Spontane, was mich immer wieder anzieht. „Don’t Turn Around“ dokumentiert dieses Spannungsverhältnis aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden zweier Brüder im Geiste nun auf einer EP.

Map.ache spricht zweimal für Kann. Bei „Carnival“ still und behutsam, sehr melodisch und ruhig, fast schon post-rockig. Eine ähnlich positiv gestimmte Melancholie klingt auch bei „Staten Island Aquarium“ durch, wenn auch etwas forscher. Wunderbar hier sind die HiHats am Anfang, wie sie immer wieder wegziehen.

Kann-Records-Mikrodisko-2Auf der Mikrodisko-Seite ist einmal Besuch aus Hamburg zu hören. Nike.Bordom kenne ich von Dial, das ist aber auch schon vier Jahre her. Ihr „Substitute“ ist ein House-Electro-Hybrid, musikalisch genau richtig ausjustiert zwischen Reduktion und Eleganz. Selbst in den Phasen in denen die Electro-Seite die Überhand gewinnt. Nur die Vocals stören mich. Warum säuseln die so? Die überladen die Balance.

Bei Mix Mup und Kassem Mosse dann der Beweis wie hell ungeschliffene Diamanten schillern können. Wie hingerotzt die Bassdrums und HiHats klingen. Dann noch etwas kantiger Funk und viel Rauschen dazwischen. „We Beat This Thing“ ist durch und durch ein Statement und passt genau auf diese Platte.

Kann Records Website
Mikrodisko Website
Kassem Mosse Facebook
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CommentComment

  • mmh / 03. September 2010 / um 14:48
    frau bordoms stimme ist das beste auf der platte! ein gelungenes säuseln macht frösteln im guten.
    beste kann + beste mikrodisko - can't turn around.
  • sb / 02. September 2010 / um 08:40
    schönes review!

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