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Paula und Amy
Dieser Artikel wurde von unseren Autorinnen Paula Charlotte Kittelmann und Amy Woyth als Gemeinschaftsproduktion verfasst.

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„Ich vermisse die Zeit des Stumpfsinns nicht wirklich“ – zwei Jahre mjut

24. Mai 2020 / Kommentare (1)

Der zweite Geburtstag, die Coronakrise, das Soliticket und die Crowdfunding-Aktion(en) – im Interview mit den Clubbetreiber*innen des mjut gab es viel zu besprechen. Zwei unserer Autorinnen im Gespräch über die momentane Lage im Club und in der Leipziger Subkultur.

Selbst wer diesen Geruch zuvor für unangenehm empfunden hat, dürfte ihn nun vermissen: Der vereinte Geruch von Zigarettenrauch, Nebelmaschine und Schweiß, der sich über Monate und Jahre hinweg auf und unter Tanzflächen, Wänden und Decken manifestiert hat. Das Gefühl, wenn die Schuhsohlen kurz am Boden kleben ob des verkippten Biers.

Ähnlich ging es unseren Autorinnen, die erst einmal tief durchatmen mussten, als sie endlich wieder zwischen den Backsteinmauern eines von Leipzigs größten Clubs stehen.

Status Quo

Die momentane Grundstimmung in der Leipziger Clubkultur ist, untertrieben gesagt, nicht gerade positiv. Etliche Crowdfunding-Aktionen und Clubs ringen hoffnungsvoll um die nicht mehr ganz so gefüllten Geldbeutel ihrer Besucher*innen. Wöchentlich wird von allen Seiten versucht, ausgefallene Veranstaltungen durch Streams zu ersetzen oder gar neue Stream-Konzepte zu erstellen – aber auch hier lässt langsam die Motivation nach. 

Ähnlich wie unsere Subkultur ist das mjut gerade eine Baustelle. Den mit Sand bedeckten Boden im Außenbereich verdecken wiederum etliche gestapelte Holzplanken, alles ist irgendwie zur gleichen Zeit im Auf- und Abbau; sowohl draußen als auch drinnen stapelt sich Technik, soweit das Auge reicht.

Und obwohl der Club im Leipziger Osten mit den Rahmenbedingungen rund um seine Geburtstage bisher nie wirklich Glück gehabt hat und auch sonst gerade viele Kompromisse eingehen muss, ist die Stimmung unter den Mitwirkenden überraschend gediegen. Im mjut ist man sich sicher, dass die Situation gerade mehr Chance als Krise darstellt.

Alles und Nichts

Aber zurück zum Anfang: Ein Club ohne genaues Konzept, ohne konkrete Richtung, in die es gehen soll. Funktioniert das, wenn alles und nichts möglich ist? Wie können Ideen, Perspektiven und Visionen abgestimmt werden? 

„Wir haben uns gar keine Nische gesucht, die hat uns gefunden – Vieles hier hat sich irgendwie gefügt“, erzählt uns Marcus über die Zeit der Gründung des mjut. Marcus ist der Geschäftsführer des mjut, alter Hase in der Clubwelt und ambitioniert, den Horizont der Clubkultur in Leipzig ein Stück zu erweitern. 

Markus aka Translucid ist Booker und Resident des mjut und sieht genau darin die Stärken des Clubs: „Das ist das, was ich schön finde: Jede Idee, die aufploppt, egal wie banal sie am Anfang klingt, wird versucht umzusetzen und es wird Energie reingesteckt, um etwas Schönes daraus zu machen.“

„Hier werden Ideen nicht so schnell abgewunken wie vielleicht an anderer Stelle, weil‘s zu weird sei, nicht reinpasse oder sonst was. Ich finde es schön, dass wir regelmäßig über irgendwelchen Quatsch nachdenken und dann erst abwägen, ob das Sinn ergibt oder nicht; dass mindestens mal darüber nachgedacht wird“, bestätigt Marcus.

Happy birthday, liebes mjut

Im April 2020 ist das mjut zwei Jahre alt geworden. Geburtstage scheinen jedoch seit der Gründung des Clubs unter keinem guten Stern zu stehen: Zu Beginn musste ohne Dach ausgekommen werden, zum ersten Geburtstag wurde der Safe aufgebrochen, den zweiten feierte das mjut ohne Gäste. 

Eine Leerstelle entsteht.

Ein freier Raum, der gefüllt werden muss, wenn keine Menschen mehr durch das Holztor mitten in einer Industriebrache im Leipziger Zentrum kommen. Wie diese Leerstelle gefüllt werden kann und derzeit gefüllt wird, erfahren wir noch. Zuerst interessiert, was für ein Resümee die Crew nach zwei Jahren mjut für sich zieht. 

Vor allem sei es, so Markus, gar nicht so einfach, Menschen mit dem, was man tut, zu erreichen, wenn man diverse Partys, verschiedene Konzepte und Ideen unter einem Dach versammelt. Nach seinem Gefühl wird die Clubkultur in Leipzig aktuell von zwei Motivatoren getrieben: Auf Veranstaltungen zu gehen, die man kennt, weil man weiß, was man bekommt und weil man weiß, dass alle Freund*innen da sein werden.

Oder aber auf Veranstaltungen zu gehen, die total underground sind, von denen man nur durch SMS-Listen erfährt. Das kann schade sein, wenn gut kuratiertes Booking keine Aufmerksamkeit bekommt, weil es schlicht und ergreifend etwas Neues ist, vielleicht eben mal nicht genau das, was wir alle schon kennen. Die Partys eben, auf denen wir alle schon hundertmal waren. 

Foto von Paula Kittelmann

Markus hofft, dass das mjut mit der Zeit, die vergeht, für genau diese Veranstaltungen mehr Aufmerksamkeit bekommt. „Ich merke schon, dass man immer mehr das Gefühl hat, die Leute kommen nach Abenden im mjut auch wieder, auch wenn sie die Künstler*innen nicht kennen – weil sie wissen, sie können darauf vertrauen, dass was Gutes passiert, dass sie vielleicht auch mal überrascht werden. Es gibt so viele Leute, die super krasse Musik machen, deren Namen aber niemand kennt. Ich hoffe, dass der Club diesbezüglich einfach immer mehr Vertrauen bekommt.“

Auch Marcus sieht als Stärke des Clubs, dass es keine von vornherein festgelegte Linie gibt. Das bringt Herausforderungen mit sich, vor Allem weil es nichts konkret Greifbares für das etwaige Publikum gibt, an dem sich orientiert werden kann. „Zu Beginn haben wir diese ‚Nicht-Definition‘ eher als Makel wahrgenommen als jetzt, weil für uns selbst auch lange nicht greifbar war, wie wir uns definieren wollen. Aber es gibt ganz viele Menschen, die ihren Horizont immer offenhalten, Musik suchen, Technik, Kunst… Das würde ich hier auch gern aufrechterhalten, dass sich nicht eine Schiene so einfährt. Im besten Fall kann man aber ein Ort für alles werden, ohne dass es von vornherein eine festgelegte, immanente Prägung gibt, wie der Abend sich verhalten wird, wie der Flow sein könnte.“

Das mjut als Chamäleon der Leipziger Clubkultur 

– an einem Abend eine Goa-Party mit bunt leuchtender Deko, 12 Stunden später clean, industriell und technoid. Es entsteht ein Gefühl, als könne alles passieren. Mit seiner Wandlungsfähigkeit füllt der Club eine Nische, von der wir nicht wussten, dass wir sie brauchen – abseits des Techno-Monopols in Leipzig. 

„Da stoßen wir als Subkultur an unsere Grenzen, weil wir eben doch nur in einem Dorf leben – beispielsweise im Vergleich zu Berlin.“ bestätigt Marcus. „Es wäre einfacher gewesen, den Laden in eine massenkompatible Richtung zu drücken und damit den finanziellen Erfolg zu sichern. Aber ich glaube hätten wir das gemacht, wären wir an einem gewissen Punkt von der Moral her versackt, weil uns das nicht glücklich gemacht hätte.“ Der Musikgeschmack der Crew ist so divers wie der Club selbst: Es fehlen aber Disko-Partys, Hip-Hop Partys,… – es gibt viele unterrepräsentierte Genres.

Foto von Paula Kittelmann

…and then there was Corona 

Zwei Jahre also füllt das mjut einen Freiraum in Leipzigs  subkulturellen Kosmos, erschafft Welten und setzt ständig neue Ideen um. 

Dann kommt das Frühjahr 2020, die Clubs dürfen nicht mehr öffnen.

Lockdown. 

Doch auch an dieser Stelle bleibt die Crew optimistisch: „Natürlich ist es jetzt finanziell schwierig, aber wir waren schon oft wirklich an dem Grund des psychischen, finanziellen oder generell des Machbaren. Ich bin ein Stück weit der Meinung, dass die Institution Club, die wir alle immer noch so ein bisschen vor uns herbeten, dahinsiecht und verschwindet, dass die Konsumverhältnisse sich ändern. Ich glaube, dass wir mit dieser Krise noch schneller zu diesem Punkt gekommen sind, dass das eigentliche Club-Dasein vollständig überdacht werden muss.“ Seine Illusion: Etwas neues kreieren, die Hülle „Club“ wieder mehr als das sehen, was es ist – ein Ort, an dem Menschen aufeinander treffen und Künstler*innen kuratiert werden.

Das ist es letztendlich nämlich, was den Club von einer Diskothek unterscheidet: Ein kuratiertes Programm versus DJs, die als Job auf der Lohnsteuerkarte einen Track nach dem nächsten pumpen. Clubs sind aktuell vielerorts noch als Vergnügungsstätten klassifiziert – was dem Anspruch, den viele Booker*innen haben – ein durchdachtes Kulturprogramm auf die Beine zu stellen – nicht gerecht wird. Gewissermaßen können Clubs aus dem Leerraum, der durch Corona entstanden ist, wieder experimentierfreudiger werden, auch wenn sie eventuell in Musikstilen und Konzepten eingefahren waren. Und vielleicht verändert die aktuelle Situation auch etwas auf Seite der Konsument*innen

– vielleicht hören Zuhörer*innen in Zukunft genauer hin

hofft Klara, die im mjut für Presse und Promo zuständig ist.

Möglicherweise beginnt das Publikum, wenn es zu Hause die Musik von Künstler*innen konsumiert – ohne das Drumherum im Club – bewusster zu konsumieren. So könnte wieder mehr ein Gefühl dafür entstehen, was die Menschen an den Mischpulten zusammenstellen. Vielleicht gehen dann wieder mehr Personen wegen der Musik zu Veranstaltungen, egal ob nüchtern oder nicht, egal ob die ganze Crew da sein wird oder nicht. 

„Ich hoffe, dass die Leute sich jetzt alle mal mehr mit sich selbst beschäftigen und dadurch vielleicht mehr Offenheit für gewisse Dinge entsteht.“ bestätigt Markus. „Eigentlich kann die Szene so, wie sie gerade funktioniert, ohnehin nicht weiter funktionieren, so viele Künstler*innen sind jedes Wochenende von A nach B geflogen, was extrem scheiße ist – die Clubkonzepte müssen in Zukunft variieren, es sollte regionaler gearbeitet werden muss regionaler arbeiten. Deswegen denke ich, es ist gut, wenn ein bisschen über den Horizont geschaut wird und der Fokus nicht nur auf einer Party mit Musik und Feiern liegt.“

Und auch für die Zeit Post-Corona gibt’s im Club ohne konkretes Konzept schon jede Menge Pläne. In den Containern rund ums mjut, die auf der Betonfläche noch leer stehen, sollen Ateliers, Büros, Werkstätten und Coworking-Spaces entstehen. Marcus möchte diverse Gewerke, Bildungsrichtungen und Bildungsschichten zusammenbringen. „In meiner persönlichen Wahrnehmung ist der Club nur der Samen für das, was hier noch entstehen soll. Wenn wir uns immer in unserer linken Bubble bewegen, uns immer von der gleichen Künstlerblase weitertragen lassen, dann machen wir 10, 15, 20 Jahre immer die gleiche Soße. Ich sehe den Ort hier eher ganzheitlich. Der Club ist die Basis, der Startpunkt, es ist schön, dass er uns zusammengeführt hat.“

Das mjut im Umbau 

Zurück im Club selbst hat sich das mjut schon vor Corona dem Umbau gewidmet – viele von euch dürfen die neuen, um 90 Grad gedrehten Ausrichtungen der Tanzflächen schon erlebt haben. Dieses Floor-Konzept wird gerade erweitert: „Jetzt gehen wir noch ein Stück weiter, sägen die Fundamentpodeste raus und bauen in beiden Räumen noch eine Wall of Bass, um den Raumklang zu homogenisieren und ein noch haptischeres Erlebnis zu erzeugen.“ Auch ein Holzfußboden soll her. „In Summe wird der Club vom Aussehen her immer relativ slick bleiben. Wir versuchen nicht besonders industriell fabrikmäßig zu wirken, was oft mit Techno assoziiert wird, weil ich glaube, dass diese Prägung zum Einen überholt ist und zum Anderen wieder eine Verfestigung darstellen würde, die wir einfach nicht haben und nicht sehen.“ sagt Geschäftsführer Marcus. 

„Ich vermisse die Zeit des Stumpfsinns nicht wirklich“

Im Außenbereich wird selbstverständlich auch gewerkelt – dort soll vor allem erstmal am Schallschutz gearbeitet werden, um den Nachbarn gegenüber mehr Rücksicht zu zeigen. „Wir versuchen den Außenbereich dahingehend fit zu machen, um in Absprache mit der Stadt, der Kulturbürgermeisterin und der LiveKomm in irgendeiner Form einen außengastronomischen Betrieb aufbauen zu dürfen. Oben wird eine Terrasse aufgesetzt, den neuen Barcontainer bauen wir aus.“

Foto von Paula Kittelmann

C.R.E.A.M.

Mit einem Blick auf die Leipziger Szene merkt man: Nicht nur das mjut ist im Wandel. Umdenken, neu erfinden und Krisenprogramm ausfahren lautet die Devise der gesamten Subkultur während Besucher*innen ausstehen und Dancefloors leer bleiben.

Streams, soweit das Auge reicht

Der United We Stream Kick-Off aus Leipzig in Kooperation mit arte concert – wir erinnern uns – wurde vor einem Monat mit fünf ihrer Residents im oberen Floor des mjut gefeiert. DJ Maik, Alto Bloom, Translucid, Sui und DJ Detox boten Zuschauer- und Zuhörer*innen eben das diverse, musikalische Programm, über das sie sich mit uns unterhielten. Smoothe Breaks im Opening, danach experimentelle und Bass-Sounds, Disco- und Synth-Vibes, Electro und, schließlich, schnelle und trippy tunes.

Mit sowohl den United We Stream Global als auch den United We Stream Mitteldeutschland Modellen mit arte concert und dem MDR war und ist es das Ziel, Geld für die Rettung der Clubkultur zu sammeln – mit Hilfe des Spendenmodells Club-Soliticket. Zwar bekommen alle elf Clubs und Musikspielstätten der LiveKomm das Geld aus diesem Spendentopf, jedoch hat das mjut, wie einige andere, eine separate Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen.

Warum? „Wenn ich mir die laufenden Kosten von zehn Spielstätten angucke, selbst nach positivster Milchmädchenrechnung mit dem, was über das Soliticket reingekommen ist – keine Chance,“ meint Marcus.

Foto von Paula Kittelmann

Die LiveKomm hat bekannt gegeben, dass bereits 100.000 Euro mit dem Soliticket gesammelt wurden und, klar, das ist auf den ersten Blick viel Geld. Wenn allerdings monatelange Einnahmen ausbleiben und Mieten trotzdem ausstehen, kommen elf Clubs mit dieser Summe nicht weit. Den Unterstützer*innen sei man wirklich dankbar, doch eine gemeinsame Crowdfunding-Kampagne nach Dresdner Vorbild wäre laut mjut solidarischer und damit zukunftsweisender gewesen. (Anm. d. Red.: in Dresden sind bisher knapp 60.000 Euro für 13 Clubs zusammengekommen.) 

„Die Szene hat eine gewisse Größe, einen gewissen Pool. Wir leben alle in unserer Bubble und denken, dass alle etwas mitbekommen. Und diese kleine Bubble hat einen kleinen Markt – wenn man den für eine gewisse Zeit ausreizt, wird am Ende für die Leute, die es bis dahin nicht getan haben, nichts mehr übrig bleiben. Das sehen wir an unserer Kampagne und das werden wir bei nachfolgenden sehen.“

Goodies, goodies, goodies

Auch, wenn die Crowdfunding-Aktion im mjut ein wenig Unbehagen auslöst – man ist stolz auf das, was man auf die Beine gestellt hat. Über 12.000 Euro hat der Club bereits sammeln können; es gibt Poster, Platten, Merch und viele Specials als Dank für die Solidarität der Spender*innen.

Die Specials, die der Crew besonders am Herzen liegen, sind beispielsweise die Zimmerlampen, Club-Dinner und DJ-Workshops. Und: die Nerdshops (nerdy Workshops) zu Soundsystemen und Raumakustik. „[Letzeren] Workshop empfehle ich allen Leuten, die etwas mit Sound, Musik, Produktion zu tun haben. Viele Produzent*innen und Veranstalter*innen haben nicht die Möglichkeit Zuhause ihre Produktionen auf einer großen Anlage zu hören oder eben mit dieser für eine Party zu üben. Den Umgang mit dieser und die Wirkung auf die Raumakustik wollen wir zeigen. Wir wollen da wirklich wissen vermitteln.“

Das mjut hat außerdem eine auf Breakbeat fokussierte, 16-Track Digital-Compilation herausgebracht. 

Ganz schöne Ansage. 

Residents, Freunde des Clubs und Veranstalter*innen sind vertreten, von melancholisch bis geradlinig ist das komplette Spektrum abgedeckt, im Mittelpunkt stehen Club-Sounds. Eine Rezension und weitere Infos bekommt ihr demnächst bei uns auf frohfroh (Spoiler: Banger alert!), eine zweite Listening-Compilation ist schon in Planung. So sind aus  der Not heraus sehr viele Projekte und Ideen entstanden, manche sind bereits abgeschlossen, andere stehen noch an.

Foto von Paula Kittelmann

What the future holds

Und wie geht’s jetzt weiter? „Im besten Fall finden wir eine Möglichkeit, uns mit Dingen über Wasser zu halten, die wir jetzt noch nicht auf dem Schirm haben. Dazu gehört für mich auch bedeutend mehr als Streaming – das finde ich derzeit eine gute Brücke, aber es ist für mich eben nur das: eine Brücke, um in diese Phase reinzuschlittern.“ Diese Phase heißt, einen größeren Mehrwert aus Konzepten zu generieren, als nur der stumpfe Konsum. „Im besten Fall wird der Außenbereich ganzheitlich genutzt, im Sommer mit Outdoor-Yoga mit Sicherheitsabstand, Sportgruppen – ganzheitliche Nutzungskonzepte – meinetwegen auch sieben Tage die Woche und es muss nicht jedes Mal ein Beat drunter laufen,“ resümiert Marcus.  

Um noch einen draufzusetzen: „Gerade planen wir noch eine mobile Bar: in den Parks Getränke verkaufen, um uns über Wasser zu halten und im besten Fall ein bisschen Subkultur zum mitnehmen anbieten können. Damit die Leute uns nicht aus den Augen verlieren, hier her kommt zurzeit niemand – also müssen wir hin zu den Leuten.“

Das mjut zeigt, wie wichtig es ist, kreativ und optimistisch zu bleiben; den Blick auf das Licht am Ende des Tunnels nicht zu verlieren. So flexibel kann gewiss nicht jeder Club sein, doch das mjut geht mit gutem Vorbild voran. Streams – ja. Sich davon abhängig machen – nein.

Vielleicht überstehen am Ende diejenigen die Krise, die am innovativsten bleiben, oder diejenigen, die die günstigsten Rahmenbedingungen haben. Vielleicht sind es diejenigen, die das Publikum bedingungslos auf ihrer Seite haben. Aber dass das mjut die Krise nicht übersteht, ist keine Option.

CommentComment

  • Melissa / 29. Mai 2020 / um 19:01
    Das die Geschäftsführung von Solidarität redet ist scheinheilig.
    Die Menschen, auf dessen Rücken der Club aufgebaut wurde, nicht bezahlen/auszahlen, rausekeln mit allen Mitteln, sie schlecht behandeln um den gegebenen Versprechen nicht nachkommen zu müssen, nenne ich Betrug. Wo ist da die Solidarität?
    Zudem sollte sich die Geschäftsführung öffentlich entschuldigen, dafür das sie sexistische Äußerungen von sich gibt.
    „Milchmädchenrechnung“ - > https://de.wikipedia.org/wiki/Milchm%C3%A4dchenrechnung

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