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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Geteilte Abfahrt

27. April 2011 / Kommentare (0)

Zwischen Nature One und Distillery-Keller – so lebt Christian Fischer als Producer und DJ. Und dieses Bild spiegelt auch seinen Sound wider. Mit diesem Spagat ist er bei frohfroh weitgehend außen vor geblieben – durchaus zu Unrecht.

Christian Fischer und sein Label Definition Records gehören zu Leipzig – definitiv. Und es ist noch einmal ein anderes Leipzig als all der ganze Dusted Decks-Wahnsinn. Seit über zehn Jahren ist er dabei mit einem sehr großflächigen Techno-Sound, der ziemlich selbstbewusst auf Rave setzt. Rave im echten Sinne. Nature One, Mayday und wohl auch Mittel- und Südamerika.

Da ist Christian Fischer ist ein DJ-Superstar. Dagegen sind seine regelmäßigen Definition-Label-Nächte im Distillery-Keller Underground. Es ist so ein wenig wie das Sven Väth- Phänomen – der spielt auch in einer anderen Liga, man spürt aber, dass da dennoch eine Menge feines Gespür dahinter steckt. Auch wenn das in den Tracks durch massive Basslines, fette Bassdrums und Rave-Dramaturgien oft untergeht – sein letztes Album „Change Disko“ ist voll von solchen Stücken.

Dass die Remixe zu diesem Album nun bei Statik Entertainment rauskommen überrascht einerseits, weil das Label sonst für eine ganz andere Gangart steht. Andererseits ist es schlüssig, denn Definition Records und Statik Entertainment agieren zusammen unter der gemeinsamen Dachfirma Bryzant – eine Full-Service-Dance-Music-Holding also, wenn ich mich einmal lakonisch aus dem Fenster lehne.

Doch es passt in diesem Fall auch inhaltlich: denn mit den „Starlight Remixes“ gelingt eine Neuverortung des Ausgangsmaterials. Und dass liegt eindeutig an der Auswahl der Künstler und des Tracks. Denn mit „Starlight“ wurde der dubbigste und zurückhaltendste Track auf „Change Disko“ in seine einzelnen Spuren zerlegt. Headnoaks und Anokie stülpen einfach ihren deepen bis schroffen Electro.

MasKinE von Instabil verstärkt den Dub-Charakter und entschleunigt das Stück. Das Berliner Duo youANDme zaubert einen düsteren, trocken nach vorn schiebenden House-Track daraus. Und Morphology verbinden all die drei zuvor angerissenen Einflüsse in einem Remix. Ein gelungenes Austarieren zweier Gegensätze findet hier statt – auf Vinyl mit youANDme und Morphology, die anderen drei Remixe gibt es ausschließlich in der digitalen EP-Version.

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