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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Ultraschall aus München

02. November 2011 / Kommentare (0)

Wieder gibt es neue Tracks von Daniel Stefanik. Dieses Mal auf dem Label des Münchner Clubs Harry Klein. Mit Vivianne Projects teilt er sich die fünfte Label-EP.

Es ist kein neues Phänomen, aber eins, das an Leipzig bislang noch vorbei ging. Clubs eröffnen ihr eigenes Label, um ihre Residents künstlerisch über die Stadtgrenzen hinaus zu präsentieren. Das Berghain ist mit Ostgut Ton am konsequentesten unterwegs. Beim Watergate und Fabric bleibt der Katalog auf Mix-Compilations beschränkt. Die ehemalige Bar 25 presst ihren Zirkus ebenfalls auf Vinyl.

Und in Leipzig? Am ehesten könnte es wahrscheinlich die Distillery stemmen – logistisch und künstlerisch. Denn viele der Residents veröffentlichen eigene Tracks. Allerdings ausschließlich anderswo. Zum 5. Distillery-Jubiläum gab es einmal eine Compilation. Das war 1998, in Zusammenarbeit mit dem Workshop-Vorgänger-Label United States Of Mars. Wobei es da auch mehr um den großen Techno-Zusammenhang ging und nicht um die Szene vor Ort.

Vielleicht braucht es solch ein Projekt auch nicht in einer Stadt wie Leipzig, in der die Künstler selbst sehr engagiert sind. Es hätte vielleicht eher symbolischen Charakter, wobei der nicht unerheblich für eine lokale Szene und deren Außenwirkung sein kann.

Wie auch immer: in München steht das Harry Klein. Und der Club reiht sich in die oben erwähnte Liste mit ein. Für die fünfte EP steuerte auch Daniel Stefanik zwei Stücke bei. Zwei relativ introvertierte, die noch einmal mehr Understatement zeigen, als die Stücke der letzten Kann Records-EP.

Irgendwie ist Daniel Stefanik immer dann am besten, wenn er sich ein paar Meter neben den Dancefloor stellt. Wenn er den Stücken viel Zeit einräumt und wenn sie die Chords eigentlich keine Chords sind, weil sie viel zu dynamisch und mäandernd im Hintergrund bleiben. Da wachsen die Stücke mit einem improvisierten Charakter. Bei „Sunday On My Mind“ ist das ganz deutlich der Fall. Deep und erst sehr spät im Tempo anziehend.

„Ultraschall“ ist eine Hommage an den Vorgängerclub des Harry Klein. Hier bleibt das Flirrende, Selbstvergessene auch prägend. Zumindest am Anfang. Später dreht eine recht dominante Synthie-Bass-Schleife ihre Kreise, immer wieder aufgefangen von verschiedenen anderen Schleifen. Sehr verschlungen und dramaturgisch sehr weit vorn. Es sind zwei Tracks, die zwischen den Stunden schlummern. Die Beruhigen und Entfachen können.

Daniel Stefanik Website
Harry Klein Records Website
Mehr zu Daniel Stefanik bei frohfroh

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