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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Dance like 2012

02. Januar 2013 / Kommentare (0)

Frohes, neues Jahr, jaja. Noch gibt es aber ein wenig 2012 aufzuarbeiten. Kurz vor Jahresschluss kamen nämlich noch einige EPs heraus.

Stanley Schmidt „Won`t You Listen To Me“ (Rivulet Records)

Von Rivulet Records beispielsweise. Die zweite Platte, wieder nur auf Vinyl und wieder mit Siebdruck-Cover. Stanley Schmidt findet mit ihr erstmals als Producer Gehör. Anfang 20 ist er und er gräbt sich auf der A-Seite in einen Sound, der wahrscheinlich zum Zeitpunkt seiner Geburt seinen ersten Höhepunkt erlebte.

Mit trockener Bassdrum, aufgedickter Bassline, melodischem Piano-Flirren und einem Soul-Vocal-Sample flirtet „Won`t You Listen To Me“ mit den House-Anfängen. Sehr versiert und mit gehörigem Selbstbewusstsein.

Kim Brown bringen das Stück wieder mehr in die Gegenwart. Sie verzichten auf das Vocal und setzen auf die gedehnte Deepness. „Ritter Rumpel“ ist aber der stille Hit der Platte. Mit seiner Bescheidenheit und dem nach hinten gedimmten Gesang von Claus Scholze, der zur besseren Seite des Säusel-Grates hin tendiert.

Marco Marset „Flamingo Bar“ (Esoulate Music)

Bei Esoulate ging kurz nach Weihnachten die siebte Veröffentlichung online. Marco Marset, der neulich ja auch sein zweites Label Avida Music startete, eröffnete seine „Flamingo Bar“. So richtig warm werde ich mit seinem Sound aber nicht. Sehr reduzierter, unterkühlter, irgendwie auch maskuliner TechHouse, der sich dann aber doch immer wieder auftürmt.

Aber auf den Punkt kommt er nicht. Die Minimal-Nachwehen vielleicht. Der Frankfurter Alex D-Part haut dann noch richtig mit der Rave-Keule drauf. Einziger Lichtblick der Remix von Bigalke & Sunset. Mit gewohnt dunkler Härte gehen sie über „Flamingo Bar“.

Steve Lawler „Silk Roads / Hoffman’s Potion“ (Moon Harbour Digital)

Bei Moon Harbour wird die Digital-Reihe durch Steve Lawler höher dotiert als bisher. Denn Lawler ist alles andere als ein Newcomer. Viva Music heißt sein eigenes Label und er gehört schon zur schickeren Seite von House.

Seinen beiden Stücken ist das nicht unbedingt anzuhören. „Silk Roads“ und „Hoffman’s Potion“ strahlen eine angenehme Entspanntheit aus. Wirklich heraus stechen können sie aber auch nicht.

Appa Glas „Sunrise Collective“ (Shelving Music)

Ein neuer Name tauchte noch Weihnachten auf. Appa Glas. Jo Beschil und Clara Schink stecken dahinter und die „Sunrise Collective“-EP ist ihr Debüt. Ein Track plus vier Remixe. Digital veröffentlicht von dem argentinischen Label Shelving Music.

Alles sehr auf Großraum und Pop ausgerichtet. Effektüberzogene Vocals, flächige Chords. Auch die vielen Stücke auf dem Soundcloud-Profil des Duos verdeutlichen den Mainstream-Fokus. Wobei sie darin konsequent und fit sind.

Neonlight „Byte Bites Bit“ (Lifted Music)

Damit weg von den geraden Bassdrums. Mit weiter ausholenden Gesten kennen sich aber auch Neonlight aus. Auf dem Londoner Label Lifted Music brachten sie ihre „Byte Bites Bit“-EP heraus. Bekanntermaßen fehlen mir im Drum’n’Bass die Nuancen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Neonlight ihr Pop- und Rave-Level hier enorm steigern.

„True Legend“, „Computer Music“ und „Cosmic Cowboy“ schrauben sich mit solch eingängigen Hooklines hoch, dass mir zwangsläufig der Brostep-Wahnsinn in den Sinn kommt. Nur vom Ansatz her. Neonlight bleiben natürlich beim Drum’n’Bass. Vielleicht überhöre ich auch die Ironie zwischen der Hook-Leichtigkeit. „Sprech Funk“ bleibt noch im Track-Fluss. Ohne Mitgröl-Potential.

Shamir & Nyse „Urban Taoist“ (Resistant Mindz)

Zuletzt bescherte Resistant Mindz uns noch mit US-HipHop auf einer 7″. Shamir & Nyce von der World of Light-Crew legten ihrer „Urban Taoist“-EP gleich noch eine CD bei – „Kill The Konspiracy“ heißt sie.

Nach den vorwiegend instrumentalen Tracks geht es hier nun etwas klassischer zu. Mit richtigen Raps und laidback-Groove. Die 7″ gibt es auch digital via Bandcamp.

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