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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Various Artists „Dark Drum&Bass Convention: Assembly“

24. September 2019 / Kommentare (0)

Es sieht düster aus: Mit einer vierzehn Tracks starken Compilation definiert die Dark Drum&Bass Convention ihren Sound anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens.

Eine Menge Releases sind in den letzten Monaten während unserer Heftproduktion liegen geblieben. Zumindest einen Teil davon möchte ich auch im Nachhinein vorstellen – den Überblick, was in den letzten Monaten alles erschienen ist, habe ich eh verloren. Hinweise dazu gern in die Kommentare.

Nun zur Dark Drum&Bass Convention. Schon der Name bringt auf den Punkt, worum es der zur Compilation zusammengefassten Partyreihe geht: Drum & Bass in seiner düsteren Ausprägung. Soul- und Reggae-Samples, Cocktail- und Lounge-Vibes finden eher an anderen Orten statt – und auf anderen Platten. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der DDBC könnt ihr seit Mai nun auch außerhalb des Clubs nachhören, in welche Richtungen sich der dort priorisierte Sound so bewegt. Logisch, dass hier Producer und DJs am Start sind, die auch auf den Partys ihre Tracks spielen.

Laut Promo-Info wurde die Trackauswahl für die Compilation von den beteiligten Musikern auch selbst vorgenommen. Zudem ist die Veröffentlichung auch eher als Bestandsaufnahmen denn als Labelgründung zu verstehen. Somit gab es auch keinen Label-Boss, der Änderungen an den Tracks verlangt oder die über die auf der Vinyl-Ausgabe vertretenen Stücke entschieden hat.

Überhaupt, Vinyl: Acht der vierzehn Stücke der digitalen Variante wurden auf zwei ansehnliche 12″-Maxis gepresst. Ein in diesen Zeiten mutiges Format, hört man doch häufig, dass Dance-Music-Plattenkäufer tendenziell zu einzelnen 12″-Releases greifen und die oft nicht nur doppelt so schweren, sondern auch doppelt so teuren Sampler lieber stehen lassen. Vielleicht liege ich aber auch falsch.

Mal sehr deep, mal sehr trocken, aber überwiegend sehr unaufgeregt kommen die Stücke daher. Wie so oft im Drum & Bass tauche ich sehr gern im atmosphärischen Sounddesign der Tracks ein; eine Stärke, die das Genre vor allem über die Länge so anziehend macht. Während die Grundstimmung gleich bleibt, machen mir vor allem die diversen rhytmischen Akzentuierungen Spaß: Was da alles möglich ist, zeigen zum Beispiel zu Beginn Paradox Effects, RUZ und Es.tereo.

Aber der Groove darf auch straighter durchmarschieren – siehe Relict, Wintermute, KJUBI, Unreal Project und Soundia – und dabei den für Drum & Bass eigentümlichen Funk entwickeln. Spannend, wie dieser Groove bei No Human Sound X Mad Thematics dann leicht stolpert und wie sich überhaupt der schräge Drive von „Third Sector“ entwickelt. Sehr einnehmend auch die mit Halfstep spielenden Tracks von dreadmaul und Heatwave, wobei gerade „Anchor 9“ einen schön paranoiden Sog entwickelt. Mit seinen sich auftürmenden Echos und schleppenden Bassgrummeln toppt „Secret Knowledge“ von Plastiks das ganze nochmal.

Außerdem gibt es diese nervöse Schnattern im eigentlich sehr kühl rockenden „Kukku“ von Cues & L.U.I., sehr charmant irgendwie. Das letzte Stück der Compilation, „Matter“ von Trainsient, besticht durch wunderbar wummernde Subbässe, die gut zeigen, dass dieser düstere Sound auch einfach ne Menge Spaß macht im Club.

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