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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Various Artists „Rosé“ (Hypress)

27. Februar 2020 / Kommentare (0)

Oha, Hypress gibt ziemlich Gas in diesem Jahr. Nach der Tsorn-EP kürzlich, erscheint nun eine große Compilation auf Doppel-Vinyl. Wir haben reingehört.

Von Neustart spricht Hypress selbst. Denn 2020 kommt das vor drei Jahren von Templeton gegründete Label mit neuem Team, neuen Artists und neuem Look daher. Und der bisher umfangreichsten Werkschau: „Rosé“ bündelt zwölf Tracks von Künstler*innen aus dem Leipziger und Berliner sowie dem internationalen Hypress-Netzwerk.

Die größte Überraschung gibt es gleich am Anfang: Artificial Paradise, das gemeinsame Projekt von IfZ-Resident Subkutan und Leshrac, ist erstmals mit einem Track auf Vinyl zu hören. Via Bandcamp und auf der „Sonic Resistance“-Compilation entließen die beiden bereits drei Tracks von ihren Festplatten. Es ist auf jeden Fall ein düsteres Paradies, das Subkutan und Leshrac da vertonen. Besonders „Crack“ hier drückt mit schwerem, breakigem EBM-Techno gleichzeitig nach unten und nach vorn.

Ähnlich dark – aber deutlich treibender – ist auch Zidane mit „Scherben“ dabei. Er kümmert sich ab sofort bei Hypress auch um die Grafik. Ansonsten switcht „Rosé“ zwischen Techno und Electro – und zwar wirklich ohne Ausfall. Jeder Track ist eine Perle für sich. DJ Overdose, Interviews, TRQ-30 und Varum bringen mit ihren Tracks einige helle, warm beseelte Momente mit rein, während es sonst schon recht düster zugeht im Hypress-Sound.

Was mich grad echt abholt, sind die ausladenden Rave-Synths von Tsorn und I.C.S. – klar, hier klopfen die 90er richtig laut an, aber sie sind die großen Herzöffner und Antithesen zum immer schneller, immer düster werdenden Techno der letzten Tage. Auch DJ Problems aus Athen lässt sich davon mitreißen, spielt aber mit Vocals und überträgt die anziehende Einfachheit in den Electro-Kontext. Besonders fett in der zweiten Version übrigens, die als Digital Bonus veröffentlicht wird.

Ansonsten, mein Hit: Iraklis „Contemplating“, ein unruhiger, hektischer, wildes, aber irgendwie auch feingliedriger, subtiler Break-Track.


Im Institut fuer Zukunft findet übrigens morgen (28.2.2020) die offizielle Release-Party zu „Rosé“ statt: Mit dabei sind Swarm Intelligence, TRQ-30, Special Noxy K, I C S. & Templeton, Interviews, Varum, Nina Frizzante.

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