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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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New Label Week – PH17

18. September 2017 / Kommentare (0)

Im September gab es nicht nur einen Festival-Marathon, es starten auch drei neue Labels aus Leipzig. Deshalb rufen wir die New Label Week aus. Los geht es mit PH17.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, dass ein Label aus dem näheren Umfeld des Instituts fuer Zukunft herauswächst. Nun ist es soweit: PH17 startet mit einer viel versprechenden Compilation und dem Anspruch, elektronische Musik abseits der Dancefloor-Diktate zu pushen.

IfZ-Resident Solaris und Stanley Schmidt, ein Mitbegründer von Rivulet Records, stecken hinter PH17 – und sie haben einiges vor. Bereits im Juli erzählten die beiden dem Thump-Magazin, dass sie mit ihrem Label „über Clubmusik hinaussteigen [wollen], ohne sie zu vernachlässigen und damit vermeintliche Widersprüche zu vereinen.“

Es soll bei PH17 den beiden nach also um elektronische Musik gehen, die in der nicht gerade kleinen Leipziger Label-Landschaft unterrepräsentiert ist – experimentellere Sounds und Genre-Merges, Ambient, Lo-Fi, weirde Hits. Oder wie es der Name der ersten PH17-Platte treffend benennt:

„Third Floor Music“, eben.

Ein sehr spannender Ansatz also, der nachhaltig wirkende Musik hervorbringen dürfte. Wobei dieser Pioniervibe einen Tick zu hoch gegriffen ist. Denn in den letzten fünf Jahren haben insbesondere Doumen, Holger Records, PragmatPneuma-dor und Modern Trips gezeigt, dass Leipzig nicht nur Heimat für soliden House ist.Doch jedes weitere Label mit einem Blick jenseits der geraden Bassdrums ist derzeit ein Gewinn. Die erste Compilation steckt das Spektrum entsprechend weit ab: Leibniz hat aus seiner Playstation gleitenden Ambient extrahiert, Hobor besinnt sich als einziger hier auf Techno – er zersetzt ihn aber in einen leiernden, fast naiven LoFi-Loop.

Das Berliner Duo Annanan schiebt sich mit schwerer, übersteuerter und schleppend breakiger Bassdrum durch melancholische Ambient-Flächen. Das New Yorker Duo Ariadne zeigt darüber hinaus, dass das PH17-Netzwerk schon jetzt über Leipzig und Berlin hinausreicht. Ihr „Sore“ ist auch der eigenwilligste Track – kristalline, dunkel-sakrale Elektronik trifft hier auf opernhaft erhabenen Gesang.Mit zwei eigenen Tracks ist auch Label-Mitgründer Stanley auf „Third Floor Music“ vertreten. Und er zerlegt ebenso Erwartungen und Konventionen, indem er bei „Travolta“ Ambient, Acid und Electro verbindet. Super auch sein „Breakdancing Daddy“, das die klassische Ambient-Deepness immer wieder mit Stille, wild modulierenden Synth-Sounds oder freien Rock-Trap-Beats zerreißt.

Wir sagen: Yeah, ein gelungener Start, dem wohl bald mehr folgen wird. Von Hobor soll es ein Album auf Tape geben. Außerdem sind EPs mit Via App sowie Ital & Halal geplant. Morgen gibt es das nächste neue Label bei uns.

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