Daniel Stefanik „Reactivity“ (Statik Entertainment)

Seit einigen Wochen ist es draußen, das erste Daniel Stefanik-Album. Und es hätte tatsächlich so kurz vor Jahresende die Chance auf einen vorderen Platz in der Rubrik „Bestes elektronisches Album“ zu gelangen.

Denn „Reactivity“ entfaltet derart gekonnt verschiedene Nuancen, die jedoch alle unter einem warmen Dub-Mantel zusammen gehalten werden. Zwischen Dub-Techno und Electronica lassen sich die acht Tracks grob verorten. Der Basic Channel-Einfluss ist einigen Stücken dabei nicht abzusprechen.

Dennoch entsteht nie das Gefühl, dass sich hier ein Fan an dem Sound seiner Helden abarbeitet. Die abgefederten Beats sind immer tief mit deepen Dub-Sounds verwoben. „Reactivity“ ist nur bedingt ein Club-Album, dafür ist es umso charaktervoller. Oder anders gesagt: es ist das Album, das zeigt, dass Techno und House nicht ausschließlich auf den Party-Aspekt ausgerichtet sein müssen.

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Christian Fischer „Bryzant Games“ (Definition Records)

In Südamerika quasi ein DJ-Star, hier eher eine Underground-Größe. Christian Fischer hat viele Gesichter und verschiedene Sounds, wie sein erstes Album beweist.

Christian Fischer ist einer der bekanntesten deutschen Techno-DJs und Producer. Besonders in Brasilien tourt er mit seinem Partner DJ Murphy regelmäßig durch riesige Clubs, aber auch bei den hiesigen Groß-Raves wird er oft gebucht.

In Leipzig ist er hingegen eher eine Underground-Größe in der Distillery und wird für einen etwas ruhigeren, house-orientierten Sound geschätzt. Sein erstes Album nach unzähligen EPs macht die verschiedenen Vorlieben in einer 4-fach-Vinyl-Box deutlich. Von Techno und Tech-House über Electro und Trance bis hin zu Remixen für Slam und sogar Sabrina Setlur bietet das Album einen Rundum-Blick.

Latent ist seine Identität als DJ für Großraum-Techno an vielen Stellen herauszuhören. Und zwar in den hochkochenden Breaks sowie den flächigen Sounds. „Bryzant Games“ ist sehr solide und perfekt produziert. Nach Fischers Aussagen soll für jeden etwas dabei sein. Und so ist es auch. Einige Perlen sind zwar darauf, aber auch Tracks, die zu überladen und ravig ausfallen. Die funktionieren dafür aber sicherlich auf der Mayday und in Brasilien.

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Dubbiger Neustart

Daniel Stefanik ist längst zu einem Aushängeschild für die Leipziger Elektronik-Szene geworden. Mit seinem Debüt-Album „Reactivity“ betont er seine Liebe zu Dub mehr denn je – vielleicht als Resultat der vergangenen Monate.

Wie gern wird Städten von außen ein spezifischer Sound zugeschrieben: Berlin ist Techno, in Köln thront Kompakt, Hamburg gibt sich vielseitig mit einer Indie-Attitüde und Leipzig ist Deep House. Es dauert, bis solche Etiketten verblassen. Denn Deep House spielt hier schon seit gut fünf Jahren keine große Rolle mehr. Deutlich lässt sich dies an Leipzigs bekanntestem Label Moon Harbour Recordings beobachten. Der klassische Deep House-Sound der ersten Platten ist längst einer reduzierteren, stärker technobeeinflussten Form von House gewichen.

An dieser Entwicklung war Daniel Stefanik nicht ganz unbeteiligt. 2002 zog er von Dresden hierher, um an der HTWK Informatik zu studieren. Geboren und aufgewachsen ist er in Großenhain, nordöstlich von Dresden. Trotz Provinz kam er schon dort mit Detroit-Techno und den Berliner Dub-Techno-Helden Basic Channel in Berührung. In Leipzig war er anfangs mit diesen Präferenzen ein Exot. Frankman, Marlow und auch Matthias Tanzmann standen für den Leipziger House. Dennoch kamen sie bald ins Gespräch, insbesondere mit Matthias Tanzmann wurde mehr daraus. Zusammen produzierten sie Tracks, die auf Moon Harbour erschienen und Daniel Stefanik erstmals auch international in Erwähnung brachten. Seine erste eigene EP „Move Me“ folgte schließlich 2005. Stefanik wurde zum neuen Steckenpferd bei Moon Harbour, der im Minimal-Hype auch als DJ immer öfter gebucht wurde.

Zwischen Studio und Flughafen
2007 war das bislang intensivste Jahr für ihn. Nahezu jedes Wochenende reiste er quer durch Europa und spielte in renommierten Clubs. Für jemanden, der sich in erster Linie als Musiker und Künstler in seinem Studio austoben möchte, nicht immer ein Vergnügen. „Es ist ein Zwiespalt: Ich lege gern auf und empfand diese Zeit auch als Chance, aber nach so einem Wochenende ist man am Montag fertig von der Musik. Meist schafft man es erst Mittwoch und Donnerstag ins Studio und merkt, dass nichts richtig vorangeht. Dann ist schon Freitag und es geht wieder los“, beschreibt Stefanik das Dilemma zwischen Musiker- und DJ-Dasein. Zugleich blieb sein Studium auf der Strecke und erste Differenzen mit Moon Harbour keimten auf. Ende des letzten Jahres war Stefanik ausgelaugt und kaum bereit für neue Tracks.

2008 dann die Zäsur: Daniel Stefanik legt sein Studium vorerst auf Eis und trennt sich von Moon Harbour. „Es ist sicher nicht immer einfach mit mir, aber ich möchte schon, dass das Label künstlerisch hinter mir steht. Und wenn dann zu viele Kompromisse eingegangen werden müssen, kann man sich irgendwann selbst nur noch schwer mit dem Label identifizieren. Aber das finde ich gerade wichtig“, benennt Stefanik die Gründe für seinen Ausstieg.

Neue Energien
Abgebrochenes Studium, Label und Booking-Agentur weg – das sind nicht die besten Voraussetzungen für einen Neustart. Dennoch schien die Herausforderung neues Potenzial freizusetzen, wie Stefanik meint: „Auf einmal war ich frei im Kopf, ich hatte nichts zu verlieren. Ich produzierte einfach für mich und wollte schauen, wer es nehmen könnte.“ „Reactivity“ heißt Stefaniks erstes Album daher nicht ohne Grund. Und es wird auch wieder in Leipzig veröffentlicht, beim Label Statik Entertainment, das bereits zwei Dub-Techno-Platten von ihm herausbrachte. Und die acht Tracks sind weitaus weniger funktional für den DJ-Einsatz ausgelegt als bisher. Stattdessen bewegen sie sich in einem Spektrum von Electronica, Dub und Dub-Techno. Dass das Album trotz seiner Vielseitigkeit überaus homogen ausfällt, dürfte daran liegen, dass die Tracks innerhalb einer dreimonatigen Phase entstanden sind.

Generell entstehen in Stefaniks Studio viele Tracks in Jamsessions. Selten werden Elemente statisch arrangiert. Die hohe Musikalität der Stücke sieht Stefanik in seiner Schlagzeugausbildung als Kind begründet: „Ich musste nach Noten spielen und hatte Harmonielehre. Vieles passiert dadurch heute intuitiv, weil es in mir drin ist.“

Jena und Oh! Yeah!
Einen Ritterschlag im Vorfeld gab es von Stefan Betke alias Pole, einem der Electronica-Dub-Pioniere schlechthin. Zu einem Freundschaftspreis mischte er das Album ab und holte die restlichen zwanzig Prozent aus den Tracks heraus, wie Stefanik eingesteht. Auf einen Sound möchte er sich indes nicht festlegen. So erschien im November nicht nur das ruhige, dubbige Album „Reactivity“, sondern auch seine erste EP mit neuen Club-Tracks auf dem Jenaer Label Freude am Tanzen, dem er seit langem nahe steht.

Zusammen mit den befreundeten Producern Sven Tasnadi und Stefan Schultz alias Juno6 hat er zudem vor kurzen das Label Oh!Yeah! gegründet – als reine Plattform für eigene, abseitigere oder speziellere Tracks. Die Nummer 1 von Stefanik selbst überraschte denn auch durch ihren ungewöhnlich straighten Techno.

Wohin es noch gehen soll, dafür gibt es jedoch noch keinen Masterplan: Daniel Stefanik schätzt die freundschaftliche Nähe zu Freude am Tanzen und zum Leipziger Label Kann Records. Doch alles ist offen. Daniel Stefanik ist zuversichtlich: „Es gab Punkte, an denen ich dachte, ich höre auf, weil es mir zu viel wird. Aber ich muss zugeben, dass ich gerade wieder sehr glücklich bin.“
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1108)

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Simon Flower „Still Here, Still There“ (Curl Curl)

Schon erstaunlich, was für ein Potential an House in Down Under existiert. Simon Flower hat sich in Europa durchaus einen Namen gemacht, selbst auf Pokerflat Recordins hat er schon zwei Platten veröffentlicht.

Die neue auf Curl Curl geht ziemlich deutlich weg von dem sehnsuchtsvollen und warmen Sound, den seine letzten Platten prägten. Die A-Seite legt einen straighten House-Beat vor, ergänzt um ein ebenso rhythmisches Vocal-Sample. Erst später bauen sich die schwelgerischen Chords auf.

Der ganze Track ist eine große Hommage an Detroit – die Claps, die Chords, der Beat, das ist so zeitlos und trägt soviel futuristischen Soul in sich. Das könnte noch länger als 10 Minuten so weiterlaufen. Einer der besten Simon Flower-Tracks bisher, wie ich finde.

Der zweite Teil von „Still Here, Still There“ ist auch recht straigt und auch von Detroit inspiriert, aber irgendwie eher von Elektro als von Techno. Etwas roher und dissonanter. Gegen die A-Seite hätte es wahrscheinlich jeder Track auf der B-Seite schwer. Insofern ist es ja gut, dass er sich komplett emanzipiert und gar nicht erst versucht einen ähnlichen Vibe einzufangen.

Simon Flower Myspace

Ufoboys „Airstrip EP“ (FM Musik)

Mal wieder eine neue Platte auf FM Recordings, dem Label von Andreas Greiner alias Frankman. Dieses Mal mit einem Duo aus Essen – Manuel Tur steckt mit dahinter.

Seitdem der Leipziger House-DJ und Producer nur noch sporadisch Platten auf seinen Label FM und Auris Recordings herausbringt, ist die Freude jedes Mal umso größer. Für die Nummer 15 konnte das Duo Ufoboys aus Essen – laut De:Bug ein neues House-Mekka – zwei Tracks beisteuern, die sehr souverän und zeitgemäß mit dem etwas aus dem Club-Fokus geratenen Genre Deep House umgehen.

Kein Wunder, immerhin ist ein Teil der Ufoboys die große House-Hoffnung Manuel Tur. Mit seinen gerade mal 22 Jahren hat er sich innerhalb der letzten fünf Jahre eine beachtliche Diskografie bei verschiedenen renommierten Labels aufgebaut.

Frankman selbst ist mit einem Remix des Tracks „People Move“ vertreten. Und er bleibt der Mann für den klassischen deepen House-Sound mit deutlichen Chicago-Reminizensen. Stetigkeit kann auch eine Tugend sein. Zumindest verliert Frankmans Stil nichts von seinem Reiz.

Ufoboys Myspace
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Morbus M. / Exocet „Don’t Trust Your Eyes“ (Spunky Monkey Records)

Eine ziemlich düstere Split-EP. Angeblich von derselben Person, nämlich Klima von Kellermusik Records. Die getrennten Persönlichkeiten erweisen sich jedoch als sinnvoll, denn die beiden Seiten gehen zwei ganz verschiedene Richtungen.

Morbus M. pflegt einen breakigen Elektro-Sound, relativ eingängig mit Piano-Spuren, dunklen Vocal-Samples, derben Basslines und hektischen Beats. Exocet hingegen ist langsamer, intensiv leidender Industrial. Diese Seite ist mir persönlich zu pathetisch und zu sehr auf Dissonanz gebürstet. Wobei die Beats durchaus klar strukturiert sind.

Es ist kein massiver Sound-Brei, der einem hier entgegen donnert. Vielleicht ist es die Düsternis, die diese B-Seite einfach mehr stigmatisiert. Ansonsten ist diese Platte ein mutiger Schritt für Spunky Monkey sich so konsequent einem formatiblen Label-Sound zu entziehen.

Spunky Monkey Records
Morbus M. Myspace
Exocet Myspace

Demian „Associative Memory EP“ (Spunky Monkey Records)

Wow, was für eine eingängige Platte. Hätte ich von Spunky Monkey nicht erwartet. Aber Demian scheint auch ein Held zu sein. Solch leichtfüßige House-Tracks.

Leider sind sie wohl aber untergegangen wenn man auf Discogs schaut: nur vier Besitzer offenbaren sich dort. Dabei steckt in den vier Tracks soviel Funk, Ironie, Deepness und Detroit-Reminizenzen, wie sie sonst nur selten so vereint zu finden sind.

Hinzu kommt, dass wirklich alle vier Stücke ausnahmslos überzeugen, und dass obwohl jeder für sich eine andere Nuance stärker betont. Es passt einfach alles: selbst die Blume auf dem Label-Etikett ebenso wie die orange-rote Hülle.

Spunky Monkey Records

Clouds „Elders“ (Jahtari)

Zwei Typen aus Helsinki stecken hinter Clouds. Laut Discogs pushen sie dort die Dubstep-Szene. Ihr Track „Elders“ ist aber eher in typischer Jahtari-Manier zwischen Dub und Digitalität beheimatet.

Unsterblich wird er nicht zuletzt durch seinen tollen runtergepitchten Gesang des Dancehall-Helden Cocoa-Tea. Ras Amerlock baut allerlei Sample-Wahnsinn ein, lässt das Vocal gänzlich außen vor. Die prägnant schiebende Bassline verrät aber, dass sie aus Finnland kommt. Aber irgendwie reicht das leider nicht so richtig.

Rootah erdet seinen Remix ganz im Kontrast im Roots Reggae, mit Vocal und unbändiger Deepness. Wobei die Beats voll in der Gegenwart kicken. Wadadda bringt schließlich einen weiteren Mix auf diese Platte, der wiederum sehr klassisch auf Dubstep setzt, mit ordentlichem Rave-Appeal und dem Vocal, wahrscheinlich sogar im Orginaltempo. Toll, wie diese Platte mit einem Grundgerüst so verschiedene Richtungen einschlägt.

Clouds Myspace
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Dan Drastic „Slice Of Life“ (Moon Harbour Recordings)

Das wurde auch Zeit. Hinter den Kulissen ist Dan Drastic schon länger bei Moon Harbour, auch als DJ läuft er unter dessen Banner. Doch bis auf einen Compilation-Beitrag gab es noch nichts Eigenes von ihm bei Moon Harbour.

Nun also „Slice Of Life“, ein anfangs dubbiger, minimalistischer Track, der durch sein langsam rein mäanderndes Sample eines afrikanischen Chors ein unerwartetes Gesicht bekommt. Die Kurve zum Ethno-Kitsch kriegt Dan Drastic recht souverän. Denn seine eigenen Sounds und seine Rhythmik sind sehr behutsam mit dem Chor-Vibe abgestimmt. An manchen Stellen klingen die Arrangements dann doch etwas hölzern, aber insgesamt überzeugt „Slice Of Life“ schon.

An den Johnny D-Mix komme ich dagegen nur schwer ran. Zwar ist der Mannheimer gerade hoch im Kurs, aber sein konsequentes Stakkato, das er aus dem Original neu herausfiltert, ist arg loopig und reduziert – besonders über fast zehn Minuten. Was aber durchaus fasziniert ist die hypnotische Intensität, die durch den hektischen, nicht enden wollenden Loop erzeugt werden. Im Club ist Hypnose toll, das ist scheinbar was bei diesem Remix zählt.

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Various Artists „KANN 00“ (Kann Records)

Die DJs, Party-Veranstalter und Producer Map.ache, Sevensol und Bender haben das Label Kann Records gegründet und starten mit einer Doppel-12“-Compilation, die toll aussieht und toll klingt.

Die gemeinsame Schnittmenge ist House. Mal sehr klassisch und mal sehr oldschool bei den US-Helden angelehnt. Dann wieder mitten in der House-Renaissance der letzten Jahre mit ihren euphorischen, teils epischen Tracks. Auch ein Berliner Producer gehört zu Kann Records – Johannes Beck steht für einen vertrackteren, eher in Electronica und Indie verwurzelten House-Sound.

Auch wenn sie in ihren Nuancen variieren: Alle sechs Tracks haben das Zeug zu kleinen Hits. Die Katalognummer 0 hat diese Platte eigentlich nicht verdient. Denn eine Null ist sie einfach nicht.

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Various Artists „Circoloco @ DC10 10 Years Anniversary“ (Moon Harbour Recordings)

Moon Harbour stemmt ein dickes Paket aus sechs Mix-CDs, verteilt über drei CDs. Seit zehn Jahren lässt sich jeden Montag im Sommer im Club DC10 das Party-Wochenende auf der Rave-Insel Ibiza verlängern.

Über das ganze Jahr finden auch in anderen Ländern Circoloco-Partys statt. Im Afterhour-Hype scheint diese Reihe jedoch hervorzustechen, was den Anspruch und die Auswahl der DJs anbelangt. Matthias Tanzmann gehört seit geraumer Zeit zu den Circoloco-Residents. Durch diesen Kontakt entstand auch die Idee einer Compilation-Serie zum 10-jährigen Bestehen der Club-Reihe.

Neben dem Moon Harbour-Chef durften auch Tania Vulcano, Sossa, Thomas Melchior sowie das rumänische Minimal-Trio Arpiar je einen Mix zum Jubiläum beisteuern. Mit Ibiza-Klischees haben alle Mixe wenig zu tun. Und doch können sie im eigenen Wohnzimmer, weit entfernt von Ibiza nichts von der vermeintlich ausgelassenen Stimmung rüberbringen.

Möglicherweise wäre eine DVD hierfür das bessere Medium gewesen. Einzig der Mix der drei Rumänen sticht mit seinen vielen exklusiven Tracks und dem konsequenten Minimalismus heraus.
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 0808)

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Circoloco Myspace
Matthias Tanzmann „Restless“ – frohfroh-Rezension

Tilman Schmidt & Ihlenfeld „Ships And Icy Roads“ (Privatelektro)

Die neunte CD des Leipziger Electronica-Labels teilen sich die Künstler Tilman Schmidt und Sven Ihlenfeld aus Berlin. Jeweils drei Stücke steuerten beide für „Ships And Icy Roads“ bei.

Sechs Stücke also, die sehr verschiedene Richtungen einschlagen und auch für Privatelektro ungewöhnlich sind. Tilman Schmidt startet mit dem beinahe cineastischen „Ferner“, einem Stück, das zwischen Opulenz und Langsamkeit pendelt. Seine Nähe zum Post-Rock wird hingegen bei seinem zweiten Stück „Sophie“ deutlicher, am Schluss seiner Session wagt er sogar einen Exkurs in die Neue Musik.

Während Schmidt viel mit Instrumenten arbeitet, verbindet Ihlenfeld Field Recordings mit Electronica. Damit fällt er an vielen Stellen dissonanter und artifizieller als Schmidt aus, was aber keineswegs als Manko zu werten ist.

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