Andi Numan „Glass Roots EP“ (Curl Curl)

Und wieder präsentiert Curl Curl ein neues Gesicht aus Neuseeland – Andi Numan. Seine EP bringt House mit Acid-Anleihen und analogen Sounds zusammen. Und trotzdem bleibt alles deep.

Eigentlich sollten Curl Curl-Platten nur im Frühling und Sommer herauskommen. Denn diese sommerliche Leichtigkeit und süße Melancholie, die in jeder Curl Curl-Platte steckt, wirkt im Winter fast deplatziert. Andererseits: in Australien und Neuseeland, dem Wirkungskreis von Curl Curl ist ja gerade Sommer.

Andi Numan ist gebürtiger Neuseeländer mit einem Hang für analoge aber auch deepe House-Tracks. „Glass Roots“ hat eine wunderbare Acid-Bassline und ebenso leicht futuristisch-schwelgerische Harmonie-Bögen im Hintergrund. Erfrischend satt und organisch im Sound. Der Phil Brökelmann-Mix wagt sich nicht allzu weit weg vom Original, vielleicht ein wenig geglätteter und raviger – ebenfalls ein schöner Track, aber eigentlich nicht wirklich nötig bei der tollen Vorlage.

„Translations“ ist etwas Dub-getränkt und weniger offensiv als „Glass Roots“. Dafür mit einem tollen Vocal, das dem Track in all seiner zurückgelehnten Deepness noch mehr Charakter verleiht – „Poetry is universal“, so die Aussage des Tracks.

In der zweiten Hälfte schimmert dann auch bei „Translations“ solch ein ungeschliffener Synthesizer-Sound hervor, wie ihn Andi Numan zu lieben scheint. Ich auch. Selbst der Break An dieser EP stimmt einfach alles.

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Good Guy Mikesh & Filburt „Someone Told Me“ (Permanent Vacation)

Zwei neue Tracks von Mikesh und Filburt. Und besonders der Titeltrack „Someone Told Me“ bringt beide Charaktere besser in Einklang, als dies bei der ersten EP im Sommer 2008 gelang.

Mit diesem Track finden Pop, Disco und House gleichermaßen zueinander. Besonders eindringlich ist natürlich die großartige, beinahe orchestrale Hookline, die sich erst langsam vortastet, sich dann aber ohne Scheu in den Mittelpunkt rückt. Disco-Anleihen, Retro-Synthie-Sounds und zum Ende hin ein Vocal-Sample von Mikesh, mehr braucht es nicht. Irgendwie klingt „Someone Told Me“ vertraut, wie ein House-Klassiker, der einen schon lange begleitet.

„Freddy“ auf der B-Seite kommt da leider nicht ran. Zwar sind die Zutaten ähnlich, auch der Sound ist ähnlich oldschool, doch insgesamt ist „Freddy“ ein Tick zu volumniös.

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Kassem Mosse „Aqueous Haze“ (Mikrodisko Recordings)

Unglaublich, wie Kassem Mosse seinem originären Sound treu bleibt und trotzdem immer neue Nuancen rausholt. Diese neue Platte ist dabei so zeitlos, dass man sie noch in fünf Jahren mit der gleichen Freude besprechen dürfte.
Die zwei Tracks sind geradezu prädestiniert um auf Vinyl veröffentlicht zu werden – in den Sounds so oldschool, so reduziert, ursprünglich und düster im besten Sinne. „No Peace No Love No Unity“ ist etwas vertrackt, schiebt aber vom Hintergrund her ziemlich nach vorn. Mit seiner dunkel umher schwirrenden Soundschleife ließe sich so mancher schlechte Traum vertonen.

Dagegen wirkt „578“ auf surreale Weise euphorisch. Vor der streng durchlaufenden Bassdrum steigert sich eine verhallte, hell tönende Fanfare zu einer anskizzierten Rave-Hymne, die aber eigentlich keine sein möchte. Die Detroit-Leipzig-Tangente ist eröffnet und Kassem Mosse ist Stargast auf der Überholspur.

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Sevensol & Bender „The Big Easy“ (Kann Records)

Nach der Doppel-Null folgt nun mit „The Big Easy“ die offizielle erste Platte von Kann Records. Das House-Doppel Sevensol & Bender debütiert mit drei deepen, klassische orientierten Tracks.

Von einem butterweichen Start spricht Jan Barich alias Map.ache, einer der drei Betreiber von Kann Records, angesichts der positiven Resonanz, die die Debüt-Compilation im Spätsommer auslöste. Besser hätte es tatsächlich nicht laufen können für das Leipziger Label.

Die erste offizielle Laufnummer kommt mit drei weiteren Tracks der anderen beiden Label-Köpfen Sevensol & Bender. Wie schon auf der „00“ halten die beiden die House-Flagge weit nach oben. Sehr klassisch fallen die drei Stücke aus, mit einer Deepness und Musikalität, wie sie eher für US-amerikanische Tracks typisch ist.

Wo viele aktuelle House-Producer ins Epische abdriften, bleiben „Live At Coliseum“, „Ellen Barkin“ und „Ait“ angenehm unaufgeregt. Lässig werden ebenso dubbige Momente wie auch etwas pathetische Vocal-Samples integriert, ohne dass eine offensichtliche Attitüde herauf beschworen wird.

In dieser Bescheidenheit liegt die Faszination für die an sich schnörkellosen Tracks. Hier muss nichts neu erfunden werden, hier muss kein Trend bedient werden, hier wird die eigene Lieblingsmusik einfach selbst produziert.

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Mod.Civil „Einfachheit Gewinnt“ (Ornaments Music)

Langsam bleibt einem die Spucke weg. Was in diesem Herbst an spannenden Platten aus Leipzig oder von Leipziger Producern bei anderen Labels erscheint. Nun debütiert auch das Duo Mod.Civil.

Die erste Mod.Civil-Platte kommt auf dem Berliner Label Ornaments Music heraus, das bereits mit dem Leipziger Dub-Techno-Producer Marko Fürstenberg im Mai 2008 startete. Gerrit Behrens und René Wettig stecken hinter Mod.Civil und sind als Live-Act bereits einige Male in Leipzig aufgetreten.

Ihr Track „Einfachheit Gewinnt“ wirkt anfangs introvertiert, entfaltet im Laufe seiner sieben Minuten allerdings eine beachtliche klangliche Leichtigkeit. Etwas pathetisch reißt dann ein Klaus Kinski-Zitat aus seinem „Jesus Christus Erlöser“-Programm die Aufmerksamkeit auf sich und gibt dem Stück eine überraschende Wendung.

Marko Fürstenberg ist mit einem Remix des Tracks ebenfalls vertreten. Er macht „Einfachheit Gewinnt“ noch clubbiger, kompakter und lässt das Zitat versteckter einstreuen. Beide Versionen überzeugen aber gleichermaßen.
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1208)

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Daniel Stefanik „The Madcap Laughs EP“ (Freude am Tanzen)

Was für ein Monat für Daniel Stefanik. Erst sein herausragendes Debüt-Album auf Statik. Nun sein Debüt auf Freude am Tanzen. Und dann mit einem solch strangen Track auf der A-Seite. Gar nicht typisch für das Jenaer Label.

In der Essenz ist „Effervescing Elephant“ ein recht düsterer Techno-Track, mit schnarrender Bassline und kristallinen bis leise surrenden Sounds. Der Beat ist allerdings federleicht, so dass Techno hier als Überbanner gar nicht unbedingt passt. Vielleicht ist es eher die Ästhetik, die eindeutig nach Techno-Keller klingt – im besten Sinne.

Voller Funk und voller House-Inbrunst ist dagegen die B-Seite. Einmal sehr skizzenhaft mit einer gerasterten Melodie bei „It Is Obvious“ und einer angerauten Bassline. Sehr tänzelnd und sogar ein wenig jazzig.

„Hey Hey, What Can I Do“ ist mehr auf Rave aus, ganz dezent allerdings mit einem breit aufschäumenden verhallten Chord. So kann Dub auch klingen: Zwar durchaus vernebelt in den Sounds, aber viel zu lebensfroh und ausgelassen, um sich in der Dub-Melancholie zu verfangen. Schöner Neustart für Daniel Stefanik bei Freude am Tanzen.

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Daniel Stefanik „Reactivity“ (Statik Entertainment)

Seit einigen Wochen ist es draußen, das erste Daniel Stefanik-Album. Und es hätte tatsächlich so kurz vor Jahresende die Chance auf einen vorderen Platz in der Rubrik „Bestes elektronisches Album“ zu gelangen.

Denn „Reactivity“ entfaltet derart gekonnt verschiedene Nuancen, die jedoch alle unter einem warmen Dub-Mantel zusammen gehalten werden. Zwischen Dub-Techno und Electronica lassen sich die acht Tracks grob verorten. Der Basic Channel-Einfluss ist einigen Stücken dabei nicht abzusprechen.

Dennoch entsteht nie das Gefühl, dass sich hier ein Fan an dem Sound seiner Helden abarbeitet. Die abgefederten Beats sind immer tief mit deepen Dub-Sounds verwoben. „Reactivity“ ist nur bedingt ein Club-Album, dafür ist es umso charaktervoller. Oder anders gesagt: es ist das Album, das zeigt, dass Techno und House nicht ausschließlich auf den Party-Aspekt ausgerichtet sein müssen.

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Christian Fischer „Bryzant Games“ (Definition Records)

In Südamerika quasi ein DJ-Star, hier eher eine Underground-Größe. Christian Fischer hat viele Gesichter und verschiedene Sounds, wie sein erstes Album beweist.

Christian Fischer ist einer der bekanntesten deutschen Techno-DJs und Producer. Besonders in Brasilien tourt er mit seinem Partner DJ Murphy regelmäßig durch riesige Clubs, aber auch bei den hiesigen Groß-Raves wird er oft gebucht.

In Leipzig ist er hingegen eher eine Underground-Größe in der Distillery und wird für einen etwas ruhigeren, house-orientierten Sound geschätzt. Sein erstes Album nach unzähligen EPs macht die verschiedenen Vorlieben in einer 4-fach-Vinyl-Box deutlich. Von Techno und Tech-House über Electro und Trance bis hin zu Remixen für Slam und sogar Sabrina Setlur bietet das Album einen Rundum-Blick.

Latent ist seine Identität als DJ für Großraum-Techno an vielen Stellen herauszuhören. Und zwar in den hochkochenden Breaks sowie den flächigen Sounds. „Bryzant Games“ ist sehr solide und perfekt produziert. Nach Fischers Aussagen soll für jeden etwas dabei sein. Und so ist es auch. Einige Perlen sind zwar darauf, aber auch Tracks, die zu überladen und ravig ausfallen. Die funktionieren dafür aber sicherlich auf der Mayday und in Brasilien.

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Dubbiger Neustart

Daniel Stefanik ist längst zu einem Aushängeschild für die Leipziger Elektronik-Szene geworden. Mit seinem Debüt-Album „Reactivity“ betont er seine Liebe zu Dub mehr denn je – vielleicht als Resultat der vergangenen Monate.

Wie gern wird Städten von außen ein spezifischer Sound zugeschrieben: Berlin ist Techno, in Köln thront Kompakt, Hamburg gibt sich vielseitig mit einer Indie-Attitüde und Leipzig ist Deep House. Es dauert, bis solche Etiketten verblassen. Denn Deep House spielt hier schon seit gut fünf Jahren keine große Rolle mehr. Deutlich lässt sich dies an Leipzigs bekanntestem Label Moon Harbour Recordings beobachten. Der klassische Deep House-Sound der ersten Platten ist längst einer reduzierteren, stärker technobeeinflussten Form von House gewichen.

An dieser Entwicklung war Daniel Stefanik nicht ganz unbeteiligt. 2002 zog er von Dresden hierher, um an der HTWK Informatik zu studieren. Geboren und aufgewachsen ist er in Großenhain, nordöstlich von Dresden. Trotz Provinz kam er schon dort mit Detroit-Techno und den Berliner Dub-Techno-Helden Basic Channel in Berührung. In Leipzig war er anfangs mit diesen Präferenzen ein Exot. Frankman, Marlow und auch Matthias Tanzmann standen für den Leipziger House. Dennoch kamen sie bald ins Gespräch, insbesondere mit Matthias Tanzmann wurde mehr daraus. Zusammen produzierten sie Tracks, die auf Moon Harbour erschienen und Daniel Stefanik erstmals auch international in Erwähnung brachten. Seine erste eigene EP „Move Me“ folgte schließlich 2005. Stefanik wurde zum neuen Steckenpferd bei Moon Harbour, der im Minimal-Hype auch als DJ immer öfter gebucht wurde.

Zwischen Studio und Flughafen
2007 war das bislang intensivste Jahr für ihn. Nahezu jedes Wochenende reiste er quer durch Europa und spielte in renommierten Clubs. Für jemanden, der sich in erster Linie als Musiker und Künstler in seinem Studio austoben möchte, nicht immer ein Vergnügen. „Es ist ein Zwiespalt: Ich lege gern auf und empfand diese Zeit auch als Chance, aber nach so einem Wochenende ist man am Montag fertig von der Musik. Meist schafft man es erst Mittwoch und Donnerstag ins Studio und merkt, dass nichts richtig vorangeht. Dann ist schon Freitag und es geht wieder los“, beschreibt Stefanik das Dilemma zwischen Musiker- und DJ-Dasein. Zugleich blieb sein Studium auf der Strecke und erste Differenzen mit Moon Harbour keimten auf. Ende des letzten Jahres war Stefanik ausgelaugt und kaum bereit für neue Tracks.

2008 dann die Zäsur: Daniel Stefanik legt sein Studium vorerst auf Eis und trennt sich von Moon Harbour. „Es ist sicher nicht immer einfach mit mir, aber ich möchte schon, dass das Label künstlerisch hinter mir steht. Und wenn dann zu viele Kompromisse eingegangen werden müssen, kann man sich irgendwann selbst nur noch schwer mit dem Label identifizieren. Aber das finde ich gerade wichtig“, benennt Stefanik die Gründe für seinen Ausstieg.

Neue Energien
Abgebrochenes Studium, Label und Booking-Agentur weg – das sind nicht die besten Voraussetzungen für einen Neustart. Dennoch schien die Herausforderung neues Potenzial freizusetzen, wie Stefanik meint: „Auf einmal war ich frei im Kopf, ich hatte nichts zu verlieren. Ich produzierte einfach für mich und wollte schauen, wer es nehmen könnte.“ „Reactivity“ heißt Stefaniks erstes Album daher nicht ohne Grund. Und es wird auch wieder in Leipzig veröffentlicht, beim Label Statik Entertainment, das bereits zwei Dub-Techno-Platten von ihm herausbrachte. Und die acht Tracks sind weitaus weniger funktional für den DJ-Einsatz ausgelegt als bisher. Stattdessen bewegen sie sich in einem Spektrum von Electronica, Dub und Dub-Techno. Dass das Album trotz seiner Vielseitigkeit überaus homogen ausfällt, dürfte daran liegen, dass die Tracks innerhalb einer dreimonatigen Phase entstanden sind.

Generell entstehen in Stefaniks Studio viele Tracks in Jamsessions. Selten werden Elemente statisch arrangiert. Die hohe Musikalität der Stücke sieht Stefanik in seiner Schlagzeugausbildung als Kind begründet: „Ich musste nach Noten spielen und hatte Harmonielehre. Vieles passiert dadurch heute intuitiv, weil es in mir drin ist.“

Jena und Oh! Yeah!
Einen Ritterschlag im Vorfeld gab es von Stefan Betke alias Pole, einem der Electronica-Dub-Pioniere schlechthin. Zu einem Freundschaftspreis mischte er das Album ab und holte die restlichen zwanzig Prozent aus den Tracks heraus, wie Stefanik eingesteht. Auf einen Sound möchte er sich indes nicht festlegen. So erschien im November nicht nur das ruhige, dubbige Album „Reactivity“, sondern auch seine erste EP mit neuen Club-Tracks auf dem Jenaer Label Freude am Tanzen, dem er seit langem nahe steht.

Zusammen mit den befreundeten Producern Sven Tasnadi und Stefan Schultz alias Juno6 hat er zudem vor kurzen das Label Oh!Yeah! gegründet – als reine Plattform für eigene, abseitigere oder speziellere Tracks. Die Nummer 1 von Stefanik selbst überraschte denn auch durch ihren ungewöhnlich straighten Techno.

Wohin es noch gehen soll, dafür gibt es jedoch noch keinen Masterplan: Daniel Stefanik schätzt die freundschaftliche Nähe zu Freude am Tanzen und zum Leipziger Label Kann Records. Doch alles ist offen. Daniel Stefanik ist zuversichtlich: „Es gab Punkte, an denen ich dachte, ich höre auf, weil es mir zu viel wird. Aber ich muss zugeben, dass ich gerade wieder sehr glücklich bin.“
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1108)

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Simon Flower „Still Here, Still There“ (Curl Curl)

Schon erstaunlich, was für ein Potential an House in Down Under existiert. Simon Flower hat sich in Europa durchaus einen Namen gemacht, selbst auf Pokerflat Recordins hat er schon zwei Platten veröffentlicht.

Die neue auf Curl Curl geht ziemlich deutlich weg von dem sehnsuchtsvollen und warmen Sound, den seine letzten Platten prägten. Die A-Seite legt einen straighten House-Beat vor, ergänzt um ein ebenso rhythmisches Vocal-Sample. Erst später bauen sich die schwelgerischen Chords auf.

Der ganze Track ist eine große Hommage an Detroit – die Claps, die Chords, der Beat, das ist so zeitlos und trägt soviel futuristischen Soul in sich. Das könnte noch länger als 10 Minuten so weiterlaufen. Einer der besten Simon Flower-Tracks bisher, wie ich finde.

Der zweite Teil von „Still Here, Still There“ ist auch recht straigt und auch von Detroit inspiriert, aber irgendwie eher von Elektro als von Techno. Etwas roher und dissonanter. Gegen die A-Seite hätte es wahrscheinlich jeder Track auf der B-Seite schwer. Insofern ist es ja gut, dass er sich komplett emanzipiert und gar nicht erst versucht einen ähnlichen Vibe einzufangen.

Simon Flower Myspace

Ufoboys „Airstrip EP“ (FM Musik)

Mal wieder eine neue Platte auf FM Recordings, dem Label von Andreas Greiner alias Frankman. Dieses Mal mit einem Duo aus Essen – Manuel Tur steckt mit dahinter.

Seitdem der Leipziger House-DJ und Producer nur noch sporadisch Platten auf seinen Label FM und Auris Recordings herausbringt, ist die Freude jedes Mal umso größer. Für die Nummer 15 konnte das Duo Ufoboys aus Essen – laut De:Bug ein neues House-Mekka – zwei Tracks beisteuern, die sehr souverän und zeitgemäß mit dem etwas aus dem Club-Fokus geratenen Genre Deep House umgehen.

Kein Wunder, immerhin ist ein Teil der Ufoboys die große House-Hoffnung Manuel Tur. Mit seinen gerade mal 22 Jahren hat er sich innerhalb der letzten fünf Jahre eine beachtliche Diskografie bei verschiedenen renommierten Labels aufgebaut.

Frankman selbst ist mit einem Remix des Tracks „People Move“ vertreten. Und er bleibt der Mann für den klassischen deepen House-Sound mit deutlichen Chicago-Reminizensen. Stetigkeit kann auch eine Tugend sein. Zumindest verliert Frankmans Stil nichts von seinem Reiz.

Ufoboys Myspace
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Morbus M. / Exocet „Don’t Trust Your Eyes“ (Spunky Monkey Records)

Eine ziemlich düstere Split-EP. Angeblich von derselben Person, nämlich Klima von Kellermusik Records. Die getrennten Persönlichkeiten erweisen sich jedoch als sinnvoll, denn die beiden Seiten gehen zwei ganz verschiedene Richtungen.

Morbus M. pflegt einen breakigen Elektro-Sound, relativ eingängig mit Piano-Spuren, dunklen Vocal-Samples, derben Basslines und hektischen Beats. Exocet hingegen ist langsamer, intensiv leidender Industrial. Diese Seite ist mir persönlich zu pathetisch und zu sehr auf Dissonanz gebürstet. Wobei die Beats durchaus klar strukturiert sind.

Es ist kein massiver Sound-Brei, der einem hier entgegen donnert. Vielleicht ist es die Düsternis, die diese B-Seite einfach mehr stigmatisiert. Ansonsten ist diese Platte ein mutiger Schritt für Spunky Monkey sich so konsequent einem formatiblen Label-Sound zu entziehen.

Spunky Monkey Records
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Exocet Myspace