Stefan Jurrack „Just Another Day EP“ (Tiefenherz)

Statt Spreewälder Gurken also Stefan Jurrack. Nie vorher gehört, aber wohl ein regional hero zwischen Potsdam und Cottbus. Wuttig & Reuter holen ihn als Producer auf ihr Label.

So richtig richtig warm bin ich mit den Tiefenherz-Platten noch nicht geworden. Drei Stück sind es mittlerweile. Allesamt gut temperiert für die funktionalen House-Ansprüche. Doch es kommt keine echte Faszination auf. Sie ärgern aber auch nicht.

Auch bei Stefan Jurrack nicht. Sein „Just Another Day“ könnte ebenso „Just Another Track“ heißen. Natürlich erwartet hier keiner die großen Überraschungen. Strings, Deepness, Vocal-Samples, alles da. „Super funky“, sagt Laurent Garnier. Es rauscht aber einfach so durch. Ohne Anker.

Ben Anders probiert es in seinem Remix mit mehr Kanten und einer deftig-rollenden Bassline, Marco Fender mit hakigem und effektvollem TechHouse. Beide bleiben „Just Another Remixes“.

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Wright & Bastard „The Week EP“ (Digitalgewitter)

Im letzten Sommer tauchte Wright & Bastard erstmals auf – auch beim Jenaer Netlabel Digitalgewitter. Jetzt hat er sich einem fünf Jahre alten Soundtrack aus Finnland vorgenommen.

„The Week“ heißt der drei Minuten lange Film, der anhand einer Woche beschreibt, wie nahe beieinander Enthusiasmus und Frust liegen, beim Versuch die Welt zu verändern. Der Finne Jukka Koops alias Sumo Lounge animierte den Film. Er gehört zu dem Demo-Kollektiv Moppi Productios, wobei nicht recht klar ist, ob es dies überhaupt noch gibt.

Aus dem TripHop des Original-Soundtracks macht Wright & Bastard einen anfangs sachten und schön akzentuierten, später bohrenden Dubstep-Track. Die Stimmung bleibt ähnlich angespannt durch den übernommenen Text. Aber irgendwie wird die gute Idee von einem Stadion-Rock-Ansatz konterkariert, der den Remix entzaubert. Ziemlich schade.

„Between The Lines“ tröstet aber hinweg. Mit aufgeräumtem, dunkel-wohligem Drum’n’Bass, der auf angenehme Weise unspektakulär bleibt. Beide Stücke gibt es hier zum Download.

Digitalgewitter Website

Various Artists „Frost Vol. 1“ (Basic Unit Productions)

Es kommt nicht oft vor, dass aus einer Party-Reihe eine Compilation erwächst, die sich einem bestimmten Sound widmen möchte. Frost macht genau dies.

Im Absturz gastierte die Frost-Crew um Santini, Booga und Daniel Myer mehrmals in den vergangenen zwei Jahren. Und immer stand Techno auf dem Plan. „The Techno Evolution“, so das Credo der Partys. „Frost Vol. 1“ möchte den damit verbundenen Sound nun weiter manifestieren. Die Digital-Compilation vereint neun Stücke, wobei Tausendsassa Daniel Myer mit gleich zwei Projekten dabei ist.

Wenig verwunderlich, er zählt zu den wahrscheinlich produktivsten Musikern Leipzigs, mit gefühlten hundert Pseudonymen und ebenso als Teil der Band Haujobb. Als Hexer war er auch auf Alphacut des Öfteren zu hören. Bei „Frost Vol 1“ kommt neben seinem bekannten Architekt-Alias auch ein sein neues Projekt Liebknecht erstmals mit einem Track hervor. Mit DSX ist auch der zweite Haujobb-Part mit dabei. Und schließlich Santini als Blac Kolor und Booga als Square7.

Und was ist der Frost-Techno? Enorm aufgeladen, maximalistisch und mit ordentlich düsteren Rave-Ansagen. Also weniger die dystopische Reduktion, eher ein pathetischer Industrial-, Electro- und IDM-Einschlag. Sehr treibend, aber auch sehr breitwandig. Gerade bei Blac Kolor und Liebknecht wird es mir schnell zu viel davon. DSX und Square7 kriegen mich aber. Mit der analogen Schroffheit von „Burn Your Radio“ und der widersprüchlichen Deepness von „Audiogast“.

Daniel Myer erklärt, wie es zu der Compilation kam.

„Die Idee zur Compilation kam, weil uns noch eine eigene Identität fehlte, ein Sound. Frost soll ja düster und kalt, aber auch tanzbar und vielleicht sogar ravig sein. Dass auch in einen Sound umzusetzen, war und ist das Ziel. Und da jeder der beteiligten – Booga, Santini und auch ich – ja Musik produzieren, lag es auf der Hand, auch Stücke für Frost zu produzieren.“

Was ist für dich die Essenz des Frost-Sounds?

„Wenn wir die Party machen, ist die Essenz ganz klar Techno! Nun ist dieses Genre allerdings sehr umfangreich und wir versuchen, uns unsere kleine Sparte da aufzubauen. Wenn wir auflegen, kann auch mal Garage laufen, oder House. Aber es ist immer ne Spur sperriger und kälter, als auf anderen Floors. Und so sind auch unsere Tracks aufgebaut.“

„Vol. 1“ verrät, dass da noch mehr zu erwarten ist?

„Das hoffe ich. Wir werden sehen, wie die Compilation jetzt läuft. Aber unsere Jungs sitzen schon an weiteren Tracks und ich denke, wir werden erstmal ein paar EPs oder auch nur vereinzelte Tracks releasen. Das Jahr hat gerade angefangen und wir wollen es zu unserem machen.“

Halb und halb

Alphacut Records startet ins neue Jahr – seinem mittlerweile zehnten: mit dem zweiten Teil der „Half & Half“-Reihe und einer neuen 7″ des 457-Sublabels.

Oh ja, die erste „Half & Half“-EP ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Vier sich in der deepen Langsamkeit wogende Stücke. Im Frühjahr vor drei Jahren drosselte diese EP für vier Augenblicke lang das Energielevel des zweiten Alphacut-Frühlings – eine Verschnaufpause in der richtigen Tonalität.

Deeperen und experimentelleren Stücken, die es sonst nicht einzeln auf eine Platte geschafft hätten, widmet sich die „Half & Half“-Reihe, so LXC. Bei der Nummer 2 dominiert die experimentelle Seite. Besonders weit geht das russische Duo Abstract Elements. Fein und messerscharf sezieren sie ihr „Paranoise“, scheinbar auf der Suche nach dem kleinstmöglichsten Funken an Funk-Leichtigkeit. Denn bei aller Dekonstruktion ist genau die noch herauszuhören.

Auch die Esten Paranoid Society sind im Forschungsmodus. Eigentlich sogar noch reduzierter. „Microcosm“ ist ein passender Titel für diese Mikroskopsounds. Auf der A-Seite etwas mehr Drive. 9 Tails Fox besinnen sich auf wenige Mittel – rhythmisch wie klanglich. Die Deepness kommt mit Fada dann doch noch auf die zweite „Half & Half“-EP. Mit schnarrender Bassline und weitläufigen Synth-Chords. Wie ein Soundtrack für Fernweh. Oder Heimweh.

Beim 7″-Ableger 457 schauen sich Lowcut und Sub im Dub um. Beide waren in jüngerer Vergangenheit auch auf Alphacut zu hören. Hier nun im kompakten 3-Minuten-Format. Spannend bei Lowcut, wie er über das klassische Dub-Arrangement quasi eine zweite Folie drüberlegt. Auf Knopfdruck verändert sie alles, dann plötzlich läuft das Original unbeirrt weiter.

Sub ist da gediegener. Mehr ausgewogener Wohlklang, mehr instrumentaler Pop-Appeal. Mit tollen hintergründig flirrenden Sounds aber.

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QY „Clave / Brazz / Yelli“ (Ortloff)

Ortloff bleibt eines der unberechenbarsten Labels Leipzigs. Nach dem dunkel-schillernden Pop von Deko Deko mit opulenten Visuals geht es nun wieder in den House-Keller.

QY? Keine Ahnung, wer das ist. Soll auch keine Rolle spielen, wenn es nach Ortloff geht. Stattdessen die bewährte Verschwiegenheit und gute alte Techno-Abkehr von Künstlereitelkeiten und Namedropping. Für Ortloff erweitert die Platte den Label-Sound um eine neue Note, gleitet sie doch auf bescheidene Art an den dubbigen Rändern von House. Zumindest „Clave“ und „Yelli“, ersteres Stück deeper, letzteres mit A-Seiten-Straightness.

Dazwischen funkt „Brazz“ mit federleichten Beats und himmelhohen Synth-Chords, überzogen von einer House-Patina, die noch gar nicht so lange zurück liegt. Unglaublich ausgewogen klingen aber alle drei. Einen innerlichen Frieden zelebrierend.

Fast wirkt diese EP so, als ob sie in ihrer Perfektion dem bisherigen Ortloff-Katalog eine Ruhepause eingestehen möchte. Ohne musikalisch Neues erzählen zu wollen einfach den Moment genießen. Wer weiß, was das kommende Ortloff-Jahr noch für Ausreißer bereit hält.

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Dance like 2012

Frohes, neues Jahr, jaja. Noch gibt es aber ein wenig 2012 aufzuarbeiten. Kurz vor Jahresschluss kamen nämlich noch einige EPs heraus.

Stanley Schmidt „Won`t You Listen To Me“ (Rivulet Records)

Von Rivulet Records beispielsweise. Die zweite Platte, wieder nur auf Vinyl und wieder mit Siebdruck-Cover. Stanley Schmidt findet mit ihr erstmals als Producer Gehör. Anfang 20 ist er und er gräbt sich auf der A-Seite in einen Sound, der wahrscheinlich zum Zeitpunkt seiner Geburt seinen ersten Höhepunkt erlebte.

Mit trockener Bassdrum, aufgedickter Bassline, melodischem Piano-Flirren und einem Soul-Vocal-Sample flirtet „Won`t You Listen To Me“ mit den House-Anfängen. Sehr versiert und mit gehörigem Selbstbewusstsein.

Kim Brown bringen das Stück wieder mehr in die Gegenwart. Sie verzichten auf das Vocal und setzen auf die gedehnte Deepness. „Ritter Rumpel“ ist aber der stille Hit der Platte. Mit seiner Bescheidenheit und dem nach hinten gedimmten Gesang von Claus Scholze, der zur besseren Seite des Säusel-Grates hin tendiert.

Marco Marset „Flamingo Bar“ (Esoulate Music)

Bei Esoulate ging kurz nach Weihnachten die siebte Veröffentlichung online. Marco Marset, der neulich ja auch sein zweites Label Avida Music startete, eröffnete seine „Flamingo Bar“. So richtig warm werde ich mit seinem Sound aber nicht. Sehr reduzierter, unterkühlter, irgendwie auch maskuliner TechHouse, der sich dann aber doch immer wieder auftürmt.

Aber auf den Punkt kommt er nicht. Die Minimal-Nachwehen vielleicht. Der Frankfurter Alex D-Part haut dann noch richtig mit der Rave-Keule drauf. Einziger Lichtblick der Remix von Bigalke & Sunset. Mit gewohnt dunkler Härte gehen sie über „Flamingo Bar“.

Steve Lawler „Silk Roads / Hoffman’s Potion“ (Moon Harbour Digital)

Bei Moon Harbour wird die Digital-Reihe durch Steve Lawler höher dotiert als bisher. Denn Lawler ist alles andere als ein Newcomer. Viva Music heißt sein eigenes Label und er gehört schon zur schickeren Seite von House.

Seinen beiden Stücken ist das nicht unbedingt anzuhören. „Silk Roads“ und „Hoffman’s Potion“ strahlen eine angenehme Entspanntheit aus. Wirklich heraus stechen können sie aber auch nicht.

Appa Glas „Sunrise Collective“ (Shelving Music)

Ein neuer Name tauchte noch Weihnachten auf. Appa Glas. Jo Beschil und Clara Schink stecken dahinter und die „Sunrise Collective“-EP ist ihr Debüt. Ein Track plus vier Remixe. Digital veröffentlicht von dem argentinischen Label Shelving Music.

Alles sehr auf Großraum und Pop ausgerichtet. Effektüberzogene Vocals, flächige Chords. Auch die vielen Stücke auf dem Soundcloud-Profil des Duos verdeutlichen den Mainstream-Fokus. Wobei sie darin konsequent und fit sind.

Neonlight „Byte Bites Bit“ (Lifted Music)

Damit weg von den geraden Bassdrums. Mit weiter ausholenden Gesten kennen sich aber auch Neonlight aus. Auf dem Londoner Label Lifted Music brachten sie ihre „Byte Bites Bit“-EP heraus. Bekanntermaßen fehlen mir im Drum’n’Bass die Nuancen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Neonlight ihr Pop- und Rave-Level hier enorm steigern.

„True Legend“, „Computer Music“ und „Cosmic Cowboy“ schrauben sich mit solch eingängigen Hooklines hoch, dass mir zwangsläufig der Brostep-Wahnsinn in den Sinn kommt. Nur vom Ansatz her. Neonlight bleiben natürlich beim Drum’n’Bass. Vielleicht überhöre ich auch die Ironie zwischen der Hook-Leichtigkeit. „Sprech Funk“ bleibt noch im Track-Fluss. Ohne Mitgröl-Potential.

Shamir & Nyse „Urban Taoist“ (Resistant Mindz)

Zuletzt bescherte Resistant Mindz uns noch mit US-HipHop auf einer 7″. Shamir & Nyce von der World of Light-Crew legten ihrer „Urban Taoist“-EP gleich noch eine CD bei – „Kill The Konspiracy“ heißt sie.

Nach den vorwiegend instrumentalen Tracks geht es hier nun etwas klassischer zu. Mit richtigen Raps und laidback-Groove. Die 7″ gibt es auch digital via Bandcamp.

Das Dub-Dilemma ohne Abrieb

Okay – Insectorama rutscht immer durch bei frohfroh. Völlig zu unrecht. Daher ein kleiner Rückblick auf deren Jahr.

Es hat sich nicht viel geändert bei der Wahrnehmung von Netlabels – es ist wie eine Parallelwelt mit lauter weitgehend unbekannten Namen aus allen Ecken der Welt und immensen Label-Katalogen. Allein Insectorama kommt mittlerweile auf über 50 Veröffentlichungen. 2012 kamen fünf neue dazu.

Und gleich zwei von Atabey. Aus Spanien kommt er und Insectorama ist quasi sein Hauslabel. Nach einer EP folgte vor wenigen Tagen sein Album „The Alignment On The 12/12/12“. Das Tolle an Dub-Techno und dubbiger Electronica ist ja, dass mit den langhallenden, dunklen Chords fast nichts schief gehen kann. Die Deepness ist sofort da. Auch eine leicht kühle und kontemplative Melancholie. Egal ob sanft dahin gleitend oder mit kräftigem Bassdrumschub.

Der Haken aber ist, dass damit auch schnell alles erzählt ist. Ein Dilemma, das ebenso bei namhaften Producern wie Marko Fürstenberg irgendwann auftritt. Die Abnutzung des Schönen, ohne dass es einen wirklichen Abrieb gibt. Die beiden Werke von Atabey sind allesamt sehr gut ausbalanciert, in den Nuancen aber schwer voneinander zu differenzieren.

Roberto Figus aus Italien war der zweite präsente Producer in diesem Jahr bei Insectorama. Etwas düsterer fallen seine Stücke aus. Am weitesten wagte sich Triames – auch ein Spanier – aus dem klassischen Rahmen heraus. Mit aufgebrocheneren Beats und mehr Glitch in den Sounds. Wie wenig daneben es schon wieder spannender wird. Obwohl sich Insectorama generell keinen Fehltritt leistet mit dem hohen Output.

Insectorama Website
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Miruga „The Nippon Express Record 2“ (Statik Entertainment)

Ah, schön falsch verstanden. „Nippon Express“ ist gar keine Reihe mit dem japanischen Producer Imugem Orihasam, sondern allgemein für Techno aus Japan.

Sie endet mit dieser zweiten Ausgabe aber auch schon wieder. Ein kurzes Intermezzo also. Yoshiki Tsuchiya alias Miruga scheint noch recht jung dabei zu sein. Ein Album namens „First Impressions“ und zwei weitere EPs listet Discogs seit 2010 auf. Für Statik Entertainment spannt er den Label-Bogen zwischen dem Dub-Techno der vergangenen Jahre und den Techno-Rand-Ausläufern der letzten beiden EPs mit Jakob Altmann und eben Imugem Orihasam.

Allerdings mit einer doch sehr eigenen Herangehensweise. Am klassischsten wogen sich „Private Tapes“ und „Keynote“ noch in dichten Dub-Chords – ersteres in Watte gehüllt, letzeres weitaus angerauter. Die anderen beiden Stücke reißen aus.

„Butterfly“ mit einem rasselnden Rock-Schlagzeug, das der hinweg rasenden Bassdrum den Druck nimmt. Und auch „Over The Wall“ spielt mit dem Sound eines Live-Schlagzeugs. Hier jedoch mehr jazzorientiert mit Besen und einer brüchig geloopten Rhythmik. Dahinter bounct dann ebenso ungerade die Bassdrum hervor. Die Dubs bleiben im Hintergrund. Das herausragendste Stück. Leider nicht im Stream zu hören.

Auf Mirugas Soundcloud-Profil gibt es passend zu „Over The Wall“ ein Soul-Jazz-Mixtape. Da scheint also mehr dahinter zu stecken.

Statik Entertainment
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Sené Ceanes & Sebastian Weiske „Cold Feet EP“ (Spielgold)

Zum Ende des Jahres noch ein Newcomer: Sené Ceanes kam letzte Woche zu seinem Vinyl-Debüt. Zusammen mit Sebastian Weiske aus Wolfsburg.

Bei Soundcloud tauchten in den letzten Monaten immer mal wieder Edits von Sené Ceanes auf. Kürzlich dann auch ein Live-Set im Sweat. Das eigentliche Debüt liegt aber schon zwei Jahre zurück. Da veröffentlichte Ceanes auf einem niederländischen Digital-Label die „Back in Leipzig“-EP. Jetzt also die Vinyl-Freude auf Spielgold, einem noch jungen Label aus Braunschweig.

House ist der zentrale Punkt für Sené Ceanes, der ursprünglich aus Altenburg kommt und seit knapp zehn Jahren in Leipzig lebt. In seinem Fall ist es House aus einem europäischen Blickwinkel, der mehr oder weniger verstohlen zu der US-amerikanischen Soul- und Disco-Lässigkeit rüberschielt. Also irgendwie etwas in der Luft hängend, recht clean in den Sounds und mit seichten Deep House-Vocals ausgestattet.

Was an beiden Stücken der „Cold Feet“-EP aber auffällt: ihr Sessioncharakter, gerade die Chords des Titeltracks strahlen eine live eingespielte Unberechenbarkeit aus, die in ihrer kreischenden Spleenigkeit zwar teilweise fast übers Ziel hinaus schießt, aber der Deep House-Schmachtfalle etwas entgegensetzen kann. „The Founder“ ist von vorherein stiller angelegt. Doch auch hier tänzeln die Filter umher. Im Auge behalten, den Sené Ceanes.

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Remix-Werkschau

Neulich schon veröffentlichte Matthias Tanzmann eine digitale Zusammenstellung einiger seiner Remixe. Alles aus der Zeit zwischen 2002 – 2012.

Mit einem Deep House-Schwenk zu Freestyle Man, dem Durchbruch-Hit „Movin’“ und einer Gamat 3000-Referenz. Ein Blick auf Discogs verrät, dass es wirklich eine sehr konzentrierte Auswahl ist.