Juno6 „My Name Is Schultz“ (Freude am Tanzen)

Hey Hey, jetzt geht es wohl auch bei Stefan Schultz alias Juno6 los. Auf Freude am Tanzen kommt seine erste wirkliche Solo-EP heraus – abgesehen von den Tracks auf Broque und Liebe*Detail. Und was für eine.

Auf der A-Seite tänzelt sommerlich angeheitert und zugleich höchst eigenwillig „Action 2“. Irgendwie schafft es der Track, Eleganz und Humor zusammenzubringen. Klar, das ist House, aber da schwirren viele Ideen und Sounds nebenbei herum, die mehr als klassisches DJ-Werkzeug sind.

Juno6 ist ein Analog-Nerd, und das hört man seinen Sounds auch an, sie sind unberechenbar und warm im Klang. Noch einen Tick eigenwilliger und fern jeder Funktionalität sind die beiden B-Seiten-Tracks, wobei „Adam And Eve“ ein amtliches Ambient-Stück ist, mit analogem Rauschen, sanft angeschlagenem Schlagzeug und einem leicht utopistisch klingenden Vocal.

„Mamoo“ ist eine Brücke zwischen den beiden Tracks. In der Rhythmik noch im Club, im Herzen aber viel weiter, viel experimenteller und fast schon düster mit seinen runtergepitchten und marschierenden Vocals. Überraschend ist dann die Wendung in der zweiten Hälfte mit einem souligem, leicht entrücktem Piano-Chord. Eine mutige, aber schöne Platte.

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Metasound & Lucius14 „Traveloque“ (Break The Surface)

Break The Surface bringt gerade im Monatsrhythmus neue EPs heraus – digital only. Dieses Mal rückt mit Metasound auch der Label-Betreiber Metasound in den Fokus.

Zusammen mit Lucius14 sind vier Tracks entstanden, die – wie der Name es andeutet – eine kleine Weltreise imitiert. Geerdet sind die Tracks mit House, darüber tummelt sich allerdings eine Menge weltmusikalischer Einfluss. Weltmusik trifft es aber auch nicht wirklich.

Die folkloristischen Elemente sind alle nur skizziert, ziemlich gut sogar. So kommt nie ein Weltmusik-Schunkel-Gefühl oder ein wilder Crossover auf. Am deutlichsten und zugleich am besten schafft diesen Spagat „Szechuan Express“ mit seinen indischen Sounds, die im Laufe des Tracks immer mehr Raum einnehmen.

Metasound & Lucius14 schaffen es hier wirklich die Folklore zu integrieren, ohne dass es wie ein Fremdkörper rüberkommt. Mit „Nonnenwiese“ endet die Weltreise sehr entspannt im heimatlichen Grün, ein deeper House-Track aus der Gegenwart.

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Everything Kann

Aus dem Stand mit Bravur gestartet und viel Applaus geerntet – Kann Records ist ein Grund, warum plötzlich wieder auf Leipzig als House-City geschaut wird. Denn solche Liebe zum Detail und so viel unprätentiöses Engagement sieht man gern. Das junge Label im Porträt.

Jan „Map.ache“ Barich, Alexander „Sevensol“ Neuschulz und Dennis „Bender“ Knoof gehören seit etlichen Jahren als DJs, Party-Veranstalter und Plattenverkäufer zu den treibenden Motoren der Leipziger Clubkultur. Alle drei bastelten aber auch schon lange an eigenen Tracks und irgendwann entstand der Wunsch, diese Musik zu veröffentlichen. Die Entscheidung, dafür zusammen ein Label zu gründen, fiel ihnen nicht schwer. „House und Techno sind unser gemeinsamer musikalischer Nenner, dafür können wir uns immer wieder begeistern, und vor allem ziehen wir uns da auch gegenseitig mit“, erklärt Alexander Neuschulz die Basis für ihre Zusammenarbeit.

Obwohl die Idee für Kann Records schon sehr lange stand, betonen die Drei, wie spontan ihre erste Veröffentlichung schließlich realisiert wurde. Ursprünglich wollten sie zuerst einen Vertrieb finden, doch ihre Bewerbungen wurden immer wieder abgelehnt. „Aber wir waren schon so verschossen in die Idee und wollten nicht wieder aufgeben“, erzählt Alexander Neuschulz. Und Dennis Knoof fügt hinzu, dass auch ein reines MP3-Label für sie nie eine Alternative war: „Wir sind Vinyl-Fans.“ Also entschieden sie sich ohne Vertrieb eine erste Platte pressen zu lassen, und zwar eine Doppel-EP-Compilation mit verschiedenen Künstlern und einem breiten musikalischen Spektrum. Ein Wagnis, von dem ihnen viele Bekannte abgeraten hatten. Kurz vor dem Nachtdigital-Festival war „Kann 00“, so die Katalognummer, fertig. Die drei spielten sie bei ihren Auftritten im Bungalowdorf Olganitz und steckten die Platte befreundeten DJs zu. Ermuntert von den positive Reaktionen, fragten sie mit der fertigen Platte in der Hand schließlich erneut bei einem Vertrieb nach und erhielten prompt eine Zusage.

Dass die Labelmacher mit ihren instinktiven Entscheidungen richtig lagen, zeigt das überaus begeisterte Feedback auf ihre erste Veröffentlichung. „Gerade weil wir als DJs selbst wissen, wie viele Platten jede Woche rauskommen, ist es toll, dass unsere Platte jetzt in den Clubs gespielt wird. Das ist ein totaler Antrieb, aber es birgt auch ganz schönen Druck,“ beschreibt Jan Barich die momentane Stimmung. Diesen Herbst noch wird die nächste EP mit Tracks von Sevensol & Bender folgen. Dabei wollen die drei Enthusiasten gemäß dem Motto „Everything Kann“ weiterhin ästhetisch offen bleiben. Und so erklärt auch Jan Barich den Label-Anspruch: „Es ist schon Clubmusik, aber die Funktionalität soll nicht so eine große Rolle spielen, sondern eher die Individualität der einzelnen Künstler.“
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1008)

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Okoli „Moving On Bla“ (Break The Surface)

Nach Arsen1Computerklub ein weiterer Berlin-Import bei Break The Surface. Axel Thoma alias Okoli bewegt sich ziemlich genau an der Grenze zwischen Minimal und House.

Auf der einen Seite sind die Stücke auf dieser EP sehr trackig, lassen immer wieder neue Sounds entdecken. Andererseits ist ihr Fundament sehr deep mit warmen Basslines. Das geht sehr gut auf, zumal die vier Tracks allesamt einen sehr dezenten Rave-Appeal entfalten.

Toll ist auch, dass eine Menge ungewöhnlich geformter Sounds den Tracks eine prägnante Note verleihen – bei „Moving On Bla“ beispielsweise ein komisch verzerrter Chord. Überhaupt stimmt auch die Verbindung von sehr digitalen und eher organischen Klängen. Vielleicht liegt da diese gelungene Vermischung von Minimal und House begründet.

Auch bei „Bebivita“ fällt dies auf: ein kurz angespieltes Saxophon steht neben teils dissonant aufflackernden, teils sehr kristallin-melodiösen Sounds. Vier Tracks mit viel Perfektion.

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Ungeschliffen und ehrlich

Kassem Mosse ist ein toller Name. Er klingt so ungewöhnlich und vertraut zugleich. Wie seine Tracks, die durch und durch vom Charme analoger Klangerzeuger geprägt sind – egal ob Techno oder Ambient, live oder auf Vinyl.

Der Name taucht schon seit einigen Jahren in Leipzig auf: Kassem Mosse. Als Live-Act und DJ war er des Öfteren zu erleben. Doch so richtig einzuprägen scheint er sich erst jetzt. Denn 2007 war ein Kassem Mosse-Jahr, keine Frage. Wahrscheinlich möchte Gunnar Wendel, der Kopf dahinter, solch einen Satz aber gar nicht hören. Zu bescheiden geht er auf Fragen zu seiner eigenen Musik ein.

Dennoch: im letzten Jahr veröffentlichte er seine zwei ersten Vinyl-EPs, die beide von diversen Szene-Medien sehr wohlwollend aufgenommen wurden – zuletzt belegte Kassem Mosse den ersten Platz der Redaktions-Charts des Berliner Magazins De:Bug. Und das völlig zurecht. Gunnar Wendel bremst die Euphorie: „Das ist immer noch eine Nische.“

Nichtsdestotrotz bringt er als Kassem Mosse einen Techno-Sound hervor, der sich gekonnt aus allen aktuellen Clubfunktionalitäten heraushält, ohne sich deren Grundprinzipien komplett zu verweigern. Etwas Oldschool und ungeschliffen, aber überaus ehrlich wirken die Tracks seiner beiden EPs. In ihrer schwelgerischen, leicht Welt entrückten und futuristischen Art erinnern die Kassem Mosse-Platten an das Techno-Verständnis von Producern aus dem Umfeld des Labelverbundes R.A.N.D. Muzik.

Die klangliche Verbindung kommt nicht von ungefähr. Seit 1996 produziert Gunnar Wendel eigene Techno- und Ambient-Tracks, die R.A.N.D.-Crew kennt er seit 2000. Seine zweite EP erschien schließlich Ende September 2007 auf dem Label Workshop, das Jens Kuhn alias Lowtec als Nachfolger der ehemals vier R.A.N.D.-Labels vom thüringischen Schmalkalden aus betreibt. Nicht weniger prägend für den Stil von Kassem Mosse dürfte auch dessen Equipment sein. Größtenteils entstehen seine Tracks mit Drum Machines, Synthesizern und anderen Klangerzeugern, „Hauptsache alt und idealerweise billig“, betont Wendel.

Der 30-Jährige Freiberufler war lange Zeit bei der Homo Elektrik-Crew aktiv und gründete neben anderen Mitstreitern das daraus hervorgegangene Label Mikrodisko. Sich als Musiker ins Rampenlicht zu drängeln, liegt ihm fern – nicht einmal klassische Pressebilder von ihm gibt es. Plattenveröffentlichungen und Auftritte ergeben sich, oder sie ergeben sich eben nicht.
„Wenn es Anfragen gibt, lehne ich die nicht ab. Aber ich bemühe mich auch nicht darum. Es ist für mich generell angenehmer nicht von Musik leben zu müssen“, beschreibt Wendel sein Leben als Kassem Mosse.

Musikmachen als nur eine vielen Tätigkeiten in der Hobby-Liste? Keineswegs: „Es ist Teil meines Lebens. Es gehört einfach dazu, ich mache Musik und Tapes seit meiner Kindheit“, meint Wendel dazu. In gewisser Art lebt in dieser Herangehensweise die Underground-Attitüde wieder auf. Musik steht groß im Fokus, doch einen Karriere-Plan gibt es nicht. Möglicherweise sind gerade solche Stücke anziehender, weil sie ohne den Druck des Musikmarktes entstehen und dementsprechend unbeschwerter und unverkrampfter ausfallen.

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Santos „Hold Home“ (Moon Harbour Recordings)

Und der Loop, er läuft und läuft und läuft. Elf Minuten lang. Er läuft direkt in Richtung Ibiza. Dort dürfte die reduzierte House-Schickeria von Santos gut funktionieren.

Überhaupt ist funktionieren hier das richtige Wort. „Hold Home“ ist ein reines DJ-Tool, perfekt um den Peak einen weiteren Moment oben zu halten. Soviel balearische Leichtigkeit kann auch nur von einem Südländer kommen. Zu Santos ließe sich eine lange Geschichte erzählen, seine Biografie ist gespickt mit vielen glamourösen Momenten. Seine Diskografie dokumentiert dies ebenso. Aber das macht den Track leider nicht charaktervoller. Er bleibt ein nacktes DJ-Tool. Dabei ist der Loop an sich durchaus tight. Das Vocal-Sample nervt jedoch schnell.

Die Platte retten schließlich Luna City Express mit ihrem ureigenen Funk zwischen jedem Ton, den sie setzen. Aus den Einzelteilen des Loops haben sie ihren eigenen Track gebastelt, der nicht weniger für den Sommer im Freien taugt. Er geht jedoch mehr in die Breite mit seinen Sounds und Arrangements. Also, doch keine verschenkte Platte.

Was rede ich: die DJs lieben diese Platte.

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Vera „The People’s House“ /
„All That Glitters“ (Cargo Edition)

Vera Heindel ist die einzige Frau im Roster von Moon Harbour und deren Sublabel Cargo Edition. Und ihr Sound ist höchst eigenwillig. Schwer zu sagen, ob Veras Tracks nun überaus unique oder nicht doch etwas naiv sind. 

Irgendwie ist es ja wirklich mutig so reduziert an House heranzugehen und trotzdem eine gewisse Deepness zu erreichen. Allerdings klingen die Tracks ihrer beiden EPs auf Cargo Edition sehr hölzern, sehr staksig, sehr auf Loops beschränkt. Wie Malen nach Zahlen oder Klötzchenschieberei. Und trotzdem ist sie mit ihren Vocal-Samples und dem ganzen Vibe ziemlich nah an dem leichtfüßigen Funk US-amerikanischer House-Platten.

Eigentlich schaffen es aber erst die Remixe von Miss Fitz und dem Rumänen Rhadoo auch die Zwischenräume mit Leben zu füllen und die Tracks damit fließender zu gestalten. Ich denke trotzdem, dass der Purismus von Vera einen nicht zu unterschätzenden Wert hat. Vielleicht hat er einfach noch nicht seine Zeit.

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Sven Tasnadi „Break The Night“ (Oh! Yeah!)

Nach Daniel Stefanik verwirklicht sich nun auch Sven Tasnadi auf dem gemeinsamen Label Oh! Yeah!. Sehr verschiedene Richtungen werden hier eingeschlagen.
Auf der einen Seite ist The Flying Carpet“ ziemlich düster mit einer prägnanten Bassline und einem überraschend runter gedimmten Break, in dessen Mitte sich plötzlich eine orientalische Note herauskristallisiert. Solche Ethno-Anleihen können ja schnell nach hinten losgehen. Irgendwie klappt es bei „The Flying Carpet“ aber. Vielleicht ist der Track durch seine schnipsenden HiHats und die klatschenden Claps genug geerdet, um nicht in die Ethno-Falle zu geraten.

„Charizma“ wagt dagegen weniger, was aber keineswegs negativ zu sehen ist. Es ist ein solider deeper House-Track mit einem hell klingenden Chords und einer warmen Bassline, wie er auch bei Dial Records passen würde. Freundlich, elegant und mit einem Seitenblick in Richtung Detroit. Selbst der Break hält sich angenehm zurück, ohne sich ganz den Clubgeflogenheiten zu verwehren.

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Michael Melchner „You Understand“ (Cargo Edition)

Michael Melchner ist noch ordentlich jung, in seiner Heimatstadt Nürnberg gehört er aber zu den besten DJs. Sein Producer-Debüt gab er im Frühjahr 2008 bei Cargo Edition.

Die zweite EP ist solider House, zeitgemäß mit seinen Vocal-Spielereien und seinem minimalistischen Duktus, aber trotz seiner Aufgeräumtheit durchaus deep und nicht zu funktional. Die großen Hits werden es aber wohl auch nicht. Hits im Sinne von Tracks, die einem auch noch in einem Jahr in den Sinn kommen.

Warum auch immer. Das ist vielleicht auch nicht Kriterium für eine Musik wie House, aber wenn man schon beim ersten Hören spürt, dass die Tracks nett an einem vorbeirauschen wie die Landschaft bei einer Zugfahrt, dann reicht das irgendwie nicht.

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Seuil „Double Room“ / „Musm“ (Moon Harbour Recordings)

Moon Harbour scheint sich gerade neu auszurichten und nach einer Phase der einmaligen Gast-EPs von Gregor Tresher, Miguel Toro, Samin sowie Leif & Tom Ellis mehr auf Kontinuität zu achten. Neben Martinez ist nun auch der Franzose Seuil neu im Boot.

Zwei EPs mit je drei Tracks hat er veröffentlicht. Und beide kommen ohne Remixe aus. Das zeugt von einer gewissen Produktivität und letztendlich auch davon, dass Moon Harbour hinter Seuil steht und nicht auf große Remixer setzt, um eine Platte besser zu platzieren.

Seuil ist auch keine schlechte Wahl, obwohl er in seiner noch recht jungen Producer-Karriere keine Präferenz für ein bestimmtes Label zeigte und stattdessen seine bisherigen EPs über acht verschiedene Labels verteilte. Die beiden Moon Harbour-Platten sind beide sehr trackorientiert, detailreich und dicht produziert. Das hat Substanz, richtig begeistert es aber trotzdem nicht.

Klar, es ist es House, die Deepness ist gewahrt, die Sounds sind toll, aber in ihrer Dramaturgie rauschen die Tracks ziemlich rastlos, teilweise sogar etwas gelangweilt vorbei. Da gibt es kaum Anker, an denen man hängen bleibt oder die aus dem Fluss herausbrechen. Rave-Keulen sind die Stücke indes auch nicht. Sie sind da und irgendwie nicht.

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Arsen1Computerklub „Truebnfishn EP“ (Break The Surface)

Hey Hey, was für tänzelnde Tracks. Den Arsen1Computerklub aus Berlin kennt man ja von seinen überaus vielseitigen DJ-Sets. Hier nun also eine eigene EP mit eigenen Tracks. 

Klar, da steckt viel Albernheit in den Stücken, aber irgendwie ist das sehr stimmig und funky. Die Vocals, die Sounds und Melodien, die leicht stolprigen Beats, alles ist auf Spaß getrimmt, ohne dass hier plumpe Party-Tracks daraus werden. Im Prinzip sind dies auch keine Club-Tracks, dafür haben sie zuviel Pop-Appeal.

Vielleicht ist das auch ihre Stärke: ihr Club-Kontext ist unüberhörbar, aber in ihren Arrangements und Sounds sind sehr eingängig. Und das gilt für alle vier Tracks dieser EP gleichermaßen. Nur „Hartraster“ schert ein wenig aus. Der „Grinderman“-Remix von Metasound & Lucius14 schielt dagegen viel deutlicher auf den Club – straighter und reduzierter, aber den Arsen1-Funk behaltend.

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Luna City Express „Rough Neck“ (Moon Harbour Recordings)

2009 ist ja noch mit einem Album von Luna City Express zu rechnen. Und die Vorfreude ist groß. Denn im derzeitigen Moon Harbour-Roster sind die beiden Berliner diejenigen, die ihre Freude an klassischen House am deutlichsten ausleben.

Ihr Vorgeschmack auf das Album ist „Rough Neck“, ein typischer Luna City Express-Track, der aber eine ungewöhnliche Spannung aufbaut und sie eigentlich nie richtig entlädt. Kein aufschäumender Rave-Break in der Mitte mit anschließenden Fanfaren. Alles bleibt kontinuierlich lässig, mit viel Perkussion und einer zart angedeuteten Deepness. Der Brothers’ Vibe-Mix glättet den Track zu einem klassischen House-Track, mit deeper ebenso wie straighter Ansage. Irgendwie viel amerikanischer. Und der Tanzmann-Mix, der schlägt noch andere Richtung ein. Sehr treibend, noch perkussiver und mit eigenen Sounds angereichert. Erstaunlich an diesem Mix ist, wie er trotz der Hektik die Deepness beibehält, obwohl alles viel mehr auf Dancefloor gebürstet ist.

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