Wir reanimieren eine Serie, bei der spannende Party-Reihen im Fokus stehen. Dieses Mal geht es ins Mjut, wo seit Kurzem eine 22-Stunden-Party gestartet ist.
Feste Party-Reihen sind klassische Anker der Clubkultur – in Off-Locations und Open Airs ebenso wie in Clubs. Meist stehen dahinter bestimmte kuratorische Ansätze und Gedanken von interessanten Menschen. Genau das möchten wir künftig wieder mehr beleuchten. Los geht es mit der „All The Hours“-Reihe. Anfang Juni fand sie erstmals im Mjut statt und sorgte mit ihrer musikalischen Offenheit und ihrer 22-stündigen Laufzeit drinnen und draußen für ein erstes Wow.
Wir wollten wissen, was es mit „All The Hours“ auf sich hat und wie es weitergeht. In einem kleinen Mail-Interview antwortete uns die Planungs-Crew des Mjut. Here we go:
Wie kam die Idee zu „All The Hours“?
Meistens finden klassische Afterhours in Leipzig privat oder hinter verschlossenen Türen statt. Mit dem Konzept „All The Hours“ wollten wir den Versuch wagen, ob Leipzigerinnen Afterhours im Kontext von öffentlichen Veranstaltungen wahrnehmen. Mit der dadurch entstehenden Verbindung einer Clubnacht mit einer Tagesveranstaltung können wir unterschiedliche Formate kombinieren und ein breiteres Angebot schaffen. Unter anderem verschafft das „All The Hours“ ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Veranstaltungen in Leipzig.
Was sind konzeptionell die Highlights für euch?
Wie bereits angeklungen, wollen wir verschiedene Möglichkeiten schaffen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Menschen können also über die gesamte Dauer bleiben, irgendwann wieder, nach einer anderen Veranstaltung oder nur tagsüber am Sonntag vorbeikommen. Das Verschmelzen der Veranstaltungsformate ist auch konzeptionell in unserem Programm etwas Neues und bietet vielfältige Möglichkeiten. So können wir beispielsweise den größeren Umfang der Veranstaltung nutzen, um größere Bookings zu gewinnen. Zusätzlich liegt ein größeres Augenmerk auf unserem schönen Außenbereich, der ansonsten meist nur unter der Woche genutzt wird. Wir verlagern bereits Sonntagvormittag das Programm direkt aus dem Club in den Außenbereich, dadurch ändert sich natürlich auch der Verlauf der Party. Ein weiteres Highlight der Veranstaltung ist das grandiose Artwork von I NEED ¥, das sich von Veranstaltung zu Veranstaltung immer etwas ändert und auf dem es super viele Details zu entdecken gibt.
Ist das nur ein Sommer-Format?
Bisher ist die „All The Hours“-Reihe ein Sommer-Format, ja. Wir wollten zuerst einmal ausprobieren, wie das Konzept bei unserem Publikum ankommt, weil es zu einem großen Teil im Garten stattfindet. Wir werden sehen, inwieweit wir „All The Hours“ im Herbst und Winter weiterführen werden.
Worauf achtet ihr beim Booking?
Allgemein achten wir natürlich darauf, ein in vieler Hinsicht diverses Booking zu schaffen. Gerade bei dieser Veranstaltung ist es uns zudem wichtig, eine große musikalische Bandbreite zu zeigen und gleichzeitig einen roten Faden beizubehalten. Der Wechsel vom Innen- in den Außenbereich muss natürlich auch musikalisch stimmig sein. Das Publikum soll so gut es geht abgeholt werden – egal in welchem Moment sie auf die Party kommen. Ein weiteres Merkmal ist sicher auch der Mix aus Newcomerinnen, lokalen Artists und größeren, namhaften und teils internationalen Acts.
Gibt es eine Special „All The Hours“-Deko?
Für „All The Hours“ gibt es keine bestimmte Deko, aber es gibt eine Reihe an Specials wie beispielsweise besondere Drinks, vegan-vegetarisches Essen und Eis von Aziz und unterschiedliche Happy Hours für Drinks – aber auch für den Eintrittspreis.
Am 15. Juli 2023 findet die zweite Ausgabe statt. Mit dabei sind J Nuggetz, Main Phase, Nasra, RST98, DJ Over’n’Out, Nugget, Lil xs Detox, Franziska Berns, Catelle und DJ Life
Der äußerst talentierte Leipziger Komponist und Produzent Philipp Rumsch lässt uns neue Musik zukommen – die erste Single seines neuen Projekts Wylid Node.
Die letzte Veröffentlichung des Künstlers mit dem Philipp Rumsch Ensemble auf Denovali hallt noch nach und ist mir durchaus in sehr guter Erinnerung geblieben. Leider hatte ich nie das Glück das Ensemble live zu sehen, denn die Auftritte sollen wohl der Shit schlechthin gewesen sein.
Philipps neues Projekt trägt den Namen Wylid Node und dessen erste Single „Greyhound“ ist soeben auf seinem eigenen Label Nynode Intermedia erschienen. Es ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Veröffentlichung. Erste Ideen zum Projekt kamen Philipp in seiner einjährigen Zeit in Island 2020, die er nutzte, um neue Musik zu kreieren – allein oder gemeinsam mit anderen Mitmusiker:innen. Dass der Künstler nun Musik nicht unter eigenem Namen veröffentlicht, sondern einen neuen Projektnamen ins Leben ruft, unterstreicht das Kollaborative des Vorhabens. Und so ist die Liste der mitwirkenden Musiker:innen bei „Greyhound“ international und lang. Vocals von Ayen GL, Jörg Wähner am Schlagzeug, Rakhi Singh an Violine und Paula Wünsch am Kontrabass. Produziert und aufgenommen wurde die Musik in Dolby Atmos, was das Klangerlebnis vor allem auf Kopfhörern noch feiner und räumlicher macht. So weit, so nerdy. Wie klingt denn aber nun eigentlich die Musik?
Grob gesagt lässt sich das Ganze unter Avant-Pop verbuchen. Weniger schwammig ließe sich die Musik auch zwischen Neoklassik und abgedunkelter Popmusik à la Ghostpoet einordnen. Spoken Word-Lyrics über bedeutungsschwangeren Streichern, glockenähnliche und sich wiederholende Sounds über progrockigem Schlagzeug, dazu leichte elektronische Spielereien. Isländische Schwere und ein wenig Rest der Dunkelheit aus dem Jahr 2020?
Der Weg ist auf jeden Fall einer, der nach unten führt. An einen Ort, wo nicht unbedingt dauerhaft die Sonne scheint. Klanglich fällt das Stück auf Kopfhörern tatsächlich sehr cineastisch aus und so sollte man es sich auch optimalerweise zu Gemüte führen.
Am besten gleich mit dem imposanten Video in Super Slow Motion von Tobias Schütze. Spannend bleibt es zu sehen, in welchem Kontext sich das Projekt 2024 präsentieren wird, denn dann erscheint das Mini-Album von Wylid Node. An einer Live-Umsetzung wird ebenfalls bereits getüftelt.
Äußerst stabiles Techno- und House-Line-up heute mit einem Wiedersehen mit Efdemin – und auch Vril ist mal wieder mit einem Live-Set zu erleben.
Außerdem heute //
Aequalis x Nebula x PVC – Institut fuer Zukunft, 23:59 Uhr – Techno mit Kiara, Namlitt, Tinsaye x Chacha, N.akin, V:Sonntag x Ayumi, Medha x Iza, Reziprok, Tertawa, Kontinum x Breza, Hi:Frequency, Nyota – danach ab 14 Uhr dann Rillendisko
Tatsächlich nur ein Tipp auf für heute – aber ein guter.
frohfroh-Tagestipp //
Datsche #14 // Elipamanoke // 23:59 Uhr w/ DJ Stimula, Gado.Gado, ICX, Luzi b2b rsohr, Nienein, Siggi Sauer, Siggi Petrol
Die Datsche macht mal wieder auf – und mit ihr ein guter Mix aus düster-treibenden, teilweise trancy Techno und herzerwärmenden House- und Disco-Vibes.
Außerdem heute //
Nothing official – aber teilt in den Kommentaren gern weitere Tipps.
Heute ist etwas mehr los – unter anderem mit einem echten Detroit-Techno-Held.
frohfroh-Tagestipp //
Jeff Mills presents Fritz Lang’s Metropolis // Sommerbühne am Panometer // 22:00 Uhr
OMG, zwei Jahre nach seiner unglaublich tollen Live-Vertonung des Stummfilmklassikers „Die Frau im Mond“, kehrt Detroit-Techno-Legende zurück nach Leipzig. Dieses Jahr nimmt er sich einen anderen Fritz-Lang-Klassiker vor: Metropolis. Schon 1999 hatte er dafür ein Album herausgebracht – dieses Jahr gab es ein Re-Work „Metropolis Metropolis“ mit elektronischen und akustischen Instrumenten. Es wird also etwas experimenteller, irgendwo zwischen klassischem Film-Score, Jazz und Ambient.
Außerdem heute //
Konzert im Wuest – Wuest / Pittlerwerke, 21:00 Uhr – Soul mit Deslin Ami Kaba ft. Sijeb & Sonja Schulz
Transit (IfZ x Distillery) – Institut fuer Zukunft, 23:59 Uhr – House, Techno, Drag Show mit Atalanta, Elli Acula, HoudaFK, Jewelry, Karete Bu, Scherbert
Waldbrand – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno, House, Trance, Breaks mit 503, Alba Acab, Bernhard, DJ Ferrari, Laserleo, Nina Frizzante b2b P.aris, Traurig aber Trance
Klubnacht – Westhafen, 18:00 Uhr – House, Techno, Tech House, Wave-Pop mit Oliver Schories, Mac-Kee, Shimanski, Nici Palm, Flash Goerdthen, Koschmidder, Soso Klein, Marc Cobbler
Nicht so viel los an diesem Fusion-Freitag – zumindest in den Clubs. Aber dafür gibt es ein tolles House-Line-up.
frohfroh-Tagestipp //
Smallville // Neue Welle // 23:00 Uhr w/ Move D, Julius Steinhoff, Sam
Uh, Headliner-Time in der Neuen Welle. Mit Move D kommt einer der wichtigsten deutschen House-Producer und DJs mal wieder in die Stadt. Eingebettet in einen deepen House-Rahmen des Hamburger Labels Smallville, auf dem Move D zuletzt ein Album veröffentlicht hat. Gründer Julius Steinhoff ist demnach auch mit dabei. Als Local Hero ist Sam dabei – Hostess der „Whatever Floats Your Boat“-Show auf Callshop Radio.
Außerdem heute //
Rage – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno und Hardcore mit Boicot b2b Splinter, Eloisa, Illousion, Lady Maru, Neptune Reza, Tinou und Xynia
Dolphins wurde mir zwar schon mehrfach empfohlen, aber irgendwie habe ich es versäumt, mir die Band einmal in Ruhe zu Gemüte zu führen. Nun aber, mit ihrer neuen EP hole ich es nach.
Seit 2016 betreiben Sascha und Valentin die Band bereits, in dieser Zeit entstanden mehrere EPs in Eigenregie – es ist also höchste Zeit, dem Leipziger Duo endlich die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient. Die neue EP „TBH“ startet gleich mit einem Hit. Die bereits erschiene Single „Never ever run“ geht mit Jangle-Pop-Gitarre, 80s-Synth und knackiger Bassline gut rein. Der Refrain ist absolut catchy und bei all seiner Verspieltheit ist der Song ein Ohrwurm.
Das absolut feinteilige Songwriting setzt sich bei Stück 3 fort und man merkt: Dolphins packen hier alles rein, was sie an Einflüssen und Erfahrungen aus diversen anderen Formationen mitbringen. Die Liebe zu Popmusik vergangener Jahrzehnte, cheesy Synthsounds, Gitarre, verzerrte Vocals oder Vocoder. Alles hat hier seinen Platz und wird wohl dosiert eingesetzt. Man kann die vor Melodien strotzende Musik der Band nebenbei hören oder sich die Mühe machen und alle Ebenen der Musik ergründen. Funktioniert beides wunderbar.
Dolphins selbst beschreiben ihre Musik selbst als eine Melange aus experimentellem Indie-/Synthpop und psychedelischer Electronica. Mich hat die Musik bisweilen an Fenster oder Slow Steve erinnert. Aber alle Vergleiche fallen zu kurz aus, Dolphins haben einen guten Style, den man hoffentlich bald auch live bewundern darf. Die YouTube-Sessions machen auf jeden Fall große Lust darauf.
Was macht eigentlich M.ono? Gründungsmitglied von Rose Records, DJ und House-Produzent aus Leipzig. Scheinbar ziemlich viel, denn im Mai kam ein neues Album auf dem Rose Records-Sublabel DCNAE heraus. Wir haben reingehört.
Der Titel „?%!“ darf als Platzhalter dienen, die Musik auf der Veröffentlichung ist aber alles andere als beliebig. Mag man mit M.ono und Rose Records eigentlich einen guten House-Sound aus Leipzig und ausverkaufte Vinyl-Kleinstauflagen assoziieren, gab es bereits auf seinem ersten Longplayer „Spritti Moments“ von 2019 Tendenzen den Stil ein wenig offener zu gestalten.
Auf dem Album fand man neben klassischen House-Tunes auch ein paar melancholische Ausreißer mit gebrochener Klangstruktur. Das vorliegende Album widmet sich nun voll und ganz dem Breakbeat-Sound, der die letzten Single-Releases des Künstlers bereits dominierte. Laut M.ono habe der klassische 4-to-the-floor-Beat über die Jahre seinen Reiz verloren – und der Herbst und Winter sei dann die perfekte Jahreszeit gewesen, um mal ein paar Skizzen fertigzustellen.
„?%!“ fühlt sich frisch und zugleich vertraut an. Der Style mag sich geändert haben, die Liebe, die in den Tracks steckt, ist geblieben. M.ono lebt seine Emotionen jetzt halt im Breakbeat-Himmel aus. „Amita“ startet mit einem Knistern, ein paar Moll-Akkorden und schon sind wir drin in der Welt voller Arpeggios, Rim Shots und Klacker-Geräusche.
Alles ist in Bewegung, es weht ein laues Sommerlüftchen, es darf geschwoft werden. Schon ziemlich cheesy und melancholisch zugleich das Ganze. Die Tracks kommen wie aus einem Guss. Hier mal ein Vocalsample, da mal ein uplifting Piano („Miadan“), ganz viel Fläche und Atmo, genau die richtige Menge an Pathos.
Manchmal muten die Tracks balearisch und sogar trancy an, Grenzen werden getestet bzw. einfach alles zugelassen, was Freude bringt beim Produzieren. Und das ist eines von M.onos Markenzeichen und etwas, was sich vielleicht pauschal über all seine Produktionen sagen lässt. Er hat einfach immer gemacht, worauf er gerade Bock hatte und sich nicht so sehr um die Erwartungen anderer gekümmert.
„?%!“ ist definitiv ein Album für den Sommer und sollte unbedingt auch in dieser Jahreszeit genossen werden.
Und hier ein noch diverser Samstag – mit einem Soli-Open-Air, einer Vernissage und mehreren spannenden Partytipps.
frohfroh-Tagestipp //
Rave For Peace // Wilhelm-Külz-Park // 13:00 Uhr w/ DJ Henne, Frizzaction, Goldie Palm, Krue, Salzbauer, Sophiise
Heute gibt es einen Soli-Rave für den STELP e. V. – alle Einnahmen, die nach den Unkosten übrig bleiben, gehen an ein Projekt, mit dem eine Schule im Jemen für 2.400 Kinder finanziert werden soll.
Musikalisch wird es bouncy housey und trancy.
Außerdem heute //
Perspectives on war and belongings – Galerie KUB, 18:00 Uhr – Vernissage zur Ausstellung mit Werken von ukrainischen zeitgenössischen Fotograf:innen, mit dabei eine Sound-Performance von Katarina Gryvul
Electric Future – Institut fuer Zukunft / Conne Island, 23:59 Uhr – Techno, House, Prog, Trance, Bass, UK, Breaks mit Big Honey, Chewchew, Karete Bu b2b Ttyfal, Neele, Phillip Rmke, Ryan Elliott, R22, Vanaenae, Vio Prg – erst drinnen im IfZ, ab 12 Uhr draußen im Conne Island
Never Not Lonely – Wuest @ Pittlerwerke, 23:00 Uhr – Techno, Electro, Bass und House mit Alina, S-Ray, 1UK, P. Vanillaboy
Devinitiv – Neue Welle, 23:00 Uhr – Neue Party-Reihe für Italo, Disco, Nu Wave, Synth und Post Acid Punk mit von Anka, Modular Project, Iliversum, Nici Palm
Pervy Muse – Mjut, 22:00 Uhr – Kinky Techno und House mit Maxe Knaxe, Vannie Lieh, Nika Vogel, Melena
& with Delirium Kollektiv #13 – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno, Electro, Hard-Tek mit Buzz Lightyear, Carpe.noctem, DJ 303 Electro, Schuma Christ, SFTI, Miss Finster, Uneins, Sternbuu b2b Juno, Vincent Neumann, Zara Thruster
WTBR Off Techno Series Chapter II – Kulturlounge, 23:00 Uhr – Techno, Avant-Pop, Alternative-Rock, Electronic mit Jacqueline Boom Boom, Echoes Like Dust, Hipless, Kaspar Oberon, Subtrak
Westhafen Clubnacht – Westhafen, 18:00 Uhr – Tech-House, House und Techno mit Sven Dohse, Martha van Straaten, RN86 & Nøvae, Lottalove, Augenstein & Weckerich, Markus Knauth
Sehr voller Freitag heute – mit einer toll bouncy Blockparty und vielen Club-Optionen.
frohfroh-Tagestipp //
Sweet & Salty // Conne Island // 18:00 Uhr w/ GG-Vybe, Slic Unit, G-Edit
Sommer, Sonne, Blockparty? Heute verwandelt sich der Conne Island-Garten zur Blockparty Area. Mit Amapiano- und Bass-Sounds, Eis und Drinks, Afrobeats und Baile Funk, Tischtennis und Basketball. Musikalisch bouncen dabei drei Crews gleichzeitig: GG-Vybe aus Frankfurt und Slic Unit aus Berlin und Hamburg. Supported by the local heroes of G-Edit. Nice.
Außerdem heute //
Seelen. x Lärm – Mjut, 23:55 Uhr – Techno mit Kimya, Hock, Ninette, Janein, Stigmatique, Shaleen
BPM Attack – Institut fuer Zukunft, 23:59 Uhr – Techno, Hard-Tek, Trance, Bass, UK, House mit Monsoon Traxx, Funk Tribu, :Mumm, Trashabelle, Für Einen Abend Reichts, Testpress b2b Holiday Pack, Wetfall, Porter Brook, Shannon Soundquist
Amore Virale – Neue Welle, 23:00 Uhr – Techno, Wave und Progressive mit Kasra V, Síofra, Zeynep
Datsche #13 – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno und House mit Bigalke, DJ G1na R., Juana b2b Mickze, Malena, Mentell, Sebastian Strootmann
Mit Jungle, Breaks, Drum & Bass und Ambient steht Gladees Sound definitiv für Musik fernab vom Mainstream. Die DJ ist seit letztem Jahr Teil des Closed-Kollektivs und auch als Mitveranstalterin und Bookerin beim Fluid-Festival mit dabei. Zeit für ein Spot on – inklusive Mix von Gladee.
Damit direkt los: 2019 stand Stella alias Gladee das erste Mal hinter einem Controller, damals auf Hauspartys in Lüneburg, wo die gebürtige Hamburgerin studierte. Als die Stadt covid-geschuldet 2020 leergefegt wurde, zog Stella für ein Praktikum nach Leipzig und ist seitdem hier „klebengeblieben“, erzählt sie.
Vor allem die Verbindungen, die die Leipziger:innen durch Musik zueinander haben, gefallen Stella besonders. Wo in anderen Städten Freundeskreise auf andere Art und Weise entstehen, erlebt sie in Leipzig viel mehr Gruppen, die durch ihre „Musikliebhaberei“, wie sie es nennt, zueinander finden.
„Einfach, weil Leipzig gern feiern geht und es ein geteiltes Gefühl für Lifestyle gibt, hast du schon so sehr musikgeprägte Gruppen. Und dadurch entstehen ja auch interessante Dinge […]. Da es echt viele sehr inspirierende Menschen und unterschiedliche Persönlichkeiten gibt, hat man nicht das Gefühl, dass eine Mentalität alles bestimmt.“
Part of Closed
Schnell wurde Stella in Leipzig über gemeinsame Freund:innen bei Closed unter die Fittiche genommen. Über das Kollektiv hatte die DJ auch ihren ersten Clubgig im Herbst 2021 in der Kulturlounge.
„Das war so aufregend, mit Leuten, die ich noch gar nicht so lange kenne, die ich aber alle richtig sympathisch fand, sowas zu bespielen. Die haben mich auf alle Fälle super doll gepusht, denen verdanke ich total meine Zugänge in die Szene.“
Ein Jahr später wurde sie dann offiziell Teil des Kollektivs, in dessen Studio sie viel ausprobieren und neue Mixes aufnehmen konnte. Gerade für Personen ohne eigenes Equipment und Flinta* sei das Studio ein wichtiger Zugang gewesen. Schnell folgten Gigs im Mjutoder Institut für Zukunft, und auch Bookings in Berlin ließen nicht lange auf sich warten.
Fotos: Toto
Dank der neuen Möglichkeiten konnte Stella auch neue Sounds entdecken und sich in ihrer Musik weiterentwickeln. Ganz besonders ein Stil lässt die DJ nicht mehr los: Zu Lockdownzeiten entdeckte sie Jungle für sich und war von Anfang an fasziniert davon – und so erzählt sie lachend:
„Alter, dieser Sound hat in meinem Leben komplett gefehlt.“
Hier zeigten sich für Stella wiederum Connections zu eher sphärischem Drum & Bass, den sie in ihrer Jugend viel gehört hat. Auch, dass Jungle und D & B in den letzten Jahren ein Revival erleben, verfolgt Stella gespannt mit und versucht, in ihren Sets diese tanzbaren Sounds mit Ambient zu verbinden. Aktuell gäbe es immer mehr Musik, die Schnittstellen zwischen diesen verschiedenen Genres schafft, erzählt sie.
„Das kann teilweise super ravy sein, teilweise aber auch eher treibend. Das ist ein Genre, was mich so fasziniert, weil es wirklich ein Becken für alle Feelings und Vibes sein kann. Von komplett atzig bis hin zu super süß und verspielt. Darin kann man sich immer wieder finden.“
Während die DJ für Podcasts und Mixes eher im Ambient- und Jungle-Bereich unterwegs ist und gerne Musik kombiniert, die sonst wenig Raum findet, tobt sie sich bei Clubgigs mit Drum & Bass, klassischem Jungle, auch mal Techno, Trance und vor allem Breaks aus, bei denen es mal so richtig basslastig werden kann. Musik, „die gerade ja viel in Leipzig aufkommt, wo es um ausgefuchste Basslines geht, um einen dollen Sound, der dich so richtig durchdringt“, so beschreibt es Stella.
Inspiration holt sich die DJ ganz besonders beim Berliner Label Infinite Drift, deren Gründer Mathis Ruffing und Producer Lukas Oppenheimer alias Windowseekergenau das produzieren, wozu Stella gerne feiern geht: „Komplexe Tracks […], die ganze Welten in sich haben, aber trotzdem richtig nach vorne gehen“, so Stella.
Foto: Toto
Auch Labels wie Transatlantic und Charm Link aus dem Ambient-Bereich oder Musikerinnen wie die kanadische DJ Bambi inspirieren Stella in ihrer Musik, letztere nicht nur durch ihre DJ-Skills, sondern vor allem durch ihre öffentliche Auseinandersetzung und Kritik an der weltweiten Clubkultur, die stark durch weiße und patriarchale Strukturen geprägt sei.
Part of Fluid Festival
Noch bevor sie nach Leipzig kam, landete Stella über Connections im Team des Fluid-Festivals, das ihr letztendlich auch die Verbindung nach Leipzig zu Closed ermöglichte. Das Festival fand letztes Jahr zum ersten Mal in Niedergörsdorf in Brandenburg statt, nachdem sowohl Corona als auch die afrikanische Schweinepest den Veranstalter:innen in den Jahren zuvor einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Die Idee für ein eigenes Festival entstand damals im Lüneburger Kollektiv Flugmodus, zu dem Stella über Ecken Verbindungen hatte. Trotz Pandemie wurde fleißig geplant, was den Organisator:innen jedoch zugutekam:
„Die Tatsache, dass wir überhaupt so funktionieren, obwohl wir alle in verschiedenen Städten wohnen, kam nur durch Corona. An dem Punkt, als es losging, im Frühling 2020, und wir tatsächlich versucht haben, ein Festival zu organisieren, musste man ja auf Onlinetools zurückgreifen.“
Nach zwei Jahren Planung und etlichen Hindernissen konnte 2022 dann endlich das erste Fluid-Festival auf die Beine gestellt werden. Dieses Jahr muss leider wieder pausiert werden, da kein passendes Gelände gefunden wurde, trotzdem sei der Zwei-Jahres-Takt für das Team eine gute Möglichkeit, sich selbst weiterzubilden, um eigene Ansprüche, zum Beispiel hinsichtlich Awareness-Strukturen, weiterhin erfüllen zu können, sagt Stella. „Wir haben schnell gemerkt, dass ein Jahr dafür relativ kurz ist, weil du im Herbst ja schon wieder in der Produktion steckst.“
Foto: Toto
In der Produktion war Stella bisher Mitverantwortliche für Gestaltung und ist nun auch Teil des Booking-Teams. Eine Aufgabe, die ihr unglaublich viel Spaß mache, deren Anfangsprozess ihr jedoch nicht leichtgefallen sei. Denn auch wenn die Geschlechterverteilung in den Teams immer ausgewogener wird, sei dieser Bereich immer noch sehr männerdominiert – Stella als Flinta*-Person hatte dadurch unglaublich viel Respekt davor, sich im Booking-Team einzubringen, da bestehende Skills der anderen (hauptsächlich männlichen) Mitglieder einen hohen Anspruch voraussetzten.
„Obwohl wir alle cool miteinander sind und dort flache Hierarchien herrschen, merkt man doch manchmal noch, dass durch die patriarchalen Strukturen, die dich dein ganzes Leben lang beeinflusst haben, immer noch gewisse Schranken bestehen. Wie man sich mitteilen kann, welchen Raum man einnehmen kann und möchte, wie man sich stark macht, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt und wie man für seine Meinung und seinen Geschmack einsteht. Super super tricky.“
Das nächste Fluid-Festival soll im Sommer 2024 stattfinden, bis dahin könnt ihr zu Stella erst mal bei ihrem Tarmac-Debüt auf dem Zweite-Reihe-Floor das Tanzbein schwingen.
In the mix
Für unsere Spot on-Vorstellung hat uns Gladee einen exklusiven Mix aufgenommen. Danke, Stella!
Fotos
Zum Schluss noch ein herzliches Hello und Danke an Toto für die tollen Fotos zu diesem Spot on. Dies ist Totos Foto-Premiere bei frohfroh – und wir sind mega happy damit.
„Hi, ich bin Toto. Ich bin durch einen Open Call bei frohfroh gelandet und super froh, dass ich jetzt so viele neue Leute und Musik kennenlernen darf. Für die Artistportraits ist es mir wichtig, dass ich mich mit der Musik der jeweiligen Person auseinandersetze und wir gemeinsam den Vibe der Fotos erarbeiten, oft auch konzeptionell. Ich liebe Musik und bin dazu aber auch ein sehr visueller Mensch, weshalb mein Ziel bei den Shoots immer ist, visuellen Kontext zur Musik zu schaffen.„
„Stella und ich haben viel über die Vision geredet, die wir für den Shoot zu ihrem Interview hatten. Wir kamen ziemlich schnell auf Sci-Fi, da sie auch total Fan von Science Fiction ist. Das ganze hat sich dann vor Ort zu einer trashy Morgen-nach-der-Party-Vibe mit ziemlich edgy Make-Up entwickelt, den wir beide ziemlich witzig fanden. Sie war super lieb und wir haben alles mögliche ausprobiert. Ich konnte sehr wertschätzen, dass Stella mir da so vertraut hat und offen für alle Ideen war.„
All Red // Institut fuer Zukunft // 14:00 Uhr w/ I$A, Vlada, Denis
Der House-Nachmittag im IfZ ist wieder da. Heute mit Vlada aus Berlin und ihrem sehr eklektisch-deepen Mix. Nice!
Außerdem heute //
Aftersun – Mjut, 16:00 Uhr – House und Breaks mit The Honey Tapes, Reece Walker, Lindos XP
Westhafen Festival – Westhafen, 12:00 Uhr – Tech House, House, Techno mit Konstantin Sibold, Extrawelt, Mathias Kaden b2b Daniel Stefanik, Dirty Doering, Pauli Pocket, Dilivius Lenni, Bonfante
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