Und weil morgen Feiertag ist, gibt es auch Sonntag noch etwas zum Tanzen – und entdecken.
frohfroh-Tagestipp //
IfZ x Anti-Mass x L1ck // Institut fuer Zukunft // 23:59 Uhr w/ Goldie, Authentically Plastic, Turkana, Kikelomo, Fr. Jpla, Gal b2b Aenis, T-Data b2b Valeska, Miss J:unia b2b Mama Lior
Heute ist Anti-Mass aus Kampala, der Hauptstadt von Uganda zu Gast. Das Kollektiv bietet dort eine Plattform für subversive, emanzipatorische Kunst und Musik sowie Safe Spaces für die Queer-Community und gibt zugleich einen tollen Einblick in die Clubmusik von Uganda und anderen afrikanischen Ländern. Ab 18 Uhr gibt es dazu auch eine interessante Panel-Diskussion mit Artists aus Kampala und Leipzig. Beide bringen ihre Perspektiven auf die Zugänge und Herausforderungen der Clubkultur. Allgemein und lokal.
Zur Party gibt es dann ein Team-up mit der L1ck-Crew, die gern mit Genre-Überschreitungen und einem breakigen Clubsound arbeitet.
Außerdem heute //
The Last Dance – Part II – Distillery – Nicht vergessen: Das Distillery-Closing ist den kompletten Sonntag am Laufen
Barcelounge – Barcelona Bar, 19 Uhr – Breaks, Ambient, Electronica, House mit Madera, Schnesen und Zapotek
Oha, das ist einer der vollsten Samstage, die wir hier je zusammengestellt haben. Neben dem Distillery-Closing gibt es neun weitere Tipps.
frohfroh-Tagestipp //
The Last Dance – Part II – 24 h Wohnzimmer // Distillery // 22:00 Uhr w/ Finest Selection (Andreas Eckhardt, Chris Manura, Lars Christian Müller) Dreikommanull (Kleinschmager Audio, Mentell, Nikolas Sternberg) Moon Harbour (Dan Drastic, Daniel Stefanik, Sven Tasnadi) Dresden Connection (Albrecht Wassersleben, Gunjah) Fäncy (Mauro Caracho, Napoleon Dynamite) Räucherkammer (Dilivius Lenni, Shuray & Walle, Thomas Stieler) Italo Fundamentalo (Luigi Andrea Ramazotti) Long Vehicle (Anna Malysz, Sevensol) Uppers (Mike van Götze, DJ HDGDL) Unitas Multiplex (Nadine Talakovics, Vincent Neumann) Seelen. (Shaleen, Stigmatique) Proyeckt Qrach (Rottnmeier, Sailent Seihmen) Sachsentrance (Raverpik, Sabu!) Where The Buffalo Roam (0 Dimensional, Daniel Sailer, Stephan von Wolffersdorff) Recorded Things (Oliver Rosemann, Templeton) Blackred (Disko 69, Headnoaks, Magnetic) Lärm (Ninette, subkoØne) Artist Care, (Felipeh, Tarik Weiss, Weh8mut) Downers (Atalanta, Bigalke)
Nun ist es also tatsächlich soweit – der wirklich letzte Dance der Distillery an ihrer aktuellen Location steht an. Zum letzten Mal gibt es in der Kurt-Eisener-Straße nochmals eine 24 h-Wohnzimmer-Editionen. Mit vielen Party-Crews, Resident-DJs und anderen Weggefährt:innen der vergangenen über 30 Jahre. Vielen Dank für die schönen Momente, die auch wir von frohfroh in der Distillery erleben durften. See you soon in der Messehalle 7!
Parallel findet auch ein kleiner Kunstmarkt statt. Mit dabei sind Nori Blume, Katrin Schütz, Martin Schindler, Oli, Simon Hoppert (Proyeckt Qrach), Liliana De Osorio, Gia Orakel, u.v.m – Dazu: 1stein.Ttt, Abstract.Object, Cosmacosmic.Piercing, Lalu.Bodymod, Rogue.186.Tattoox.Archaea.Xyussuf.Manes
Wir hatten sie Anfang dieser Woche schon im Porträt – die Broken-Reihe. Seit einiger Zeit kuratiert Boris alias Ostblock in Leipzig in verschiedenen (Off)Locations Partys, bei denen Breakbeats im Mittelpunkt stehen. In all seinen Facetten zwischen Jungle, UK Funky, Electronica und Footwork. Damit bietet die Reihe ein spannendes Gegenprogramm zu den vielen Techno-, Trance- und House-Partys in der Stadt.
Nun macht Broken also im IfZ Station. Mit spannenden upcoming Acts wie Juba und einigen Newcomer:innen wie Big Honey, der auch einen „Spot on“-Mix für unser Broken-Porträt beigesteuert hat.
Außerdem heute //
The Last Dance – Part I – Distillery, 23:00 Uhr – Techno, Rave und House mit Ellen Allien, Coline, Senta Julien, Cleo Snk, Tøsche, Houdafk
Lift – Neue Welle, 23:00 Uhr – House mit Gerd Janson, Nathalie Seres, Mp.ulle & Premio
Exil – Mjut, 23:55 Uhr – Hard Tek, Trance, Techno, Breakbeat mit Noirnoa, Tausendmesser, Alice, Krahner, Sistr, Ayumi, DJ Fairytail, Spellya, Sacid, C4llin, Aexhy
It’s An Eli Thing – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Tech House und Techno mit Aio, Chrissi Calzone, Eva b2b Moritz Sachse, Grivola, Natalie Luengo & Sfti, Nienein b2b RShor, Lichtschalter KI
Am 26.5. findet die Veranstaltungsreihe Broken wieder statt. Diesmal im IfZ – wir haben mit Boris, der die Veranstaltung mitkuratiert, gesprochen und ihn nicht nur um einen Vorab-Eindruck gebeten, sondern auch gefragt, was er an Leipzig als Ort für Subkultur schätzt.
Broken beats, broken glass, broken hearts, it’s a thing. Vor allem broken beats, fernab vom 4/4-Takt der Techno und House Dancefloors, findet (neben Trance) immer mehr Anhänger:innen. Eine Veranstaltungsreihe, die sich diesem gemeinsamen Nenner wortwörtlich verschrieben hat, ist Broken.
Boris, der von einer Veranstaltung zur nächsten tingelt – in Berlin, wo auch sonst, wenn man außerhalb von Leipzig feiern will – erwische ich ihn am Telefon für ein Gespräch. Der 31-Jährige stammt aus der Ukraine und lebt seit neun Jahren in Deutschland, davon drei Jahre in Leipzig. Er ist Gründer einer Digitalagentur und Veranstalter. Und nebenbei ist er DJ, geht vornehmlich gerne raven oder skaten.
__Kyiv + Leipzig
Schon vor 15 Jahren befasste er sich, wenn auch nur kurz, mit elektronischer Musik und Veranstaltungen. Dann kam aber erstmal das Leben dazwischen, der Umzug nach Deutschland. In Leipzig nimmt Boris die Fäden erstmals wieder auf, hat Lust auf Kuratieren, Locations ausloten, auf Raves und darauf, kollektive Strukturen aufzubauen. Der Downer: Corona, wir erinnern uns. Aber sobald sich die Regeln lockerten und es vertretbar war, anzufangen, legten er und seine Supporter los. Die Veranstaltungen in Off-Locations im ersten Nahezu-Post-Corona-Sommer sind für ihn unvergesslich.
__UM_LAUT
Manche aus der Szene kennen Boris also von eben jenen Veranstaltungen, genauer von UM LAUT, seiner Veranstaltungsreihe, die er in Leipzig in wechselnden Locations unregelmäßig-regelmäßig organisiert. Inspiration bekommt Boris vom Raven per se, von musikalischen Reizen außerhalb des Dancefloors und der Erinnerung an das Feiern in seiner alten Heimatstadt Kyiv. Dabei schwärmt er von der Reihe CXEMA; seit er bei deren Veranstaltungen in der Ukraine dabei war, hatte er Lust, solche Events auch nach Leipzig zu bringen.
„Bei Broken wird es kein four-to-the-floor geben.“ – Boris
Bei Broken stehen – wie der Name schon sagt – gebrochene Beats statt 4/4-Takt im alleinigen Fokus. Damit will Boris eine Lücke besetzen. Unterstützt wird Boris dabei von Miguel aus dem Bookring-Team des Institut fuer Zukunft, wo die nächste Veranstaltung am 26. Mai stattfindet. An einen festen Ort gebunden ist die Reihe aber nicht: „Wir waren mit Broken schon im Mjut und im Conne Island. Mit Off-Locations ist es in Leipzig derzeit leider schwierig, aber auch das wird es hoffentlich wieder geben“, sagt Boris.
Gerade ist Boris voll und ganz mit der Orga für Broken beschäftigt. Bei all der Arbeit, die solch eine Veranstaltung macht, geht ihm die Freude und Hingabe für Subkultur glücklicherweise nicht verloren, er genießt die Abende und Nächte auch vom Dancefloor aus. Er freut sich besonders auf Juba, Nala Brown und den Leipziger Act Demegy.
Das Booking bei Broken soll internationale und lokale Talente vereinen, divers und vielfältig sein – immer auch mit Blick auf ukrainische Acts. Boris sagt, dass sich gerade eine Broken Beats Community in Leipzig entwickelt. Denn speziell in Leipzig könne man als DJ wirklich sein Ding machen, das Publikum hier sei offen für Neues und Experimentelles. Und genau das liebt er an der Szene.
Boris hat für uns nicht nur einen Mix rangeholt, er hat uns auch einen Eindruck in drei Akten zusammengestellt: Broken in drei Tracks – Opening, Peak-time, Peak-peak-time und Closing.
Das Leipziger Label Blaq Numbers nimmt uns mit zu einem sommerlichen Abendspaziergang durch Weimar – und Albyrd hat den denkbar besten Soundtrack dazu.
Das erste mal bin ich auf das Label Blaq Numbers gestoßen über eine Compilation namens „Space Invaders“. Angezogen vom Artwork quasi ein Blindkauf. Und einer, der sich gelohnt hat. Ein wahnsinnig gut kuratiertes Tape, was sich fluffig wie ein Mix durchhören lässt.
Seitdem wird jeder Release von Blaq Numbers mindestens ausgecheckt und meistens auch eingesteckt. Das Label hat sich eingegroovt zwischen R’n’B, House, Downbeat und E-Funk. Hier werden alle fündig, die diesen Genres etwas abgewinnen können. Eine alljährliche Compilation des Labels für gute Zwecke sei hier auch allen ans Herz gelegt.
Die neueste Nummer im Raster stammt vom Songwriter und Sänger Albyrd und trägt den Namen „Weimar EP“, geschrieben und produziert vom Künstler selbst. Eine Hommage an die Stadt und das Leben darin mit all seinen zwischenmenschlichen Verflechtungen, wie der Opener „Park an der Ilm“ gleich klar macht. Vögel zwitschern, ein melancholisches Gitarrenpicking setzt ein, ein paar E- Piano-Chords und dann die Stimme, die einen die nächsten acht Tracks begleiten wird. Man will sich dazu setzen und lauschen, wissen wie es weiter geht. Beschwingt und durchaus tanzbar wie sich herausstellt.
Albyrd kombiniert RnB mit Dance Elementen, elektrisches Piano und Synth Bass, es groovt nur so los. Und spätestens bei Stück drei ist klar, das einem diese EP ein perfekter Begleiter für den beginnenden Sommer sein wird. „Your Heartbeat“ ist ein lupenreiner Popsong mit wunderschönen Bläsern, den man den ganzen Tag weiter vor sich hin summen kann.
Es findet sich kein schlechtes Stück auf dieser EP. Im Gegenteil, denn jeder Track ist ein kleiner Hit, der alleine oder im Gesamtkontext der EP wunderbar funktioniert. „Until You Know What I Felt For You“ startet euphorisch und fadet dann nach knapp zwei Minuten einfach aus. Was hilft es? Kassette umdrehen und noch einmal von vorne hören.
Das Artwork stammt von der Künstlerin Nänni Pää und darf hier nicht unerwähnt bleiben, denn es ist stilsicher as usual. Die Kassette könnte somit wieder zum ein oder anderen Blindkauf im Schallplattenladen führen.
Label- oder Artist-Porträt? Bei Bastian Balders lässt sich beides sehr gut verbinden. Der Techno-Producer und DJ hat vor vier Jahren sein eigenes Label Balders Audio gegründet. Here we go!
Eigentlich hätten wir Bastian Balders schon früher auf den Schirm haben müssen. Er lebt immerhin seit fünf Jahren in Leipzig und hat hier 2019 auch sein eigenes Label gestartet. Doch erst mit der Balders Audio 007 klappt es nun. Auf eine kurze Nachricht hin, tauchten wir ein in einen sehr deep-treibenden Techno-Sound mit limitierten Vinyl-Releases und einigen interessanten Verweisen zu Alexander Kowalski, einem prägenden Berliner Techno-Helden der Nuller Jahre. Aber der Reihe nach.
Techno von Anfang an
Bei unserem Interview im Kapital, dem Café der gfzk, skizziert Bastian seinen bisherigen persönlichen und musikalischen Weg. Er führte ihn von seiner Heimatstadt Siegen zum Studium nach Frankfurt am Main. Davor war er schon längst im Techno angekommen. Sein Vater ist selbst großer Fan gerader Bassdrums und schenkte seinem Sohn zur Schuleinführung eine Techno-Compilation. Seitdem schlägt Bastians Herz durchgängig für diesen Sound – mit einem Side-Faible für finsteren Black- und Death Metal sowie House und Electro.
„Am Anfang war Chris Liebling ein großes Vorbild für mich. Das war damals noch die Schranzzeit. Auch Sven Wittekind habe ich oft gehört und bei Viva alle Sendungen zur Mayday und Love Parade geschaut. So etwas wollte ich auch mal machen – einen Sound, der vorwärts geht.“ – Bastian Balders
Als Kind wollte er schon DJ werden. Doch erstens hatte der wenig Lust, in den Ferien zu arbeiten und Geld für Turntables zu sparen. Und zweitens kam es anders: Denn er startete zuerst mit dem Produzieren – eher ungewöhnlich. Oftmals wollen DJs irgendwann selbst Tracks für ihre Sets produzieren oder durch eigene EPs ihre Karriere pushen. Bei Bastian war aber erstmal die Faszination für eigene Musik größer. In seiner Jugend hatte er bereits Schlagzeug und etwas Klavier gelernt – da war der Schritt zum Produzieren später etwas einfacher, meint er. Los ging es in Berlin. Nach seinem Studium zog es ihn dorthin, der Feierkultur wegen natürlich.
Bilder: Iona Dutz
Er entdeckte den Tresor und die Griesmühle für sich, connectete sich mit der lokalen Szene und fing 2015 mit dem Produzieren kann. Mit FL Studio. Bis heute produziert Bastian ausschließlich digital und mit dieser Software seine Tracks. Kurz darauf folgten bereits die ersten EPs und Compilation-Beiträge auf kleinen Techno-Labels – und die Versetzung nach Leipzig.
Überraschung in Leipzig
„Ich hatte nie geplant, hierher zu ziehen – doch ich wurde durch meinen Job nach Leipzig versetzt und kannte erstmal niemanden und nichts von der Szene. Klar, die Distillery war ein Name für mich, aber sonst hatte ich keine Ahnung, was mich hier erwartet.“ – Bastian Balders
In Leipzig angekommen, scannte er über Soundcloud und Facebook die lokale Szene und hat recht schnell gemerkt: Hier geht einiges. Mittlerweile fühlt er sich in Leipzig sehr wohl, er schätzt den guten kulturellen Spirit der Stadt und die Dynamik, die nach wie vor zu spüren ist. In der Kulturlounge hatte Bastian seinen ersten Gig hier – später spielte er auch in der Distillery und im Elipamanoke.
„Leipzig muss sich nicht verstecken – man kann hier sehr gut und auch lange weggehen. Vielleicht hat die Stadt sogar ein Überangebot an Artists, das die Clubs gar nicht stemmen können. Jeder möchte Gigs, gerade nach Corona“ – Bastian Balders
Sein Sound ist zuletzt etwas deeper geworden, meint er. Aber er stand auch vorher schon auf melodischeren Techno. Als er anfing mit dem Produzieren, war ihm zuviel Industrial und Tempo in den Clubs. Seine Lieblingsgeschwindigkeit liegt dagegen bei 130 bpm. „Ich finde das auch viel tanzbarer. Je schneller die Beats, desto schwerer ist es, mit dem Körper darauf zu reagieren“, meint er. Im aktuellen Hard Tek- und Trance-Drive kommt Balders Sound nun nochmals mehr als Gegenentwurf daher. Er ist reduziert und pushend, teils mit diffus-rauschenden Momenten und dann wieder sehr klar-scharfkantigen und auch weiter ausholenden Sounds. Bastians Techno-Entwurf ist fernab schneller Drops und lädt zum Eintauchen in längere Sessions ein.
Das Label – Balders Audio
Foto: Iona Dutz
Auch sein Label schwimmt etwas gegen den Trend: 2019 gründete er Balders Audio – vorwiegend als Plattform für eigene Tracks.
„Es dauert einfach unglaublich lange, bis ein Demo bei einem anderen Label veröffentlicht wird. Und mit manchen Labels klappt die Zusammenarbeit gut, andere entwickeln sich in Richtungen, die man selbst nicht unbedingt gehen mag. Deshalb war es für mich ein logischer Schritt, selbst ein Label zu starten.“ – Bastian Balders
Balders Audio ist ein Liebhaber-Projekt – genauso wie seine Musik. Es geht nicht darum, davon leben zu müssen. Es geht um die Leidenschaft für deepen Techno und die Freude, als Vinyl-Fan und -DJ selbst Musik auf Vinyl herauszubringen und bei R.A.N.D. Muzik direkt abzuholen.
„Es ist ein kleines Label, ja. Aber wer Bock darauf hat, findet mich auch. Ich habe auch gar nicht den Ansporn für einen riesigen kommerziellen Erfolg – das passt gar nicht zu mir als Typ.“ – Bastian Balders
Durch einige Releases auf dem Berliner Label Konsequent kam er mit oben erwähnten Alexander Kowalski in Kontakt – er ist dort als A&R tätig und fand Bastians Tracks gut. Da lag die Idee nah, ihn auch für Balders Audio einzuladen. Nach einem Remix brachte Kowalksi 2021 auch eine eigene EP heraus – in 10″-Vinyl-Kleinstauflage.
Mit der 007 gibt es nun eine weitere Öffnung des Labels. Es ist erstmals eine Split-EP – mit jeweils drei Tracks von Bastian und drei Stücken von Anton Kubikov. Dies ist ein russischer Producer, der mittlerweile in Berlin lebt und den Bastian für seine House- und Dub-Techno-Tracks sehr schätzt. So gibt es auf Balders Audio neben dem dunkel-treibenden Techno erstmals auch noch deepere Sounds zu hören.
Das Split-Format soll es auf jeden Fall weiter auf dem Label geben, meint Bastian. Es sei perfekt, um zwei Fanbases anzusprechen und vielleicht andere für neue Musik zu gewinnen.
Überhaupt hat Balders Audio an Tempo zugelegt. Seit Frühjahr 2022 kamen gleich drei neue Releases heraus. Corona habe Bastian und das Label ganz schön ausgebremst. Es machte einfach wenig Sinn, neue Platten zu veröffentlichen, wenn sie nicht im Club gespielt werden können, erklärt er rückblickend. Auch er selbst habe wenig produziert in dieser Zeit. Und das, obwohl es kurz vor der Pandemie bei ihm durchaus einen gewissen Schub gab, der darin gipfelte, in einem seiner Top-Lieblingsclubs spielen zu dürfen – dem Tresor in Berlin. Wenige Wochen vor den Clubschließungen war das. Ein Momentum, dass sicherlich viele aufstrebende DJs und Producer:innen in dieser Zeit den Boden unter den Füßen weggerissen hat.
Foto: Iona Dutz
Doch die Energie ist zurück – auch bei Bastian Balders. Deshalb passt auch unser Spot on gerade jetzt gut. Dieses Mal wieder mit einem exklusiven Mix.
In the mix
Tracklist:
Anton Kubikov – Spring Reverce Echo Delay Kontinum – Digital Octopus Kon Janson – Iteration Loop Pris – Leech (Svreca Remix) Jon Hester – Walking in Circles Reeko – Weak Spots Bastian Balders – Kaamos Alex Bau – Wise Men Say MSDMNR – Panic 1 Moreno Ácido – Kissing Games Bastian Balders – Energies PWCCA – Damage Environment Fixeer – Rotin (Michel Lauriola Remix) Hellix – Spark Antonio De Angelis – Il Filo (Oscar Mulero Remix) Sleeparchive – Peccant Bastian Balders – Machinery Distant Sun – Retrograde Motion
__Fotos
Und hier noch ein großes Danke an Iona Dutz. Von ihr kommen die Bilder dieses Porträts. Wie sie arbeitet und was sie bei ihrem ersten frohfroh-Shooting geflasht hat, erzählt sie hier:
“Hey, ich bin Iona. (Licht-) Stimmungen und Menschen sind ein super wichtiger Teil meiner Arbeit als freie Porträt- und Dokumentarfotografin. An meinem Job liebe ich es, immer wieder in neue Situationen und (Lebens-) Geschichten einzutauchen und sie sichtbar zu machen.“
Und hier noch ein interessantes Team-up im IfZ sowie sechs weitere Tipps für heute Nacht.
frohfroh-Tagestipp //
IfZ x Fold x Fem*Vak // Institut fuer Zukunft // 23:59 Uhr w/ Xavier, Viscerale, Lockhart, Subkutan, Nbmx, Tender Tantrum, DJ Annita, Ruby Qt, Herz aus Brei
Spannender Besuch und Match: Das IfZ holt einiges Residents des Fold-Clubs aus London nach Leipzig. Das Fold hat sich als Queer-Safe-Space und künstlerisch vielseitiger Techno-Club in London einen Namen gemacht. Da passt es gut, dass in dieser Nacht auch Fem*Vak dazu kommt und den Trakt III mit breakigen Sounds bespielt.
Außerdem heute //
Maniac – Neue Welle, 23:00 Uhr – Techno und Hard-Groove mit Mohajer, Elmar, Momo, Schuma Christ
Saturday Rave – Distillery, 23:00 Uhr – House und Techno mit Chez Damier, Somewhen, Johannes Schuster, Gili, Filburt, Rottnmeier
Wuza Revelation P2 – Mjut, 23:00 Uhr – Tech House, Downbeat, House mit Horst Haller, Glenn Shaw, Saraabb, Philipp Johann Thimm, Mary Quo, Lady Lynzji, Amount, Adrija, Tom Cordes, Amo
Eine ganze Welle-Nacht voller House – mit Disco- und Progressive-Extra-Kurven. Mit dabei ist Fafi Abdel Nour, Resident des Groningener Clubs Oost. In seinen Sets tauchen auch immer mal wieder dramatische Melodien, italienische Raritäten und organische Sounds auf. Es wird also heartwarming und spannend.
Außerdem heute //
Warning – Institut fuer Zukunft, 23:59 Uhr – House, Trance, Breaks und Techno mit Zeynep b2b DJ Sweet6teen, ttyfal, Cryptofauna, P/kstr, Galleur, Sam
Technotopie – Westhafen, 21:00 Uhr – Techno mit Freddy K, The Lady Machine, Freund der Familie, Sledge
Ein überraschend diverses Vorfeiertagsprogramm gibt es heute – unter anderem mit einer neuen Partyreihe im IfZ.
frohfroh-Tagestipp //
Saft // Institut fuer Zukunft // 22:00 Uhr w/ Acid Adams, Projekt Gestalten, Bephal, DJ Eivissa, Bae2Bae b2b Frænz, Hedda, Omegavybe, Performance by Gerda Voigt, Erna Erna & The Mimikry
Schöner Konter zum morgigen Männertag: Direkt am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie startet startet das IfZ eine neue Queer*-Sex-Positive-Partyreihe – inklusive Dark und Red Room, verschiedenen Performances und wahlweise düsteren, acid-flavoured Techno oder progressive-groovig-pumpenden House. Klingt sehr nice.
Außerdem heute //
Sommerbar Extended x PhonoVision – Mjut, 18:00 Uhr – House, Trance und Techno mit Tamarawrx3, Multifun, HiHat, Various Identities, DJ Detox – erst draußen, später drinnen
Tapas Club – Pittlerwerke, 19:00 Uhr – Footwork, Latin Sounds und Tech House mit Eram, Savnaclvb
Spezial – 120 Minuten – Distillery, 20:00 Uhr – Oldschool Pop, Trash, Electro, House, Techno und Hard Tek mit Miss Mandy Cleenex und ihr Ex, Felipeh, Micronaut, Bigalke, Dari And The Beast , Norman Hentschel, Lucille Du Basse, Lex Landers, Ingmarson, Carma, Lydia M, Isimo, Uwe Thoma, Natasha Plastique, Holly Lehane, Carmen Camouflage
Nun ist es offiziell: Am 31. Mai 2023 muss die Distillery in der Kurt-Eisner-Straße endgültig schließen. Natürlich nicht ohne langes Closing und abschließende Demo vor dem Club.
Überraschend ist diese News selbstverständlich nicht. Dass die Distillery – einer der dienstältesten und wichtigsten deutschen Clubs – an ihrem jetzigen Standort in der Südvorstadt nicht ewig bleiben wird, war schon länger klar. Spätestens als 2009 die Brücke auf der Kurt-Eisner-Straße zwischen der Südvorstadt und dem Kohlrabizirkus fertig war, machte ein kleines Detail stutzig: Denn genau vor der Distillery wurde ein Kreuzungsbereich errichtet – inklusive dem Teaser einer neuen Straße direkt durch die Distillery.
Anschließend begann ein langes Ringen zwischen dem Club, dem Stadtrat und dem Eigentümer des riesigen Geländes hinter dem Bayerischen Bahnhof – hier ist der Bau eines neues Wohnquartiers geplant, in dem laute Kultureinrichtungen offensichtlich nie mit eingeplant wurden. Auch eine große Petition sowie ein positiver Stadtratsbeschluss im Jahr 2014 zum Erhalt der Distillery am jetzigen Standort konnten hieran nichts mehr ändern.
Parallel ergab sich für die Distillery-Betreiber:innen die Möglichkeit, mit dem Gleisdreieck in einem ehemaligen Bahnkraftwerk in Marienbrunn eine neue, langfristig sichere Location aufzubauen. Aber auch hier gibt es zahlreiche Stolpersteine – klagende Nachbarn, komplizierte Planungs- und Genehmigungsprozesse und weniger Geld als erwartet. Vor 2026 wird im Gleisdreieck demnach kein Ton aus einer Anlage kommen.
Als Interim-Standort gibt es nun die Messehalle 7 auf der Alten Messe. Wir hatten dazu schon einmal berichtet. Und, ihr ahnt es, selbst hier läuft nicht alles rund. Die Brandschutzvorschriften sind so streng, dass ein direkter Neustart nicht möglich ist. Entsprechend ernüchternd klingt auch die Pressemitteilung zum finalen Ende der Distillery in der Kurt-Eisner-Straße:
„Mit den aktuellen Bestimmungen eine Versammlungsstätte zu planen und schließlich genehmigen zu lassen, ist ungemein komplex und kostspielig geworden. Gerade für junge Kreative, die voller Ideen aber ohne finanzielle Ausstattung einen eigenen Club eröffnen wollen – so wie wir es mit der Distillery vor 30 Jahren konnten – ist es quasi unmöglich geworden, ihre eigenen Orte zu schaffen und zusätzlich noch genug finanziellen Spielraum zu haben, um ein kulturell hochwertiges und bezahlbares Programm auf die Beine zu stellen.“
Selbst das nun finale Ende dürfte nervenaufreibend gewesen sein: Immerhin sollte schon im März 2022 Schluss sein. Dann gab es mehrmals Kompromisse mit den Eigentümern, die zu ein paar Monaten mehr Aufschub führten. Für die Betreiber:innen und Die-Hard-Fans der Distillery sicherlich auch ein belastendes Auf und Ab.
Doch nun ist so weit. Mit einem großen Closing-Programm verabschiedet sich die Distillery vom 26. bis 29. Mai aus der Kurt-Eisner-Straße – einem Ort, an dem die Gentrifizierung der letzten Jahre sehr eindrücklich zu erleben war. Er wurde aus einer dunklen Sackgasse eine vierspurige Straße, später rückten neue Wohnhäuser immer näher heran und bedrängten den niedrigen Backsteinbau der Distillery.
Neben einem 72-stündigem Clubprogramm und einem Kunstmarkt am Samstag findet am Pfingstmontag von 14 bis 22 Uhr auch eine Demonstration direkt vor der Distillery statt. Mit einer seltenen Reunion der Wighnomy Brothers und mehreren Redebeiträgen.
Hier ist das komplette Closing-Line-up:
Fr. 26.05.23 The Last Dance – Part I
Ellen Allien, Coline, Senta Julien, Cleo Snk, Tøsche, Houdafk
Sa. 27.05.23 The Last Dance – Part II – 24 h Wohnzimmer
Finest Selection (Andreas Eckhardt, Chris Manura, Lars Christian Müller) Dreikommanull (Kleinschmager Audio, Mentell, Nikolas Sternberg) Moon Harbour (Dan Drastic, Daniel Stefanik, Sven Tasnadi) Dresden Connection (Albrecht Wassersleben, Gunjah) Fäncy (Mauro Caracho, Napoleon Dynamite) Räucherkammer (Dilivius Lenni, Shuray & Walle, Thomas Stieler) Italo Fundamentalo (Luigi Andrea Ramazotti) Long Vehicle (Anna Malysz, Sevensol) Uppers (Mike van Götze, DJ HDGDL) Unitas Multiplex (Nadine Talakovics, Vincent Neumann) Seelen. (Shaleen, Stigmatique) Proyeckt Qrach (Rottnmeier, Sailent Seihmen) Sachsentrance (Raverpik, Sabu!) Where The Buffalo Roam (0 Dimensional, Daniel Sailer, Stephan von Wolffersdorff) Recorded Things (Oliver Rosemann, Templeton) Blackred (Disko 69, Headnoaks, Magnetic) Lärm (Ninette, subkoØne) Artist Care (Felipeh, Tarik Weiss, Weh8mut) Downers (Atalanta, Bigalke)
Sa. 27.05.23 Flashday meets Kunstmarkt
Mit Nori Blume, Katrin Schütz, Martin Schindler, Oli, Simon Hoppert (Proyeckt Qrach), Liliana De Osorio, Gia Orakel, u.v.m – Dazu: 1stein.Ttt, Abstract.Object, Cosmacosmic.Piercing, Lalu.Bodymod, Rogue.186.Tattoox.Archaea.Xyussuf.Manes
Mo. 29.05.23 Clubs Are Culture – Abschlusskundgebung
Wighnomy Brothers, Teki Latex, Naitwa b2b I$A
Und nun? Die Distillery baut in der Alten Messe weiter und setzt parallel auf polititscher Ebene gemeinsam mit der LiveKomm weiter für allgemein drängende Themen der Clubkultur ein – einen aktuellen Forderungskatalog hat die Initiative im Februar 2023 vorgelegt.
Wir sagen danke für die vielen Jahre in der Kurt-Eisner-Straße – und auf Wiedersehen!
Viel los, viel Trance – und ein starkes Finale bei den Trip Days. Das ist der KW 19-Samstag.
frohfroh-Tagestipp //
Trip Days Final // Conne Island // 23:00 Uhr w/ Grove, Otto von Schirach, Deki Alem, Valeska, John Minus Plus
Und hier kommt das Finale der Trip Days – und was für eins. Mit einer langen Clubnacht und drei sehr speziellen Live-Acts hat die Trip Days-Crew noch einmal ein großartiges, diverses, queer-emanzipatorisches und bouncy Line-up zusammengestellt. Grove und Deki Alem sind mit ihrem Dancehall-Electro-Rap-Breaks-Hybriden unsere Highlights. Dazu noch die komplette Genre-Auflösung mit Otto von Schirach – es wird wild. Als DJs supporten die Leipziger:innen Valeska und John Minus Plus mit special sounds.
frohfroh präsentiert The Trip Days // Verlosung Wir verlosen für den heutigen Abend 2 x 2 Tickets. Lust darauf? Dann schickt eine Mail an dance @ frohfroh.de mit dem Betreff „Trip Saturday“. Die Gewinner:innen bekommen eine Mail.
Außerdem heute //
Kleine Klinke Present(s) Part II – Distillery, 23:00 Uhr – House, Techno, Bass, Deconstructed Club Music mit Kornel Kovacs, Kleine Klinke, Bonbons, Thomas Hamman b2b Innere Tueren, Charlott, Gal, XVII, Benzo
Aequalis x Ankali x Harmony Rec. – Institut fuer Zukunft, 23:59 Uhr – Techno mit Sandrien, Trevor Linde, Alfred Czital b2b Yan, Kontinum, Mor Wen, Atch22, Claudia, Medha b2b Ayumi, N.akin, Eva Porating
Drops & Crispy Festival – Mjut, 23:00 Uhr – Trance, Hi-Tech, Psy, Goa und Techno mit Miauhx, Exotype-c137, Dregspin, Tegnigma, CaroSunshine, Jahbo, Tengri, Isometric, Sasha, Fifs, Nibiru
Elotrance – Neue Welle, 23:00 Uhr – Trance, Rave und Techno mit Monsoon Traxx, Felix Schwarzenberger, Cargo x Igor, DJ Sexex, Transaction
Sanity – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno, Trance, Hard Tek mit Alma Marter, Boicot, Erasmios, Genelelle, Kamafaka, Kunsttechnologe, Paraçek, Punktmidi
Klubnacht – Westhafen, 20:00 Uhr – Tech House und House mit Marcus Meinhardt, Giz, Jana Falcon, Koschmidder, Sinah, Lievar, Markus Knauth
Am zweiten Tag des Trip Days wird es etwas düsterer und kantiger von den Sounds her. Mit Ambassade ist ein niederländisches Trio zu Gast, das in den letzten Jahren mit seinem wavig-kargen, unterkühlten, aber auch unglaublich charmanten DIY-Düster-Pop für einiges Aufhorchen sorgte – besonders mit dem Debüt-Album „Duistre Kamers“. Im März kam ihr neues Album „The Fool“ auf dem Optimo-Label heraus. In einer ähnlichen 80s-inspirierten Atmosphäre sind auch Isolationsgemeinschaft aus Berlin unterwegs. Das wird spannend im IfZ.
frohfroh präsentiert The Trip Days // Verlosung Wir verlosen für den heutigen Abend 2 x 2 Tickets. Lust darauf? Dann schickt eine Mail an dance @ frohfroh.de mit dem Betreff „Trip Friday“. Die Gewinner:innen bekommen eine Mail.
Außerdem heute //
Riotvan – Neue Welle, 23:00 Uhr – Cosmic House und Disco mit Shubostar und Peter Invasion
Seelen. Records – Distillery, 23:00 Uhr – Techno mit Shdw & Obscure Shape, Anna Hjalmarrson, Seelen. Sound.System, Shaleen, Martin Menge b2b Closure
Sanity – Elipamanoke, 23:59 Uhr – Techno, Trance, Hard Tek mit Alma Marter, Boicot, Erasmios, Genelelle, Kamafaka, Kunsttechnologe, Paraçek, Punktmidi
H25D – Kulturlounge, 23:00 Uhr – Electro, House, Techno und Breaks mit Alba Acab, Fatmuska, Natalie Luengo b2b Sfti
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