Oh, manchmal schaffen es Remixe wirklich, sich mit Musik zu beschäftigen, die sonst fern der eigenen Wahrnehmung bleibt. Diese 12“ ist ein Beweis.
Mein Weltmusik-Faible liegt gemeinhin bei Null. Und dass obwohl sich in vielen traditionellen Arrangements ein Haufen klanglicher und rhythmischer Bezüge zur elektronischen Musik findet. Trotzdem werde ich mit der musikalischen Folklore nicht warm. Annuluk aus Leipzig und Jena sind da aber wohl weit vorn. Beim Global Music Contest Creole schaffte es das Sextett im letzten Jahr ins Finale – auch Liloba in dem Jahr spielten dort.
2013 kam zudem das Debüt-Album „Ushna“ heraus. Darauf sphärisch-leichter bis still-intensiver Pop, der ganz entscheidend von Sängerin Miša geprägt wird. Gerade bei den ruhigen Stücken tritt dann eben auch die strukturelle Ähnlichkeit zur elektronischen Musik hervor. Nun wurden drei Songs geremixt und in einer mehrfarbigen 12“-Vinyl-Auflage gepresst. Mit dabei LXC, der Neu-Leipziger Karl Marx Stadt, der Kölner Wadadda und der aus Italien stammende Wahlleipziger Alex Cerb.
Und was passiert? In allen vier Stücken gelingt es, mir den Annuluk-Sound zu öffnen. Mišas schwelgerischer Gesang bleibt ein wichtiges Element, aber ist nicht mehr so präsent. Wadadda schlängelt sich mit softem Dubstep durch „Gocciolina“, LXC hebt den selben Song mit einer trockenen Bassline hin zu aufgeräumt geschichteten Drum’n’Bass. Leicht dubbige Electronica bringt Karl Marx Stadt bei „Steppe“ hinein.
Alex Cerb bleibt mit seinem Ambient-Background dem Sound der Originale noch am nächsten. Das wirklich tolle an allen vier Remixen ist aber die Behutsamkeit, mit der hier umgegangen wurde. Weder zu anbiedernd, noch die Originale ignorierend. Ich gebe zu: ich war skeptisch. Doch hier ist alles aufgegangen.
Die Platte erscheint in Eigenregie. Alles vorhören geht hier.


Auf der B-Seite des Tapes gibt es noch zwei Überraschungen. „Abstraction 808“ ist im
Label-Kopf Disrupt hat sich derweil seinen Gameboy zur Hand genommen und einige Sounds darauf gebaut. Anschließend ging alles durch seinen selbst gepimpten Korg Monotron Delay. Neun kurze Cuts sind dabei entstanden, die bisher als Interludes in seinen Live-Sets zu hören waren.
Zum Start des Projekts erscheint heute die „Surfaces EP“ mit drei neuen Stücken. Das Album erscheint dann voraussichtlich im Oktober. Auf der
Der musikalische Arm von Ortloff ist aber alles andere als hermetisch. Zwischen unterkühltem Wave-Pop und deep kratzigem House ist einiges möglich, ohne Ausfälle. Die zehnte Platte bringt dies noch einmal deutlich auf den Punkt, indem sie den personellen Kern um das Label zusammenrückt.
Vier große Stücke für das kleine Jubiläum eines großen Labels. Und ja das Artwork nicht vergessen: die aus transparentem Vinyl gepresste Nummer Zehn liegt in einer schwarzen Papierhülle mit einem runden Ausschnitt, durch die Platte ist dann ein winterliches Bergpanorama zu erahnen. Nichts mit hermetisch, auch hier nicht.
Da passen Steffen Bennemann und OneTake bestens rein. Von beiden gibt es je ein eklektisches DJ-Set auf dem „#004“-Tape.