Bei Resistant Mindz gibt es Neuigkeiten: Das Label feiert 2016 sein fünfjähriges Bestehen und veröffentlicht eine weitere EP, diesmal von The Brothers Nylon aus Long Island, New York. Nach dem Album von Konglomerat ist „Jamuary“ nun die zweite Veröffentlichung des Labels, bei der elektronische Musik zunächst keine Rolle spielt.
Nein, Funk und Jazz stehen hier im Mittelpunkt. Wie auch bei Konglomerat wurden die Stücke auf Band aufgenommen. Passend dazu gibt es die Stücke nicht nur als Download sondern auch als limitierte Kassette.
The Brothers Nylon bestehen hauptsächlich aus den Zwillingen Michael und Nick Rufolo sowie dem Multi-Instrumentalisten Shawn Lee, der bereits auf eine stattliche Funk-Diskographie blicken kann. Acht Jam-Sessions haben sie zusammen mit weiteren Freunden aufgenommen, die allesamt auf Stücken von Musikern wie Isaac Hayes, Roy Ayers, Sun Ra und The Cult beruhen.
Der offensichtlichste Funk-Verweis sind hier natürlich die Interpretationen der Blaxploitation-Soundtracks „Theme From Shaft“, „Aragon“, „Get Carter“ und „Escape“. Aber gerade die anderen Stücke zeigen das Können und die Vielseitigkeit der Band: Psychedelischeren Sound gibt es mit „Soul Sitar“ von Sohail Rana, jazzig wird es bei „Love in Outer Space“ (im Original von Sun Ra) und eher schrullig-rockig bei „Welt Im Dunkel“ von der Krautrock-Band GÄA.
Beeindruckend, wie gut die Brüder ihre Instrumente und deren Einsatz in unterschiedlichen Genres beherrschen. Ein Blick auf die Soundcloud- und Bandcamp-Seiten zeigt, dass es sich um konstant fleißige Musiker handelt, die sich mit Freude an der Musik-Geschichte abarbeiten. Wir bleiben gespannt, was davon in Zukunft bei Resistant Mindz landen wird.
Das Album kann man sich auch in Videos ansehen – mit spannenden Studio-Einblicken:
Es gibt frischen Label-Zuwachs: Mit Pattern // Select erweitern die Macher der gleichnamigen Veranstaltungsreihe diese um ein Tape-Label, dessen erste Veröffentlichung demnächst gefeiert wird. Wie, Kassette? Bedeutet das nicht leiernde, verrauschte Aufnahmen und Bandsalat? Offensichtlich scheinen die Tücken der Technik vergessen, so dass das Medium derzeit ein Comeback feiert und mit dem Cassette Store Day auch dem schwarzen Plastik etwas Aufmerksamkeit klaut.
Siebenundzwanzig kurze Stücke sind auf der Compilation „Pattern//Select[ion] #1“ vereint, die allesamt in der international gut vernetzten Instrumental-HipHop-Beatmaker-Szene verwurzelt sind. Aus Leipzig sind mehrere alte Bekannte aus dem OverDubClub-Umfeld wie Ranko, Duktus, Schmeichel und Crssspace dabei.
Einen sehr entspannten, Jazz-beeinflussten Vibe haben die Beats allesamt gemein, womit das Tape als drittes Utensil neben Sofa und Jogginghose perfekt für einen ruhigen Sonntag geeignet ist. Sicher, es klingt nach einem billigen Klischee, aber die Beats konservieren in nur wenigen Minuten Momente sommerlicher Harmonie, die in diesen trüben Tagen so weit entfernt scheinen. Wer also neues Futter für das Küchenkassettenradio benötigt, ist hier bestens bedient.
Aber bei Pattern // Select soll es nicht nur um Musik gehen. Geplant ist vielmehr, Verknüpfungen zwischen Musik und Kunst aufzuzeigen. Neben Ausstellungen soll es 2016 auch das DIY-Magazin Lettern // Eklekt an den Start gehen. Weshalb und warum – wir haben nachgehakt bei Max und Moritz und Max und Stefan.Wer steckt hinter Pattern // Select? Aus welchem Umfeld stammen die Künstler?
Moritz: Zum Kern von P // S gehören außer uns beiden, Max M. und Moritz, noch zwei andere gutaussehende Buben, Max H. und Stefan. Wir leben alle seit etlichen Jahren in dieser wunderbaren Stadt und sind uns in den letzten Jahren bei verschiedenen Anlässen immer wieder über den Weg gelaufen – im Studium, beim Feiern und vor allem Konzerten oder Veranstaltungen, etwa denen des Overdubclubs. Daraus entstand außer einer Freundschaft dann irgendwann die Idee mit dem DIY-Tape-Label.
Max M.: Max und ich haben im Übrigen als Säuglinge in der Krabbelgruppe am gleichen Beißring gekaut – machen wir aber heutzutage nicht mehr so oft.
Moritz: Und bei einem Großteil der Künstler, die wir für unser Release, „Pattern // Select[ion] #1“, gewinnen konnten, war es ganz ähnlich: Man läuft sich eben immer wieder über den Weg. Mal beim Beatmakerstammtisch, mal auf den Partys, die wir in Leipzig seit dem letzten Jahr in wechselnden Venues veranstalten, oder im Netto. Die Szene ist trotz ihrer wachsenden Größe recht familiär.
Wir waren erstaunt, wie groß der Rücklauf war, als wir befreundete Künstler gefragt haben, ob Sie Lust hätten, etwas beizusteuern. Dass schließlich Künstler wie FRI$ aus Belgien oder Arbour aus den Staaten auf dem Tape gelandet sind und dem ganzen Familiending ein bisschen internationales Flair verleihen, finden wir selbst ein bisschen fett.
Max M.: Also, obwohl sich viele Künstler aus der Leipziger Szene heraus eingefunden haben, ist es uns absolut wichtig, uns da keine Grenzen zu setzen. Sowohl was lokal oder international angeht als auch, wenn es um den Stil geht. Ich bewundere Labels wie Leaving Records oder Dirty Tapes, die zwar eine Art Beatcharakter beibehalten, die aber keinen bestimmten Stil kaputtbedienen und die Augen immer offen halten.
Das erste Release erscheint auf Kassette und digital. Warum gibt es eurer Meinung nach wieder einen Trend zum Tape?
Moritz: Gibt es den? Das ist gut.
Max M.: Immer diese Trends …
Moritz: Im Ernst: Für uns gehört neben der Mukke einfach ein physisches Ding, das man in der Hand halten oder sich ins Regal stellen kann, mit einem gedruckten Cover dazu.
Max M.: An der Stelle kann man dann auch ruhig mal Props an den Riso Club verteilen. Die Mädels sind echt top. Alle in den Riso Club zum Drucken! Sofort!
Moritz: Ja, und Kassetten sind da, bei verhältnismäßig kleinen Stückzahlen und gerade im Vergleich mit Vinyl, einfach eine finanzierbare Variante. Außerdem hat die Kassette für uns einen irgendwie nostalgischen Wert. Die ersten Mixtapes haben wir als kleine Stöpsel schließlich auch auf Tape aufgenommen.
Max M.: Dazu kommt natürlich, dass, besonders in der Beatszene, Tapes als Klangmedium durch die Bandkompression und das Leiern bei Uralt-Tapes bei vielen Produzenten zum Samplen und Produzieren benutzt werden. Ich recorde meine Beats regelmäßig auch auf einem alten Tapedeck.
Moritz: Und der Download ist für die Leute, die Ende der 90er vorschnell ihr Tapedeck verschrottet haben. Die können sich damit dann die Zeit versüßen, bis sie sich ein neues zugelegt haben.
Auf dem Tape gibt es Tracks mit song-ähnlichen Strukturen wie „Days Like These“, aber auch House-Einflüsse wie bei „DoDoDon’t“. Wohin steuert eurer Meinung nach die Beatmaker-Szene? Was ist dabei der gemeinsame Nenner bei Pattern // Select?
Moritz: Einige Künstler haben sicherlich einen HipHop-Background, andere kommen vom House, wieder andere sehen sich irgendwo in der experimentellen Grauzone. Uns geht es ausdrücklich nicht um irgendeine Schublade, uns geht es um knackige Beats und gute Musik, wir haben da weder Scheuklappen noch Berührungsängste.
Max M.: Gerade das finde ich ja so geil. Dass direkt auf unserem ersten Sampler so viele Styles vertreten sind. Wir wollen damit auch zeigen, dass wir uns bewusst keine Grenzen setzen. Wenn jemand Lust auf ein House-Tape hat, immer her mit dem Zeug. Gleichzeitig können wir uns aber auch verdreckte LoFi-Produzenten ranholen, ohne dabei unsere Linie zu verlassen.
Moritz W.: Wohin die Beatmakerszene steuert? In Richtung Fame vermutlich. Nein, keine Ahnung. Ich glaube nicht, dass man da global einen Trend definieren könnte und finde es auch gut so. Ist spannender so.
Max M.: Find ich auch. Sich im Fluss treiben lassen und schauen, was an den Ufern wächst! Way to go!
Welchen Stellenwert haben die verwendeten Samples bei Pattern // Select? Spielt Exklusivität eine Rolle?
Max M.: Ich bin der Meinung, dass man Exklusivität beim Samplen grundlegend nicht erreichen kann. Das, was man sampled, ist ja sowieso schon mal von jemandem geschrieben, gesungen, gespielt worden, der so viel Plan von Musik hatte und ein so bemerkenswertes Stück Musik produziert hat, dass man es selbst wiederverwerten möchte. Exklusiv ist damit allein derjenige, der das Ding damals tatsächlich hervorgebracht hat. Ich finde es viel wichtiger, kreativ zu samplen. Und das ist im Endeffekt das, was mich an Musik catcht: Wenn jemand ein Sample so absurd benutzt, dass es auf den ersten Blick „keinen Sinn“ ergibt, auf den zweiten Blick aber absolut visionär benutzt wurde. Beatmaker wie Knxwledge, Mndsgn, eets, Dil Withers oder Tenderlonious sind da richtungsweisend.
Moritz: Natürlich freut man sich, wenn man auf einer japanischen Disco-Platte aus den 80ern eine Sample-Perle entdeckt, die noch keiner kennt. Aber da geht es uns nie um Exklusivität, das ist einfach Neugierde und Spaß am Finden.
Max M.: Japanische Discoplatten sind der shit!
Wenn ihr eine Umfrage bei den beteiligten Künstlern machen würdet: Welcher Sampler ist bei euch am beliebtesten? Und welcher bringt euch am ehesten zur Verzweiflung?
Moritz: Allen voran sicherlich die SP 404 von Roland. Obwohl natürlich auch einiges am Rechner entsteht, ist das im Übrigen vielleicht eine weitere Gemeinsamkeit der Künstler auf „Pattern // Select[ion] #1“: Die Affinität zu klobigen Musikmaschinen mit dicken Knöpfen und Reglern. Bei Max kann man eigentlich auch nicht mehr von einer Affinität sprechen. Das ist eher ein Fetisch.
Max M.: Die 404 ist der einzig wahre Sampler. Obwohl ich immer mehr auf den Rechner verlagere, ist die SP immer noch absolutes Kernstück. Und ja, es ist absolut zum Fetisch geworden über die Jahre.
Moritz: Und zur Verzweiflung bringt einen immer die Maschine, die in der Sammlung noch fehlt.
Max M.: Ich fange besser gar nicht an, hier jetzt zu fachsimpeln. Das würde den Rahmen wahrscheinlich sprengen.
Im Pressetext ist von einer Verknüpfung von Musik und Kunst die Rede. Außerdem ist von einem DIY-Magazin namens Lettern // Eklekt die Rede. Was ist dabei 2016 geplant?
Moritz: Die Verknüpfung von Kunst und Musik sehen wir gar nicht als etwas besonders Originelles, sondern als logische Konsequenz unseres Ansatzes für alles offen zu sein, was kommt.
Max: Das ist gewissermaßen seit der ersten Veranstaltung im November 2014 Teil unserer Herangehensweise. Ausstellung und Release in einem zu haben, hatte bisher immer sehr schöne Synergien und wir wollen uns nicht immer nur auf den musikalischen Aspekt beschränken. Und dabei wollen wir den Raum, der uns zur Verfügung steht, möglichst komplett ausnutzen, ihn eben nicht nur mit Hörbarem füllen, sondern am liebsten gleich auch mit Sichtbarem, das im Idealfall mit der Musik interagiert. Und nebenbei hat auch ein weiterer Künstler die Möglichkeit, seine Arbeit zu zeigen.
Moritz: Das Magazin wird es voraussichtlich zum zweiten Release geben und soll ein Begleitheft zum Tape werden, eine Art Dokumentation dessen, was bei Pattern // Select und anderswo passiert. Das, was Pattern // Select für die Ohren ist, soll Lettern // Eklekt gewissermaßen für die Augen werden: Schön was zu lesen, schön was zu gucken. Man kann gespannt sein.
Am 12. Februar findet die Release-Party in Connewitz statt. Dabei werden auch einige Werke von Ahabzutun ausgestellt, der auch das Cover des Tapes gestaltet hat. Ein Teaser-Video dazu gibt es außerdem:
Freitag, frohfroh-Party, ist klar – neben Robyrt Hecht & Kid Kozmoe wird Tico den kleinen Floor bespielen. Dafür hat er uns einen Teaser-Mix geschickt.
Mit einem Sound, mit dem Tico sonst nur noch selten zu erleben ist. Doch obwohl er sich in den letzten Jahren mehr und mehr mit House und Techno beschäftigte und zusammen mit T.I.N. die lokal crew-verbindende Patchworx-Reihe etabliert hat, schlägt Ticos Herz weiter für bassschweren Dubstep und kickenden Grime.
Davon erzählt auch sein Teaser-Mix, den er uns für die „dance dance with us“-Party eingespielt hat. Am Freitag gibt es das auch in laut und im Mix mit Robyrt Hecht und Kid Kozmoe – ja, ein back-3-back. Bei Soundcloud findet ihr die Tracklist des Tico-Mixes.
Und nicht verpassen: Für die Party haben wir noch ein Special – „Aphex Dreams“, ein bisher unveröffentlichter Track unseres Live-Acts Mod.Civil. Als Free Download.
Gute Monitorboxen und Kopfhörer sind das eine – doch die eigenen Tracks auf einer Clubanlage zu hören, ist etwas anderes. Eine Facebook-Gruppe macht es möglich.
Jeden letzten Dienstag im Monat bietet die Ableton User Group ab sofort Newcomern die Möglichkeit, ihre gemasterten und ganz neuen Tracks oder ihre Jam-Sessions und Sets auf der großen Anlage des Pferdehauses im Westwerk zu spielen. Dafür gibt es jeweils 20 bis 30 Minuten lange Slots, die vorab über Facebook vergeben werden.
Am 23. Februar findet das erste Group Meeting statt. Das Ganze ist zwar öffentlich und offen für Publikum, doch in erster Linie richten sich die Treffen an junge Musiker zum Austausch und Lautmachen. Geplant sind auch Workshops, Vorträge und Erfahrungsberichte zu Ableton-Produkten – dabei betonen die Veranstalter, dass sie nicht von Ableton gesponsored werden. Zum Jammen kann daher auch anderes Equipment genutzt werden. Auch musikalisch werden keine Grenzen vorgegeben.
Die Slots für das erste Treffen sind bereits vergeben, früh anmelden also.
Das hat länger gedauert als gedacht – nun ist die zweite EP von pneuma-dor aber veröffentlicht. Mit Tracks des Berliners Snitch.
Ende 2014 ging es los mit pneuma-dor, einem Label, das sich zuvor schon als Party-Reihe einem experimentellen Zugang zu elektronischer Musik im Allgemeinen widmete. Mit dem düster-schweren Debüt von Corecass legte pneuma-dor sehr viel versprechend vor. Dann dauerte es über ein Jahr bis zur Nummer 2. Doch nun ist sie da – mit zwei Stücken des Berliner Techno-Producers Snitch.
Und sein Sound auf „The Uncertain Machine“ ist geprägt von einer brachial einschlagenden Bassdrum sowie einer tiefschwarzen Grundatmosphäre. Eine maschinell und bedrohlich klingende Dystopie, die auch beim Cover-Artwork zelebriert wird. Bis auf den Anfang des Titel-Tracks ist da kein Raum für Harmonien. Dafür scharf peitschende oder rasselnde HiHats und Claps, kurz aufflackernde kalte Sounds. Aber auch eine unglaubliche Dynamik bei „The Uncertain Machine“ durch den breakigen Techno-Ansatz und ein mitzerrend-gerader Sog bei „Corax“.
Die beiden Remixe bilden da einen äußerst schlüssigen Gegenpart, indem sie die Härte herausnehmen. Der Berliner Experimental Techno-Held Bill Youngman entschlackt die breakige Dynamik und ergänzt sie um hell – wenn auch unterkühlt – schimmernde Synth-Flächen. Black Nakhur, der hier nebenbei erstmals als Producer auftritt, konzentriert sich mehr auf einen filigraneren Beat mit weicher federnden Bassdrums und weniger scharfen Claps – die düstere Atmosphäre bleibt, nur die Sogwirkung nicht ganz. Dennoch zeigt „The Uncertain Machine“ wie gelungen das Zusammenspiel aus Original und Remix sein kann. Großer Tipp.
Kann Records ist vor kurzem mit einem Newcomer ins neue Jahr gestartet – und mit zwei obskuren Tracks.
Wer ist cmd q? Groß heraus posaunt wird nicht, wer dahinter steckt. Ein junger Typ aus Leipzig, so viel scheint klar. Es sind die ersten zwei Tracks unter diesem Namen. Und „Epigon“ offenbart eine eigenartige Abwesenheit und Ferne.
Im Laufe der elf Minuten eröffnet sich hier eine elegisch-abstrakte Ambient-Weite, die im harschen Kontrast zur brüchigen und mit dubbigen Kantigkeit der Beats steht. Ein interstellarer unnahbarer Raum wird hier bespielt. Sollte die Nasa Tracks für Ihre Weltraumbilder suchen, sollte irgendjemand bitte „Epigon“ vorschlagen.
„Nine“ kontert mit gefühlt verdoppelter Geschwindigkeit, bleibt in den Sounds aber in der Stratosphäre. Auch hier wieder ein leicht antiquierter Ambient-Charme, der jedoch mehr an die Synthesizer-Anfänge erinnert. Andererseits drückt die durchdringende Bassdrum „Nine“ direkt zum Dancefloor. Ob der aber auf der Erde ist, ist nicht ganz klar. Bitte mehr von cmd q.
Lissabon oder Leipzig? Die Musikerin und Radio-Moderatorin Nabihah Iqbal alias Throwing Shade fragt sich in einer Video-Serie, ob sie ihre Heimat London für eine der beiden Städte verlassen würde.
Throwing Shade ist kein gänzlich neuer Name für Leipzig – im Herbst 2013 veröffentlichte sie bei Kassem Mosses Label Ominira eine unglaubliche gute EP namens „Mystic Places“. Für eine vierteilige Video-Reihe des Online-Magazins i-D ging sie nun auf eine Entdeckungsreise durch die Kunst- und Musik-Szenen von Lissabon und Leipzig, um zu schauen, ob es abseits von London einen Ort gibt, an dem sie gern leben würde.
Sie wäre nicht allein – im letzten Jahr verließen über 320.000 Menschen Großbritannien, wohl wegen der hohen Lebenskosten und der Aussicht auf eine höhere Lebensqualität. Wobei laut dem Leipziger Amt für Statistik 2014 nur rund 900 Menschen aus Großbritannien nach Leipzig zogen. Doch Nabihah Iqbal ist sehr angetan von Leipzig.
Nebenbei brachte sie vor kurzem auch ein Leipzig-Special beim NTS Radio, die sich der elektronischen Musik Leipzigs widmete.
Übernächsten Freitag ist es soweit – unsere #supportfrohfroh-Party findet statt. Zur Einstimmung präsentieren wir einen exklusiven Mod.Civil-Track.
Das Duo wird am 12. Februar bei uns eines seiner mittlerweile seltener gewordenen Live-Sets spielen – zum Aufwärmen zu Hause haben wir mit „Aphex Dreams“ einen bislang unveröffentlichten Track von Mod.Civil bekommen, den ihr euch ab sofort als Free Download auf eure Player ziehen könnt.
„Aphex Dreams“ steht für die ruhigere, vertracktere Seite von Mod.Civil, wie sie auch auf der „Distanz“-EP auf Ortloff zu hören war – wir sind sehr happy damit und freuen uns auf das Live-Set im Pferdehaus.
Außerdem bei der „dance dance with us“-Party: Good Guy Mikesh als DJ, Kali Avaaz, Westlake & Hayter, Robyrt Hecht & Kid Kozmoe sowie Tico. Die Party ist Teil unserer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne vom letzten Herbst. Ein paar Tickets sind darüber bereits weggegangen, es wird aber natürlich eine Abendkasse geben mit der ihr uns nochmals unterstützen könnt.
Zweimal Leipzig bei Boiler Room – gestern gab es ein kleines Feature zu Filburts Label O*RS und einen Teaser auf Panthera Krauses neue EP.
O*RS feiert in diesem Jahr ja sein 5-jähriges Label-Bestehen und die Boiler Room-Crew ist ganz angetan von der unaufgeregten Vielseitigkeit des Labels. Im Rahmen der Upfront-Mixreihe spielte Label-Chef Filburt einen deepen House-Mix ein, der Tracks und Artists aus dem näheren und erweiterten Label-Umfeld verbindet.
Darunter auch „Wasted Most Of My Life DJing In Night Clubs“ – Filburts Beitrag zu unserer „Electronic Music Leipzig“-Compilation. Demnächst wird der Track auch noch einmal auf Vinyl veröffentlicht. Und es ist die Rede von einem neuen Sub-Label, das Jan Ketel kuratieren soll. Davon wird uns Filburt aber demnächst persönlich erzählen – im frohfroh-Interview.
Außerdem brachte Boiler Room gestern einen Ausblick auf die neue Panthera Krause-EP – bei Uncanny Valley wird sie rauskommen. Perkussiv-trippig mit feinem Orgel-Vibe, so klingt „Umami“ von der gleichnamigen EP, die in zwei Wochen erscheinen wird.
Und nicht verpassen: Filburt und Panthera Krause waren jeweils auch mit exklusiven Tracks auf der wunderbaren Riotvan-Compilation zu hören.
Enorm viel neues passiert gerade bei Blac Kolor – Ende Februar steht das zweite Album an, vorab kam die EP „Stormfly“ heraus.
Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren überraschte Blac Kolor mit seinem „Wide Noise“-Album, das sich auf sehr schlüssige und kickende Weise zwischen EBM, Industrial und Techno positionierte. Die „Stormfly“-EP knüpft an diesen Sound teilweise an und wird zugleich zum Bindeglied zum nächsten Kapitel, das sich mit dem zweiten Album „Born In Ruins“ demnächst entfalten wird.
„Pain Delivery“ ist mit seinen düster und schleppend schwebenden Sounds sowie den breakigen Beats die deutlichste Schnittstelle, denn der Techno-Fokus rückt beim nächsten Blac Kolor-Album weitgehend in den Hintergrund. Dabei ist dieser Teil in seiner Härte und Kompromisslosigkeit nach wie reizvoll. Besonders „Grace“ und „Stormfly“ faszinieren durch ihre martialische und bedrückende Dunkelheit, die nach wie auch von einer nicht ganz pathosfreien EBM-Aufgeladenheit getragen wird.
Etwas eingängiger dagegen “Skele Ton“, trotz der unberechenbar federnden Bassdrums und den später zerschreddernden Breaks. Das Berliner Duo Schwefelgelb macht aus diesem Track schließlich einen unglaublich einnehmenden und in sich windenden Techno-EBM-Hybriden, der am Ende dieser darken EP ein diffuses Licht aufscheinen lässt.
Die „Stormfly“-EP erscheint auch auf Vinyl. Demnächst gibt es noch mehr zu Blac Kolor bei uns.
Sven Tasnadi verbreitet seine Diskografie weiter über mehrere Labels – im Januar war eine EP auf dem spanischen Roush Label dabei.
Aber ich möchte es kurz halten: Die vier Tracks wollen nicht mehr als Beatport-Tools sein. Fröhlich bis oberflächlich groovender Tech House mit albernen Einschüben und unbestimmten Arrangements.
Das einzig positive an dieser EP ist, dass es mir Tasnadis letztes Album „All In“ näher bringt. Denn dort gibt es all die subtilen House-Ansätze, die ich bei „Keep On“ vermisse. Auch wenn das in meinem damaligen Text weniger euphorisch klang.
Oh, wird 2016 das Jahr der Abschiede? Nach dem Ende von Mottt.fm beendet nun auch Esoulate sein Booking-Engagement.
Das Finale der Podcast-Reihe vor zwei Wochen deutete bereits ein Ende an. Nach 12 Jahren Booking und Partys veranstalten ist nun tatsächlich Schluss. Was bei der ersten Version des Artikels leider falsch rüberkam: Das Label Esoulate Music soll weiterbestehen. Bei Facebook gab es noch ein Abschiedsstatement:
„Ein Abschied bereitet den Weg zu neuen Ideen. Es gibt Projekte die verweilen länger und andere schaffen es nicht einmal auf den Schreibtisch des Erfinders. esoulate ist wohl eher eines der Projekte gewesen, welches sowohl kam als auch ein Stück weit verweilte – Als Bookingagentur, Veranstalter, Ort des Wahnsinns, Treffpunkt für Freunde, der Ort für einen süßen Kaffee, das Sofa zum Austausch einer schnellen Idee, die Möglichkeit Ordnung zu schaffen … oder, oder, oder.
Wahnsinn, Leichtigkeit, Frohsinn, Perspektive, Fiktion, Miteinander, Trunkenheit, Verbundenheit und musikalische Nahkämpfe waren immer möglich, werden es auch in Zukunft unter neuen Dächern sein und bleiben. Vielen Dank an alle Unterstützer, Partner, TänzerInnen, Visionäre, Clubbetreiber, Booker, Crews, DJs, Liveacts, VJs, Techniker und Freunde für diesen durch & durch empfehlenswerten gemeinsamen Ritt. […] Bis gleich an einer anderen Stelle, Georg“
An anderer Stelle – da gedeiht also scheinbar etwas Neues. Wir sagen wieder einmal Danke und sind gespannt auf das Neue. Zum 10-jährigen Bestehen hatten wir übrigens ein Interview mit Georg Bigalke über Esoulate.
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