Mit dem Digital-Kurs hat Moon Harbour sein Release-Tempo gehörig gesteigert. Dadurch kommt auch der Berliner Philip Bader zu seiner zweiten EP in diesem Jahr.
Crazy sollen sie sein, die beiden neuen Stücke. Ein karnevalesker Einschlag ist ihnen auch nicht abzusprechen. Eigentlich ungewöhnlich für eine so karnevalmuffelige Stadt wie Berlin.
Die Vocals reißen es in erster Linie bei den Verdrehungen. Mit leichtem Vocoder bei „Crazy“ und südamerikanischem Touch bei „Loose Talk“. Letzteres bewegt sich auch durch seine Marimbas noch einmal deutlich expressiver.
Die Sommer-Saison mit Glitzerstaub startet so langsam. Da kommt dieser Sound recht. Den Andrea Oliva-Remix von „Crazy“ verstehe ich aber überhaupt nicht. Einfach nur gerade gezogen, auf Null gesetzt.
Zwei Alben, die so überhaupt nicht zusammen passen, die wahrscheinlich im seltensten Fall zusammen in einem Plattenregal stehen werden. Und genau deswegen hauen wir sie hier zusammen.
Ein bisschen Crisp muss mir schon gegönnt sein. Und dazu gehört, Ronny Trettmann und Martin Kohlstedt in einem Atemzug zu nennen. Was sie eint, ist das Veröffentlichungsdatum ihrer beiden Debütalben. Am 10. Mai kamen sie heraus. Okay, sie leben beide in Leipzig als ihre Wahlheimat. Das war es dann aber mit den Gemeinsamkeiten. Hinzu kommt, dass beide musikalisch eher an den äußersten Rändern des musikalischen frohfroh-Fokus agieren.
Doch Martin Kohlstedt ist als Teil von Marbert Rocel in jedem Fall eine Erwähnung wert. Und Ronny Trettmann ist zwar der „Deutsche Dancehall Direktor“, musikalisch jedoch weit weniger dogmatisch als viele andere. Aber wo ansetzen? Es kann nur über den harten Kontrast gehen.
Angenommen, beide Künstler würden an einem Abend im selben Laden auftreten, es wäre ein wahnsinniger Kultur-Clash. Verstohlenes Beäugen, Gekicher und Grüppchenbildung, Türenknallen. Bei Martin Kohlstedt würden alle sitzen, bei Ronny Trettmann mächtig wippen. Die Anlage wäre überfordert.
Martin Kohlstedt steht für den intimen, introvertierten, poetischen, reduzierten Moment. Nur mit dem Piano arbeitet er, schreibt stille Songs in stillen Kammern, die durch keine Stimme in irgendeine Richtung gedrängt werden. Die Assoziationsketten sind frei zu knüpfen, obwohl sie für den Komponisten selbst mit konkreten Geschichten verbunden sind. Er lässt sie im Impliziten. Bildungsbürgertum deluxe.
Doch die Emotionalität eines einzigen Pianos ist so anziehend. Da kann jeder House-Chord einpacken. Und genau das beherrscht Martin Kohlstedt auf sehr eindringliche und zugleich unaufdringliche Weise. Richtige Klavier-Profis hören bestimmt noch viel mehr heraus – vielleicht mag es wer ergänzen? Sein Album „Tag“ gab es schon seit einigen Monaten als Download und CD. Jetzt brachte Kohlstedt die mit Dia Records Stücke noch einmal auf Vinyl heraus.
Während bei ihm das Understatement zählt, geht es Ronny Trettmann um das Rausposaunen, um Party. Frauengeschichten, Cruisen, Après-Ski, aber auch das hinterhältige Business. Ronny Trettmann könnte sich wahrscheinlich vom Fleck weg von einem großen Label wegkaufen lassen. Er möchte es aber lieber „independant“ angehen, sein eigenes Label Heckert Empire mit der eigenen Crew aufbauen.
Crowdfunding testen und die Fans mit einbeziehen. „Ich habe doch eine Verantwortung meinen Fans gegenüber“, sagt Trettmann im Visionbakery-Video. Das klappte bisher scheinbar bestens, die Riddim-Leser lieben ihn. Nach einem Album mit Ranking Smo ist „Tanz auf dem Vulkan“ nun sein erstes Solo-Album. Verschiedene Producer bauten die Beats, Jr Bender hielt den Sound zusammen. Hinzu kamen eine Menge Gäste am Mikrofon – MC Fitti, K.I.Z.-Nico, Felix Brummer, Johanna Marshall.
Ich feier dieses Album, muss es wohl korrekt heißen. Nicht, weil es mich musikalisch unbedingt flasht, sondern weil es in seiner Überspitzung und der klaren Pop-Ansage sehr ehrlich wirkt. Möglicherweise ist das auch Ronny Trettmanns Joker. Er verstellt sich nicht, obwohl er die Skills für die große Show hätte. Unglaublich seine Ballade „Schwarzer Sonntag“. Also, ruhig sich einmal auf den Kultur-Clash einlassen.
M.ono zieht es nach Marseille. Oder nach Rom? Egal, Hauptsache warm und sommerlich. So zumindest klingen die drei neuen Tracks.
Warum haben die Franzosen so ein Disco-Faible? Aus Leipziger Sicht konnten davon schon Pwndtiac, Martin Hayes sowie Good Guy Mikesh & Filburt profitieren. Nun auch M.ono, der bei Brown Eyed Boyz Records seine erste EP abseits von Rose Records veröffentlichen konnte. In Boiler Room-Set von Optimo und Move D hörten sie einen Track von ihm und waren so begeistert, dass sie ihn gleich einluden.
Der Blick nach Leipzig dürfte bei Label-Betreiber Mokic aber schon vorher geschärft gewesen sein. Vor einem Jahr brachte er einen Filburt-Track heraus, und für sein anderes Label The Exquisite Pain Recordings entdeckte er die „Ours EP“ von Good Guy Mikesh & Filburt.
Auf der „00136 Rome“-EP konzentriert M.ono seinen sonnendurchfluteten House noch einmal. Drei sehr gut zusammenhängende Stücke mit großen Piano-Chords, funkschwingenden Basslines und klarem Pop-Einschlag.
Einen Tick clubbiger als vorher fallen die neuen Stücke aus. Fokussierter, vielleicht auch etwas weniger exaltiert. Leichtfüßig ohne in den schrecklich belanglosen Feel-Good-Open-Air-House abzugleiten – die Disco-Erdung scheint Wunder zu bewirken.
Es war schon länger angekündigt, nun ist es draußen – und schon ausverkauft. Das Album von The Siege Of Troy, dem Noise-Alias von Kassem Mosse.
„Jacknoise, dubbed on tape“, so steht es auf der Seite von Kassem Mosses Label Ominira. Offiziell erscheinen die Kassette bzw. die 7″-Platte mit drei Auszügen und einem exklusiven Stück erst am Montag. Doch überall, wo man hinschaut, ist das Tape bereits ausverkauft. Irgendwie auch komisch, dass es mittlerweile fast mehr darum geht als um die Musik. Aber die Begehrlichkeiten rund um Kassem Mosse sind enorm.
The Siege Of Troy ist dabei alles andere als eingängig. Aus dunklen Untiefen gelangen Syntheziser-Sounds an die Oberfläche, die mit den vertrackten Beats mehr Skizzen als Tracks ergeben. Kassem Mosse ist trotzdem heraus zu hören, nur überzogen mit einem Filter, der alles unscharf und zäh überzieht.
Nerd-Stuff. Fast ist es mir unangenehm, es aufrichtig gutzuheißen. Denn es hat auch etwas Jüngermäßiges Kassem Mosse überall mit gleicher Faszination hin zu folgen. Dies ist eine neue Entführung. Bei Kann Records sind die vier Tracks der 7″ zu hören.
Teil 3 der Audiolith-Reihe „Stiff Little Spinners“ ist draußen. Wieder einen Hauch neben der klassischen Spur. Und Compilation-Head Krink hat gerade zwei eigene EPs veröffentlicht.
Wer es vergessen hat: Stiff Little Spinners ist die Compilation-Reihe des Techno-Punk-Labels Audiolith. Denn nicht immer haben alle aus dem Label-Umfeld Bock auf Parolen. Gerade wenn sie sich auf dem House- und Technofloor bewegen.
Allerdings ist die innere Reiberei zwischen den Polen durchaus herauszuhören bei den Stiff Little Spinners-Tracks. Entweder in den ungewohnt deutlichen, harmonischen Schichten oder im Pop-Appeal.
Letzterer wird auf der dritten Ausgabe von Mendoza & Davidé und Kilian am unmissverständlichsten ausgelotet. „Can’t Take The Heat“ ist bassline-geschwängerter Floor-Pop. Laurid singt mit sanfter Stimme vom Sommer.
Und erstaunlicherweise trifft sein Gesang genau den richtigen Ton, um nicht am Wir-springen-alle-in-den-Brunnen-Kitsch zu ersticken. Stattdessen einfach gelungene Leichtigkeit. Krink und Gimmix, die beiden Leipziger Anker der Reihe bleiben introvertierter, wobei sich Gimmix mit „Bonnie“ mehr der UK Garage-Basswärme annähert.
Auf den ersten beiden Compilations waren ja Kalipo und Rampue meist die Oberhelden. Auf der „Vol. 3“ behalten sie die Titel auch. Kalipo wegen seiner kantig-naiven Musikalität, Rampue wegen der unglaublich federweichen, langsamen Deepness, die dann ab der Hälfte etwas ausfranst. Ein Remix soll „Insensible“ sein. Aber woher kommt das Original?
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese „Stiff Little Spinners“ in sich geschlossener klingt, homogener kuratiert. Selbst Torsun Teichgräber grätscht nicht mehr so rein wie auf der letzten Platte.
Doch noch einmal zu Krink. Zeitgleich kamen nämlich zwei Solo-EPs von ihm heraus. „The Time Is Now“ auf dem Berliner Label Opossum Recordings und „Moan“ bei Techsoul Records aus den Niederlanden.
Beides mal zeigt sich Krinks Hang zum musikalischen Vollprogramm. Viel harmonische Wärme neben knarrenden Basslines. Die Überdosierung lugt da teilweise um die Ecke.
Aber irgendwie schafft es Krink dann doch immer wieder ihr zu entgehen. Die Niederländer mochten es wahrscheinlich etwas raviger, „Moan“ und „To Think“ spielen mit ausladenden Peak-Elementen, ohne sie aber komplett hoch zu ziehen.
Die Remixer fallen darauf alle rein. Große, pumpende Tracks machen sie aus den Originalen. Ganz schlimm Andrea Arcangeli. Nur Cardia lässt das niederländische Electro-Erbe auf gute Weise durchschimmern.
Es gab schon länger keine neue EP von Marko Fürstenberg mehr. Ornaments unterbricht die Pause mit „Amethyst“.
Wenn ich es recht überblicke, liegt die letzte EP mit wirklich neuen Stücken drei Jahre zurück. In der Zwischenzeit wurde mit „Gesamtlaufzeit“ ein Teil des Frühwerks von Marko Fürstenberg noch einmal neu aufgelegt. Sonst eher Stille. Bei den beiden neuen Tracks sticht besonders „Dwights Warning“ hervor.
Nicht nur, weil Fürstenberg einen Ausschnitt aus einer Eisenhower-Rede von 1961 einbaut, bei der der Aufbau einer militärischen Industrie angekündigt wird. Auch in den Sounds steckt etwas unheilvolles, verschlüsseltes, aber auch etwas vertrautes und unbeschwertes. Als ob das Stück den apokalyptischen Vibe des Kalten Kriegs in sich trägt. Und dass mitten auf dem Dancefloor.
„Saturday 15th“ wogt sich dagegen stromlinienförmiger durch die Dub-Tiefen. Zurückhaltender und mit dezenten Schubmomenten. Da ist Marko Fürstenberg in seinem Element, und auf die Pause bezogen: wer sich musikalisch so sehr mit der Zeitlosigkeit auseinandersetzt, kann scheinbar immer wieder nahtlos anknüpfen.
Im Juni erscheint Sven Tasnadis erstes Album. „Slow“ wird es heißen. Weil es auch slow ist. Zwei Stücke daraus sind auf der Vorab-EP zu hören.
Dass sich Sven Tasnadi nicht auf einen dezidierten Sound festlegt, ist seit längerem deutlich. Mit „Slow“ kommt aber eine bislang unbekannte Nuance hinzu. Das Album zieht sich nämlich zurück von den Dancefloors, lotet die Weiten von Electronica aus.
Ein paar Überraschungen werden da auf jeden Fall dabei sein. „Thank You“ etwa, mit scharf geschnittenen, breakigen Beats und zerhacktem Funk. Wofür er sich mit diesem Track wohl bedankt? Vielleicht bei Aphex Twin oder Autechre. Bei „Daniel The Painter“ geht Tasnadi musikalischer heran, das prägnante Rascheln stammt übrigens von Daniel Stefanik beim Wändeanstreichen.
Mit den beiden Remixen auf der Vorab-EP gelangt „Slow“ indirekt doch noch in den Club. Tim Green enthebt „Thank You“ sämtlicher Reibung, er zeigt aber, welches Rave-Potential in den hysterischen Chords des Originals steckt. Juno6 ist da aber weitaus subtiler, indem er die Kanten von „Daniel The Painter“ mit berücksichtigt und in seine Deepness mit einwebt. Tolle Claps baut er ein. Wir freuen uns auf mehr von „Slow“.
Der neue Tetsampler ist draußen. Nach Reh, Fuchs und Pfau kommt nun das Wildschwein um die Ecke.
Ich kann die Wildschweine nicht gutheißen. Weil sie den Garten meiner Eltern verwüstet haben, mehrmals. Warum also nur das Wildschwein? Wie sich die Tetmusik-Crew wohl zusammen setzt und überlegt, welches Tier den Jahres-Sampler hosten soll? Heimische Tiere müssen es scheinbar sein, weitgehend wild unterwegs. Wie auch immer.
Der Tetsampler avanciert allmählich zu einer sicheren Konstante. Ein jährliches Mixtape mit musikalischem Freigeist und tiefer lokaler Verwurzelung. Eine Zusammenstellung, bei der man sich seine Perlen rauspickt und vielleicht noch eine ganz anders farbige übergeholfen bekommt. Bei den Pop- und Garage-Songs von Shandy Mandies, Jakob Hummel, Long Voyage und Their Majesties klappt das bei mir nicht so recht. Entweder zu brav oder zu krachig. Da fehlen die Synapsen bei mir.
In der elektronischen Ecke überrascht am meisten Raketenbus, sonst bei Elster Club aktiv. Er holt den unbeschwert tänzelnden Drive der Indie-Band auf den House-Floor. Sehr elegant und mit verschmitztem Charme. Martin Hayes ist da drin schon fast ein alter Hase und wagt sich sogar an das Motown-Erbe.
Und dann wieder ein Stück von Puma, der zusammen mit Limousine Rot einen der eigenwilligsten, deutschsprachigen Pop-Entwürfe aus Leipzig pflegte. Wahrscheinlich hat er jetzt einen anderen Kompagnon an der Seite. Viel geändert hat sich aber nicht. Zum Glück. Denn eigentlich hätte Puma von dem Frittenbude-Hype-Kuchen etwas abgekommen müssen. Aber wahrscheinlich war er dafür schon zu erwachsen.
Insgesamt bleiben bei der Wildschwein-Edition die großen musikalischen Überraschungen aus. Man könnte es auch Konsolidierung nennen und die ist keineswegs schlecht. Via Bandcamp ist der Sampler zu erwerben. Auf CD-R mit Papphülle aber auch.
Modern Trips, die zweite. Beziehungsweise das zweite Tape. Bei den Textilien gab es zwischendurch schon ein Update.
Besonders toll der Siebdruck-Soldat im fein sezierten Mosaik-Stil. Einfach in Schwarz und Grau auf T-Shirt oder Pullover. Einen gewissen Hang ins Düstere und Abgründige gibt es bei Modern Trips auf jeden Fall.
Das ist auch dem zweiten Tape anzuhören. C U N und Dead Baby In A Plastic Bag haben jeweils 30-minütige Sets zusammengestellt. Einen Ausschnitt von letzterem gibt es via Soundcloud. Conforce neben den Einstürzenden Neubauten, dunkel und voller Brüche und Dissonanzen. Limitiert ist auch diese Tape-Edition. Zu bestellen direkt bei Modern Trips. Das erste Tape ist bereits ausverkauft.
Drei neue Tracks von Luna City Express. Die Überraschung kommt aber von Matthias Tanzmann.
Das Berliner Duo war ja im Prinzip der übrig gebliebene Deep House-Zipfel im Moon Harbour-Katalog. Die Betonung liegt auf war. Zumindest beim Hören der neuen „Magic Bazar“-EP. Denn die drei Tracks klingen sehr auf Label-Spur gebracht. Mitsamt der sich schwarmartig hochpeitschenden Rave-Sirenen der letzten EPs.
Der Titel-Track ist für Luna City Express-Verhältnisse ungewohnt offensiv. „Are You Ready“ dann wiederum ungewohnt belanglos. Einzig „I Don’t Think So“ sticht durch seine Downbeat-Wärme heraus.
Matthias Tanzmann ist aber die eigentliche Überraschung dieser EP. Sein Remix von „Magic Bazar“ ist wahrscheinlich sein schroffstes Stück überhaupt. Ist er das denn wirklich, oder ein Druckfehler? Die weithin wieder entflammte Faszination für düsteren Techno scheint auch an ihm nicht ganz spurlos vorübergegangen zu sein. Während sich die erste Hälfte in der hypnotischen Reduktion austobt, wird es im späteren Verlauf teilweise beängstigend großspurig.
Im letzten frohfroh-Interview sprach Tanzmann vom Vibe der Orte, der ihn musikalisch inspiriere. War es anfangs die Distillery, verlagerte sich der Input später auf die Ibiza-Afterhours. Kommen jetzt auch die größer werdenden Venues als Inspiration hinzu?
Ein überaus polarisierendes Stück. Aber eigentlich ist das viel Wert in Bezug auf Moon Harbour.
Wer baut die schrägsten Tracks in der Stadt? Efka & Axel Thoma sind nicht weit von der Trophäe entfernt. Fast zeitgleich erschienen vor zwei Wochen zwei EPs der beiden.
Okay, aber was heißt eigentlich schräg? Ungewöhnlich? Verstörend? Albern? Rückblickend auf die ersten beiden Compilation-Beiträge von Efka & Axel Thoma bei Esoulate Music ist es eher letzteres. Minimal mit verdrehten Sounds, skizziertem Funk und einigen Rave-Anleihen. Mir ist das meist zu plastisch, irgendwie zu unruhig.
Was man den beiden aber keineswegs vorwerfen kann, ist Engstirnigkeit. Besonders bei der „Melting Pot EP“ auf Esoulate Music gleicht quasi kein Stück dem anderen. Stille mit „New Friends“, etwas Ur-Electro mit deutschem Robotergesang bei „0800“ oder sägender Acid mit „Stairway“. Und überall ist der Schelm mit dabei.
Ich weiß gerade nicht, wo eigentlich der Punkt ist, an dem die Albernheit in solchen Tracks passen könnte. Vielleicht wenn sie so übersteigert ist, dass es zum Trash oder weirden Nerdkram wird. Wenn es nur noch am Rande um den Dancefloor geht. Efka & Axel Thoma haben aber bestimmt keinen Trash im Sinn. Und der ist auf beiden EPs auch nicht herauszuhören.
Oh, da ist mehr als ein Live-Projekt aus Karocel geworden. Die Band um Marbert Rocel, Mathias Kaden und Michael Nagler verewigt sich nun auch auf Vinyl.
2010 beim Nachtdigital traten Karocel zum ersten Mal live auf. Nur aus Spaß. Weil sich alle aus Thüringen kannten und Lust auf ein gemeinsames Set hatten. Mittlerweile ist mehr daraus geworden. Es blieb nicht nur bei dem einen Auftritt.
Und es blieb auch nicht nur bei dem Live-Projekt. Denn im letzten Herbst trafen sich alle sechs in Plagwitz im Studio von Marbert Rocel. Es ging einfach live weiter und aus den Jam-Sessions sind zehn Stücke entstanden, die Ende Juni als Album erscheinen werden.
Vorab gibt es mit der „This One“-EP schon einen Teaser daraus. Karocel ist quasi die House-Variante von Marbert Rocel und die Band-Variante der Solisten Mathias Kaden und Michael Nagler. Auch wenn es bei den vier Neu-Leipzigern schon zuvor einige geradlinigere Momente gab. Zu sechst ist der Drive aber deutlich direkter, mit gestreckteren Arrangements.
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