New In – Nov 21

Hier kommt ein neues Format, „New In“ gibt einmal im Monat einen kurzen und knappen Überblick über neue Releases made in Leipzig. Los geht’s mit neuen Platten von Defrostatica, Kann, Riotvan und weiteren.

Detroit’s Filthiest „Fight To The Finish“ (Defrostatica)

Defrostatica hat ja schon länger gute Kontakte zum Ghettotech-Pionier Detroit’s Filthiest. Hier kommt nun seine zweite komplette EP auf dem Leipziger Label. Vier reduzierte Uptempo-Tracks, die die feinen Grenzen zwischen Oldschool-Electro, Ghettotech und Jungle verflüssigen. Mit eingängig bohrenden Synth-Schleifen und einer 90s-balsamierenden Jungle-Hommage.

Mein Hit: „Failure 2 Launch“. Why: Wegen der exstatisch-bouncy und roboterhaft tänzelnden Melodie.


Adam Strömstedt „Escalator Music“ (Kann Records)

Bei Kann war mal wieder Zeit für ein Album – der Australier Adam Strömstedt kann sich hier erstmals im Langformat austoben. Und er tut dies in sehr entspannte Weise. Mit super softer House-Deepness, organischen jazzy-funky Vibes und versierter Afterhour-Nostalgie. Klar, hier wird nichts grundlegend neu erzählt. Aber Adam Strömstedt sucht immer wieder auch Abzweige weg vom Floor – und wenn Floor, dann auch nie rein funktional, sondern mit Wärme und Empathie. Guter Konter gegen November-Lockdown-Blues.

Mein Hit: „Help Computer“. Why: Wegen der hektisch rasselnden Hi-Hats und Basslines und dem improvisierten Session-Vibe.


Qnete „RM12013“ (R.A.N.D. Muzik)

Wahnsinn, wie gut sich das Label vom Leipziger Plattenpresswerk R.A.N.D. Muzik entwickelt hat. Im Oktober erschien auch eine Compilation, die das San Franciscoer Label 90s-Label The Future Was Visible … mit unveröffentlichten Tracks wiederaufleben lässt. Kurz darauf folgte eine neue EP vom Leipziger Producer Qnete – eine sehr sichere Nummer für wohlausbalancierten House. Wer es classic mag, bekommt mit „Mild Warp“ neues Futter. Wer es more trippy will, sollte zu „Hover“ skippen. Die wirkliche Spannung liegt aber in „Weightless“. Im Original ist es ein aufgeladener Breakbeat-Ambient-Hybrid, im Remix mutieren die Elemente mehr in Richtung Rave und Trance. Aber sehr stilsicher und dezent.

Mein Hit: „Weightless“. Why: Wegen dieser lang anhaltenden Spannung, die sich einfach entladen möchte.


Hard Ton „Under This Fantasy“ (Riotvan)

Riotvan hat Gefallen an Digital-only-Releases gefunden und startet eine kleine Reihe. Zum Start geht es nach Venedig zu Hard Ton. Ein Duo, das mit analogen Maschinen und emotionalen Vocals einen sehr herzöffnenden und queeren Disco-Acid-Pop-Mix produziert. Da klopfen die 80s ohne Verkleidung an und werden sicher freudig empfangen auf sehr verschiedenen Dancefloors. Jorkes aus Stuttgart liefert einen dubberigen Remix, der durch seine Klarheit besticht.

Mein Hit: „Under This Fantasy (Original Mix)“. Why: Wegen der herrlich ausladenden Hymnenhaftigkeit.


NAJIB „The Voluntary Prisoners“ (HUMAN)

Ok, dieses Album muss noch mit rein, auch wenn es bereits Ende Oktober rauskam. Aber Tinkahs Label HUMAN bringt einmal mehr einen spannenden Gegenentwurf zum sonst gängigen Clubsound heraus. Dieses Mal mit NAJIB, einem Act aus Brüssel. Die acht Tracks seines Albums dekonstruiert jede Erwartung, jede Ästhetik, jedes Genres. Stattdessen gibt es eine heftige und nimmermüde Dynamik an Sounds, Patterns und Rhythmen. Kaum Anker, nur Bewegung, viel Glitch und Chaos. Ja, das ist anstrengend und kein Soundtrack für das entspannte Hören nebenher. Das will es aber auch nicht sein. Vielmehr erleben wir hier eine artifizielle und aufwühlende Performance, die Zeit, Aufmerksamkeit und Offenheit braucht.

Mein Hit: „Impasse!“. Why: Wegen seines versöhnlich-harmonischen Starts, der aber zunehmend entgleitet.

Kid Kozmoe „Talking To Ghosts“ (Istotne Nagr.)

Wie lässt sich Musik mit möglichst wenig BPM-Klarheit produzieren? Diese Frage stellt sich unser Ex-Autor Christoph mit seinem Musikprojekt Kid Kozmoe. Seine Antworten sind umwerfend gut.

Für frohfroh war es ein sad moment, als Christoph uns im letzten Jahr als Autor verließ. Über 250 Beiträge hatte er zwischen 2015 und 2020 geschrieben. Reviews, Interviews, News, das ganze Programm. Nebenbei produzierte er schon lange im Stillen eigene Musik und legte ab und zu auch auf – alles unter seinem Alias Kid Kozmoe.

Genau auf dieses Projekt wollte er sich 2020 mehr konzentrieren. Und rückblickend war das eine gute Entscheidung. Denn heute ist Kid Kozmoes erste offizielle EP erschienen – beim polnischen Special Sounds-Label Istotne Nagr.

„Talking To Ghosts“ versammelt nicht nur sechs Tracks, die in den letzten Jahren entstanden sind. Sie vereint all die musikalische Inspiration, Leidenschaft und Offenheit, die Kid Kozmoe schon immer ausgemacht haben. Da ist zum einen ein Faible für alte Computerspielsounds und analoge Synths, zum anderen eine Liebe für oftmals unter dem großen Radar laufende Genres wie IDM, Skwee und Electric Boogie.

Die EP startet entsprechend wild, augenzwinkernd und quirlig mit „Quirky Boogie“, „Meltdown Funk“ und „The Oceans Are Dying“. Drei Tracks, die immer wieder neue Richtungen einschlagen, mit naiver Kindlichkeit umherstolpern und alles außer eines wollen – sich festlegen.

Das nimmt teilweise fast avantgarde Züge an, könnte aber auch gut Classic-Games vertonen.

Dass es Kid Kozmoe nicht nur um wilde Ritte abseits der Geradlinigkeit geht, zeigen die anderen drei Tracks der EP. „A Sad Tune“, „Talking To Ghosts“ und „Don’t Panic“ nehmen die Wildheit etwas raus und öffnen kontemplative Weiten – mit lang gedehnten und wärmeren Klängen sowie klug kombinierten Schichten. Dennoch finden sich auch in diesen drei Tracks immer wieder Brüche und Spurwechsel. Aber eben abgeschwächter und harmonischer.

Besonders dieser zweite Teil der EP macht auch deutlich, welch dramaturgische und soundästhetische Qualität sich Kid Kozmoe in all den Jahren angeeignet hat. Ein unglaublich gutes und sehr eigenes Debüt. Please share!

frohfroh presents: TransCentury Update #5

Nach der Corona-Pause 2020 sollte es eigentlich ein Update des TransCentury Update geben. Und wir wären als Medienpartner:in mit dabei gewesen. Leider macht es die aktuelle Corona-Verordnung von Sachsen nicht möglich. Hier dennoch ein Interview und Statement von den Veranstalter:innen.

Das TransCentury Update ist ein mehrtägiges Festival mit dem UT Connewitz als Homebase. Musikalisch ist es seither äußerst divers aufgestellt und präsentiert einmal im Jahr Indie, Avantgarde, Experimental, Electronic und Post-Everything-Sounds. Wer noch einmal genauer wissen möchte, wie das Festival entstanden ist und was es kuratorisch bieten möchte, liest am besten nochmals unser Interview mit Kirmes vom Orga-Team.

Ihm hatten wir auch dieses Jahr ein paar Fragen zukommen lassen. Immerhin dürfte es nicht ganz easy gewesen sein, in einer Pandemie ein so umfangreiches Festival zu organisieren. Und noch weniger easy dürfte es gewesen sein, so kurz vorm Ziel zu einer Absage gezwungen zu werden. Doch die neue Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass Indoor-Veranstaltungen in Clubs nur noch mit einer verschärften 2G-Regel stattfinden dürfen – also mit Maske, Mindestabstand und weniger Besucher:innen.

Und genau das funktioniert eben nicht. In einem gestern veröffentlichten Statement heißt es: „Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt und der örtlichen Sicherheitsbehörde war dann schnell klar, dass wir unter geltenden Beschränkungen keine Veranstaltung, auch nicht mit begrenzter Zuschauer:innenzahl, durchführen können. [ … ] Wir könnten eine Veranstaltung durchführen, aber nur für etwa 30-40 Leute, müssten also entscheiden, welche Ticketbesitzer:innen zum Festival kommen dürfen und welche wir ausladen.“ Und weiter:

„Die neue neue Verordnung sticht wie ein Dolch in das Herz der Kultur.“

Wir sind untröstlich! Das ganze Statement zur Absage findet ihr hier.


Das ursprüngliche Interview

Hi Kirmes, dies ist die fünfte Ausgabe vom TransCentury Update. Ein kleines Jubiläum also – wie fällt euer Resümee aus, hat sich euer Festival so entwickelt, wie ihr euch das gewünscht habt?

Ich denke, diese Frage lässt sich mit „Ja“ beantworten. Wir stecken uns nach jedem Festival neue Ziele für das nächste Festival, einiges bleibt auf der Strecke, anderes kann umgesetzt werden. Ein stetiges Ziel ist es, ein Programm zu schaffen, das möglichst divers ist. Wir wollen den Unterrepräsentierten eine adäquate Plattform bieten, sich zu präsentieren und unserem Publikum die Möglichkeit geben, Neues zu entdecken.

Darüber hinaus wollen wir Leipzig als Stadt und Spielstätte für internationale Künstler:innen, die bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben, etablieren. Unser Festival entwickelt sich, unserer Meinung nach, immer noch und es wird in absehbarer Zeit auch nicht aufhören, sich zu entwickeln. Das ist spannend und vielleicht auch der Grund, warum wir jedes Jahr wieder motiviert in die Zukunft schauen und nicht vorhaben damit aufzuhören.

Corona-bedingt ist das TransCentury Update 2020 ausgefallen – inwieweit hat sich die Pause auf das Festival ausgewirkt?

Die größte und wahrscheinlich wichtigste Auswirkung, die diese gezwungene Pause oder Absage mit sich gebracht hat war, dass wir etwas Luft zum Atmen hatten. Die steigenden Fallzahlen, die völlig überlasteten Krankenhäuser und die Planungsunsicherheit haben uns allen wirklich zugesetzt. Die Konsequenz war logisch und relativ vorhersehbar, aber am Ende hofften wir doch vor allem bei einer Veranstaltung, in der so viel Herzblut, Emotion und Ehrenamt steckt, dass sie stattfinden kann.

Manchmal steht die Hoffnung dann auch über jeglichem Pragmatismus. Die Stille, die mit der Entscheidung kam, war gut für uns. Wir konnten uns Gedanken machen, wie es weiter geht und neue Inspiration für das nächste, also dieses Jahr, schöpfen. Auch wenn unsere Veranstaltung in einer verkleinerten Variante unter 2G-Bestimmungen stattfindet, sind wir überglücklich darüber, dieses Jahr mit Sicherheit wieder ein Festival veranstalten zu dürfen.

Gibt es musikalisch neue Nuancen, denen ihr in diesem Jahr eine Plattform bietet?

Es fällt auf, dass unser Programm in diesem Jahr etwas experimenteller ist als in den Jahren zuvor. Das lässt sich vielleicht festlegen und eventuell ist das auch eine neue Nuance, die sich aus dem Programm ablesen lässt. Wir wollen uns aber generell davor bewahren, nach Genres, Trends oder Nuancen zu kuratieren. Vielmehr probieren wir ein Programm zu schaffen, das in sich schlüssig ist und einer gewissen Dramaturgie unterliegt. Wir sind grundsätzlich für alles offen und wollen uns auch bewusst nicht beschränken oder auf ein Genre festlegen, wir wollen probieren Grenzen zu überwinden und Gewohnheiten zu zersetzen.

„Wir sind grundsätzlich für alles offen und wollen uns auch bewusst nicht beschränken oder auf ein Genre festlegen, wir wollen probieren, Grenzen zu überwinden und Gewohnheiten zu zersetzen.“

Was sind deine persönlichen Highlights in diesem Jahr?

Ich freue mich auf das gesamte Programm. Es ist schön, dass wir einen Großteil der Bands und Künstler:innen, die für 2020 bestätigt waren, in dieses Jahr mitnehmen konnten und darüber hinaus ein paar neue interessante Programmpunkte dazu gewinnen konnten. Wenn ich aber ein Highlight benennen müsste, dann ist es ganz sicherlich das Gefühl, mit den vielen Menschen, die uns dabei helfen dieses Festival umzusetzen, in einem Raum zu stehen (oder zu sitzen) und einfach laut Musik zu hören.


Credits: Sven Gutjahr (Anika, u.r.) / Logan White (Automatic, u.l.) / Arthur Sajas (Vanishing Twin, o.l.) / Thomas Ekström (Felix Kubin, o.r.)

Das geplante und nun abgesagte Line-up 2021

Donnerstag, 18.11.21 / UT Connewitz
Marie Losiers Filme: „Which is Witch?“ & „Felix in Wonderland“
Im Gespräch: Marie Losier / Felix Kubin
Wolfgang Lehmann führt ein in seinen Film „Dragonflies with Birds and Snake“
Live-Score: Felix Kubin spielt den Live-Soundtrack zu Wolfgang Lehmanns „Dragonflies with Birds and Snake“

Freitag, 19.11.21 / UT Connewitz
P.A. Hülsenbeck & Sin Maldita, Vanishing Twin, Anika

Samstag, 20.11.21 / Kinobar Prager Frühling, UT Connewitz, Ilses Erika
Marie Losiers Filme: Psychic TV „Papal Breakdance“ & „The Ballad of Genesis and Lady Jane“
Mabe Fratti, Robocobra Quartet, Automatic, Shreddy, Omni Selassi, Shreddy

Sonntag, 21.11.21 / Kinobar Prager Frühling, Schnellbuffet Süd, UT Connewitz
Performance und Buchvorstellung: „Future Sounds“ Christoph Wallach & Andreas Dorau
Marie Losiers Filme: „Bim, Bam“, „Boom“, „Las Luchas Morenas“ + „Cassandro“, „The Exotico!“
Ursula Bogner, Koerper spielen Mort Parsons „Plantasia“

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Bands, Künstler:innen und Programmpunkten findet ihr auf der Website vom TransCentury Update.

Das Krake Festival wird hybrid

Zum elften Mal findet vom 11. bis 14. November das Krake Festival statt. Was letztes Jahr noch ausschließlich online zu erleben war, ist dieses Jahr hybrid: online und offline.

Eine Mischung aus Clubnacht in Berlin und Streams und Online-Musikfernsehen soll es werden, das diesjährige Krake Festival. Killekill, das Label hinter dem Festival, setzt sich außerdem mit dem Projekt „Ick Mach Welle“ aktiv für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein. Wer das Festival letztes Jahr im Stream besucht hat, ist „Ich Mach Welle“ sicher ein Begriff. An alle anderen: Google it!

Im Anomalie Club in Berlin wird ab Freitag dann ab 22 Uhr bis 17.30 Uhr am nächsten Tag durchgetanzt, auf drei Floors, mit Helene Hauff, Dis Fig, Umwelt, Luzi1e, Leibniz und vielen mehr.

Am Donnerstag kann man sich auf die Freitag-Samstag-Nacht schon mal mental mit sechs Stunden bei HÖR vorbereiten. Mit dabei sind Alienata b2b DJ Glow, Second Storey, Playtronica, Niki K, Wes Baggaley und DJ Locati. YES!

Die sächsische Coronaschutzverordnung lädt derzeit alle, die die 2G-Auflagen erfüllen und feiern gehen wollen, sowieso nach Berlin ein, gezwungenermaßen. Das Krake Festival solltet ihr bei eurer Wochenendplanung, ob ihr online streamen wollt oder nach Berlin fahrt, in jedem Falle auf dem Schirm haben. Wichtig ist bei allem: Stay safe, be careful und habt eure Corona-Warn-App sowie eure Gesundheit im Auge.

Unsere Kolleg:innen bei DJ LAB haben übrigens Krake-Gründer Nico Deuster zum Interview eingeladen. Was er über die elfte Edition des Festivals sagt, lest ihr hier. Und das komplette Vier-Tages-Programm könnt ihr euch hier anschauen.

KW 45 – Freitag

Ein besonderer Ausgehtipps für den Freitag: Lesung, Performance und DJs – alles an einem Abend.

Partyname:Das Geräusch des Gurgelns/Fadenland
Datum:12.11.2021
Location:Institut fuer Zukunft
Line-Up:Antoinette Blume, Fabian Faruk Ajaj, Jacqueline Boom-Boom, ttyfal und Kid Kozmoe

Tja, das ist schon ein besonderer Ausgehtipps, speziell für mich als Chefredakteurin von frohfroh. Es ist die Release-Feier zu „Das Geräusch des Gurgelns/Fadenland“, einer Veröffentlichung von Illustrator:innen aus Leipzig und mir als Autorin im Verlag Marian Arnd.

An diesem Abend geht es natürlich trotzdem nicht ohne den Support aus den eigenen frohfroh-Reihen: ttyfal und Kid Kozmoe sind an diesem Abend als DJs (und nicht als Autor:innen) dabei und für den wavey-disko-vibe in der Garage Ost verantwortlich. Fabian Faruk Ajaj von der Leipziger Lesebühne st*ry wird lesen, genau wie ich, Antoinette Blume.

Und dann noch mein persönliches Highlight: Jacqueline Boom-Boom wird performen! Dazu (als ob das nicht schon genug wäre…), habt ihr die Möglichkeit die Illustrationen aus „Das Geräusch des Gurgelns/Fadenland“ von Gemma Wilson, Marla Leu und Sophie Boche anzuschauen. Und, wer möchte, natürlich auch den Print, den wir an diesem Abend gemeinsam feiern, zu kaufen. Bring some cash!

Mehr Infos zum Print und zur Veranstaltung findet ihr hier.

+++ Update: Die Veranstaltung findet unter 2G Auflagen (bestuhlt + mit Maske) im Institut fuer Zukunft mit 50 Personen statt. Ihr könnt euch anmelden! First come, first serve. Schreibt einfach eine Mail mit euren Namen, Kontaktdaten und der Personenanzahl an hello@frohfroh.de +++

Doors open ab 19 Uhr, 2G-Regel. Kommt rum!


Artwork/Plakat: Ris Pascoe

KW 44 – Samstag

Opening und Closing lagen nie näher beieinander. Das Eli und die Tille machen das Beste aus diesem Wochenende. Hier lest ihr, was geplant ist.

Partyname:RISE
Datum:06.11.2021, 23:55
Location:elipamanoke
Line-Up:Enea Lu (Konnektivmusik)
Izzi Bizzi (BIPØLAR.)
Karete Bu (DRIVE, G-Edit)
Killlya (eli family)
Lars Goldammer b2b Lichtschalter (eli family, exLEpäng!)
Luzi (eli family, dieda)
Nienein (eli family, exLEpäng!)
Splinter (eli family, rat in the lab)
Tama Sumo (ostgut ton)
Zacharias (eli family, Esoulate Music)
Zadig (Construct Re-form / Tresor)
FM Pause (Mindstretch)
TERTAWA (PVC)
Tim Rosenbaum (knackless)

Lights by Viktor, mx2, Lichtschalter

Das mjut hatte sein Clubopening gestern. Das IFZ hätte seins nächste Woche gehabt; und heute feiert das elipamanoke re:opening und gleichermaßen re:closing. Denn am Montag tritt eine neue Coronaschutzverordnung in Kraft, die das Feiern ohne Maske und Abstand trotz 2G-Regelung verbietet. Das heißt für uns noch einmal 24 Stunden lang safer raven gehen, zumindest an diesem Wochenende. Die 2G-Regel gilt!


Außerdem heute: Distillery Saturdayrave

w/
Roman Fluegel (Dial, ESP Institute) 
Franziska Berns (Robert Johnson) 
Wilhelm (IFZ) 
Mauro Caracho (Distillery, Fäncy, Leipzig)
LSDXOXO (Floorgasm, XL Recordings) 
Atalanta (Distillery, Inferis) 
WEH:MUT (Inferis, Leipzig)

Start: 23:30. Kommt zeitig, die Schlange wird lang sein!

Was bedeutet die neue Schutzverordnung für Clubs in Sachsen? – UPDATE

Die Corona-Lage spitzt sich zu: In Sachsen wurde die sogenannte Vorwarnstufe erreicht, die sich an der Belegung der Intensivbetten orientiert. Deshalb sollen am 5.11. neue Verschärfungen für Sachsen beschlossen werden, die ab Montag in Kraft treten sollen.

Clubs und Livespielstätten – und damit ein ganzer Kulturzweig – stehen aufgrund der geplanten Verschärfungen erneut vor dem Aus. Um genau zu sein, geht es um diese Neuerung:

In der neuen Corona-Schutzverordnung soll die 2G-Regel (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen und in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars zur Pflicht werden. Bislang konnten die Veranstalter und Betreiber selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel nutzen wollen. Abstand, Masken und eine begrenzte Besucherzahl sollen in der neuen Verordnung auch bei 2G bestehen bleiben. Bislang war die Regel eine Option, um Veranstaltungen ohne diese Einschränkungen durchführen zu können.

Nicht das Wegfallen des 3G Modells sei das Problem, schreiben die Macher:innen des Institut fuer Zukunft in einem offenen Brief, sondern die erweiterten Einschränkungen, die nun auch das 2G Modell betreffen: „Diese Verschärfungen machen einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich und bedeuten faktisch einen versteckten Lockdown für alle, der nicht entschädigt wird“, heißt es in dem Brief weiter.

Jede Spielstätte sagt mir das gleiche: Alle werden kommende Woche zu machen müssen! Das geht nicht! (Franz Thiem, IfZ)

Schon wieder, nach einem fast zweijährigen Kampf ums Überleben unserer Clubs und Musikspielstätten, stehen die Existenzen der Clubbetreibenden in Leipzig, Dresden und Chemnitz auf dem Spiel. Es soll darüber hinaus keine regionalen Sonderregelungen mehr geben, sondern die Verschärfungen gelten flächendeckend in ganz Sachsen.

Die Macher:innen des IfZ fordern deshalb:

  • 2G als Pflicht ohne Maske, Abstand & Kapazitätsgrenze 
  • oder 2G mit Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene
  • kostenlose Tests für alle

Ob die kurzfristigen Medienberichte, Mails an das sächsische Ministerium und der offene Brief des IfZ ein Umdenken in Dresden bewirkt, bleibt vorerst abzuwarten.

+++ Update Update +++

Seit dem 8.11.2021 gilt nun die neue Verordnung und die Clubs haben ihre geplanten Parties und Re-Openings erneut absagen müssen. Emotional, mental und wirtschaftlich ist dies ein herber Rückschlag. Auch Festivals wie das TransCentury Update sind davon betroffen. Auch wenn die aktuelle Verordnung nur bis zum 25.11.2021 gilt, dürfte damit zu rechnen sein, dass die Clubs noch länger zu bleiben. Die Distillery wies bei ihrer letzten Party darauf hin, dass sie am jetzigen Standort eventuell gar nicht mehr aufmacht, weil zum März 2022 deren Mietvertrag ausläuft.

Die Live Initiative Sachsen (LiSA) – also der Zusammenschluss von sächsichen Clubs und Musikspielstätten – erwägt indes eine Klage. Denn es sei „inakzeptabel, dass zur Untermauerung der Maßnahme nichts vorgebracht werden kann, was den Anteil von 2G Veranstaltungen am Infektionsgeschehen belegen würde […] In diesem Sinne ist es auch nicht nachvollziehbar, wieso weder Erkenntnisse aus Modellprojekten, noch Vorschläge unsererseits, etwa zum Prinzip “Testen statt Maske„ aufgegriffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der LiSA vom 9.11.2021.

Und noch etwas bereitet den Clubs Bauchschmerzen: Da es sich nicht um eine behördliche Schließungspflicht handelt, dürfte es schwerer sein, an Corona-Unterstützungsleistungen zu kommen. We feel for you!

Track-Premiere: DJ YumYum „Abstraction“ (PH17)

Das PH17-Label von Solaris und Stanley Schmidt is back – mit sehr wilden, ravy Sounds des Leipziger Producers DJ YumYum. Vorab gibt es bei uns einen Track aus der EP.

Nach den zwei letzten, eher forschenden Third-Floor-Releases auf PH17 geht es dieses Mal wieder auf den Dancefloor. Einen special Dancefloor natürlich. Denn der Leipziger Leipziger DJ YumYum von der Aeolian-Crew bringt verschiedene Styles zusammen und kittet sie mit einer mehr oder weniger offensiven Rave-Attitüde zusammen. Das heißt: Die Basslines und Bassdrums hüpfen wild umher, mal geradlinig, mal breakig. Die Synths wiederum wecken eine Menge Endorphine und zerren direkt mit.

Das besondere an DJ YumYum: Während bei aktuellen Rave-Ausflügen gern mal Trash und Ironie mitschwingen, ist bei ihm vor allem eine unermüdliche Freude und Hingabe an Experimenten, Brüchen und Quereinschüben hörbar. Dies macht DJ YumYums erste Solo-EP „Decisions“ so spannend. Es ist wie eine Mini-Compilation von sechs verschiedenen Acts. Also:

Maximal open minded, null langweilig.

Am 12. November 2021 erscheint die EP als limitierte M-Disc und digital. Vorab gibt es bei uns schon heute als Premiere den Track „Abstraction“ – ein verzerrt-glitchiger Breakbeat-Track mit kurz hochquellenden Bässen und sehnsuchtsvollen Synth-Harmonien. Er verbindet in gewisser Weise all die vielen Facetten von DJ YumYum in einem 4-Minuten-Track. Übernice!

Übrigens war DJ YumYum auch schon zweimal bei Defrostatica zu hören – mit jeweils einem Track auf den Compilations „Hybrid Hooks“ und „The Future Sound of Leipzig“.

+++ Update Update +++

Und hier gibt es nun die komplette EP:

Club-Zuwachs im Westen

Uh yeah, es gibt einen neuen Club in Leipzig – welcome Neue Welt in Kleinzschocher.

Es rumorte schon etwas länger. Hinter dem Open-Air-Spot Heiter bis Wolkig soll ein neuer Club entstehen. Und tatsächlich ist es nun so weit: Im Künstlerhaus Antonienbrücke – einem ehemaligen Sozialgebäude der Bahn – eröffnet am 29. Oktober 2021 der Neue Welt-Club.

Vor einiger Zeit durften wir schon einmal kurz einen Blick reinwerfen – damals war alles noch Baustelle. Aber das Potenzial war bereits mehr als deutlich zu erkennen. Vor allem, weil es sich um eine überschaubare Clubgröße handelt – mit einem kompakten, aber nice hohem Dancefloor. Also genau das, was Leipzig lange fehlte. Einen ersten Eindruck aus dem Inneren gibt es auf der Instagram-Seite:

Zum Start spielt Lena Willikens als Headliner. Sie hat in den letzten Jahren auf sehr konsequente Weise sperrigen Clubsounds zu mehr Aufmerksamkeit verholfen. Spannend klingt auch Kinzua, ein gemeinsames – scheinbar sehr eklektisch klingendes – Projekt von Lucas Brell und Qnete. Letzterer ist bereits eng mit dem Künstlerhaus verbunden – sein Shirt-Label Can’t Decide hat dort seine Homebase. Ab 22 Uhr sind am 29. Oktober die Türen offen.

Wer Bock auf das Opening (2G-only) hat, kann sich online Karten auf der Club-Website sichern. Wir sind gespannt und freuen uns auf ein größeres Neue Welt-Feature bei frohfroh im kommenden Frühjahr.

Hard Facts:
Neue Welt
Rolf-Axen-Straße 35
04229 Leipzig

Credits Foto und Grafik: Neue Welt-Club

Judith Crasser & Viti-Ko Schell/ Martí Guillem

Oktober / KW 42 Heute Abend gibt´s gleich zwei experimentelle DIY Konzerte im ZiMMT.

Veranstaltungsname:Judith Crasser & Viti-Ko Schell/ Martí Guillem
Zeit:22.10.21, 19:30 Uhr
Location:ZiMMT
Acts:Judith Crasser
Viti-Ko Schell
Martí Guillem
Tickets gibt´s an der Abendkasse

Heute Abend finden zwei Konzert von den Leipziger Künstler:innen Judith Crasser, Vitiko Schell und Martí Guillere statt.
Für ihre erste gemeinsame Zusammenarbeit haben Crasser und Schell ein multiinstrumentales Stück für das 3D-Audiosystem komponiert und Martí Guillere wird in einem eigenen Konzert mit einem speziellen Mikrofon-Array und selbst gebauten elektroakustischen Geräten das Potenzial von Raumklang erkunden.

Es wird experimentell!


Credits:
Text: ZiMMT

BRIGHT FESTIVAL CONNECT 2021

Oktober / KW 42 Über vier Tage und drei Nächte finden Bildungs- und Kulturveranstaltungen zu digitaler Kunst, Lichtdesign und elektronischer Musik im Kunstkraftwerk statt.

VeranstaltungsnameBright Festival Connect 2021
Zeit:21.10.21 – 24.10. 21
Location:Kunstkraftwerk
Acts:Multimedia-Künstler:innen

Digitalkünstler:innen und Fachleute aus verschiedenen Kreativbranchen kommen für vier Tage nach Leipzig, um das Kunstkraftwerk zu bespielen.

Tagsüber gibt es ein großes Angebot an Workshops, immersiven Kunstshows, digitale und interaktive Installationen, Licht- und Klangkunst-Erlebnisse. Abends könnt ihr auch auf Live-Performances, Live- und DJ-Sets von internationalen Künstler:innen freuen. Die audiovisuellen Shows werden eure Sinne prickeln lassen.

Die Veranstalter:innen möchten euch ein sicheres Erlebnis bieten, deshalb wird diese Veranstaltung nur nach der deutschen „2G“-Regel geöffnet. Kommt also mit einem Impf- oder Genesenen Zertifikat.

Two Play To Play #5

Die Two Play To Play-Reihe geht in die fünfte Saison – und dieses Mal wird es wirklich hochkarätig. Pantha du Prince wurde vom Gewandhaus eingeladen. Hier sind die Termine.

Das ist mal eine großartige Überraschung: Hendrik Weber alias Pantha du Prince wird gemeinsam mit den Gewandhaus-Schlagzeugern Steffen Cotta, Wolfram Michael Holl, Philipp Schroeder, Severin Stitzenberger sowie dem Akademisten Stefan Bodner ein neues Konzertstück komponieren.

Am 10. September 2021 gab es ein erstes Treffen. Im Two Play To Play-Blog meint Wolfram Holl:

Das erste Treffen war sehr interessant. […] Hendrik hat gleich einen guten Draht zu uns entwickelt, denn er kennt die Befindlichkeiten von Schlagzeugern gut und weiß, dass die Arbeit mit Schlagzeugern immer mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden ist.

Im Blog gibt es auch schon erste Gedanken, wo die musikalische Reise hingehen könnte. Holl meint, dass das gemeimsame Stück „viele eher horizontal gedachte Klangflächen und im Vertikalen dynamische, virtuose Ausschläge im Sinne von schnellem, kraftvollem Spiel auf Trommeln und auf unterschiedlichen Materialien wie Holz und Metall haben wird.

Pantha du Prince passt wirklich perfekt zu dieser Reihe, bei der Musiker:innen aus dem Gewandhaus mit Künstler:innen aus der elektronischen Musik für rund ein Jahr zusammenarbeiten und ein neues Live-Werk entwickeln. Perfekt deshalb, weil er in den letzten Jahren immer wieder an Clubmusik und Ambient mit avantgarderen Konzepten kombiniert hat und auch schon mit Musiker:innen aus dem klassischen Bereich zusammengearbeitet hat. Im letzten Jahr erschien das neue Pantha-du-Prince-Album „Conference of Trees“, bei dem er sich mit dem tief vernetzten Ökosystem Wald auseinandersetzte.

Die Termine der fünften Two Play To Play-Saison

Beim ersten Treffen wurden auch die Termine für die kommende Saison festgelegt – und die sehen so aus:

03. November 2021
UT Connewitz – Porträtkonzert mit Pantha du Prince und den Gewandhaus-Schlagwerkern – Tickets hier

07. Januar 2022
Gewandhaus, Mendelssohn-Saal – 1. Öffentliche Probe – Tickets hier

03. März 2022
Gewandhaus, Mendelssohn-Saal – 2. Öffentliche Probe – Tickets hier

03. Juni 2022
Gewandhaus, Mendelssohn-Saal – Uraufführung – Tickets hier

Foto-Credits: Two Play To Play / Gewandhaus