The Midnight Episode (Ominira)

Ominira hat sein erstes Vinyl-Album. Und einen Vertrieb für seine Seltsamkeit.

Und mit Honest Jon’s einen höchst renommierten Vertrieb aus London. Einen, der auch die obskuren Themen leidenschaftlich mit rein nimmt. Ominira bleibt derweil ein unberechenbares Label. Nach dem sehr schroffen The Siege Of Troy-Tape von Kassem Mosse und der wunderbar verwunschenen Throwing Shade-EP dringt The Midnight Episode-Platte tief ins Cineastische ein und gibt sich ganz der theatralischen Tragik britischer Horrorfilme hin.

Filmen mit Patina, dementsprechend klingen auch die Stücke auf dem Album. Ab und an flackern Stimmen auf, doch in erster Linie greift The Midnight Episode instrumental die schillernd-bedrückenden Bilder und Spannungen alter Horrorfilme auf. Langsam und elegisch, immer wieder behutsam um Synthesizer und lose HiHats oder Bassdrums ergänzt.

Dunkel und durchaus beklemmend klingt das, die großen Ausbrüche und dramatischen Zuspitzungen bleiben erfreulicherweise aus, so dass sich das Album auch losgelöst von der cineastischen Ebene entfalten kann. Es geht hier nicht einfach um das Abgreifen von bewährten Effekten, sondern um eine vertraute und zugleich seltsam unwirkliche Atmosphäre.

Nicola Cunningham und Karl Skagius aus Manchester und Göteborg haben die Stücke produziert. Auf anderen Labels soll von beiden schon etwas herausgekommen sein, The Midnight Episode ist aber das erste große Lebenszeichen des gemeinsamen Projekts. Eins für Mitternacht. Vorhören geht über den Kann Records-Store. Außerdem gibt es einen passenden Mix der beiden. Und einen kurzen Trailer.

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Mix-Tipp: OneTake

DJ-Mixe werden einem im Internet geradezu hinterher geschmissen. Podcast hier, Podcast da. Ein Mix-Doppel ist in der Flut aber aufgefallen.

OneTake, Booker im Conne Island ist ja kein Unbekannter in der Stadt, wenn es um das Ausloten spezieller musikalischer Pfade geht. Bei seinen zwei neuen Mixen hat er sich besonders viel Zeit gelassen, um zwei komplett gegensätzliche Soundwelten in je gut einer Stunde aufleben zu lassen.

Beim 13. Kannpod geht es nach Afrika, ein rhythmisch kleinteiliger und hypnotischer Mix, fern der weltmusikalischen Feel Good-Folklore, aber eben die reduzierte Faszination der elektronischen Musik im Blick. Die Tracklist verrät, dass OneTake hier eine vorwiegend europäische und nordamerikanische Auseinandersetzung mit afrikanischen Einflüssen aufzeigt.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis OneTake den Mix angehen konnte. Weil die Sammlung an geeigneter Musik mit afrikanischem Bezug nur langsam wuchs. Um eine „kleine Rhythmus-Exkursion“ ging es letztendlich, weg von der gewohnten Geradlinigkeit.

Für Modern Trips das genaue Gegenteil. Nach dem Tape-Mix von neulich, nun ein Podcast. Düster, sperrig, im Kontrast zu ebenso gleißend lichtvollen Phasen. Es ist die spannende Auflösung und spätere Wiederaufnahme von Strukturen, die hier nachhallt. Trotz der vielen Sonne da draußen. Beide Mixe gibt es auch als Download – nicht verpassen.

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Sven Tasnadi „The Small Things“ (Kann Records)

Erstmals ist Sven Tasnadi auf Kann Records zu hören. Mit flirrender House-Deepness.

Na, da verweist der EP-Name wohl indirekt auf eine Form der House-Deepness, wie sie neben Kann Records auch vom Hamburger Label Smallville gelebt wird. Vor einigen Jahren bewies Sven Tasnadi, dass er auch dorthin passt. Heute ist seine Vielseitigkeit längst bekannt. Oder ist es eher eine Anpassungsfähigkeit?

„Ich mag einfach zu viele verschiedene Arten von Musik zu sehr“, erklärte Sven Tasnadi seinen variablen Output im großen frohfroh-Interview. Abgesehen von seinem Album im letzten Jahr war der zuletzt jedoch sehr slick und funktional. Bei der „The Small Things“-EP flirren die Sounds dagegen federleicht umher.

Alles ist eine Spur gedimmter, weniger druckvoll. Wobei die Basslines durchaus tief bohren. Allerdings in einer schnarrenden Weise. Der Titeltrack ist zugleich der stärkste Track der EP. Vom Drive her, von der Verspieltheit-Deepness-Balance her. Besonders mag ich den kleinen Break, bei dem alles ausfadet und sich wieder aufbäumt. Also ohne den vorherigen aufpeitschen Jaul-Alarm.

Ansonsten Strings, Piano, warme Chords – Sven Tasnadi fährt eine Menge auf in den drei Stücken, was nahtlos in die Kann-Deepness passt. Und es wird dadurch eine seiner besten EPs überhaupt. Map.ache remixt „Sweet Childhood“ zudem. Mit einem leicht eingenebelten Schub und schärferen Soundkonturen – ins Hymnische steigert er sich zum Schluss hin sogar. Ein Doppelgewinn.

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Blac Kolor „Wide Noise“ (Basic Unit Productions)

Da hat Blac Kolor uns aber einiges vorenthalten mit seinen bisher veröffentlichten Tracks. Denn sein Debüt-Album ist ein verstörend gutes Bollwerk.

Ein klammer vernebelter Wald ist auf dem Cover und den Innenseiten des Digipaks von „Wide Noise“ zu sehen. Nichts exotisches, ein scheinbar mitteleuropäischer Wald. Doch zwischen den Bäumen laufen Pandabär, Elefant, Nashorn, Tiger und Giraffe umher, eine Löwin schläft. Optisch ist das so selbstverständlich arrangiert, dass die Utopie – oder Dystopie – erst auf dem zweiten Blick wirklich greift.

Da war ich schon mittendrin in dem ersten Album von Blac Kolor. Bei frohfroh war der Designer, DJ und Producer bislang ein musikalischer Außenseiter. Mächtig düster, mächtig aufgeladen blieb sein von Industrial beeinflusster Techno in Erinnerung.

Im Nachhinein deutete aber schon die letzte EP „Kold“ eine gewichtige Kehrtwende in dem Sound von Blac Kolor an. Weg vom über-maskulinen, pathetisch-zerstörerischen Techno, hin zu einem breakigen Hybriden. „Kold“ ist auch auf dem Album und wirkt in dem neuen Kontext geradezu eingängig.

Der neue Rest von „Wide Noise“ formuliert dagegen verstörend und vielschichtig die verschiedenen Facetten der bedrückend vertonten Dunkelheit. Scharfschneidig und ungerade, unmittelbar und vage, aufgeladen und kompromisslos – alles gleichermaßen.Rhythmisch gewinnt Blac Kolor einfach alle Punkte, indem er sich vom harten Techno löst und auf „Wide Noise“ mehr auf breakige Arrangements setzt. Das nimmt den Rave-Appeal heraus und verleiht der Düsterheit einen weitaus stärkeren Nachdruck.

Und da ist eine neue Langsamkeit mit denen sich Stücke wie „Blac Over Your Head“, „Breeding“, „Easy Viktory“, „Wide Element“ oder „Evil Freak“ tiefer entfalten.

Die Techno-Zerstörung ist übrigens nicht gänzlich verschwunden. In einigen Tracks tobt sie sich aus. Besonders eindrücklich bei „Hexen“ und „Krook“. Heimlicher Hit aber ist „Banging“, der in all seiner weirden, epileptischen Energie eine unglaubliche Leichtigkeit entwickelt. Ist das dann Industrial-Trap?

Etwas ist aber: an viele Vocals komme ich nach wie vor schwer heran. Aber hey, mit „Wide Noise“ komme ich erstmals überhaupt wirklich an Blac Kolor heran. Meine erste 2014-Überraschung.

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Kassem Mosse „Workshop 19“ (Workshop)

Nur rund ein Monat liegt zwischen den ersten Ankündigungen und der tatsächlichen Veröffentlichung – für sein erstes Album hält Kassem Mosse den Ball flach.

Überraschend kommt dies jedoch nicht. Es gibt nicht viele Musiker, die sich so unbeirrt den gängigen und oftmals ausgelutschten Vermarktungsstrategien entziehen wie Kassem Mosse. Das stetig gewachsene Interesse an ihm dürfte diesen Hang noch verstärkt haben. Eigentlich erstaunlich, dass er überhaupt Kanäle wie Facebook und Twitter nutzt. Warum nicht gleich das Darknet?

Doch es wird nicht um eine Null-Kommunikation gehen. Denn eigentlich hat Kassem Mosse schon einiges zu erzählen, eine Haltung zu vertreten. Beispielsweise, dass die „Workshop 19“ keine limitierte Veröffentlichung ist. Und dass eine ältere – bei Discogs hoch gehandelte – Workshop-Platte nachgepresst wird.

Mit dem glorifizierenden Überinteresse an seiner Musik und seiner Person kam auch die Vinyl-Spekulationspest. Obwohl Kassem Mosse dem immer wieder entgegenwirkt, ist das Album bereits nach wenigen Tagen im vertriebseigenen Hardwax-Online-Store ausverkauft. Ein Selbstläufer, eine Eigendynamik, ein Hype.

Aber letztendlich ein völlig berechtigter. Die Euphorie für seine Tracks blieb auch bei mir ungebrochen. Und sie ist bei frohfroh hinlänglich dokumentiert. Es ist seit jeher die scheinbare Beiläufigkeit und die analoge Entrücktheit der Sounds und immer wieder die tief mitschwingende Wehmut, die Kassem Mosse so hervorheben.

Was kann ein Album da noch grundlegend neues erzählen? Nichts. „Workshop 19“ ist eher ein Ort des Vereinens. Ein Verjüngen der verschiedenen Nuancen seines offenporigen und zuweilen sperrigen House- und Electronica-Sounds.

Obwohl selbst auf den bisherigen EPs die Bandbreite hörbar war und sich viele Tracks bereits abseits des Dancefloors bewegten, bekommt das Zusammenspiel hier eine andere Kohärenz, eine nachvollziehbarere Breite.

Einzig „Untitled A1“ und „Untitled D1“ fallen noch einmal besonders auf. Sie bilden mit ihrer ungewohnt besänftigten Lässigkeit, dem gedämpften Gesang und dem spielerischen Jazz-Einfluss den Rahmen am Anfang und Ende von „Workshop 19“.

Dazwischen: Kassem Mosse im besten Sinne. Mit scheppernden Bassdrums, Synthesizer-Fanfaren und eindringlichen Basslines. Zeitentbundene Musik mit ungebrochener Faszinationsdauer. Vorhören geht über den Kann Records-Store. Oder bei You Tube.

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Krink „The Wilderness“ (URSL)

Die Wildnis bei Krink klingt erstaunlich brav und unaufregend. Was ist los da?

Ohne zu sehr auf dem Titel herumreiten zu wollen. Aber mit Wildnis konnte der warm schiebende House-Sound des Stiff Little Spinners-Kopfes Krink bislang nicht wirklich in Verbindung gebracht werden. Dafür mit weich gezeichneter und ausgewogener Deepness.

Seine neue EP auf dem Label URSL schlägt dagegen mit vier Stücken einen hörbar eingedunkelten Pfad ein. Mit nächtlicher Spookiness, verhuschten Sounds und verhallten Samples.

Kein unspannender Ansatz. Nur bleiben die Sounds irgendwie zu sauber und die Arrangements zu unentschlossen. Keine schlammigen Überbleibsel der Wildnis, keine wirkliche Furcht und Rauheit. Vielleicht war es ein Nacht-Jam, denn erstaunlicherweise liegen alle vier Stücke atmosphärisch nahe beieinander.

„The Wilderness“ sticht auf jeden Fall heraus aus dem bisherigen Katalog von Krink. Eben weil die sonst präsente süße Melancholie einer nicht recht überzeugenden Tragik gewichen ist. David Dorad holt den Titel-Track in zwei Versionen raus aus dem mäandernden Modus. Aber nur etwas.

URSL hatte übrigens schon einmal eine Leipzig-Platte veröffentlicht. 2012, damals war es Lake People.

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Dream Weapons „Pathways EP“ (Holger Records)

Ohja, Holger Records ist ein zweifellos ein Liebhaber-Label. Für die Betreiber und die Hörer. Platte Nummer 3 klingt nach einem epischen Kraut-Jam.

Aggelos Baltas ist Fan von obskuren Psych-Kraut-Platten der 60er Jahre. Zu hören war diese Leidenschaft bislang unter seinem Pseudonym Fantastikoi Hxoi, bei dem er mit Samples einen trippig-psychedelischen Rock wiederaufleben ließ. Auf der EP „Dream Weapons“ etwa. Im letzten Jahr stellte Aggelos Baltas sie zum freien Download ins Internet.

Der EP-Name steht nun auch für ein Nebenprojekt des Atheners, mit dem er jenen Sound ins Elektronische hievt. Durchaus für den Dancefloor, einen speziellen. Und die dabei entstandenen Tracks klingen angenehm entschlackt. Die krautrockinspirierte Rhythmik bleibt, die Arrangements sind aber druckvoller, hypnotischer, repetitiver, pointierter.

Man muss schon auch Fan solch ätherischer Klangräume sein. Ist der aber da, kommen mit dieser EP fünf echte Perlen hervor. Besonders weil sie so authentisch klingen, nach Fan, nicht nach obskurer Effekthascherei. Obwohl „Moonland“ und „The Vampire“ wirklich obskur und unnahbar klingen. Nach mit Patina überzogenen Horrorfilmen. Zugleich wirken sie aber auch super erhaben.

„Pathways“ ist noch stärksten mit der heutigen Clubmusik-Ästhetik verbunden. Die anderen Stücke bewegen sich komplett autark. Eine EP für die Zwischenräume, für das aufrichtige Umarmen von Elektronik- und Special-Rock-Freunden.

Und: ein weiterer Beweis dafür, dass sich hier mit Holger Records gerade eines der musikalisch spannendsten Labels von Leipzig entwickelt.

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Annuluk „Metamorphosis“

Oh, manchmal schaffen es Remixe wirklich, sich mit Musik zu beschäftigen, die sonst fern der eigenen Wahrnehmung bleibt. Diese 12“ ist ein Beweis.

Mein Weltmusik-Faible liegt gemeinhin bei Null. Und dass obwohl sich in vielen traditionellen Arrangements ein Haufen klanglicher und rhythmischer Bezüge zur elektronischen Musik findet. Trotzdem werde ich mit der musikalischen Folklore nicht warm. Annuluk aus Leipzig und Jena sind da aber wohl weit vorn. Beim Global Music Contest Creole schaffte es das Sextett im letzten Jahr ins Finale – auch Liloba in dem Jahr spielten dort.

2013 kam zudem das Debüt-Album „Ushna“ heraus. Darauf sphärisch-leichter bis still-intensiver Pop, der ganz entscheidend von Sängerin Miša geprägt wird. Gerade bei den ruhigen Stücken tritt dann eben auch die strukturelle Ähnlichkeit zur elektronischen Musik hervor. Nun wurden drei Songs geremixt und in einer mehrfarbigen 12“-Vinyl-Auflage gepresst. Mit dabei LXC, der Neu-Leipziger Karl Marx Stadt, der Kölner Wadadda und der aus Italien stammende Wahlleipziger Alex Cerb.Und was passiert? In allen vier Stücken gelingt es, mir den Annuluk-Sound zu öffnen. Mišas schwelgerischer Gesang bleibt ein wichtiges Element, aber ist nicht mehr so präsent. Wadadda schlängelt sich mit softem Dubstep durch „Gocciolina“, LXC hebt den selben Song mit einer trockenen Bassline hin zu aufgeräumt geschichteten Drum’n’Bass. Leicht dubbige Electronica bringt Karl Marx Stadt bei „Steppe“ hinein.

Alex Cerb bleibt mit seinem Ambient-Background dem Sound der Originale noch am nächsten. Das wirklich tolle an allen vier Remixen ist aber die Behutsamkeit, mit der hier umgegangen wurde. Weder zu anbiedernd, noch die Originale ignorierend. Ich gebe zu: ich war skeptisch. Doch hier ist alles aufgegangen.

Die Platte erscheint in Eigenregie.  Alles vorhören geht hier.

Annuluk Website

Taron-Trekka „Afro Mammute EP“ (Drop That Records)

Nummer zwei bei Drop That Records, dem Label von Mint4000. Gute Kontakte nach Thüringen hat er.

Taron-Trekka bespielen nämlich die zweite EP des noch jungen Labels. Sie gehören ja teilweise zur Jenaer Freude am Tanzen-Bande und waren mir bisher mit einem augenzwinkernden bis klassischen Deep House-Sound im Gedächtnis.

Auf Drop That Records gibt es zwei zurückhaltende, sehr sparsam arrangierte Tracks. Eher zum Zuhören als zum Tanzen. Doch genau das macht ihren Reiz aus. Die feingliedrigen, fast beiläufig eingestreuten Sounds und offenen Strukturen. „FSS_M“ hält sich noch am House-Schub fest, doch es geht um eine subtile, vielleicht sogar vom Jazz inspirierte Form von House.

Bei »Afro Mammute“ dann aber Vogelgezwitscher, eine schnarrende Bassline und ewige Schleifen. Kontemplation für die Stunden fern der Abfahrten. Ganz unprätentiös, dafür sehr konzentriert und behutsam mit den Tönen und Dynamiken chargierend. Das erste Mal, dass von Taron-Trekka mehr hängen bleibt bei mir. Als Digital-Bonus gibt es übrigens zwei Loops von Taron-Trekka dazu.

Drop That Records Website
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Clara und Nikolas

Rave-Alarm bei Clara Noemi, House-Balladen-Pop bei Nikolas Noam – die aktuellen Solo-EPs des wohl ehemaligen Appa Glas-Duos gehen zwei sehr verschiedene Wege.

Ohje, was ist da passiert bei „Cursoriness“, der neuen EP von Clara Noemi auf dem italienischen Label Aki Recordings? Einen Hang zum Rave war ihren ersten Solo-Tracks ja schon anzuhören.

„Brush Head Heat“ und „Like Oberhaim“ steigern das Rave-Level jedoch noch um einiges mehr. Übersteigern es. Grob gestrickter Großraum-Tech-House, der mich an keiner Stelle packen kann und sogar sehr ratlos zurücklässt.

Ihr Appa Glas-Kollege Jo Beschil bewegt sich derweil mit neuem Namen weg von den mächtigen Flächensounds. Als Nikolas Noam geht er nun stärker in den klassischen Deep House der späten Neunziger – inklusive Balladen-Appeal.

Anaid singt dazu in Pop-Gestus und einer Stimmlage, die nicht so weit von Tracey Thorn entfernt ist. Alles perfekt aufeinander abgestimmt und in der Perfektion wenig spannend.

Aber da gibt es eine harmonische Dynamik in „Falling“, die doch irgendwie hervorsticht. Einmal, weil sie an manchen Stellen unberechenbar ausschlägt und schließlich in dem Zusammenspiel von verschiedenen Chord-Ebenen. Remixe sollen folgen.

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DGY2013 – Die Gewinner

Gestern Abend war es soweit. Die Gewinner der Goldenen Yvonne 2013 wurden bei Radio Blau gekürt. Hier noch einmal die Auflistung der jeweiligen Gewinner.

Vieles ist ähnlich zum vergangenen Jahr – gerade auf den vordersten Plätzen. Die allgemeinen Präferenzen festigen sich, obwohl es genügend neues gibt, von dem sicherlich in den kommenden Jahren höhere Platzierungen zu erwarten sind. Ein paar Überraschungen und Verschiebungen sind aber dennoch dabei.

Großen Respekt übrigens an alle, die sich in der ersten Abstimmungsphase durch die frei zu bestimmende Vielfalt gekämpft haben. Erstaunlicherweise wären nach diesen ersten Ergebnissen einige Platzierungen anders ausgefallen. Blöd aber, wenn manchem nur in einer Kategorie etwas einfällt.

Die Erwartungsfreude um das Institut für Zukunft drückt sich an verschiedenen Stellen aus. Und nach dem 20-jährigen Jubiläum der Distillery im Jahr 2012 konnte der Club durch den Film und die Standortdiskussionen auch 2013 ein Haufen Sympathiepunkte sammeln. That’s it, hier sind die finalen Ergebnisse, eure Ergebnisse. Der Mitschnitt der Sendung und die gesamte Auflistung der Top 10 sind ganz unten zu hören.

 Leipzig-Track 2013

Daniel Stefanik „Seven“ (Kann Records) / frohfroh-Artikel


Leipzig-DJ 2013

Herr Fuchs & Frau Elster


Leipzig-Producer 2013

Daniel Stefanik / frohfroh-Übersicht


Leipzig-Label 2013

Kann Records / frohfroh-Übersicht


Leipzig-Album 2013

Various Artists „IfZ Compilation“


Leipzig-EP 2013

Daniel Stefanik „In Days Of Old Pt. 3“ (Kann Records) / frohfroh-Artikel


Leipzig-Club 2013

Distillery


Leipzig-Live-Act 2013

Karocel / frohfroh-Übersicht


Leipzig-DJ-Mix 2013

Herr Fuchs & Frau Elster „Liebe & Strand“


Leipzig-Veranstaltungsreihe 2013

Electric Island


Leipzig-Party 2013

24/5 Kann, Conne Island


Leipzig-Open Air 2013

Nachtdigital


Leipzig-Flyer 2013

Distillery-Monatsheft (gestaltet von Iska Kaek)


Leipzig-Video 2013

Willkommen zu Hause – 20 Jahre Distillery (gedreht von Vier Viertel Film) / frohfroh-Artikel


Leipzig-Barpersonal 2013

Distillery


Längste Türschlange 2013

StefaniKaden, Distillery, 28.12.2013


Various Artists „Pragmat & BLD Tape Recordings“

Wieder eine Kassette. Wieder von Pragmat. Aber dieses Mal in Zusammenarbeit mit einem spanischen Label.

BLD Tape Recordings heißt das Label. Vier Tape-Releases hat es im vergangenen Jahr veröffentlicht. BLD ist zugleich Producer, der auf der B-Seite des Pragmat-Split-Tapes „Abstraction 808“ zweimal remixt. Ein Track von Tres Pas, der 2011 auf Markus Masuhrs Netlabel Insectorama heraus kam.

Er ist auch mit zwei Tracks dabei. „Enclave0.6“ und „Enclave0.8“. „Enclave0.9“ gibt es als Skizze auch, in der Edit-Version eines Stghz. „Enclave0.6“ hinterlässt bei mir den am meisten bleibenden Eindruck der Mini-Compilation. Weil alles irgendwie gut gesetzt ist zwischen rauer Reduktion und einem nur angeteasten Dub-Schwingen. Markus Masuhr braucht auch hier wieder viel Raum und pfeift auf die Zeit. Auch bei „Enclave0.8“, das sich in der Dub-Techno-Zeitlosigkeit suhlt.Auf der B-Seite des Tapes gibt es noch zwei Überraschungen. „Abstraction 808“ ist im Original nämlich ein eher spannungsarmes Stück Dub-Techno. In den zwei BLD-Bearbeitungen wandelt es sich in zwei konträre Richtungen. Verschleiert und breakig mit ein paar Acid-Momenten einerseits, aufgeräumt und mit schlierigen Sounds andererseits. Beide aber weitaus prägnanter als Original.

40 Exemplare gibt es von dem Tape, dem auch Poster, Sticker und Download-Codes beiliegen.

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