Nach Alphacut Records kann in diesem Jahr auch die Booking-Agentur mit angegliedertem Label Esoulate ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Der Fäden-zusammen-Halter Georg Bigalke erzählt etwas aus der Geschichte.
Esoulate als Label ist dabei erst relativ jung dabei, seit dem Sommer 2011. Davor spielte der Name eher hinter den Club-Kulissen oder bei den Künstlerzugehörigkeiten eine Rolle. Bevor am kommenden Freitag groß im Elipamanoke gefeiert wird, haben wir Esoulate-Betreiber Georg Bigalke ein paar Fragen gestellt.
Was war 2003 eigentlich ausschlaggebend, esoulate zu gründen?
Diese Frage kann ich leider nicht beantworten, denn zu dieser Zeit hatte ich mit Esoulate noch nichts zu tun. Ich bin erst ein paar Jahre später als DJ in den Pool gekommen, und danach dann zur Arbeit in der Agentur.
Wer hat es denn gestartet – gab es einen anderen Ansatz?
Von DJ Rukey & Mc Rob K. wurde Esoulate gegründet. Anfänglich ging es um eine etwas bereitere Brust: Grafik, Film, Musik, Tonstudio …
Ist das Booking, Partyveranstalten und Auflegen mit Esoulate deine richtige Arbeit geworden, oder machst du es nebenher?
Ich habe lange Zeit sehr verbissen verfolgt, esoulate zu meiner finanziellen Lebensmitte erwachsen zu lassen – irgendwann habe ich aber die
Reißleine gezogen und die Dinge ein wenig entspannter betrachtet. Nein, Esoulate ist ein wichtiger Teil in meinem Arbeitsleben, aber nicht der alleinige Mittelpunkt.
Heikles Thema, aber wie haben sich die Gagen für lokal bis regional aktive DJs und Live-Acts in den letzten Jahren in Leipzig entwickelt – du bist da ja direkt dran.
Eine klare Tendenz lässt sich da nur mäßig ablesen. Die Gage wird immer davon bestimmt wer sich zur Verhandlung trifft. Somit hat ein jeder Part, wie DJ, Live-Act, Agentur, Club, Veranstalter oder Booker seinen eigenen Stil, um die jeweilige Gage zu verhandeln. Trotz allem ist der lokale und regionale Markt nicht der Platz auf dem die auftretenden Künstler die großen Taler einsammeln. Die Heimat bildet einen wichtig Dreh- und Angelpunkt für die Acts, denn hier startet immer der Aufbau einer Fanbase. Solange ein Künstler sich selbst nicht als eine Art Produkt versteht, ist es schwierig über ernstzunehmende Gagen nachzudenken.
Seit Sommer 2011 gibt es mit esoulate music auch ein eigenes Label – macht sich das auch beim Booking bemerkbar?
Seit wir – Dsant, Efka, Simon Sunset – das Label nun betreiben ist einiges passiert. Esoulate Music wächst mehr denn je und wirkt sich positiv auf das Mutterschiff Esoulate aus.
Was war dein persönlicher Esoulate-Höhepunkt bisher?
Es ist schwierig aus den letzten Jahren lediglich einen Moment zu pflücken. Mein persönliches Highlight ist die Zusammenarbeit mit all den Künstlern und Freunden der Esoulate-Familie. Hier zeigt sich immer wieder aufs Neue, dass diese Crew unglaublich einzigartig ist. Ohne diese Menschen wäre in den letzten Jahren einiges nicht möglich gewesen – meine Verbeugung daher vor folgenden Persönlichkeiten: Gabriel, Marc, Johann, Steffen, Titus, Andi, Steve K, Anett, Mentell, Jette, Martin, Robert, Micele, Katharina, Schubi & Matze, Andresen, Paul, Marcus N, Lütti, Klima, Effe, Zach, Basti, Hendrik, StvW, Konstanze, Anna-Martha & Martin, Greini, Mottthias, Smulla, Gregor, Tournér, Sencha, Ric, David, Micha …
Pierre Kalonji Tumba und Rafael Klitzing lernten sich zufällig in Leipzig kennen. Da war Kalonji Tumba schon ein Gesangsstar in seiner Heimat Kongo. Der Bürgerkrieg dort zwang ihn aber zur Flucht. Klitzing ist der Link zur Elektronik. Style Confusion und 
Martin Kohlstedt steht für den intimen, introvertierten, poetischen, reduzierten Moment. Nur mit dem Piano arbeitet er, schreibt stille Songs in stillen Kammern, die durch keine Stimme in irgendeine Richtung gedrängt werden. Die Assoziationsketten sind frei zu knüpfen, obwohl sie für den Komponisten selbst mit konkreten Geschichten verbunden sind. Er lässt sie im Impliziten. Bildungsbürgertum deluxe.
Während bei ihm das Understatement zählt, geht es Ronny Trettmann um das Rausposaunen, um Party. Frauengeschichten, Cruisen, Après-Ski, aber auch das hinterhältige Business. Ronny Trettmann könnte sich wahrscheinlich vom Fleck weg von einem großen Label wegkaufen lassen. Er möchte es aber lieber „independant“ angehen, sein eigenes Label Heckert Empire mit der eigenen Crew aufbauen.
Ich feier dieses Album, muss es wohl korrekt heißen. Nicht, weil es mich musikalisch unbedingt flasht, sondern weil es in seiner Überspitzung und der klaren Pop-Ansage sehr ehrlich wirkt. Möglicherweise ist das auch Ronny Trettmanns Joker. Er verstellt sich nicht, obwohl er die Skills für die große Show hätte. Unglaublich seine Ballade „Schwarzer Sonntag“. Also, ruhig sich einmal auf den Kultur-Clash einlassen.