Revival – Break The Surface

Lange, wirklich lange war es still um Break The Surface, dem Label um Metasound. Mit dem Restock bei Beatport und Bandcamp soll es wieder losgehen.

Ich musste selbst nachschauen: im September 2012 gab es die letzte EP von Break The Surface. Damals als Gimmick zur Split-Vinyl-EP mit O*RS. Im Nachhinein kann man Break The Surface durchaus Pionierarbeit in der Leipziger Digital-Label-Szene zusprechen. Viel gab es neben Instabil damals noch nicht 2008.

Der Schritt nach vier EPs vom Drum’n’Bass zu House und Minimal zu wechseln, lag zwar an persönlichen Präferenzverschiebungen, oftmals lassen die sich aber nicht unter dem Banner eines Labels miterleben.

Ende März kündigte Break The Surface neue Veröffentlichungen an. Zum Einklang ging es aber erstmal um das Wiederverfügbarmachen des Katalogs. Bandcamp wurde aufgesetzt und die Deals mit Beatport und iTunes reanimiert. Ein erster Schritt, ich bin gespannt.

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Georg Bigalke „Useless“ (Art Style: Techno Records)

Eine höchst eigensinnige EP hat Georg Bigalke hier bei einem ungarischen Techno-Label veröffentlicht.

Super reduziert und sperrig klingen die zwei Solo-Stücke auf der „Useless EP“. Breakige, dumpf drückende Bassdrums vor hintergründig schwingenden Harmonie-Skizzen.

Dass sich Georg Bigalke bei seinen Tracks bzw. denen mit Simon Sunset gern abseits der gewohnten Techno-Pfade umschaut, ist nicht neu. Doch in dieser dancefloorabgewandten Weise wagt er sich noch einmal deutlich weiter hinaus. Etwas ziellos klingt das.

Doch wenn bei „BF211“ die Harmonien durchbrechen und sich bei „Mistake“ plötzlich ein Spoken Word-Part einschiebt, gibt es ein großes Aufhorchen – ganz im positiven Sinne.

„Pigeonholing“ fällt noch einmal heraus. Mit Simon Sunset entstand das Stück, mit merklich raueren und marschierenenden Bassdrums, dazu aber auch wieder abfedernde melodische Chords. Eine sehr spezielle EP.

Wo ich gerade bei den beiden sind: Simon Sunsets „The Owl Tree“ ist von Esoulate eben noch einmal veröffentlicht wurden – via Beatport & Co ist die EP nun verfügbar. Und Georg Bigalke hostet seit einigen Monaten spannende Podcast-Reihe namens „45 Minutes of Techno“.

Da ist der Name Programm, es sind kurze Sets von lokalen Techno-DJs wie Vincent Neumann, Solaris, Black Nakhur und Subkutan, aber auch von einigen internationalen Helden wie Eomac, Dave Tarrida und Neil Landstrumm. Jedoch seit neuestem nur in begrenzter Zeit.

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frohfroh in der Blogbox

Die Blogbox-App ist ein Blog-Feed in schön. Und nebenbei eine kleine Möglichkeit, Blogs für ihre Arbeit zu unterstützen. frohfroh ist auch in der Box.

Das Prinzip der App ist denkbar einfach: vereine die RSS-Feeds von ausgewählten Blogs und packe sie optisch in eine schöne Hülle. Die Leser wählen entweder einzelne Blogs oder ganze Kategorien – hier „Leidenschaften“ genannt – in ihren persönlichen Blog-Feed.

Da strömen dann die gewünschten Blog-Inhalte gebündelt rein und lassen ein persönliches Magazin mit Inhalten abseits der bekannten Medien entstehen. Wenn ein Artikel gefällt, können dafür sogenannte Bonbons verteilt werden.

Kleinkram zwar, der sich aber durchaus summieren kann. Ein spannender Ansatz, gerade für Blogs, die keine Lust auf klassische Banner-Werbung haben.

Aktuell gibt es Blogbox kostenlos für das iPad, iPhone und iPod Touch im App-Store. Dort können auch die Bonbon-Pakete gekauft werden. Wir sehen uns in der Box.

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Die Distillery geht auf Tour

Die Distillery erlebt seit rund drei Jahren eine beachtliche Sympathie-Renaissance – nach dem 20. Jubiläum, einem Doku-Film und der großen Standortunsicherheit kommt nun eine Clubtour.

Ein schlüssiger Schritt, wenn Clubs mit ihren Resident-DJs zu richtigen Marken werden, die auch über die lokalen Grenzen hinaus strahlen. Das Robert Johnson verlässt ebenfalls seit einigen Jahren immer wieder seine Heimat Offenbach. Andere Clubs haben Labels gegründet.

Da war die Distillery bislang noch zurückhaltend. Mit der ersten Tour kommt ein neues Selbstbewusstsein hervor, das in elf Städte getragen werden soll. „Nun ist es an der Zeit, UnterstützerInnen die Aufwartung zu machen, Freunde zu besuchen, die Familie zu erweitern“, heißt es in dem Tourtext.

Neben Clubs um die Ecke geht es auch nach München, Zürich, Stuttgart, Köln und Berlin – ins Berghain. In unterschiedlichen Besetzungen gehen die Residents auf die Klassenfahrt, bevor sie dann am 27. September wieder alle gemeinsam zu Hause zusammenkommen.

Fr. 18.04.14 @ Club Zooma, Plauen
w/ Lars-Christian Müller, Vincent Neumann, Peter Invasion

Sa. 19.04.14 @ Charles Bronson, Halle
w/ daniel stefanik, Lars-Christian Müller, Dilivius Lenni

Mi. 30.04.14 @ Kunstkantine, Magdeburg
w/ Daniel Stefanik, DJ Rukey, Chris Manura

Fr. 02.05.14 @ Sucasa Club, Ulm
w/ Daniel Stefanik, Filburt

Fr. 23.05.14 @ Zollamt, Stuttgart
w/ Daniel Stefanik, Dilivius Lenni

Sa. 31.05.14 @ K4, Nürnberg
w/ Juno6 – Live, Sevensol, Dilivius Lenni

Mi. 18.06.14 @ Rote Sonne, München
w/ Daniel Stefanik, Filburt, Dilivius Lenni

Sa. 05.07.14 @ Muna, Bad Klosterlausnitz
w/ Juno6 – Live, Filburt

Sa. 23.08.14 Berghain / Panorama Bar, Berlin
w/ Juno6 – Live, Filburt, Peter Invasion, Georg Bigalke, Vincent Neumann

Sa. 13.09.14 @ Gewölbe, Köln
w/ Daniel Stefanik, Peter Invasion, Dilivius Lenni

Fr. 19.09.14 @ Hive Club, Zürich
w/ Daniel Stefanik, Filburt, Andreas Eckhardt

Sa. 27.09.14 @ Distillery, Leipzig
w/ Distillery All Stars

Und: bei einigen Stationen wird auch der Film „Willkommen zu Hause“ gezeigt.

NACHTRAG:

Die 2014er-Tour ist Geschichte. Arvid Wünsche hat sie aber mit seiner Videokamera begleitet und einen kurzen Film der Klassenfahrt gedreht.

Distillery Website

Philip Bader „Edge Of Space“ (Moon Harbour Recordings)

Moon Harbour geht wieder mehr auf Vinyl. So kommt auch Philip Bader aus der Digital-Reihe heraus.

Es ist die dritte EP des Berliners für Moon Harbour innerhalb eines Jahres – ein Kickstart in den Künstlerstamm also. Musikalisch ist alles klar dafür. Loopiger Tech House mit einigen schrägen Vocals und beiläufig eingestreuten Sounds.

Allerdings zieht Bader mit der „Edge Of Space“-EP das Rave-Level gehörig an. Soul-Vocal-Cuts, Orgel-Breaks, Vocoder-Preacher und sich offensiv hoch peitschende Arrangements. Gerade „Houserism“ setzt auch für Moon Harbour einen neuen, erschreckend plumpen Rave-Maßstab. Da gibt es längst nicht mehr nur die trippig-cleane Seite von Ibiza als Einfluss.

Von der Klarheit der Sounds her wäre „Still I Rise“ – entstanden zusammen mit Highgrade-Institution Daniel Dreier – mein Favorit. Leider kann sich das predigende Vocal in der Tonalität nicht recht zwischen eindringlicher Ernsthaftigkeit und zynischer Ironie entscheiden.

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Various Artists „UV20“ (Uncanny Valley)

Bei der Katalognummer 20 ist das Dresdner Label Uncanny Valley mittlerweile angekommen. Auf der Jubiläumscompilation gibt es auch einen Leipziger Bezug.

Unglaublich, welch eine Fülle an durchweg überzeugender Musik Uncanny Valley in nur dreieinhalb Jahren veröffentlicht hat. Und es gibt ja auch noch die zwei Sublabels Rat Life und Shtum. Da hat sich einiges aufgestaut in Dresden, das mit Uncanny Valley scheinbar den geeigneten Kanal in einer Mischung aus Freundschaft und musikalischer Ambition gefunden hat.

Irgendwie hat es das Label nebenbei auch geschafft, die komischen Hate-Gräben zwischen Leipzig und Dresden zu überbrücken. Uncanny Valley-Acts spielen regelmäßig in Leipzig und Buki Good bucht von hier aus zahlreiche DJ- und Live-Gigs für Uncanny Valley.

Mit der „UV20“-Compilation beschenkt sich das Label quasi selbst. Über drei Platten oder als digitales Bundle wurden zwölf Stücke aus dem Künstlerstamm und dem erweiterten Freundeskreis zusammengestellt.

Filburt beschließt die Compilation mit seinem melancholisch-schwingenden, tiefbassigen Track „My Time“. Ein Stück, von dem eine große innerliche Ruhe ausgeht, es ist fast wie die Ergänzung zu seinem zeitgleich erschienen Track auf der letzten O*RS-Compilation.

Bei den anderen elf Stücken wird noch einmal sehr deutlich, dass sich Uncanny Valley auf eine Menge House- und Electro-Nuancen einlässt. Sogar mit einigen klaren Pop- und Soul-Ansätzen, die so in Leipzig eher selten zu hören sind.

Genau so, wie es Philipp vor einigen Jahren im frohfroh-Interview bereits angekündigt hatte. Scherbe, Jacob Korn und CV30X stecken hinter meinen großen „UV20“-Favoriten. Und mit Kornhead das wunderbare Zusammenkommen von Jacob Korn und Cuthead. 20 Grüße nach Dresden.

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Various Artists „O*RS 2100“ (O*RS)

Filburt setzt mit seinem Label O*RS immer mehr auf Gesamtkunstwerk. Die neue Compilation gibt es auch als limitierte Box mit einer verschollenen DVD.

Es ist nicht das erste Mal, dass O*RS zur Seite blickt. Zuletzt gab es eine tief im Kunstkontext verwurzelte 7“-Box von Felix Schneeweiß. Mit „O*RS 2100“ gibt es zwar wieder eine klassische Mini-Compilation, doch ein Teil der 300er-Auflage ist in einer Pappbox verpackt, der neben Postkarte und Sticker auch eine DVD mit unveröffentlichten Aufnahmen der 2007 erschienen Graffiti-in-Leipzig-Dokumentation „No Ticket“ beiliegt.

Irgendwie sind sie wieder aufgetaucht und wurden von Ranko und Duktus mit Beats unterlegt. Ab sofort sind die „Hidden Tapes“ auch via Youtube zu sehen.

Das ist der Link zu Ranko – im letzten Jahr in unserer „Neues aus der Wolke“-Reihe vorgestellt – ist er auf der „O*RS 2100“ erstmals offiziell auf einem Label zu hören. Seine schwelgerisch-leichtfüßige „Ballad Of A Dead Bird“ teast zugleich eine komplette Digital-EP an, die im Mai auch auf O*RS veröffentlicht werden soll. Eine großartige Nachricht, gehörte Ranko doch zu meinen großen Flashs des vergangenen Jahres.

Auch für Andreas Techer, Begründer der Elektro-Konsumenten-Reihe ist diese Platte das Vinyl-Debüt. Sein „Wake Up“ beschließt die Compilation mit zurückgelehnt-schwebendem House, leicht melancholisch eingefärbt.Der ruhigen und beseelten Schattierung des Morgens widmet sich ebenfalls Filburt. „Morning Blossom“ ist rhythmisch jedoch weitaus federnder, beinahe nebenbei pulsierend. Dafür bekommen die Synthesizer-Chords mehr Raum. Der Sonnenaufgangssoundtrack, ganz klar, voller Poesie. Und der wirkt mit und ohne direkter Ein- oder Verstrahlung.

Dabei beginnt die EP mit einer mächtigen Ladung UK-Post-irgendwas-Pop. Der Ire Dubson setzt mit „All This Time“ auf die große Umarmung – umwerfend weit ausholende Harmonien und ein Vocal, dass super selbstbewusst auf Power-Pop zielt. Mille & Mr. Hirsch pumpen ebenso viel Wärme rein, mit klassischem und rastlosem Deep House aber.

Nur die Perlen herauspicken – Liebhaber-Label hatte ich schon gesagt, oder? Übrigens: alle 58 limitierten Boxen ergaben richtig zusammengelegt das O*RS-Logo in groben Pixeln. Das hat aber nur Filburt gesehen und fotografisch festgehalten – ein Bild davon liegt jeder Box bei.

Außer, es treffen sich noch einmal alle Boxen-Käufer.

O*RS Facebook
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„Fields“ – A Forest

Neun Bäume und drei Blätter ist der A Forest-Wald schon groß. Bevor die nächste Tour startet, kommt eine Zwischen-Single.

A Forest wollen sich ja vom hermetischen Band-Bild lösen. Mit eigenem Community-Benefit. Auf der Website passiert da gerade einiges. Nicht nur, dass die Zwischenstände der EP-Bestellungen, Streams und Likes dezidiert dokumentiert werden.

Spannender sind die offen geführten Überlegungen zu den neuen bzw. gerade entstehenden Songs. „Fields“ lag demnach auf Halde, hat sich aber in kurzer Zeit zum neuen Lieblingsstück des Trios entwickelt. Also wurde es eben als Single mit Video veröffentlicht. So schnell kann es gehen.

Außerdem erzählt Arpen in einem zweiminütigem Video seine inhaltlichen Bezugspunkte zu „Parcours“. Und es gibt ein Sketch zu „The Shepherd“ zu hören. Ein so von HipHop inspiriertes Stück, dass A Forest ernsthaft einen Rapper suchen. Wer will?

Ab nächster Woche sind A Forest dann auch kleiner Tour.

A Forest Website
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Ben Jacov „Transalp“ (Doumen)

Ein Jahr hat sich Doumen mit dieser EP Zeit gelassen. Es ist die erste außerhalb des direkten Präzisa Rapid 3000-Radius. Und dann gleich eine Alpenüberquerung.

Im übertragenen Sinne nur. „Transalp“ heißt die erste Artist-EP des Berliners Ben Jacov. Seine Soundcloud-Chronik reicht vier Jahre zurück und ist gespickt mit introvertierten House-Stücken, avantgardistischen Fragmenten, angeglitchten Pop-Songs und cineastisch geprägter Electronica.

Ein weites Feld also. Und auch das Vinyl-Debüt „Transalp“ lässt sich auf ein weites Feld ein – nicht unbedingt musikalisch, aber als Gesamtpaket. Es gibt für die EP eine eigene Micro-Site auf Doumen. Darauf sind Ben Jacovs Gedanken zu den Stücken zu lesen.

Ein traumwandlerisches Bild zeichnet er da, zeitentbundene und befremdliche Momente gleichermaßen in den Fokus nehmend. Die Bewegung surreal spüren, die einzelnen Stationen aber nur vage in Erinnerung halten können, ein Vorbeirauschen, ein permanentes Aufflackern. Das Cover-Artwork flackert ebenso, wenn die Platte aus der Hülle herausgezogen wird – die Alpspitzen flackern.Und auch das Video zu „Weeg“ greift jenes Bild auf. Ben Jacovs Musik vertont das alles mit langsam schwebenden und hoch emotionalisierten Ambient-Stücken. Immer mit einer gewissen Dramatik und bei „Weeg“ und „Yelltu Riekk“ auch mit einer leicht bedrückenden Dunkelheit.

„Notturno Lucis“ erhebt sich dagegen zu nächtlich-stillem Pop. Insgesamt aber ist die süße Melancholie in Reinform mit behutsam zusammengeführten Sounds zwischen warmem und dissonantem Widerhall zu hören. Für solche Platten warten wir gern ein Jahr lang. Einführend erschien vor einem Monat auch ein Mix von Ben Jacov im Doumen-Podcast.

Doumen Records Website
Ben Jacov Facebook
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Early Cuts #1 – Malik

Montag, Zeit für ein neues Format. Für Grenzüberschreitungen, weg von den geraden Bassdrums. Malik von Marbert Rocel macht den Anfang.

Es kommt ja nicht selten vor, dass sich die musikalischen Präferenzen im Laufe der Zeit verändern. Früheres verliert an Bedeutung, neue Sounds gewinnen an Faszination. Und doch nimmt jeder meist auch etwas von den vorherigen Einflüssen mit, einige Helden bleiben einfach Helden.

Und genau darum soll es bei der neuen „Earls Cuts“-Reihe künftig gehen. Bei Malik von Marbert Rocel wusste ich von seiner alten Liebe zu Rap und HipHop. Also stellt er seine fünf Essentials vor. Der Effekt nebenbei: es gibt hier nun auch ab und mal Musik abseits der Elektronik zu entdecken. Start.

Common

„Die LP ‘like water for chocolate‘ ist eins der ersten Rap-Alben, das wirklich durchgehend perfekt war und in Schleife laufen konnte und auch lief … Common … Jay Dee – ein Meisterwerk.“

DJ Premier

„Der Inbegriff für Rap-Beats der 90er. Eine Kick, Snare, HH und ein Sample. Vier Takte, fertig ist der Beat. Darauf ein Rapper mit Flow.  Rap in seiner reinsten Form. Definitiv der Grund dafür, dass ich mir eine MPC kaufte und alles begann.“

J Dilla

„Der zweite große Beatmaker, der still und heimlich für fast alle Top-Alben der native tongues verantwortlich war – A Tribe Called Quest, Pharcyde, Common – und später zum absoluten Beat-Helden avancierte. Man sagt ihm nach, er habe die gerade Bassdrum im HipHop eingeführt. Leider viel zu früh gestorben. Meilensteine auch die ersten Slum Village-Alben.“

The Roots

Die erste Live-Rap-Band. Und für mich die erste und beste Fusion aus Rap und Jazz. Philadelphia Sound. Schon immer am Start – Questlove als Drummer und Produzent, Blackthought als Rapper mit inzwischen gefühlten 20 Alben. Sie beeindrucken durch ihre konstante Arbeit und immer neuen Sounds und Vibes. Und natürlich mit tollen Features wie Ursula Rucker und Erykah Badu.

DJ Vadim

Mitbegründer von Ninja Tunes und der erste Produzent, bei dem keine Grenzen zwischen Rap, Elektronik und Soul zu spüren waren. Ich durfte ihn kennenlernen und konnte nur Respekt empfinden. Er ist ein Pionier des europäischen Raps, der immer noch durch die Welt tourt und auflegt.

Foto Malik: Sandra Ludewig

Various Artists „Ov3r Contruct10n Vol. 2“ (Alphacut Records)

Oh, da hat es etwas länger gedauert mit dem zweiten Teil der 10-Jahres-Remix-Trilogie von Alphacut Records. Jubiläumskater oder wie?

Zur Erinnerung: im letzten Jahr konnte LXCs Label groß feiern, 10 Jahre Bestehen, riesige Party, viele Props via frohfroh und die Ankündigung einer Trilogie mit drei 10“-Platten, die sich noch einmal quer durch den Labelkatalog remixen. Alles innerhalb der Familie.

„Vol. 2“ pickt sich ein Jahr danach zwei Stücke von den Katalognummern 19 und 22 heraus und lässt sie von Martsman und Phuture-T neu betonen. Super spannend hat sich dabei „Hollow“ entwickelt. Phuture-T lässt das Original von Trisector & Creep fast identisch beginnen, zerpflückt es aber zur Mitte hin einmal komplett. Dadurch bekommt es an manchen Stellen einen gewissen Free Jazz-Appeal, der sich zum Schluss raus immer wieder mit den Originalsounds duelliert.

Die ursprüngliche „Apathetic Vibe“-Version von Abstracts Elements ist ein reduziertes, filigran nickendes Drum’n’Bass-Stück. Martsman dubbt es merklich ein, mit einem sich viel Zeit nehmenden Intro und einem verwinkelt schleppenden Vibe. Mit diesem Remix kommt das Stück dem im Titel verlautbarten apathischen Drive deutlich näher.

Zwei sehr schön abgestimmte neue Versionen insgesamt. Die Alphacut-Hardfacts zum Schluss: 303 Exemplare gibt es von der Platte, 51 davon supergelb. Außerdem finden sich in den Rillen erneut acht Locked Grooves.

Alphacut Records Website
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