Tomorrowland in Taucha

Neulich erst habe ich von dem Tomorrowland-Wahnsinn bei Spiegel Online erfahren. In Taucha bei Leipzig soll es 2014 eine ähnliche Rave-Kirmes geben.

Als Summerlove City ist das „gigantische Electro / House Wochenende“ betitelt. Für Mitte Juli wurde der Flugplatz Taucha gemietet, um einen Jahrmarkt mit Rave zu veranstalten – nein, mehr noch: „das größte Airport-Festival Europas“. Großer Cash-Trash also.

LVZ Online und Mephisto berichteten bereits. Mit 100.000 Besuchern rechnen die Veranstalter. Tropical Island-Feeling mit Achterbahn soll es geben. Und natürlich Top DJs und Top Bands auf drei Bühnen. Endlich Entertainment à la Paul van Dyk, DJ Antoine & Co vor der Haustür.

Das Leipziger Stadtmarketing wird sich freuen – nach Highfield und Wave Gotik Treffen lässt sich dann auch eine Rave Parade als musikalischer Leuchtturm vermarkten.

NACHTRAG: Fail Fail – Taucha hat keine Lust, die Veranstalter ziehen weiter. Auf das Fluggelände Niedergörsdorf. Die ersten Headliner stehen, Tickets gibt es ab 70 €.

Noch ein Nachtrag, ein letzter:

Summerlove City Website

Throwing Shade „Mystic Places / Lights“ (Ominira)

Und wieder eine neue Nuance bei Kassem Mosses Label Ominira: wunderbar verschlungen-wehmütiger Soul.

„It’s all love and pain and sampling“, heißt es im kurzen Infotext zum Debüt von Throwing Shade. So simpel und pathetisch die Aufzählung klingen mag, sie trifft es exakt. Die beiden Stücke umarmen einen förmlich mit ihrer wehmütigen Wärme, die aus den hintergründigen Soul-Vocals und den dunkel verwobenen Synthesizer-Sounds hervorströmt.

Ein großer elegischer Mantel. Und das genaue Gegenteil von der ebenso oberflächlichen wie eindringlichen Emotionalität, wie sie gerade von Disclosure und anderen inszeniert wird.

Für Throwing Shade ist diese EP das Debüt. Die Londoner Produzentin hostet beim NTS Radio eine eklektische Sendung, die nach weitgehend ungehörter Musik aus verschiedenen Ecken der Welt sucht.

Bei „Mystic Places“ und „Lights“ ist dieser Geist latent herauszuhören. Es schwingt eine gewisse, verschleierte Folklore mit, die sich nirgendwo richtig verorten lässt. Höchst einnehmender „Cosmic R’n’B“, um noch einmal Ominira zu zitieren.

Throwing Shade Website
Ominira Website
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Sven Tasnadi „Stop Talking“ (Moon Harbour Recordings)

Bisher war Sven Tasnadi auf dem Moon Harbour-Sublabel Cargo Edition zu hören. Mit „Stop Talking“ kommt nun seine erste Solo-EP beim Haupt-Label.

Mit Dan Drastic konnte Sven Tasnadi vor einigen Monaten bereits „Moon Harbour“-Luft schnuppern. Wobei er schon seit langer Zeit dem Label- und Booking-Kontext verbunden ist. Tasnadi ist ja auf sehr verschiedenen Spuren unterwegs, und er ist recht anpassungsfähig. Eine ambivalente Tugend.

Denn der glättende Moon Harbour-Filter dominiert den Titel-Track sehr deutlich. Super perkussiv und loopig die Beats, ganz versteckt etwas Deepness und ein kurz aufziehender Fanfaren-Sound – gähn.

Dagegen sind die derben Bassdrums und die digitalisierten Fanfaren von Steve Bug geradezu befreiend. Moon Harbour-Zögling Sable Sheep nimmt sich auch „Stop Talking“ vor, verheddert sich aber im Zwischenraum von Rave-Warm-up und Minimal.

Mit „Raver Jack“ bringt Sven Tasnadi noch einen weiteren Track unter, der insgesamt stärkere Konturen im Sound aufweist. Die Vocals drängen das Stück aber in die Comic-Ecke. Ein wenig schade, auch wenn die Ironie ja ihre Berechtigung hat.

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Sven Tasnadi Facebook
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Rosen von Hans Nieswandt

Rose Records, Alter. Haben von Anfang an das Herz von Hans Nieswandt erwärmen können. Das achte Rosetape gehört daher ihm.

Voll schlüssig. Dennoch eine Geste, die sicherlich nicht jedes junge Label von der Kölner House-Legende erwarten kann. Spätsommerlich leicht, soul-geerdet und mit einigen Rose Records-Tracks garniert. Ein dicker Rosenstrauß also.

Von M.ono kommt übrigens demnächst eine weitere EP auf Brown Eyed Boyz Records. Im Mai gab es dort schon etwas von ihm zu hören. Und dann ist da noch Eva’s Finest. Dazu demnächst mehr hier.

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Tikiman und Heidi Riddim – Neues von Jahtari

Was für eine Ehre. Paul St. Hilaire alias Tikiman singt für die Jahtari Riddim Force. Zwei neue Maffi-7″ gibt es obendrein.

Tikiman ist durch die Zusammenarbeit mit Rhythm & Sound zur Legende geworden. Nun muss man keineswegs den Status von Jahtari kleinreden. Das Label um Disrupt und Rootah gehört mittlerweile zu einer festen Dub-Größe.

Die EP mit Paul St. Hilaire untermauert dies aber noch einmal auf beeindruckend deutliche Weise. Besonders toll ist, dass sich Disrupt und Rootah bis auf „Nah Ina It“ auf der A-Seite nicht dem vernebelt-schleppenden Rhythm & Sound-Erbe annähern. Sie ziehen in den drei 3-Minütern der B-Seite ihren 8Bit-Dub unbeirrt durch. Analog schillernd.Bei der Maffi-7″-Reihe kommen zwei neue Exemplare heraus. Vier Versionen, die auf dem Riddim-Klassiker „Sleng Teng“ beruhen. Nicht, dass ich das gewusst hätte, aber bei Jahtari werden die Zusammenhänge gut erklärt. Speng Bond, Junior Roy und Lord Sassafrass hauen ihren Gesang darüber.

16 Jahre ist Junior Roy, aus Paris kommt er. Seine schnoddrige Art gefällt mir am besten. Und letztendlich auch der instrumentale „Heidi Riddim“. Viel zum Vorhören gibt es hier leider nicht. Auf der Jahtari-Seite gibt es aber Streams.

Mittlerweile ist bei Jahtari auch der Bau von eigenen Synthesizern und Effektgeräten weit vorangeschritten. Zwei neue Geräte können nun auf Anfrage gebaut werden. Disrupt zeigt im Video, was geht.

Jahtari Website
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Mix Mup „After The Job“ (Hinge Finger)

Es hat um einiges länger gebraucht als geplant. Doch seit letzter Woche ist die Mix Mups EP auf Hinge Finger draußen.

Und Hinge Finger ist nicht irgendein UK-Label, es ist das gemeinsame Projekt von Joy Orbison und Will Bankhead, der auch The Trilogy Tapes betreibt. Das MM/KM-Mini-Album erschien dort im letzten Jahr.

„After The Job“ erscheint bei Hinge Finger nun in einer Reihe mit Blawan, Joy Orbison und Madteo. Manchmal muss es hartes Namedropping sein. Denn die Freude hier ist groß. Musikalisch leistet sich Mix Mup keinen Aussetzer. Abstrakt und rau, teils nah an der Übersteuerung, teils voller Wärme.

„Copa Jams“ und „Doomed“ zeigen Mix Mup noch einmal eine Spur konsequenter in der Straffung seines Sounds. Zugleich flackert bei „Copa Jams“ ein Soul-Vocal auf, das dem Stück eine unerwartete Dramatik verleiht.

Auch beim breakigen „After The Job“ verstärkt ein entfernt klingendes Vocal-Sample die ebenso bedrückende wie besänftigende Atmosphäre. „Bungalow“ ist schließlich der kontemplative Ausgleich, der weiche Balsam nach dem aufwühlend-einnehmenden Trip der ersten drei Tracks.

Mix Mup Facebook
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Voodoorap und Dzillatronic

Vor zwei Tagen kam eine Mail von fdong – the dzilla rein. Der Hammer sei er. Und Support für das Konzert von Käptn Peng. Wir mussten länger hinhören.

Obwohl es HipHop ist. Doch mit Texten, die mehr auf den klanglichen und rhythmischen Kern der Sprache zielen als auf die vermittelnden Inhalte. Etwas Dada mit eigener Geheimsprache. Ab und zu schimmern englische und deutsche Fetzen hervor. Vielleicht auch noch von anderen Sprachen.

Bei Facebook schreibt fdong: „fdongs Musik ist nicht an Texte gebunden. Sie ist an ein Gefühl gebunden und Gefühle haben nichts mit Worten zu tun. Gefühle sind Energie. Und manchmal auch in Schnitzelform. Voodoorap oder auch Dzillatronic sind keine gewöhnlichen Formen der an Sprachegebundenenmusik, es ist mehr. und kann mehr. daher ist es schön.“

Verkopft, bemüht und befreiend zugleich klingt das. Deshalb blieb ich aber auch so lang auf fdongs Soundcloud-Profil hängen. Musikalisch höchst solide, entzieht er dem Rap das Übergewicht der Worte.

Und ein wenig erinnert es an die Versuche von Kindern, Songs nachzusingen, ohne die Texte wortwörtlich zu kennen. Skurril, aber ernsthaft genug, um dem Klamauk zu entgehen. fdong könnte der Hans Unstern des Deutsch-Raps werden.

Mit Käptn Peng ist er seit einigen Monaten gut befreundet, mit ihm zusammen entstand auch das Stück „Voodooschnitzel“. In Leipzig machen sie nun den „Testlauf für gemeinsame Konzerte und anderes im kommenden Jahr.“

fdong Website

Neues auf 45Seven

Gleich zwei 7″s hat die Dub-Spielwiese von Alphacut Anfang September rausgelassen. Verpassen sollte man sie nicht.

Seit über einem Jahr gibt es 457, das 7″-Label von LXC und Dubmonger alias Morphy. Und zum Dub gehören bekanntlich die Versions. Logisch, dass da auch 457 keinen Bogen drum herum macht.

„Dread This Land“ von der ersten Single wurden in zwei spannenden Konstellationen neu interpretiert. Spannend deshalb, weil sich LXC sowohl mit dem einen als auch dem anderen Part des ursprünglichen Teams zusammengesetzt hat.

So entstand eine rhythmisch dichte und rastlose Version mit Dubmonger sowie eine gedehnter und vertrackter wirkende mit The Untouchables. Bei der Grundlage könnte es wahrscheinlich noch hundert weitere Versionen geben, ohne dass die Wirkung nachlässt.

Die zweite 7″ überlässt King Fifi zwei A-Seiten. Kein neues Gesicht für 457, steckt doch Flatliners aus Istanbul dahinter. Und sein „Oh Baby“ klingt nach großem Hit-Potential, mit durchdringender Bassline und perkussiv angefeuertem Beat.

„The Riddim“ nimmt sich da stärker zurück. Keine Ahnung, was die Roots-Dub-Nerds dazu sagen. Aber der 457-Sound kommt mir auf unanbiedernde Weise aufrichtig vor.

45Seven Website
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Juno 6 / Matthias Speck „Gratwanderung Musik #1“ (Gratwanderung)

Das Gratwanderung Festival im Steinbruch Möseln hat sich einen beachtlichen Geheimtipp-Ruf erspielt. Nun mag es auch Platten veröffentlichen.

Ein schlüssiger Schritt, vielleicht inspiriert vom Nachtdigital, vielleicht aber auch nicht. Den Start teilen sich Juno 6 und Matthias Speck, einer der Organisatoren des Festivals. Für ihn ist es zugleich das Debüt als Producer.

Und er offenbart bei seinen zwei Stücken einen sehr speziellen Stil. Recht ruhig, mit erstaunlich präsenten Harmonien und zugleich einem unterschwelligen Kraut-Ansatz. Bei „Nadel hier ablegen“ hat das einen ungewohnten und spannenden Drive. Wenn auch etwas anstrengend in den Höhepunkten.

„Treptower Park“ verheddert sich mit den Streichern und den verzerrten Sounds dann aber in der Ansage – einerseits feierliche Opulenz, andererseits rockmäßiges Effekt-Geseiere. Die Eigenwilligkeit punktet aber trotzdem bei Matthias Speck.

Juno 6 lässt dagegen nichts anbrennen. Zwei aufgeräumte, sich warm aufbäumende Tracks. Mit erfreulich straffem Schub bei „rnace“ und entspanntem Tänzeln mit tief schwingender Bassdrum bei „swr“. Die tolle, leicht oldschoolige Ausgewogenheit von Juno 6.

Gratwanderung Website

Ein Mixtape in Buchform

Wer einen Blick hinter die Kulissen des Plattenveröffentlichens werfen mag, könnte mit dem Buch von Alex Ketzer seine Freude haben – könnte. Denn es muss erst noch finanziert werden.

Crowdfunding, klar. Großes Thema gerade. Sieben Tage bleiben dem Kölner Grafikdesigner noch, um 5.000 € zu sammeln. Davon soll der Druck seines Buchs „Beyond Plastic – ein Mixtape in Buchform“ finanziert werden.

Letztes Jahr war Ketzer unterwegs zu Leuten und Unternehmen, die dafür sorgen, dass seine Lieblingsplatten entstehen. Eine Station war auch Leipzig – bei Kann und Ortloff sowie im Presswerk von R.A.N.D. Muzik.

In mehreren Interviews wird auf 288 Seiten der Weg vom Demo zur fertigen Platte vorgestellt. Zum Buch erscheint auch eine 4-Track-Vinyl-Compilation. Erste Screenshots sind auf der Startnext-Kampagnen-Seite zu sehen. Noch fehlt aber mehr als die Hälfte.

Via itsours.

Various Artists „Van Doumen 01“ (Van Doumen)

Das tolle an Doumen ist ja, dass die Platten kaum den Club im Blick haben. Doch statt Ätsch zu sagen, gründen die Macher ein Sublabel für tanzbare Reworks.

Es scheint öfter vorgekommen zu sein, dass DJs eine Doumen-Platte umsonst mitschleppten, weil sie in das Set der Nacht nicht reinpasste. Wenig verwunderlich bei dem musikalischen Eigensinn, den die bisherigen Platten besaßen.

Da die Doumen-Betreiber jedoch ein ebenso großes Herz für den Dancefloor besitzen, gehen sie mit Van Doumen nun einen spannenden Kompromiss ein.

Ausgewählte Künstler nehmen sich Original-Doumen-Material und arbeiten es um. Reworks, keine Remixe. Es sind neue Stücke. Deshalb auch keine klassischen Titel – so bleiben die Referenzpunkte zu den Originalen verschwommen, wenn auch nicht komplett gekappt.

Dass der Doumen-Dancefloor etwas anders funktioniert, war vorab zu vermuten. Und so klingt die „Van Doumen 01“ auch. Scherbe, Philipp Matalla und Potensia übertragen den poetisch-collagierten Sound des Labels weitgehend bei.

Auch wenn ein schleppend-stolpriger Beat wie bei Scherbe darunter liegt oder bei Philipp Matalla aus warm flimmernden Electronica-House plötzlich ein schiebendes Ungetüm erwächst. Eine unglaubliche Wendung, die sein Stück aber nicht zerreißt.

Potensia bleibt der Doumen-Träumerei am nächsten, womit er jedoch keineswegs einen falschen Weg einschlägt. Der große Balsam, besonders wirksam im Anschluss an die verstörende, dunkle und beißende Kraut-Techno-Session von Webermichelson.

Nach dem langen Verdichten der Hypnose kommt zum Schluss das gleißende Licht, in beinahe sakraler Mächtigkeit. Man müsste sich die Augen zuhalten. Der vertonte Wahnsinn, mit allem Schmerz und aller Faszination. Und das auf einer der wichtigsten Platten dieses Leipzig-Jahres.

Doumen Website
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Neue Kampagnen-Helden

Es ist Wahlkampf draußen und überall Kampagnen. Auch die Distillery befindet sich mitten im Kampagnen-Business.

Im Prinzip ist die Distillery seit letztem Jahr Teil einer Dauer-Kampagne, teilweise unfreiwillig. Erst die 20 Jahre-Feiern, dann die Crowdfunding-Überraschung durch den Doku-Film, dieses Jahr die groß kommunizierten Sorgen um den aktuellen Standort und eben die Premiere des fertigen Films vor wenigen Wochen.

Neulich interviewte der Lokalsender Info TV Steffen Kache und neben den kampagnengemäß oft gehörten Argumenten und Tatsachen blieb mir sein letzter Appell am meisten im Gedächtnis.

Er meinte: wenn jemand einen Politiker kennt, solle er ihn auf die Probleme der Distillery hinweisen – Lobby-Arbeit eben. Gestern folgte ein dreiseitiger offener Brief an den Stadtrat. Es gibt einen Antrag, der von drei Fraktionen getragen wird und über den am morgigen 18. September abgestimmt verlesen werden soll. Aktuell läuft auch eine Online-Petition.

Die Clubkultur nun also mittendrin in der angewandten Interessenpolitik, auf der gleichen Stufe wie Lobbyisten, die sich gegen Automauten etc. winden.

Aus Kampagnenperspektive läuft es gerade gut für die Distillery – die Identifikation aus der Szene ist so groß, wie schon länger nicht mehr, überall Zuspruch und Sympathiebekundungen. Und es sei ihr auch keineswegs missgönnt.

Nur ertappe ich mich derzeit beim Erkennen, dass die Mittel der politischen Einflussnahme sich hier nicht grundlegend von denen unterscheiden, denen viele gemeinhin skeptisch gegenüber stehen. Obwohl es konforme Mittel sind und obwohl die große Wirtschaft sie sehr viel früher und effektiver für sich zu nutzen wusste.

Im Fall der Distillery wird deutlich, dass die Gegenüberstellung von subversiver Sub- und professionalisierter, politischer Einflusskultur nicht mehr funktioniert. Die Professionalisierung der Clubkultur brachte bei manchen Akteuren auch gefestigtere Lobby-Strukturen mit sich.

Vielleicht sollte neben der zu wünschenden gesicherten Zukunft der Distillery auch hinterfragt werden, ob unsere mehr oder weniger ausgeprägte Lobby-Antipathie relativiert werden sollte. Denn jeder trägt Einzelinteressen mit sich herum, die an manchen Stellen auch vehementer einzeln vertreten werden, Demokratie eben.

Distillery Website