Wolkramshausen feiert und Sven Tasnadi ist mit dabei. Eigentlich nicht so der Rede wert. Sein Track aber schon.
„Gumbagt“ heißt er, veröffentlicht auf der Compilation „Wolke wird 18“. In der Nähe von Nordhausen residiert seit ziemlich langer Zeit ein Club namens Wolke, mittlerweile gibt es auch ein Label dazu. Eben dort ist die Compilation herausgekommen.
Der schlurfende Beat und die gegenläufig ambienten und experimentellen Sounds machen „Gumbagt“ zu einer kleiner besonderen House-Perle. Hätte klanglich eigentlich auch auf sein „Slow“-Album gepasst. Für 10 € gibt es die Compilation direkt im Wolke-Shop.
Auf der CD sind auch Daniel Stefanik und Juno6 versteckt. Die beiden haben sich ja öfter zu Ambient-Sessions getroffen. Anfangs stand Sensual als Name dafür im Raum. Später wurde daraus Birds Two Cage daraus.
Und mit „Scipfeereld“ gibt es hier wahrscheinlich das erste veröffentlichte Stück aus der Zusammenarbeit. Downbeat mit großen Ambient- und Field Recodings. Für die ruhigeren Momente.
Aber noch einmal kurz zurück zu Sven Tasnadi: bei Soundcloud hat er einen Edit von Josh Winks „Don’t Laugh“ als Free Download hochgeladen. Bei den Live-Sets mit Juno6 war das Stück schon zu hören und da passt es auch hin. Wird viel gelacht darauf.
Übrigens kamen Mitte August auch vier Remixe zu „Confidence“ bei Cocoon Recordings heraus. Ob das so eine gute Idee war? Gerade bei so dramaturgisch geschlossenen Stücken? Adam Port, Mathias Kaden, Mr. G und Legowelt wagten sich daran.
Und da wären wir beim Label-Sound. Mit Minimal, House und ein wenig Techno, grenzt Oliver Rives ihn selbst näher ein. „Die Musik muss von Herzen kommen, ehrlich sein und Menschen berühren können“, konkretisiert er weiter. Auch deutliche Pop-Einflüsse gehören dazu – auf der 003 von den Ukrainern Outstrip etwa. Oder bei Marc DePulse‘ Zusammenarbeit mit dem Sänger Boe van Berg.
Diese zeitgeschichtlichen Sequenzen fesseln besonders. Sicher auch, weil sie ein Leipzig zeigen, dass es so heute nicht mehr gibt. „Willkommen zu Hause“ macht aber genauso lebhaft deutlich, wie sehr sich Techno musikalisch und kulturell in den vergangenen zwanzig Jahren verändert hat. Nicht nur die Geschwindigkeit ist gedrosselter, auch die modischen Codes sind weitgehend verschwunden.