Wie erfrischend Jahtari-Platten nach längerer Pause klingen. Auch wenn der letzte Doppelpack erst ein halbes Jahr zurückliegt.
Vielleicht kommen die beiden neuen EPs auch einfach in einem richtigen Moment, ganz persönlich gesehen. Zwei 12″-EPs hauen Jahtari auf einmal raus, am gleichen Tag. Einmal von Tapes aus London, einmal von Monkey Marc aus Melbourne, zweimal digitaler Laptop-Reggae also aus zwei verschiedenen Himmelsrichtungen.
Und besonders Monkey Marcs Mischung aus HipHop-Lässigkeit und Dub-Schlurfen kommt so selbstverständlich rüber, dass man sofort mitwippt. In drei Tracks einfach mal zwei Welten umarmt. Disrupt nimmt sich auf der B-Seite Roots Manuvas „Who Goes There“ als Dub vor – mit der ihm so eigenen 8Bit-Sprödigkeit. Das Original hatte übrigens Monkey Marc produziert. Etwas düsterer und verschlungener sein „Destruction Dub“.
Bei Tapes klingt Jahtari wieder in seiner Reinform durch. Schwingend, leuchtend, auf gute Weise antiquiert, durch und durch positiv gestimmt, aber immer ohne ins Niedliche und Naive zu geraten. Auch auf dieser EP versteckt sich der Dub eines anderen Hits: hier ist es Vernon Maytones „Old Pan Sound“. Jahtari-Pop. Ist das schon der Frühling?
Drei Tracks sind darauf, bei denen es wenig wundert, das Mod.Civil sie mögen. Denn die Ansätze sind ähnlich in ihrem flirrenden, melancholisch schwingenden Drive. Die HiHats rasseln, die Bassdrums kommen extra trocken. „Monatskarte“ dreht eine eigene Runde in ruhigere Gewässer mit tollen Field Recordings im Ausspann – „du bist so dumm“. Eine echte Perle für die Kopfhörer.
Bei den Mixen geht es dagegen um das Ausloten von Kontrasten. Verschiedene Sounds von ausgewählten DJs auf einer Kassette. Und in diesem zweiseitigen Zusammenhang sollen sich bestenfalls auch die – wenn auch im ersten Moment wenig offensichtlichen – gemeinsamen Schnittstellen offenbaren können. Scheu vor Grindcore und Techno auf einem Tape haben die Modern Trips-Betreiber jedenfalls nicht. Sofern es vom Sound her passt.
