Ja, richtig gelesen: Unsere TalkTalk-Podcast-Reihe geht live. Am 15. Oktober im Tapetenwerk. Hier sind alle Infos zur Premiere.
Die Idee geisterte schon einige Zeit in unseren Köpfen. In diesem Herbst ist es also soweit und wir heben unseren frohfroh-Podcast „TalkTalk“ aufs nächste Level. Das heißt: Ihr könnt am 15. Oktober 2020 (Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr) beim Gespräch zu unserem nächsten Podcast live dabei sein – es ist übrigens die 20. Ausgabe.
Unser Thema ist „Selbstausbeutung in der Clubkultur“.
Kathi Groll moderiert das Gespräch mit Antoinette Blume (Chefredakteurin frohfroh.de) und XVII (Mitbetreiber des Institut fuer Zukunft) Neele (Bookerin im Institut fuer Zukunft). Ihr dürft auch gerne mitdiskutieren.
Corona-bedingt findet die Premiere mit kleinem Publikum im Tapetenwerk (Haus K-03, gegenüber der Halle C01) statt. Anmeldungen sind leider nicht mehr möglich – denn wir sind „ausverkauft“. Getränke und Snacks gibt es nebenan im Café Zwischenfisch.
Für die, die nicht kommen können: Es wird wie gewohnt eine Aufzeichnung geben. Der Podcast erscheint im Nachhinein wie immer auf frohfroh.de, Spotify, Apple Podcasts und Soundcloud.
Besucher*innen werden gebeten, im Inneren bis zum Sitzplatz eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen und der Veranstaltung bei Erkältungssymptomen fernzubleiben. Wir halten uns an die üblichen AHA-Corona-Regeln. Ein Hygienekonzept liegt vor auf Basis der aktuellen Vorgaben.
Wir freuen uns auf euch und die Premiere. Zum Einstimmen könnt ihr euch schon einmal die bisherigen Folgen anhören:
TalkTalk könnt ihr übrigens bei Spotify und Apple abonnieren – dann verpasst ihr keine Ausgabe mehr.
Trotz schwieriger Umstände gab es Mutige, die in diesem Jahr Veranstaltungen organisiert haben. Unter anderem hat das Team um die Wilde Möhre in Brandenburg Festivals für bis zu 999 Menschen veranstaltet.
Aber wie frei kann Feiern sein, wenn das Ordnungsamt täglich die Hygienemaßnahmen überprüft, die Floors mit Ampelsystemen überwacht werden oder Awareness-Teams die Feiernden auf Abstände hinweisen müssen?
Lasse aus Leipzig war auf einem solchen Festival, auch um die Crews zu unterstützen. Wie es für ihn war, erfahrt ihr in der neuen Folge Talk Talk.
Wie sein Fazit ausfiel? Hört selbst…
„Dann treffe ich mich lieber mit Freunden zum Campen oder besuche linke Workshops, als dann so eine kontrollierte Feierei mitzumachen.“
Redaktion und Produktion von Kathi Groll, Musik im Podcast von fragmentiert.
Am 9. Oktober findet die Premiere der dritten Two Play To Play-Ausgabe statt – wir verlosen Tickets für die Premiere.
Wer es bisher verpasst hat: Two Play To Play ist eine sehr spannende Reihe, bei der Musiker*innen vom Gewandhaus mit Artists aus der Elektronik-, Ambient- oder Indie-Szene gemeinsam ein Programm entwickeln – von der Komposition über öffentliche Proben bis zur Uraufaufführung. Bisher trafen dabei Martin Kohlstedt auf den Gewandhauschor sowie Micronaut auf die Bratschistin Tahlia Petrosian.
In der dritten Saison arbeitete der Leipziger Musiker P.A. Hülsenbeck mit dem Organisten Michael Schönheit zusammen. Hülsenbeck war Teil der erfolgreichen Band Sizarr und brachte nach deren Auflösung vor Jahren ein wahnsinnig gutes und intensives Solo-Album heraus. Michael Schönheit wiederum ist seit 1986 Organist am Gewandhaus Leipzig.
Anderthalb nach dem ersten Treffen der beiden sowie mehreren öffentlichen Proben, führen die beiden nun ihr Werk „Reaping from the Conflux“ erstmals auf – und zwar im Großen Saal des Gewandhauses. Etwas verspätet durch Corona, denn eigentlich war die Uraufführung ursprünglich für den 1. Juni 2020 geplant.
Wie das Stück entstanden ist, lässt sich im Blog von Two Play To Play sehr gut nachvollziehen. Dort gibt es auch einen Videoschnitt der letzten öffentlichen Probe.
Für die Premiere am 9. Oktober 2020, 20 Uhr verlosen wir 2×1 Tickets.
Bitte schreibt bis 1. Oktober eine E-Mail an dance@frohfroh.de mit dem Betreff „Two Play To Play“ und ihr nehmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt aber auch noch ein paar letzte Tickets zum Kauf.
Oh ja, es gibt wieder einen Open Call von uns. Für unsere neue Reihe IN2IT suchen wir Tracks von unbekannten Produzent*innen aus Leipzig.
Es kommen bald endlich mehr Infos zu unserer ersten, physischen frohfroh-Platte heraus, für die wir zahlreiche Beiträge von talentierten Produzent*innen bekommen haben. Yes! Aber: mit der Produzent*innenszene in Leipzig sind wir noch lange nicht fertig geworden.
Der Weg zu einem Label kann lang und mühsam sein und selbst bis man sich traut, Demos zu verschicken, können Jahre vergehen. Das hat immer seltener etwas mit der Qualität der Musik zu tun.
Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, sind viele Produzent*innen zum Vorschein gekommen, von denen man vorher noch nie etwas gehört hatte; bedroom producers, unentdeckte Newcomer*innen und so weiter. Genau die, genau Euch wollen wir für IN2IT, unsere neue Reihe auf SoundCloud.
Mit IN2IT wollen wir unsere Reichweite als frohfroh besser nutzen und aktiv unbekannte Produzent*innen fördern. Also:
Schickt uns eure Tracks!
Aus den Einsendungen wird ein Track im Monat herausgesucht – also keep it coming!
Der Titel wird mit einem Artwork von Sophia Krasomil auf unserem SoundCloud Account mit über 1.500 Follower*innen erscheinen
Begleitend dazu wird auf unserer Homepage ein Artikel mit einem kurzen Text zur Person, der Vision, dem musikalischen Werdegang und dem Schaffen in Leipzigs Szene veröffentlicht
Die Auswahl der Tracks, die bei IN2IT vorgestellt werden, sollen neben einem breitem musikalischem Spektrum auch das heterogene Bild von Leipzigs Künstler*innen widerspiegeln. Dem Genre, wenn es überhaupt noch so etwas gibt, sollen keine Grenzen gelegt werden, aber: elektronisch orientiert soll(te) die Musik sein.
Verantwortlich für die Idee und das Konzept sind Max und Soey, die unserem Open Call für Texter*innen gefolgt und nun Teil unserer Redaktion sind. Max produziert selbst unter dem Alias Mbius und beide legen seit mehreren Jahren auf. Die beiden sind außerdem Teil der Crew, die das zeitraum Festival organisiert. Sie werden die Reihe kuratieren, die Künstler*innen vorstellen und das Projekt betreuen.
Formalitäten
Schickt uns gerne an opencall (@) frohfroh.de eine Mail mit SoundCloud Link mit Downloadfunktion oder Dropbox- oder Wetransfer Links, am besten als 24 bit wav-Datei mit -6dB headroom und keinen Effekten auf der Masterspur. Gemastered wird das Ganze anschließend von unserem erfahrenen IN2IT-Team. Wir freuen uns auf eure Einsendungen!
Drei Tipps für Samstag. Alle frohfroh-connected und draußen.
Partyname:
St*rytime Birthday
Zeit:
19.09.2020, 16-22:00 Uhr
Location:
Hosten & Garten Eden
Acts:
Christal, Ra-min (DJs), Fabian, Paula und Kuku (Lesung)
St*rytime ist Ende August ein Jahr alt geworden – what a ride! Gefeiert wird der Geburtstag mit *Stry-friends und Gästen im Garten Eden.
16 – 18 Uhr Musik von Christal 18 – 19 Uhr Lesung mit Fabian und Paula 19 – 20 Uhr Lesung & Talk mit Kuku Schrapnell 20 – 22 Uhr Musik von Ra-min
Our very own Paula ist nicht nur Gründerin (neben Fabian, Grüße!) der Podcast-Lesebühne-Radio-Reihe, sie liest an diesem Tag auch einige ihrer Texte.
Listen and learn! St*ry gibt’s übrigens auch bei Spotify und bei Radio Blau. Search it up.
Außerdem heute:
Das Outs:de-Festival holt das House-Picknick mit Âme (Live!), Dyscotheque (nice 4 what, G-Edit) und Wilhelm (IfZ) b2b Mauro Caracho (Fäncy, Distillery) nach. Soli-Tickets können an diesem Nachmittag eingelöst werden – have fun! 16:00 Uhr, Festwiese.
Teergarten, Institut fuer Zukunft, 17:00 Uhr – I$A und Agyena
Ein Künstler, der in Leipzig nicht mehr zu übersehen und unterschätzen ist: Booker, Veranstalter und mjut-Resident Translucid ist endlich bei unserer Spot on-Reihe zu Gast.
Markus alias Translucid hockt auf den Treppen der Abladefläche von Ultraschall PA, als ich mit dem Fahrrad am Anfang der Lagerhofstraße ankomme. Er winkt mir zu.
Das letzte Mal war ich zum Interview mit den Betreiber*innen des mjut hier, Markus inklusive, die gerade aber damit beschäftigt sind, Technik für das Tarmac Festival in einen Transporter zu hieven. Damals, im Mai, war die Stimmung deutlich optimistischer. Mitte Juni musste die Eröffnungsveranstaltung im umgebauten Außenbereich dank behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden, seitdem ist der Club wieder zur Baustelle m(j)utiert.
Heute aber soll es nicht um den Club selbst gehen, sondern um einen der kreativsten Köpfe in der Leipziger Clubkultur – der nebenbei als Booker und Resident im mjut tätig ist. Sein Engagement auf diese Arbeit zu beschränken wäre unfair, denn wenn man sich Markus’ Treiben in dieser Stadt anschaut, weiß man gar nicht welche Fragen man zuerst stellen soll.
Bevor wir die Arbeit als Booker anschneiden und über seine aktuellen Projekte sprechen, kommen wir auf seinen musikalischen Entstehungsprozess.
Von Rentnermusik zum Projektmanagement
Wo die musikalischen Anfänge bei vielen DJs in den frühen bis späten Teenagerjahren liegen, beginnt Markus‘ Geschichte im Alter von drei Jahren, als seine Mutter ihn in die junge musikalische Früherziehung schickt. Vater-Sohn Abende bestehen daraus, gemeinsam am Computer auf Cubase herumzuprobieren und währenddessen geht es von der Blockflöte zur Klarinette, wo er zwölf Jahre im Blasorchester verbringt („Ich hab’ echt viel Rentnermusik gespielt, aber dadurch hat sich mein musikalisches Verständnis erweitert“). Um seine Improvisationsfähigkeiten zu entwickeln, nimmt er Klavierstunden bei Jazzstudenten und mit 13 Jahren steht er zum ersten Mal vor einem Controller.
„Ich war immer der kleine Stöpsel, der dabei war“, sagt Markus, als er von den Partys seiner Jugend spricht. Wo es nur ging, bot er in seiner Heimatstadt Weimar auf Veranstaltungen Hilfe an, lernte mehr über Licht, Deko, Technik, Musik, aber lernte vor allem Leute kennen. Diese Leute brachten ihn schließlich nach Leipzig, wo er sein Debut als Veranstaltungsgast beim Electric Weekender feierte und gleichzeitig einen Praktikumsvertrag für das Conne Island in der Hand hielt. Ein Jahr lang kuratierte er im Anschluss mit Kumpel und Kollege Philipp die Halftime und trieb sich als Partygast in der ganzen Stadt rum.
Genauso unverhofft, wie er auf Weimarer Leute und Veranstaltungen gestoßen war, stieß Markus auch aufs mjut. „Wir kamen auf die Baustelle, wo gerade ein paar Leute gewerkelt haben und haben unsere Hilfe angeboten. […] Einen Monat später war ich täglich mehrere Stunden dort.“
Markus entschied sich bewusst, diesen Weg zu gehen, seine mittelfristige Zukunft diesem Ort zu widmen: „Ich stand vor der Entscheidung: entweder ich gehe nach Berlin und mach’ dort ein Praktikum, wo ich am Ende wieder ein Handlanger bin. Oder ich hab’ die Möglichkeit, von vornherein dieses Projekt mit zu erschaffen.“ Das mjut bot nicht nur die Chance, sich musikalisch verwirklichen zu können, sondern physisch Hand anzulegen; Sachen zu bauen und Dinge zu gestalten.
„Regeln? Scheiß auf Regeln!“
In seiner Rolle als Booker, Veranstalter und Resident im mjut hat sich Markus mit seinem alias Translucid immer mehr einen Namen gemacht, wobei bestimmte Genres in seiner musikalischen Identität keine feste Rolle einnehmen. „Ich höre extrem viel Musik und ich spiele vieles sehr gerne. Klar hat man Phasen, in denen man manches mehr hört, aber ich kann und möchte mich nicht auf irgendwas beschränken. In jeder Richtung gibt es viel zu viel schöne Musik.“ Diese Perspektive greift er in all seinen Projekten auf.
Diese Einstellung schafft übrigens in gewisser Weise auch die Identität des mjut, das wir in unserem letzten Artikel als „Chamäleon der Clubkultur“ bezeichnen. Einschließlich Markus nehmen sich nach der Öffnung des mjut im April 2018 mal zwei, mal drei andere Personen der musikalischen Linie an.
In den Monaten vor Corona dünnt sich das Booking-Team dann aus, Markus übernimmt die Arbeit alleine, ist für die Kommunikation mit und Betreuung von Veranstalter*innen oder Künstler*innen verantwortlich. Und kümmert sich nebenbei noch um sein eigenes Projekt: Minerals.
Während das musikalische Konzept hinter der eigens von Markus kuratierten Veranstaltungsreihe im mjut einem relativ typischen Modell folgt – großer Headliner plus Support – werden hier atypische Elemente mit untergebracht. Kino mit Installationen oder Kurzfilmen, Ausstellungen, you name it – um die Verbindung zu verstehen muss man zwar zwischen den Zeilen lesen, aber so entsteht ein rundes Abendprogramm. „Wenn ich zum Beispiel jemanden einlade, der oder die viel in der queeren Szene aktiv ist – das wäre ein Abend, wo es Drag-Performances geben würde.“ Dementsprechend wurde der obere Floor bei Headliner Bjarki zum Kino mit Videoinstallation des zugehörigen Grafiker Hellcat umgebaut.
Eine weitere Besonderheit ist die ungewöhnliche Geschichte, die hinter der Gestaltung der Reihe liegt.
„Wir haben das nie so in die Veranstaltung schreiben wollen, weil es vielleicht für manche nach Hokus Pokus klingt.“
„Wenn ich die Zusage für eine*n Headliner*in bekommen habe, dann setze ich mich vor ein Buch über Steine – allen Mineralien werden ja gewisse Kräfte und Energien zugesagt. Ich höre mir die Musik an und versuche dann zu erfühlen, welcher Stein mir eine ähnliche Stimmung zur Musik gibt.“ Zwar wird der Stein in der Promo für die Veranstaltung nicht benannt, doch er ist für Markus und vor allem Grafiker Nico Stephou ein Anhaltspunkt. Für Telephones fiel die Entscheidung auf den Bernstein, bei Vlada auf den Smaragd und Kanding-Ray auf den Opal.
Grafiken von Nico Stephou / @studionicostephou
Many moods
Auf dem neu gegründeten Label Myriad bringt Markus nun nicht nur sein erstes Solo-Album an den Start, er legt meiner Meinung nach damit außerdem den Grundbaustein für eines der spannendsten Projekte in Leipzig.
„Das Label ist die physische Verwirklichung von dem, was ich mir bei der Minerals gedacht habe. Die Veranstaltungsabende sind vergänglich und Myriad bringt physische Relikte in der Form von – zum Beispiel – Platten mit sich“ beschreibt Markus den Gedanken hinter Myriad. Dem Anspruch, mehreren Genres gerecht zu werden und Liebe zu schenken möchte er jedoch nicht nur unter seinem Alias Translucid gerecht werden – und dafür hat er bereits in seinem Umfeld Kritik geernet.
Kann ein Label erfolgreich werden, das sich keine klare Richtung festlegt?
Ähnlich wie bei der Minerals-Reihe werden bei Myriad Genres gewissen Stimmungen zugeordnet, die wiederum in Farben unterteilt werden. Die erste Platte, die Breakbeats, sowie experimentellen und härteren Sounds entspricht, ist blau geworden, weshalb die farbliche Festlegung bei solchen Genres in Zukunft auch dem blauen Farbcode folgt. Trotz der – auf den ersten Blick – Uneinheitlichkeit entsteht so ein roter Faden, an dem sich der/die* Zuhörer*in orientieren kann und eine Welt, deren Ästhetik rund ist.
Hirundoaves alias Lion Sauterleute hat mit seinem Signature-Style schon viele Plakate in Leipzigs Clublandschaft, aber vor allem im mjut entwerfen können, und er ist nun auch für das erste Myriad-Design verantwortlich. Für Markus ist Lion jemand, mit dem er einen ästhetischen Anspruch teilt. Jemand, bei dem Änderungswünsche überflüssig werden.
„Lion wird sich in Zukunft um die komplette Identity vom Aussehen kümmern, aber mein Ziel ist es, für jede Musik die ich veröffentliche, viele Artists einzuladen. Lion setzt im Endprozess seine i-Tüpfelchen und bestimmt die grafische Handschrift.“
Vorder- und Rückseite von „Im Memoriam“ mit Grafiken von Lion Sauterleute / @hirundoaves
In Memoriam
„Wenn ich jetzt einen Track mache – dann mache ich ihn in einer Nacht. Ich habe gemerkt dass das der Weg ist, mit dem ich am besten klarkomme. Sonst arbeitest du dir deine Musik irgendwann kaputt.„ Das siebenteilige Album namens „In Memoriam“ ist zwischen 2018 und 2020 in Berlin, Leipzig, Weimar und Los Mollos, einem Küstendorf in Chile, entstanden. Es ist das erste Release auf dem Myriad-Label.
Das erste Lied, Time Shifting, ist von Markus’ Vater inspiriert, der die darin enthaltene Melodie ständig in seiner Kindheit am Keyboard spielte. Sehr dreamy. Passend zum Namen aber nicht davon inspiriert ist das folgende Element: „Man hört das nicht, aber der Track fängt mit 110 bpm an und hört mit 140 bpm auf“. Es hangelt sich im Anschluss ein Breakbeat-lastiger, roter Faden durch das Album, bevor 8 Likes 39 Comments dem Ganzen mit Gabber ein Ende setzt. Jedes Lied bringt eine lesenswerte Geschichte passend zum Namen sich, die dem Album eine wertvolle weitere Ebene verleiht.
„Wenn jemand im selben Zimmer schläft, ist eine Energie im Raum. Einerseits will man mit den Kopfhörern leise sein, andererseits schwimmt bei solchen Situationen eine Nostalgie mit.“ Markus schätzt das Musizieren unter solchen Umständen besonders. Der Fokus bei While Dreaming Deep lag darauf, eine Closing-Track-Ästhetik zu erreichen.
Arecibo sampled Morsecode-ähnliche Nachrichten, die von der Menschheit für Aliens hinterlassen wurden. Caffeine Morning ist durch eine vom koffeinunverträglichen Markus getrunkene Kaffeetasse voller Espresso entstanden.
Über die Freiheit, sich seine eigene Realität schaffen zu können,
philosophiert Paulo Coelho im Einsteigssample von Tidentity; VCV Kicks ist das Ergebnis aus dem Herumprobieren mit digital nachgebauten, modularen Synthesizern. „Das ist für mich einer meiner Favorites auf dem Album.“ Der abschließende Titel 8 Likes 39 Comments handelt vom Austauschen von Gabber-Tracks in Facebook-Kommentarspalten. Welche exakten Sounds sich hinter den Titeln verstecken und wie Markus die Geschichten in seinen eigenen Sätzen schreibt, kann man bei SoundCloud herausfinden:
Das Interview führen wir auf einem einsamen, weißen Sofa auf dem Gelände hinter der Lagerhofstraße, zwischen Bahngleisen und Sträuchern. Im Laufe des Gesprächs geht die Sonne unter und taucht die bunten Blumen um uns herum in einen goldenen Schein während die Sonnenstrahlen durch den Bogen der Brandenburger Brücke flackern. Markus spielt nebenbei mal mit kleinen Stöcken, Steinen, und dem Plastekorken einer Rotkäppchen-Flasche. Das mjut selbst verlieren wir dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – nie aus dem Blick.
Markus hofft, dass das mjut ein Ort wird, dem das Publikum Vertrauen schenkt. Vertrauen, dass egal wann man kommt, egal was läuft: Die Veranstaltung wird gut. Dass das Publikum den Booker*innen mehr Freiheit lässt; aber auch umgekehrt.
„Das wichtigste für mich ist eine Balance: du hast etwas, was die Leute catched und was die Leute kennen. Wenn sie dann einmal da sind, kannst du sie noch mit so vielen anderen Dingen überraschen.“ Bei Markus selbst war eine solche Veranstaltung die mit DJ Maik kuratierte Reihe Futuro Grande, bei der im Januar Diamin aus Südamerika zu Gast war.
Was Markus als nächstes aus seiner Trickkiste zaubern wird,
bleibt wohl noch offen; zuletzt bereicherte er den Electric Weekender mit eigens kreierten Visuals. Vielleicht bespielt er noch einmal einen Livestream mit Live-Zeichnungen, oder vielleicht launched er mit seinem neuen Label gleich eine Mix-Reihe? Vielleicht, hoffentlich, wird das mjut in diesem Jahr noch in neuem Glanz seine Türen öffnen dürfen und von Markus bespielt werden.
Fest steht: den Titel als interdisziplinären Künstler hat er mehr als verdient. Im Memoriam, sein erstes Solo-Album, wird am 17. September veröffentlicht. Danke für das inspirierende Gespräch, Markus.
Alle Fotos sind von Kim Camille / @_kimcamille_ / Vielen Dank!
„Spot On“ Mix
As usual haben wir auch Markus um einen Mix gebeten, den wir im Rahmen unserer Spot On Reihe auf SoundCloud veröffentlichen. Passend: mit der Disco-Orientierung steht der Mix in starkem Kontrast zum Album.
„Funky Musik spielt schon immer einen großen Part in meinem Repertoire. Leider ergibt sich nicht so oft die Möglichkeit, diese Musik vor einer großen Menge zu spielen. Bei den Partys vom Plattenladen Sound Metaphors ist das aber anders, denn da dreht sich alles um die energiereichen 70er, in denen Disco ihren Höhepunkt hatte. Gefesselt von der Ästhetik, habe ich mit diesem Mix versucht ein paar der unbekannteren Stücke zu fusionieren. Ich hoffe der Mix versetzt euch, genau so wie mich, in den Vibe von Unbeschwertheit und Freude.“
Auf der Festwiese wird es dystopisch, in der Distillery gibt es ein Label-Jubiläum. Lohnt sich!
Partyname:
OUTS:DE – Kultur unter freiem Himmel
Zeit:
12.09.2020, 16:00 Uhr
Location:
Festwiese
Acts:
Rødhåd, Vincent Neumann, Senta Julien
Seit einigen Wochen teilen sich ja mehrere Leipziger Locations die Festwiese. Heute steht großer Techno-Besuch an – Rødhåd schafft es mal wieder nach Leipzig. Dazu kommt auch Senta Julien von der Station Endlos-Crew.
Hier können übrigens auch die Soli-Tickets eingelöst werden.
Partyname:
I love gardening #29 – 5 Years Defrostatica
Zeit:
12.09.2020, 16:00 Uhr
Location:
Distillery
Acts:
Kator, DJ Badshap, DJ Booga, Tina, Æon Flux
Ach ja, time flies – vor fünf Jahren erschien die ersten beiden Defrostatica-Platten – beide von Kator. Seitdem hat das Label um Booga, Tina und mittlerweile auch Æon Flux für viele neue Impulse in der Breaks-Szene gesorgt. Die letzte Platte haben wir übrigens neulich erst vorgestellt.
Checkt zur Einstimmung die Air Waves-Radioshow:
Außerdem heute:
Pow Wow Summer Lounge, Täubchenthal, 17:00 Uhr – Techno und Tech-House mit Dirty Doering und Sledge
Veranda x Polylicious, Conne Island, 20:00 Uhr – Various Styles mit Azizam Bal, Lil hurty & RARRI, Soko H(((i)))tz, rZr aka dj gabij B2b Mandylism B2b gal
Series be: Queer ist das Motto am Sonntag im IfZ-Teergarten. Wie ihr Series be (außer mit eurem Kommen) unterstützen könnt, lest ihr hier.
Stand up,
Speak up,
Show up!
Am Sonntag sollen es zwar derzeit frische 19°C werden, aber ohne Regen und mit viel Tanzen im Sitzen sollte es mehr als möglich sein, im Teergarten eines der interessantesten Kollektive Leipzigs zu unterstützen. Series be kuratiert den Tag mit fünf auftretenden Artists – ein must-go also. Host ist our beloved Luke Fierce!
Bei dem Event geht es um mehr als einen sozialen Raum zu schaffen. Es geht vielmehr darum, queere, marginalisierte Menschen und Künstler*innen mit verschiedenen Backgrounds zu feiern, zu supporten und sichtbar werden zu lassen.
Jetzt nochmal bitte kurz Aufpassen: Das Event braucht eure Unterstützung. Kommt, trinkt, spendet cash am Sonntag, geht hin. Wer an diesem Tag nicht in Leipzig, krank oder schon verplant ist (oder gar arbeiten muss, am heiligen Sonntag…), der kann trotzdem mithelfen, das Event und vor allem die Bezahlung der Künstler*innen zu ermöglichen.
Wer finanziell in der Lage ist, und seien es auch „nur“ Kleinstbeträge, kann via PayPal Geld spenden. Der Link ist hinterlegt, einfach draufklicken, Betrag eintippen und senden.
Danke an alle, die das Event supporten!
Wer die Künstler*innen auschecken möchte, kann das via SoundCloud und Instagram tun:
Heute im Fokus: Zwei neue Releases von zwei Leipziger Labels, die uns die Welt abseits der geraden Bassdrums näherbringen. Und mit starken Werten und Ritualen – um den (etwas bemühten) Dreh zu den EP-Titeln zu bekommen.
Die Rede ist von Yuyay Records und Defrostatica Records. Beide haben kürzlich ihre ersten Releases für das neue Jahrzehnt gedroppt. Und beide könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Yuyay-Betreiber Robyrt Hecht unter seinem Alias Bernhard Y. Riemann ein Mini-Album mit sehr gelungenem Kraut-Ambient herausgebracht hat, erweitert Defrostatica seine internationalen Connections zu einem der wichtigsten europäischen Impulsgeber für Juke und Footwork – BSN Posse und deren Label Iberian Juke.
Ich kannte die beiden noch nicht, aber Defrostatica liefern eine Reihe spannender Informationen zu „Rituals“, der neuen BSS Posse-EP. Sp brachte das Duo mit Soundcloud-Playlists und ersten Releases den hektischen Juke-Sound aus Chicago erstmals nach Europa. Und es entwickelte den Sound weiter, mischte HipHop, Modern Jazz, Jungle und R&B bei.
„Rituals“ klingt wie ein punktgenau durchkomponiertes Best-of. Es beginnt erwartungsvoll und sich langsam steigernd, um dann bei „Burnin Shoes“ mit 160 bpm auf die House-Überholspur zu wechseln. Danach wird erstmal warm gebadet in deep und lang gezogenen Downbeat-Synths – ohne aber an Tempo verlieren. Nur sind BSN Posse hier schon wieder abgebogen und mitten in schönsten Classic-Jungle-Sphären. Am Schluss wird es wieder langsamer, der Halftempo-Track „Magic Portal“ schließt mit Chören und umarmender Bassline den Kreis zum Anfang. Super EP!
Auch Yuyay Records enttäuscht nicht. Robyrt Hecht ist auf „Werthe“ auf Forschungsfahrt zu entlegenen Sound-Gefilden. Ob die noch auf der Erde sind, ist nicht ganz klar. In seinen Tracks verschmelzen Cosmic, Kraut und Ambient. Alles mit analoger Patina und teilweise sogar etwas Pop-Appeal. Etwa bei „Random Walk“, „Constant“ und „Slight Change“, wenn wave-gefärbte Vocals einsetzen. Wow, ich mag den Mix sehr.
Und ich mag auch den versteckt harmonisch-optimistischen Vibe, der in den Tracks steckt. Auch wenn vieles experimentell ist, so klingt das Album durch seine vielen Melodien und die verspielten Sounds nie dystopisch oder anstrengend, sondern vielmehr sehr zugänglich – auf eine gute Weise.
Eine schöne Wiederentdeckung von Yuyay und Robyrt Hecht.
Sitzrave, Kultureuro und Telegram-Gruppen mit News über den Füllstand des Clubs. So geht Feiern in Corona-Zeiten!
Peu à peu öffnen unsere Lieblingsclubs wieder: Die Distillery veranstaltet wochenends „I love gardening“, im Institut fuer Zukunft öffnet donnerstags, samstags und sonntags der „Teergarten“ und im Conne Island ist der Freisitz auch wieder für verschiedenste Programme geöffnet. Solange das Wetter passt, können wir endlich wieder Clubluft schnuppern.
„Techno heißt nicht nur Abfahrt, sondern auch Begegnung.“
– Gamal
Sogar unsere Ausgehtipps enthalten wieder mehr Veranstaltungen. Aber wie laufen die Biergartenraves und Sitzpartys in Leipzig ab? Wie soll ein Club wirtschaften, wenn höchstens ein oder zwei Wochenenden fest geplant werden können? Und können wir so unsere Nacht- und Clubkultur vorm Untergang retten? Spoiler: Ganz so einfach ist es nicht!
Gamal und Kathi im Garten der Distillery Foto von Kathi Groll
Gamal aka Mauro Caracho beantwortet in der neuen Folge Talk Talk alle Fragen dazu.
Talk Talk
Redaktion und Produktion von Kathi Groll, Musik im Podcast von fragmentiert.
Feierkultur unter freiem Himmel: Die Leipziger Clubszene organisiert gemeinsam mit eigenen Residents und weiteren Headlinern Musikveranstaltungen unter freiem Himmel. Los ging es bereits am 21. August, ab jetzt geht es noch bis Ende September weiter.
Es stehen einige Konzerte, eine Lesebühne und ein Livehörspiel auf dem Programm und natürlich wird es weitere Open Airs mit Techno, House und Drum’n’Bass geben.
Hinter dieser Initiative für Open-Air-Kultur stehen DasistLeipzig, LiveKommbinat Leipzig e. V., Leipzig plus Kultur und Kreatives Leipzig. Mitwirkende Vereine, Institutionen und Spielstätten sind das Conne Island, Distillery, elipamanoke, Geyserhaus, Institut fuer Zukunft, mjut, Moritzbastei, naTo Leipzig, TV-Club, UT-Connewitz, VAK, WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e. V. und noch einige weitere.
Bouys, Gehrls & Criminal Queers, die No No No! – Party ist back. Im Täubchenthal wird ein neues Konzept getestet: Queer Garden.
Der Innenhof des Täubchenthals wird in einen QUEER GARDEN verwandelt. Alles an der frischen Luft, alles mit genügend Abstand, aber gefühlt wird es trotzdem eine große queere Umarmung. Ab 18 Uhr bis open end.
Mit dabei sind Claire, Kaspar Oberon, Escape, Shit Stirrer und Zacker.
Infos zum Einlass
Gemäß der ‚Allgemeinverfügung des Landes Sachsen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus‘ sind alle Gäste verpflichtet am Einlass ein Formular auszufüllen. Alle Infos und einen Download-Link findet ihr auf www.nono-no.com/corona
Ohne Formular kein Einlass möglich! Ausweis nicht vergessen.
NO sexism, NO racism, NO homophobia.
Foto: Distillery
Okay Cool, Hey Ciao
Diesen Samstag: HEY CIAO! in der Tille. Mit Pool und pipapo.
Jess Passeri Don Ramones Filburt
Start: 18:00 Ende: 00:00
Eintritt ist frei.
Auf das erste Getränk bezahlt ihr einen Euro mehr, über aktuelle Hygienehinweise werdet Ihr am Einlass informiert. Have fun!
frohfroh.de benutzt Cookies. Wenn du unsere Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus. Du kannst aber auch ablehnen oder später widerrufen. As you like!
Du kannst deine Cookie-Ablehnung jederzeit widerrufen, indem du den den Button „Zustimmung widerrufen“ klickst.